Haarausfall kann für viele Menschen ein belastendes Problem sein, da er sowohl Selbstvertrauen als auch Wohlbefinden oft stark beeinträchtigt. Erblich bedingter Haarausfall gilt mittlerweile als Volkskrankheit und betrifft hauptsächlich Männer. Doch so weitverbreitet Haarausfall auch ist, eine ebenso wirksame wie risikoarme Therapie wurde lange Zeit nicht entdeckt. Mit der PRP-Therapie (PRP steht für „Plättchenreiches Plasma“) steht nunmehr eine innovative und vielversprechende Behandlung bei Haarausfall zur Verfügung. PRP erweist sich in vielen Fällen als überaus wirksam und gewinnt weltweit zunehmend an Beliebtheit.
In diesem Artikel werden wir die PRP-Therapie bei Haarausfall genauer betrachten und ihre Funktionsweise erläutern. Außerdem werden wir die Ursachen und Symptome des erblich bedingten Haarausfalls beleuchten.
Erblich bedingter Haarausfall (androgenetische Alopezie) ist eine genetische Veranlagung, die weltweit etwa jeden zweiten Mann sowie viele Frauen betrifft. Während Männer oft Geheimratsecken, Stirnglatze oder die Bildung einer Tonsur entwickeln, tritt der Haarausfall bei Frauen eher diffus auf. In vielen Fällen beginnt er bereits im jungen Erwachsenenalter.
Laut Erfahrungsberichten sind etwa 80 % der betroffenen Männer und 20 % der betroffenen Frauen zwischen 25 und 35 Jahren, wenn sie die ersten Anzeichen des Haarausfalls bemerken. Ab ca. 45 Jahren spricht man von einem altersbedingten Haarausfall, dieser ist lange nicht so aggressiv wie der androgentisch erblich bedingte Haarausfall.
Wichtig zu wissen ist, dass der erblich bedingte Haarausfall keine Krankheit ist und daher der Dermatologe nicht die erste Anlaufstelle sein sollte.
Die Hauptursache ist das männliche Hormon Dihydrotestosteron (DHT). DHT verdrängt die für das Haarwachstum wichtigen Wachstumshormone, was zu einer Schrumpfung der Haarfollikel führt. Dadurch werden die Haare dünner und fallen schließlich aus. Betroffen sind vor allem die Bereiche an den Geheimratsecken, die Stirn und der Oberkopf.
Ein erblich bedingter Haarausfall rührt aus einer Überempfindlichkeit der Haarfollikel gegenüber männlichen Sexualhormonen. Dass er genetisch veranlagt ist, macht es so schwierig, zuverlässige und vor allem nebenwirkungsfreie Mittel dagegen zu entwickeln.
Der Verlauf des Haarausfalls ist individuell verschieden. So kann ein Bruder eine vollständige Glatze entwickeln, während der andere lediglich Geheimratsecken bekommt.
Bei Frauen zeigt sich erblich bedingter Haarausfall zunächst durch eine abnehmende Haardichte im Scheitelbereich. Oft stellt man einen verstärkten Haarausfall fest, etwa beim Haare bürsten oder nach dem Haarewaschen. Mit zunehmendem Alter wird das Haar auf dem Schädeldach immer dünner, sodass die Kopfhaut flächig sichtbar wird.
Das Lebensalter spielt bei der androgenetischen Alopezie eine wichtige Rolle, zumeist beginnt sie zwischen dem 30. und 40. Erblich bedingter Haarausfall verläuft bei Männern und Frauen unterschiedlich. Bei Männern lichten sich typischerweise zuerst die Haare an den Schläfen und an der Stirn. Es formen sich die sogenannten Geheimratsecken. Am oberen Hinterkopf zeigt sich zudem eine zunehmende, kreisförmige Glatze (Tonsur).
