Pregnenolon und Haarausfall: Aktuelle Studien und Erkenntnisse

Pregnenolon ist ein Hormon, das im menschlichen Körper als Neurotransmitter wirkt und für die Steuerung zahlreicher lebenswichtiger Stoffwechselvorgänge verantwortlich ist. Es ist das erste hormonelle Stoffwechselprodukt im Cholesterinstoffwechsel und somit Vorläufer aller Hormone, die dabei entstehen. Das Neurosteroid ist der Vorläufer von über 150 Steroidhormonen, die für zahlreiche Vorgänge im Organismus verantwortlich sind.

Steroidstoffwechsel

Die Rolle von Pregnenolon im Körper

Im menschlichen Körper wird Pregnenolon in den Zellmitochondrien aus Cholesterol hergestellt. Pregnenolon wurde im Jahre 1934 erstmals halbsynthetisch hergestellt.

Pregnenolon nimmt eine essentielle Funktion in der Synthese von Cholesterin in Glukokortioide wie Cortisol und Mineralokortikoide wie Corticosteron ein. Im Rahmen dieses komplizierten Stoffwechselprozesses stellt der menschliche Körper aus Pregnenolon unter anderem Progesteron und DHEA (Dehydroepiandrosteron) her, die für die Bildung des männlichen Geschlechtshormons Testosteron benötigt werden. Aus Testosteron wird wiederum das weibliche Geschlechtshormon Östrogen produziert.

Da Pregnenolon für die Bildung von Östrogenen benötigt wird, nimmt es insbesondere bei Frauen einen großen Einfluss auf die Sexualfunktionen. Ein ausreichend hoher Pregnenolonspiegel ist Voraussetzung für einen ausgeglichenen Hormonhaushalt und somit auch für einen regelmäßigen Zyklus sowie eine hohe Libido und Fruchtbarkeit.

Der Pregnenolonspiegel ist im menschlichen Gehirn deutlich höher als im Blut. Als Neurosteroid kooperiert das Hormon mit verschiedenen Rezeptoren, darunter den GABA- (Gamma-Amino-Buttersäure) sowie den NMDA-Rezeptoren (N-Methyl-D-Aspartat). Diese nehmen eine wichtige Rolle in der Übertragung von Signalen in den Nervenzellen ein.

Pregnenolon und kognitive Funktionen

Mit zunehmendem Alter lässt die Anzahl dieser Rezeptoren nach, wodurch es zu einer nachlassenden kognitiven Leistung kommt. Durch einen ausreichend hohen Pregnenolonspiegel im Gehirn kann die Informationsübertragung in den Rezeptoren jedoch auch im fortgeschrittenen Alter optimiert werden. Studien zufolge trägt ein hoher Pregnenolonspiegel im Körper zudem zu einer höheren Stressresistenz bei, indem es die kognitive Leistung während fordernder Situationen steigert. Durch seine stimulierende Wirkung führt es zu einer gesteigerten Wachheit, Klarheit und Konzentrationsfähigkeit. Zudem wirkt es sich positiv auf das Wohlbefinden und die Vitalität aus. Untersuchungen deuten darauf hin, dass Pregnenolon zu einer Verringerung von Altersdepressionen beitragen kann. Gelegentlich wird es von Ärzten zur Behandlung von Depressionen, chronischer Müdigkeit, Burnout und sogar Schizophrenie verschrieben.

Der Wirkungseintritt von Pregnenolon variiert in Abhängigkeit verschiedener Faktoren. Spürbare Veränderungen machen sich gelegentlich bereits nach einigen Wochen regelmäßiger Einnahme bemerkbar.

Pregnenolonspiegel im Laufe des Lebens

Die Konzentration von Pregnenolon im menschlichen Körper nimmt ab einem Alter von etwa 25 Jahren kontinuierlich ab und erreicht im hohen Alter besonders niedrige Werte. Insbesondere im höheren Lebensalter ist ein Pregnenolon-Mangel somit weit verbreitet. Da Steroidhormone an der Regulierung zahlreicher Stoffwechselvorgänge beteiligt sind, kann ein niedriger Pregnenolonspiegel zahlreiche Symptome nach sich ziehen, die sowohl die körperliche als auch die psychische Gesundheit betreffen können. In den meisten Fällen kommt es zu einer nachlassenden Leistungsfähigkeit des Körpers.

