Pullover mit Shampoo waschen: Eine detaillierte Anleitung

Kennst du das? Einmal falsch gewaschen - schon hat sich der geliebte Wollpulli in ein verfilztes Etwas verwandelt, das höchstens einer Puppe passt. Dazu soll es nie mehr kommen! Hier liest du, wie du deinen Wollpullover so waschen und trocknen kannst, dass du lange Freude daran hast.

Wolle ist ein Naturprodukt mit vielen großartigen Eigenschaften: Das Material ist atmungsaktiv, hält dabei schön warm und ist auch noch angenehm weich auf der Haut. Was die Pflege angeht, sind die Fasern allerdings empfindlich. Einmal falsch gewaschen - schon ist das gute Stück dahin. Aber warum kann ein kuscheliger Wollpullover nach dem Waschen hart und formlos werden?

Ähnlich wie das menschliche Haar ist jede einzelne Faser von einer feinen Schuppenschicht umschlossen. Durch die Feuchtigkeit, zu hohe Temperaturen und Reibung beim Waschen kann diese Schutzschicht aufrauen. Die einzelnen Fasern verhaken sich und verfilzen dann. Dabei ist es übrigens egal, ob es sich um einen Pullover aus Merino-, Mohair- oder Alpakawolle handelt. Die Grundeigenschaften unterscheiden sich nicht, auch wenn die Wolle von unterschiedlichen Tieren stammt.

Wolle ist ein empfindliches Material, das sorgfältige Pflege benötigt.

Wollarten im Überblick

Wolle ist nicht gleich Wolle. In der folgenden Übersicht stellen wir Ihnen die bekanntesten und beliebtesten Wollarten vor.

  • Schaf- & Schurwolle: Schurwolle bezeichnet frisch geschorene Schafwolle. Als Lammwolle bezeichnet man hingegen jene Wolle, die bei der Schur von sechs bis zwölf Monate alten Schafen gewonnen wurde. Wie die meisten Wollarten ist auch Schafwolle geruchshemmend und knitterarm. Zudem wirkt sie antistatisch und ist schmutzunempfindlich.
  • Merinowolle: Merinowolle wird durch das Scheren der Merinoschafe gewonnen. Deren Wolle zeichnet sich durch ihre besonders feinen Wollfasern, ihre hohe Atmungsaktivität und antibakterielle Wirkung aus. Sie sorgt außerdem für einen guten Feuchtigkeitsaustausch und neutralisiert Gerüche. Auch Merino-Schurwolle wird direkt von lebenden Tieren gewonnen. Heute werden Merinoschafe vorwiegend in Australien gezüchtet.
  • Alpakawolle: Wolle der südamerikanischen Kamelart Alpaka ist besonders wärmend. Darüber hinaus begeistert Kleidung aus Alpakawolle durch ihre flauschige und softe Haptik. Die langen Fasern wirken außerdem temperaturregulierend, sind widerstandsfähig, antistatisch sowie schmutz- und geruchsabweisend - vorausgesetzt, sie werden richtig gepflegt.
  • Mohairwolle: Auch Mohairwolle besticht mit ihren seidigen, feinen Fasern. Sie wirkt temperaturregulierend und ist knitterfrei - sofern sie richtig gepflegt und behandelt wird.
  • Angorawolle: Wollkleidung aus ebenfalls besonders weicher Angorawolle ist für ihre gute Wärmefunktion und hohe Atmungsaktivität bekannt. Sie nimmt Feuchtigkeit und Schweiß auf, und neutralisiert unangenehme Gerüche.
  • Kaschmir: Und last but not least: Die besonders edle Naturfaser Kaschmir. Die feinen Wollfasern wärmen besser als Schafwolle, wirken temperaturregulierend und geruchs- sowie schmutzabweisend.

