Viele Menschen legen Wert auf regelmäßige Haarentfernung im Gesicht, unter den Achseln, an den Beinen oder im Intimbereich. Doch wie bei allen medizinischen Eingriffen können auch nach ästhetischen Behandlungen allergische Reaktionen auf verwendete Produkte und Inhaltsstoffe auftreten. Diese sind eher selten und zeigen sich dann z. B. in einer starken Schwellung, Rötung und Überwärmung oder es bilden sich Quaddeln. Dieser Artikel befasst sich mit den Ursachen und Behandlungen von Quaddeln nach der Laser-Haarentfernung.
Eine allergische Reaktion ist allgemein gefasst eine überschießende Immunantwort auf einen Stoff, der normalerweise harmlos ist, wie z. B. Pollen, Nüsse oder Nickel. Diese Stoffe werden als Allergene bezeichnet. Im Rahmen von ästhetischen Behandlungen können Inhaltsstoffe verwendeter Produkte mögliche Allergene sein. Dies kann z. B. vorkommen bei Lidocain, das in Betäubungscremes und auch in einigen Produkten, z. B. häufig in Hyaluronsäure-Produkten, enthalten ist.
Bei einem Erstkontakt mit einem Allergen kann es zu einer Sensibilisierung kommen, bei der das Immunsystem spezifische Antikörper gegen das Allergen bildet. Bei einem erneuten Kontakt mit dem gleichen Allergen erkennt das Immunsystem dieses als „Eindringling“, und die gebildeten Antikörper lösen eine Reaktion aus: Die Mastzellen setzen entzündungsfördernde Stoffe wie Histamin frei. Diese verursachen die typischen Allergiesymptome, wie Juckreiz, Schwellung und Rötung, da sie auf die Blutgefäße und Nervenenden wirken.
Die meisten allergischen Reaktionen treten innerhalb von Minuten bis wenigen Stunden nach der Behandlung auf. In seltenen Fällen kann es jedoch auch Tage oder sogar Wochen dauern, bis Symptome bemerkbar werden.
Die Symptomatik der Reaktion ist u. a. abhängig von der Art des Kontaktes. Bei einer lokalen allergischen Reaktion reagiert das Immunsystem an der Stelle, an der das Allergen in den Körper eingedrungen ist. Hierbei schütten Zellen Histamin und andere Entzündungsstoffe aus, was zu typischen Symptomen wie Rötung, Schwellung, Juckreiz und Wärmegefühl in der betroffenen Region führt. Diese Reaktion ist auf die unmittelbare Umgebung des Allergens begrenzt und breitet sich normalerweise nicht im Körper aus.
Bei einer systemischen allergischen Reaktion hingegen (auch als Anaphylaxie bezeichnet), breiten sich die Symptome im gesamten Körper aus. Dies passiert, weil das Allergen eine starke Reaktion des Immunsystems hervorruft. Die großflächige Ausschüttung von Histamin und anderen Entzündungsstoffen kann u. a. zu einer Erweiterung der Blutgefäße, einem Abfall des Blutdrucks, Atemnot und in schweren Fällen zu einem anaphylaktischen Schock führen, der lebensbedrohlich sein kann. Systemische Reaktionen erfordern sofortige medizinische Hilfe.
Nach einer ästhetischen Behandlung sind leichte Schwellungen, Rötungen oder kleine Blutergüsse völlig normal und klingen meist innerhalb weniger Tage ab. Diese Reaktionen sind Teil des natürlichen Heilungsprozesses und kein Grund zur Sorge. Typische Hinweise auf allergische Reaktionen können u. a. sein:
Solltest Du derartige Symptome bei Dir bemerken, ist es wichtig aktiv zu werden. Handelt es sich um eine begrenzte lokale Reaktion, die Dir sonst keine körperlichen Beschwerden macht (wie z. B. ein juckender Ausschlag nach einem Peeling), solltest Du die behandelnde Praxis kontaktieren und dort vorstellig werden. Auch wenn Du Dir nicht sicher bist, ob es sich um eine normale Nebenwirkung handelt oder um eine allergische Reaktion, solltest Du Dich an Deine Praxis wenden.