Pregnenolonspiegel im Laufe des Lebens

Zusammenhang zwischen Pregnenolon und Haarausfall

Pregnenolon ist das erste Stoffwechselprodukt, das bei der Synthese von Cholesterin in zahlreiche weitere Hormone entsteht. Es handelt sich somit um die Vorstufe zahlreicher Hormone im Körper, darunter insbesondere der Steroidhormone, zu denen auch die männlichen und weiblichen Sexualhormone zählen. Unter anderem entstehen auf diesem Weg Progesteron und DHEA, die Vorläufer der Geschlechtshormone Progesteron, Testosteron und Östrogen.

Wenn Pregnenolon trotz ausreichend hoher Konzentration im Körper eingenommen wird, kann es zu einem Anstieg des Testosteronspiegels über den Normbereich kommen. Mögliche Folge eines Testosteronüberschusses ist Haarausfall.

Weitere Informationen zu Pregnenolon

Progesteron

Progesteron ist ein Sexualhormon aus der Gruppe der Gestagene. Im weiblichen Körper ist es an der Regulierung des Menstruationszyklus, der Schwangerschaft und der Entwicklung des Embryos beteiligt. Im männlichen Körper ist es unter anderem für die Senkung des Östrogenspiegels und für die Bildung von Testosteron verantwortlich. Darüber hinaus weist das Hormon eine beruhigende Wirkung auf und wirkt sich positiv auf die Schlafqualität, die Stimmung, die Libido und die Knochengesundheit aus.

Verfügbarkeit und Dosierung

Pregnenolon ist in Deutschland nicht verschreibungspflichtig und sowohl in Apotheken als auch in spezialisierten Online-Shops erhältlich. Um unerwünschte Nebenwirkungen zu vermeiden, sollte die Einnahme jedoch ausschließlich nach einer Blutabnahme bzw. In den meisten Fällen wird eine Dosierung von 50 bis 100 Milligramm pro Tag, gelegentlich auch von weniger als 50 Milligramm empfohlen. Bei derartigen Dosierungen und einer ordnungsgemäßen Einnahme treten in der Regel keine Nebenwirkungen auf.

Mögliche Nebenwirkungen

Gelegentlich kann es bei der Einnahme von Pregnenolon zu Nebenwirkungen kommen. Insbesondere dann, wenn die empfohlene Tagesdosis überschritten oder das Hormon trotz einer ausreichend hohen Konzentration im Körper eingenommen wird, kann es eventuell zu einem Anstieg des Östrogen- und Testosteronspiegels über den Normbereich kommen. Ein Testosteronüberschuss kann sich bei Männern durch Symptome wie Akne, Haarausfall und Erektionsprobleme äußern. Bei Frauen können dagegen Zyklusstörungen, Hypotrophie der Brustdrüsen oder Vermännlichungssymptome wie zunehmende Körperbehaarung oder eine tiefere Stimmlage auftreten.

Weitere Nebenwirkungen, die bei der Einnahme von Pregnenolon auftreten können, sind Verdauungsbeschwerden, Kopfschmerzen, Schwindelgefühl und Hautausschläge. Bei der zeitgleichen Einnahme von Pregnenolon und Medikamenten ist vermehrte Vorsicht geboten, da es zu Wechselwirkungen kommen kann. Die Anwendung sollte also ausschließlich nach Absprache mit einem kompetenten Mediziner erfolgen. Auch schwangere und stillende Frauen sollten bei der Einnahme von Pregnenolon besonders vorsichtig sein und unbedingt Rücksprache mit einem Arzt halten.

Pregnenolon und Krebs

Bei Pregnenolon handelt es sich um ein Hormon, das im menschlichen Körper auf natürliche Weise vorkommt. Bislang existieren keine Hinweise darauf, dass es eine krebserregende Wirkung aufweist. Da Pregnenolon im Körper unter anderem in Östrogen umgewandelt wird, sollte es bei gesundheitlichen Beschwerden, die sich durch eine Erhöhung des Östrogenspiegels verschlimmern könnten, jedoch nicht eingenommen werden.

Pregnenolon in den Wechseljahren

Zahlreiche Beschwerden, die in den Wechseljahren auftreten, lassen sich auf einen niedrigen Pregnenolonspiegel zurückführen. Durch die Einnahme von Pregnenolon wird die Produktion von DHEA gefördert. DHEA führt zu einer Erhöhung und Stabilisierung des Östrogenspiegels und wirkt sich somit nachweislich positiv auf altersbedingte Beschwerden aus.