Bei jeder Wollart handelt es sich um ein Naturprodukt tierischer Herkunft. Wie menschliche Haare auch, weisen auch Tierhaare eine Schuppenschicht auf. Diese reagiert äußerst empfindlich auf Feuchtigkeit, Reibung und hohe Temperaturen. In diesem Fall können Wollsachen nach dem Waschen einlaufen oder verfilzen, da die obere Schutzschicht aufgeraut wird.

Wie wasche ich einen Wollpullover in der Maschine?

Möchtest du deinen Wollpullover waschen, achte vor allem darauf, dass das gute Stück möglichst wenig Reibung abbekommt. Ob du den Pullover in die Waschmaschine stecken darfst oder besser von Hand wäschst, verrät dir das Pflegeetikett. Meist dürfen Wollpullover in die Maschine. So geht’s:

  1. Fülle die Waschmaschine maximal bis zur Hälfte. So reiben die einzelnen Wäschestücke nicht so stark aneinander.
  2. Du möchtest Kleidungsstücke mit Reißverschluss im selben Waschgang mit waschen? Dann benutze ein Wäschenetz, um deine Wollsachen zu schützen.
  3. Wähle den Herstellerangaben entsprechend ein möglichst schonendes Waschprogramm. Die meisten Waschmaschinen bieten ein spezielles “Wollwäsche”- oder “Handwäsche”-Programm.
  4. Wähle grundsätzlich ein Programm mit möglichst niedriger Waschtemperatur, beachte auch hier die Herstellerangaben. Mehr als 30 Grad sollten es nicht sein, sodass die empfindlichen Wollfasern geschont werden.
  5. Je weniger dein Wollpullover in der Maschine geschleudert wird, desto besser. Spezialprogramm überspringen den Schleudergang deshalb ganz oder halten ihn zumindest sehr kurz.

Diese Spezialwaschmittel haben einen neutralen pH-Wert und schützen so die empfindlichen Fasern. Weichspüler, Voll- und Colorwaschmittel eignen sich dagegen nicht für Wollwäsche. Sie enthalten Enzyme und andere Inhaltsstoffe, die die Wollfasern schädigen können.

Alternativ zum Wollwaschmittel können Sie auch ein mildes Haarshampoo verwenden

Ja, das empfiehlt sich sogar. Alternativ zum Wollwaschmittel können Sie auch ein mildes Haarshampoo verwenden (ca. erdnussgroße Dosierung für einen Pulli).

Ein mildes Shampoo kann eine gute Alternative zu speziellem Wollwaschmittel sein.

Tipps zur Handwäsche von Wollpullovern

Vielleicht hast du gehört, dass man Wollpullover besser von Hand waschen sollte. Tatsächlich kann die Reinigung in der Waschmaschine aber deutlich schonender für die Fasern sein. Denn bei der Handwäsche passiert es leicht, dass zu warmes Wasser verwendet oder das Material zu stark geschrubbelt und gewrungen wird. Möchtest du deinen Wollpullover trotzdem von Hand waschen, geh also besonders vorsichtig vor:

  • Verwende nur lauwarmes Wasser.
  • Fülle eine Schale, in der dein Pulli ausreichend Platz hat, mit dem Wasser.
  • Löse etwas Wollwaschmittel im Wasser auf.
  • Lege dann das Kleidungsstück hinein.
  • Drücke deinen Pulli einige Male sanft zusammen. Vermeide es, zu reiben.
  • Spüle deinen Wollpullover danach unter lauwarmem, fließendem Wasser gut aus.
  • Drücke das überschüssige Wasser nur vorsichtig aus den Fasern. Keinesfalls solltest du den Pulli auswringen.

Wollpullover trocknen: So geht’s

Normalerweise hängst du Wäsche zum Trocknen an den Wäscheständer. Für deine Wollsachen ist das allerdings keine gute Idee, denn Pullover und Co. verlieren auf diese Weise ihre Form. Auch die pralle Sonne oder direkte Nähe zur Heizung tun den Kleidungsstücken nicht gut, Wollpullover werden dann leicht hart und kratzig. Auch im Trockner haben Wollsachen in keinem Fall etwas zu suchen.