Solltest Du jedoch bemerken, dass weitere Beschwerden hinzukommen (wie z. B. ein Engegefühl in der Brust oder Kreislaufbeschwerden) oder sollte eine lokale Schwellung zu weiteren Beschwerden führen (wie z. B. eine zunehmende Schwellung nach einem Lippenaufbau, die auf die Zunge übergreift), solltest Du keine Zeit verlieren und den Rettungsdienst rufen, da eine systemische allergische Reaktion unbehandelt lebensgefährlich sein verlaufen kann.
Das Auftreten einer allergischen Reaktion kann nicht sicher vermieden werden. Es gibt jedoch einige Aspekte, die beachtet werden können, um das Risiko so weit wie möglich zu reduzieren:
Auch bei bester Vorbereitung kann es in seltenen Fällen zu einer Reaktion kommen. Das Wichtigste ist, diese als solche zu erkennen und entsprechend zu handeln - und Ruhe zu bewahren. Tritt sofort eine allergische Reaktion auf, wird Deine Praxis diese als solche erkennen und die entsprechenden Maßnahmen einleiten. Bemerkst Du eine lokale allergische Reaktion zu Hause, solltest Du Ruhe bewahren und Deine behandelnde Praxis kontaktieren und dort vorstellig werden. Solltest Du bemerken, dass Dein gesamter Körper reagiert, z. B. mit Kreislaufbeschwerden, Übelkeit oder Luftnot, handelt es sich um einen Notfall und Du solltest sofort den Rettungsdienst rufen.
Bei auf die Behandlungsstelle begrenzten Reaktionen kann eine lokale Therapie mit Antihistaminika (z. B. Fenistilcreme) und Kühlung ausreichen. Sollte eine starke allergische Reaktion auftreten, wird Deine Praxis einen intravenösen Zugang legen und Dir die entsprechenden Medikamente (meist Fenistil und Cortison) über diesen Zugang geben, damit sie schnell wirken. Je nach Ausmaß erfolgt zusätzlich die Alarmierung des Rettungsdienstes.
Unmittelbar nach der Behandlung tragen Sie ein kühlendes Spray und eine beruhigende Creme auf, um das Gefühl von Stechen, Hitze und Rötung zu lindern. Achten Sie in den folgenden Tagen darauf, dass Sie die kleinen Krusten, die sich gebildet haben, nicht aufkratzen, um Infektionen und Narben zu vermeiden. Duschen Sie lieber statt zu baden, damit Ihre Haut nicht zu nass wird, und trocknen Sie Ihr Gesicht mit einem weichen Handtuch ab - tupfen Sie die Haut ab, reiben Sie nicht.
Reinigen Sie Ihre Haut morgens und abends mit einem Produkt, das für empfindliche und zarte Haut geeignet ist: eine wichtige Maßnahme, um Rötungen zu lindern. Lotion, Gel, Wasser... wählen Sie die Textur, die Sie bevorzugen. Verwenden Sie wiederverwendbare Baumwollpads, die sanfter und weniger aggressiv sind als Einwegpads.
Tragen Sie dann eine Feuchtigkeitscreme gegen Rötungen oder eine regenerierende Feuchtigkeitscreme auf. Geben Sie eine kleine Menge der Creme auf Ihre Fingerspitzen und tupfen Sie sie auf Ihr Gesicht, bevor Sie sie sanft einarbeiten.
Nach einer Laserbehandlung ist die Haut entzündet (Gesichtsrötung), daher ist es wichtig, dass Sie sich in den nächsten 2-3 Wochen nicht der Sonne aussetzen.