Pregnenolon ist der Vorläufer von über 150 verschiedenen Steroidhormonen. Diese weisen im Körper eine anabole (aufbauende) und entzündungshemmende Wirkung auf. Ein ausreichend hoher Pregnenolonspiegel wirkt sich somit positiv auf die Gesundheit der Muskeln, aber auch der Gelenke und der Knochen aus. Das Hormon trägt somit zu einem normalen Muskelaufbau bei.

Überdosierung

Bei einer Überdosierung von Pregnenolon kann es zu Symptomen wie Reizbarkeit, Schlafstörungen und Kopfschmerzen kommen. In sehr seltenen Fällen können Wassereinlagerungen im Körper auftreten. Zudem kann es bei Überdosierung zu einem Anstieg des Östrogen- oder Testosteronspiegels und damit zusammenhängenden Symptomen wie Depressionen, Gewichtszunahme und erhöhter Müdigkeit (Östrogenüberschuss) beziehungsweise Hautproblemen, Haarausfall, Zyklusstörungen und Vermännlichungssymptomen bei Frauen (Testosteronüberschuss) kommen.

Hormone gegen das Altern - Möglichkeiten und Grenzen

Die Gerontoendokrinologie hat sich zum Ziel gesetzt, den Zusammenhang zwischen Hormondefiziten und Alterungsprozessen zu klären und das therapeutische Potenzial von Hormontherapien im Alter zu evaluieren. In den letzten Jahren werden daher zunehmend Untersuchungen zur Pathophysiologie der nachlassenden Hormonproduktion im Alter und zu den Effekten von Hormontherapien vorgelegt. In der Laienpresse haben diese Untersuchungen vielfach zu euphorischen Spekulationen in Hinblick auf die Entdeckung eines vermeintlichen Jungbrunnens Anlass gegeben, und in den USA werden Hormone rezeptfrei zur „Nahrungsergänzung“ in großem Umfang mit dem Ziel verkauft, Alterungsvorgänge aufzuhalten. Auch in Deutschland gewinnt diese Thematik zunehmend an Interesse, und Anfragen sich gut informiert fühlender Patienten nehmen zu.

Das Endokrinum im Alter

Endokrine Organe sind von den altersassoziierten Funktionseinbußen nicht ausgenommen. So nimmt die GH-Produktion schon ab dem 20. Lebensjahr um etwa 14 Prozent pro Lebensdekade ab und sistiert nach dem 60. Lebensjahr bei vielen Menschen weitgehend. Dieser Vorgang wird als Somatopause bezeichnet. Allerdings ist der Nachweis eines solchen GH-Mangels schwierig, da auch bei jungen Menschen tagsüber die GH-Serumkonzentrationen oft unter der Nachweisgrenze liegen und GH überwiegend in nächtlichen Pulsen mit kurz anhaltenden hohen Spitzenspiegeln sezerniert wird. Daher sind neben der Bestimmung des basalen Insulin-Like Growth Factor 1 (IGF-1), der bei GH-Mangel erniedrigt ist, zur Dokumentation des GH-Defizits auch Stimulationsteste (zum Beispiel Arginin-Test oder Insulin-Toleranztest) erforderlich.

Auch der sichere Nachweis eines Defizits des Pinealhormons Melatonin ist schwierig. Melatonin wird fast ausschließlich während der Nacht produziert, da Licht die Produktion hemmt. Der Syntheseverlauf ist durch einen gleichmäßigen Anstieg, einen Spitzenwert etwa ein bis drei Stunden nach Mitternacht und einen danach einsetzenden Abfall gekennzeichnet, ohne erkennbare Pulsatilität. Die höchsten Melatoninwerte werden etwa drei Monate nach der Geburt während der Nacht erreicht und fallen danach steil um etwa 80 Prozent bis zum Ende der Pubertät ab. Bei Erwachsenen sinken die Melatoninkonzentrationen nochmals deutlich, sodass bei älteren Menschen im Vergleich zu jungen Erwachsenen erheblich niedrigere Melatoninkonzentrationen gefunden werden. Die genaueste Methode zur Messung der Melatoninrhythmik besteht in der Messung aus dem Blut im stündlichen Abstand während der Nacht. Eine praktikable Alternative ist die Bestimmung des Metaboliten 6-Hydroxy-Melatoninsulfat im Morgenurin, die eine verlässliche Aussage über die Gesamtmenge des während der Nacht produzierten Hormons ermöglicht.