Typ II: Der Haarausfall macht sich vor allem frontal am Haaransatz bemerkbar, die so genannten Geheimratsecken werden bereits sichtbar. Typ III: Die Ausprägung der Geheimratsecken nimmt zu und reicht in dieser Phase bereits in Richtung Hinterkopf, also über die vor den Gehörgängen gedachte Verbindungslinie hinaus. Typ IV: Typisch für diese Phase ist der fortschreitende Haarverlust im Scheitelbereich sowie ein weiterer frontaler Haarverlust. Typ V: Der Haarverlust im Stirn- und Scheitelbereich nimmt zu. Die Haarbrücke, die das Scheitel- und Vertexareal trennt, reduziert sich zunehmend und besteht nur noch aus wenigen Haaren. Das Haar an Schläfe und Hinterkopf nimmt die typische „Hufeisenform“ an. Typ VI: Der Haarverlust an Stirn und Scheitel geht immer mehr ineinander über. Der Haarverlust breitet sich zudem auch über die Seite des Kopfes aus. Typ VII: In diesem letzten Stadium des Haarausfalls ist vom ursprünglichen Haarwuchs nur ein schmaler Haarkranz übrig.
Die PRP-Therapie ist ein minimalinvasives Verfahren, bei dem körpereigenes Blutplasma verwendet wird, um das Haarwachstum zu stimulieren und den Haarausfall zu bekämpfen. Das Plasma enthält eine hohe Konzentration an Wachstumsfaktoren, die die Zellerneuerung und Geweberegeneration fördern. Mehrere Studien haben bestätigt, dass die PRP-Behandlung der Haare gute Erfolgsaussichten aufweist. Und dabei kommt die PRP Behandlung völlig ohne chemische Zusatzstoffe aus. Sie beruht vielmehr auf den natürlichen Heilkräften des menschlichen Körpers.
Die PRP-Therapie umfasst mehrere Schritte, um optimale Ergebnisse zu erzielen:
Die PRP-Therapie bietet eine Vielzahl von Vorteilen für Menschen, die unter Haarausfall leiden. Einer der Hauptvorteile ist, dass sie ohne chirurgischen Eingriff auskommt. Im Gegensatz zu invasiven Verfahren wie der Haartransplantation erfordert die PRP-Therapie keine Operation und ist daher weniger belastend für den Körper. Überdies minimiert die Verwendung von körpereigenem Plasma das Risiko von allergischen Reaktionen oder Abstoßungsreaktionen. Da PRP aus Eigenblut gewonnen wird, sind Nebenwirkungen selten.
Wie genau PRP gegen Haarausfall wirkt, konnte bis heute nicht eindeutig geklärt werden. Man vermutet, dass die Wachstumsfaktoren des PRP positiv auf die Anagenphase wirken, in der die Haarfollikel zur maximalen Größe heranreifen. Zudem nimmt man an, dass eine erhöhte Bildung bestimmter Proteine, die für den Zellzyklus wichtig sind, eine entscheidende Rolle spielen.
Studien haben gezeigt, dass die PRP bei erblich bedingtem Haarausfall wirksam sein kann. Durch die Stimulierung der Haarfollikel und die Förderung des Haarwachstums kann die PRP-Therapie das Fortschreiten des Haarausfalls verlangsamen und das vorhandene Haar verdichten. Die Wirkungsweise der PRP-Therapie beruht auf den regenerativen Eigenschaften des plättchenreichen Plasmas. Die in dem Plasma enthaltenen Wachstumsfaktoren unterstützen die Neubildung von Blutgefäßen und verbessern die Durchblutung der Kopfhaut.
Verschiedene Studien haben vielversprechende Ergebnisse zur Wirksamkeit der PRP Behandlung der Haare bei kreisrundem Haarausfall gezeigt. Dabei wird angenommen, dass die PRP die Regeneration und das Wachstum der Haarfollikel stimuliert. Und deshalb ähnlich wirkt, wie bereits oben bei der androgenetischen Alopezie. Zudem gibt es auch die Theorie, dass die Wachstumsfaktoren des PRP das Immunsystem beeinflussen und die Autoimmunreaktion gegen die Haarfollikel reduziert.
Eine PRP Behandlung der Haare kann dabei von Vorteil sein, indem sie den Haarzyklus normalisiert und das Gleichgewicht der Haarfollikel wiederherstellt. Die Wachstumsfaktoren des PRP können die Durchblutung der Kopfhaut verbessern und die Versorgung der Haarfollikel mit Nährstoffen und Sauerstoff fördern.