Nach der Behandlung sollten Sie Sonneneinstrahlung und extreme Kälte vermeiden und auf eine gesunde, ausgewogene Ernährung mit vielen Vitaminen achten, die gut für die Haut sind. Reduzieren Sie den Konsum von Alkohol, Kaffee und scharfen Speisen, da diese die Erweiterung der Blutgefäße fördern. Außerdem sind entzündungshemmende Lebensmittel, die reich an guten Fettsäuren sind, zu bevorzugen.
Obwohl beide Hautprobleme ähnlich aussehen können, unterscheiden sie sich in Ursache und Verlauf. Follikulitis betrifft gezielt die Haarfollikel und wird meist durch äußere Einflüsse wie Reibung, Rasur oder Bakterien verursacht. Akne hingegen ist hormonell bedingt, betrifft auch Talgdrüsen und tritt oft großflächiger auf - vor allem im Gesicht.
Leichte Formen von Follikulitis lassen sich mit guter Hygiene, antibakteriellen Waschlotionen und entzündungshemmender Pflege selbst behandeln. Wichtig ist, dass man die Haut nicht aufkratzt oder manipuliert, um eine Verschlimmerung zu vermeiden. Wenn die Entzündung nicht abklingt, sich ausbreitet oder wiederholt auftritt, sollte unbedingt ein Hautarzt aufgesucht werden.
Laserhaarentfernung ist besonders vorteilhaft bei Neigung zu Follikulitis, weil sie eine der Hauptursachen - das Nachwachsen und Einwachsen der Haare - gezielt ausschaltet. Der Laser zerstört gezielt den Haarfollikel in der Tiefe, wodurch das Haarwachstum stark reduziert oder sogar dauerhaft gestoppt wird. Dadurch entstehen keine neuen Reizungen oder Verletzungen durch Haarstoppeln, keine eingewachsenen Haare und weniger bakterielle Entzündungen. Die Haut wird langfristig glatter und widerstandsfähiger gegen Reizungen.
Als chronische Nesselsucht bezeichnet man eine Urtikaria, bei der die Symptome länger als sechs Wochen bestehen. Sie wird in die chronische spontane Nesselsucht und die chronische induzierbare Nesselsucht unterteilt. Die chronische spontane Nesselsucht - plötzliche Hautsymptome ohne offensichtliche Auslöser.
Quaddeln sind weißliche, scharf begrenzte Erhebungen der Haut mit geröteter Umgebung (Reflexerythem), ähnlich der Reaktion auf Hautkontakt mit Brennnesseln. Manchmal sind auf den geröteten Flächen nur kleine, ebenfalls gerötete Pusteln zu sehen. Quaddeln entstehen durch Flüssigkeitsansammlungen in den oberen Hautschichten und können unterschiedlich groß sein. Sie bilden sich meistens innerhalb von 30 Minuten bis 24 Stunden zurück.
Quaddeln verursachen meistens - teilweise starkes - Jucken.
Angioödeme: Bei diesen Schwellungen sammelt sich Flüssigkeit in tieferen Hautschichten. Dadurch sind die Ränder der Schwellung nicht so deutlich ausgeprägt und die betroffenen Bereiche bleiben hautfarben. Angioödeme bilden sich in erster Linie im Gesicht sowie an Händen und Füßen, können aber auch an anderen Körperstellen auftreten, z. B. im Genitalbereich. Sie halten länger an als Quaddeln - etwa 48 bis 72 Stunden.
Allgemein gilt: Sollten Atemnot oder Kreislaufprobleme auftreten oder stark beeinträchtigende Schwellungen am Körper entstehen, sollte eine notfallmedizinische Untersuchung erfolgen.
| Symptom | Beschreibung | Dauer |
|---|---|---|
| Quaddeln | Weißliche, scharf begrenzte Erhebungen der Haut mit geröteter Umgebung | 30 Minuten bis 24 Stunden |
| Jucken | Starkes Jucken im Bereich der Quaddeln | Variabel |
| Angioödeme | Schwellungen in tieferen Hautschichten, Ränder nicht deutlich ausgeprägt | 48 bis 72 Stunden |
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