Besser: Nasse Wollsachen liegend und an der Luft trocknen. Und zwar egal, ob du sie mit der Waschmaschine oder von Hand gewaschen hast. Da die Fasern viel Feuchtigkeit aufnehmen, drücke überschüssiges Wasser vorab so gut es geht heraus. Wie für die Wäsche gilt auch jetzt: Bitte nicht auswringen! Was hingegen hilft: Pullover und Co. auf ein großes Handtuch legen, einrollen und leicht zusammendrücken. Das Handtuch saugt die Feuchtigkeit auf.

Wolle sollte liegend auf einem Handtuch getrocknet werden, um die Form zu erhalten.

Wollpullover wie oft waschen?

Auch wenn du deinen Wollpullover sehr vorsichtig wäschst, strapaziert jeder Waschgang die Fasern mehr oder weniger stark. Daher gilt: Wasche deinen Wollpullover grundsätzlich nur dann, wenn es wirklich notwendig ist - also bei Flecken und gröberen Verunreinigungen. Ansonsten reicht es meist, wenn du das Kleidungsstück für einige Zeit an der frischen Luft auslüften lässt. Schweißgeruch und Co. verschwinden so fast von alleine.

Am besten nach der Saison im April / Mai, dann etwa eine Woche gut durch trocknen lassen und in einem Plastikbeutel luftdicht verschließen.

Pilling? Wer kennt es nicht?

Kleine Knötchen tauchen bei Kleidungsstücken aus Wolle leicht auf. Dieses Problem nennt sich Pilling. Pilling entsteht durch Reibung.

Sollten Knötchen entstehen, besorg dir einen Wollrasierer. Die Knötchen können Sie entfernen, indem Sie Ihre Wollkleidung mit einer Fusselrolle oder mit einem Fusselrasierer, zum Beispiel dem Fabric Shaver von Steamery behandeln.

Wolle getrennt und von Hand waschen: Pilling entsteht durch Reibung. Wenn ihr die Wolle zusammen mit z.B. Einen Wollrasierer benutzen: Sollten Knötchen entsehen, besorg dir einen Wollrasierer.

Um Pilling vorzubeugen, drehen Sie den Pullover vor der Wäsche auf links. Empfindliche Kleidungsstücken waschen Sie am besten bei möglichst niedriger Drehzahl. Nutzen Sie Schon- oder Wollwaschgang.

Die wichtigsten Tipps & Tricks im Überblick

Abschließend haben wir die wichtigsten Tipps und Tricks zusammengefasst, die Sie beim Waschen und Pflegen von Wolle berücksichtigen sollten.

Tipp Beschreibung
Pflegeetikett prüfen Vor dem Waschen immer das Pflegeetikett beachten.
Waschhäufigkeit Wolle so oft wie nötig, so selten wie möglich waschen.
Alternativen Oftmals genügt es, Ihre Wollkleidung auszulüften oder mit kalter Luft zu föhnen, um Gerüche zu entfernen.
Waschtemperatur Wolle bei maximal 30 Grad mit einem Wollwäsche- oder Handwäscheprogramm waschen.
Füllmenge der Waschmaschine Füllen Sie die Wäschetrommel höchstens bis zur Hälfte.
Farben auffrischen Um die Farbe Ihrer Wollkleidung aufzufrischen, können Sie bei der Handwäsche etwas hellen Essig hinzugeben.
Schleudern Schleudern Sie Ihre Wollkleidung bei maximal 600 Umdrehungen pro Minute.
Trocknen Beim Trocknen von Wolle gilt: lieber liegend als hängend.
Motten schützen Schützen Sie Ihre Wollkleidung vor Motten, indem Sie Rosmarin-, Lavendel- oder Zedernholzbeutel im Schrank aufhängen.

Wollwäsche richtig waschen | diese Fehler macht jeder!

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