In der Regel können Patienten nach einer PRP-Behandlung der Haare eine Verbesserung des Haarwachstums innerhalb weniger Monate feststellen. Das Haar wird oft dichter und gesünder. Es wurden mehrere Studien durchgeführt, um die Langzeiteffekte der PRP-Therapie zu untersuchen. Eine Studie verfolgte die Ergebnisse von Patienten über einen Zeitraum von einem Jahr nach der Behandlung. Die Ergebnisse zeigten, dass die meisten Patienten auch nach einem Jahr eine verbesserte Haardichte beibehielten.
Es ist auch wichtig zu beachten, dass eine PRP Behandlung der Haare das Fortschreiten des Haarausfalls verlangsamen kann, aber sie kann das Haarwachstum bei fortgeschrittener Kahlheit nicht vollständig wiederherstellen.
Die Dauer der Ergebnisse der PRP-Therapie kann von Person zu Person variieren und hängt von verschiedenen Faktoren ab. Es ist wichtig zu beachten, dass die PRP-Therapie keine dauerhafte Lösung für Haarausfall ist, da der Haarausfallprozess oft fortschreitet und genetische und andere Faktoren eine Rolle spielen können.
Die Anzahl der erforderlichen Auffrischungsbehandlungen variiert von Person zu Person und kann von verschiedenen Faktoren beeinflusst werden. Es ist ratsam, regelmäßige Follow-up-Termine mit Ihrem behandelnden Arzt zu vereinbaren, um den Zustand Ihres Haares zu überwachen und den Bedarf an weiteren Behandlungen zu bestimmen.
Ein erfahrener Spezialist kann erblich bedingten Haarausfall oft auf den ersten Blick erkennen, sodass kostspielige dermatologische Untersuchungen meist nicht erforderlich sind. Es gibt verschiedene Möglichkeiten, den Haarausfall zu behandeln:
Haarwuchsmittel sind meist nur zur Erhaltung bestehender Haare geeignet.
Eine gute Alternative für Menschen, die sich keiner Operation unterziehen möchten. Auch für Personen geeignet, die aufgrund von Erkrankungen wie Chemotherapie Haare verlieren. Benötigen regelmäßige Pflege und sind langfristig kostenintensiv.
Die Kopfhautpigmentierung ist eine nicht-chirurgische, kosmetische Behandlung, bei der spezielle Farbpigmente in die oberste Hautschicht der Kopfhaut eingebracht werden. Sie erzeugt die Illusion dichterer Haare und kann bei Haarausfall oder dünnem Haar eine effektive optische Lösung sein - entweder als eigenständige Behandlung oder als Ergänzung zur Haartransplantation.
Eine Haartransplantation, auch Haarverpflanzung genannt, sollte von einem erfahrenen Team durchgeführt werden. Dabei werden Haare aus dem gesunden Haarkranz bzw. Spenderbereich des Kunden entnommen. Eine Fremdhaartransplantation ist, abgesehen von eineiigen Zwillingen, nicht möglich.
Grundsätzlich gibt es drei verschiedene Techniken der Haarverpflanzung, wobei sich die FUE-Behandlung durchgesetzt hat.
| Technik | Beschreibung | Vorteile | Nachteile |
|---|---|---|---|
| FUE (Follicular Unit Extraction) | Einzelne Haarfollikel werden mit einer Hohlnadel entnommen und transplantiert. | Keine sichtbare Narbe, schnellere Heilung als FUT, natürliches Ergebnis | Längere OP-Dauer, begrenzte Spenderhaardichte, teurer als FUT |
| FUT (Follicular Unit Transplantation, Streifenmethode) | Ein Hautstreifen mit Haarfollikeln wird aus dem Spenderbereich geschnitten, Hautlappen wird in viele Follikel zerkleinert und transplantiert. | Kürzere OP-Dauer als FUE | Sichtbare große Narbe am Hinterkopf, sehr lange Heilungszeit, eingeschränkte Spenderhaardichte |
| DHI (Direct Hair Implantation, Variante der FUE) | Entnahme erfolgt wie bei der FUE, das Einsetzen jedoch mit einem Implanterstift | Höhere Haardichte möglich, sehr präzise Platzierung | Teuerste Methode, benötigt erfahrenes Team, lange Behandlungsdauer |
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