Der Stadtbezirk Haaren, bestehend aus den Ortsteilen Haaren und Verlautenheide, liegt nordöstlich von Aachen. Früher eine eigenständige Gemeinde, gehört Haaren seit 1972 als Stadtbezirk zu Aachen.
Das Wappen von Haaren zeigt im oberen Teil den Adler der freien Reichsstadt Aachen, der an die historische Zugehörigkeit erinnert. Das Kleeblatt im unteren Teil ist das Wappen der Aachener Familie von Pastor, einer angesehenen Familie im Mittelalter.
Haaren liegt an der Mündung des Haarbachs in die Wurm, etwa vier Kilometer nordöstlich von Aachen. Zwei Kilometer weiter östlich befindet sich der ländlich geprägte Ortsteil Verlautenheide. Die Autobahn A4 begrenzt Haaren im Norden gegenüber Würselen, während die A44 Verlautenheide im Osten gegenüber dem Reichswald abgrenzt.
Der heutige Stadtbezirk Aachen-Haaren besteht aus drei Ortsteilen: Haaren (Zentrum mit dem Haarener Markt und der Pfarrkirche St. Germanus), Verlautenheide (mit der Kirche St. Hubert) und Quinx (bis 1968 zu Weiden gehörig).
Wichtige prähistorische Funde im Kreis- und Stadtgebiet belegen eine frühe Besiedlung. Kelten siedelten hier zuerst, gefolgt von den Eburonen und später den germanischen Ubiern. Haaren gehörte zur römischen Provinz Niedergermanien und lag an zwei römischen Fernstraßen.
Das Fränkische Reich, das zwischen dem 5. und 9. Jahrhundert entstand, nutzte den Zusammenbruch des Weströmischen Reiches, um sein Gebiet zu vergrößern. Unter Chlodwig I. wurden die Franken zur bedeutendsten Macht in Mitteleuropa. Haaren gehörte von der Karolingerzeit bis zum 12./13. Jahrhundert zum königlichen Wildbannbezirk.
Ausdehnung des Fränkischen Reiches von 481 bis 814
Nachdem Kaiser Friedrich I. Barbarossa im Jahr 1166 der Stadt Aachen die Stadtrechte verliehen hatte, wurden diese durch Kaiser Ludwig den Bayer im Jahr 1336 erneuert und schriftlich bestätigt. Seit diesem Zeitpunkt setzte sich der Begriff „Aachener Reich“ durch. Verlautenheide gehörte von je her zum Haarener Quartier.
Eine Urkunde aus dem Jahr 1411 erwähnt den Verkauf einer Erbrente in "Haaren unter die burch", was als sicherer Hinweis auf den Ort Haaren gedeutet werden kann. Verlautenheide wurde wahrscheinlich 1445 erstmals als "Heide boven Haren" in einer Urkunde erwähnt.
Haaren gehörte in der Karolingerzeit zum Königsgut von Würselen, wo sich auch eine Kirche befand. Im Jahr 1892 wurde die heutige Sankt Germanus Kirche geweiht. Bereits 1623 wurde Haaren zur selbständigen Pfarre. In Verlautenheide entstand Mitte des 18. Jahrhunderts der Wunsch nach einer eigenen Kirche. Die St. Hubertus Kirche wurde vermutlich 1769 fertiggestellt. Seit 2010 bilden die Gemeinden St. Germanus (Haaren), St. Hubertus (Verlautenheide), St. Martin (Liebigstraße) und St. Elisabeth (Jülicher Straße) die neue Pfarrgemeinde Christus unser Bruder.
Haaren und Verlautenheide entwickelten sich ursprünglich aus landwirtschaftlichen Gütern. Die Lage an der Fernstraße Aachen-Jülich-Köln prägte das Berufsbild in Haaren. Fuhrwerker und Berufe mit anderen Verkehrsmitteln waren hier vertreten, was zur Entwicklung eines Gewerbezentrums führte. In Verlautenheide gab es eher Kleinbetriebe.
Im Zweiten Weltkrieg wurde die Kirche am 8. Oktober 1944 zerstört, konnte aber Weihnachten 1948 wieder benutzt werden. Nach der Besatzung durch die Franzosen von 1792 bis 1814 fiel Haaren an Preußen. Bis zum 31. Dezember 1971 blieb Haaren eine selbständige Gemeinde. Seit dem 1. Januar 1972 bildet es den Aachener Stadtbezirk Haaren.
Ein wichtiger Ort der Erinnerung ist der jüdische Friedhof von Haaren, der 1745 angelegt wurde. Er wurde mehrfach geschändet, insbesondere während der Zeit des Nationalsozialismus. Nach 1945 wurde der Friedhof wieder instandgesetzt und als Gedenkstätte neu gestaltet.
Die Welsche Mühle, erstmals 1424 erwähnt, ist ein weiteres Kleinod in Haaren. Heute beherbergt sie das Standesamtszimmer, die Stadtteilbibliothek und das Heimatarchiv.
Nach den Kommunalwahlen vom 14. September 2025 fand die konstituierende Sitzung der Bezirksvertretung statt. Daniel Hecker wurde als Bezirksbürgermeister wiedergewählt. Die CDU konnte ihren Vorsprung auf die Grünen deutlich ausbauen. Die Haarbachtalbrücke wurde für den Verkehr freigegeben, allerdings gab es Kritik an der mangelnden Barrierefreiheit für Fußgänger.
| Partei | Sitze | Bemerkung |
|---|---|---|
| CDU | 5 | Vorsprung ausgebaut |
| SPD | 2 | Verluste |
| Grüne | 2 | - |
| Die Linke | 1 | Neu im Parlament |
| AfD | 1 | Gewinn |
Heute ist Haaren ein lebendiger Stadtbezirk mit einem intakten Vereinsleben, vielfältigen Versorgungsmöglichkeiten und einer guten Anbindung an die Aachener Innenstadt. Die Interessengemeinschaft Haarener Vereine koordiniert die Interessen der Mitglieder und vertritt sie gegenüber Stadt und Politik.
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