Dehydroepiandrosteron und das entsprechende Sulfat (DHEAS) erreichen ihr Maximum im jungen Erwachsenenalter und sinken nach dem 40. Lebensjahr kontinuierlich ab, sodass um das 80. Lebensjahr nur noch 10 bis 20 Prozent der Maximalkonzentration gefunden werden. DHEA und DHEAS stehen durch Sulfotransferasen und Sulfatasen im Gleichgewicht. Während DHEA einer Tagesrhythmik folgt, ist DHEAS aufgrund seiner langen Halbwertszeit kaum Schwankungen unterworfen und bleibt auch langfristig bei deutlichen interindividuellen Unterschieden stabil. Eine Einzelmessung des DHEAS im Serum erlaubt mit großer Sicherheit die Feststellung eines erniedrigten DHEA und DHEAS.

Letztlich besteht kein Zweifel, dass im Vergleich zur Hormonsekretion der dritten Lebensdekade die Produktion von Wachstumshormon bei fast allen älteren Menschen versiegt, DHEA bei vielen, jedoch nicht allen Älteren niedrig ist, und die Melatoninproduktion parallel zum Altern abnimmt. Ob diesen im Vergleich zu jungen Menschen erniedrigten Hormoninkretionen ursächliche Bedeutung für den Alterungsprozess allgemein oder spezielle Defizite zukommt, ist noch weitgehend unbekannt. Die Beantwortung dieser Frage gelingt in erster Linie durch Studien, die klären, inwieweit eine Therapie zur Wiederherstellung jugendlicher Hormonkonzentrationen günstige Effekte auf die Lebensqualität, Morbidität oder Mortalität älterer Menschen hat.

Zusammenfassung

Die Gerontoendokrinologie widmet sich dem Zusammenhang zwischen Endokrinium und Altern. Bisher ist gesichert, dass mit zunehmendem Lebensalter bei vielen Menschen die Produktion von Dehydroepiandrosteron (DHEA), Melatonin und Wachstumshormon (GH) nachlässt. Die Studien zum Ersatz der Hormone zur Wiederherstellung jugendlicher Hormonkonzentrationen deuten vielfältige Potenziale an, können jedoch nicht Grundlage für eine Anwendung außerhalb von Studien sein. GH übt positive Effekte auf den Eiweiß- und Fettstoffwechsel aus, bislang jedoch ohne klinisch relevanten Nutzen; DHEA besitzt günstige psychotrope Wirkungen und Melatonin wirkt auf physiologische Weise schlafinduzierend. Eine Verzögerung von Alterungsprozessen oder deren Umkehr ist nicht belegt. Die langfristigen Folgen des Einsatzes dieser Hormone im Alter sind unbekannt. Die dringlich notwendige Klärung von Nutzen und Risiken dieser Hormone für ein gesundes Altern durch prospektive kontrollierte Studien ist daher eine wesentliche Aufgabe der öffentlichen Forschungsförderung.

Pregnenolon-Mangel: Die Ursache der Energielosigkeit | @QS24

Schlüsselwörter: Altern, Androstendion, Dehydroepiandrosteron-Sulfat , Melatonin, Wachstumshormon

SummaryHormones Against Aging - Possibilities and LimitsGerontoendocrinology investigates the association between endocrine activity and aging. The age-dependent decline of dehydroepiandrosteron (DHEA), growth hormone (GH) and melatonin is well established. Studies replacing these hormones to mimic hormone levels of young adolescents indicate important beneficial effects, but do not justify the use outside of controlled studies. GH exerts positive effects on protein and lipid metabolism, yet so far without functional benefit. DHEA shows favourable psychotropic activity and melatonin induces sleep in a physiological manner. The reversal of aging processes or at least their delay has not been demonstrated by these hormones. The long-term side effects are unknown. Therefore further clarification of the risk/benefit ratio of hormonal therapies in the elderly is an urgently needed important task for public research funding.

Key words: aging, androstendione, dehydroepiandrosterone-sulfate, melatonin, growth hormone

tags: #pregnenolon #haarausfall #studien

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