Der Schnurrbart, einst ein Zeichen von Autorität und Männlichkeit, findet sich in den unterschiedlichsten Kontexten wieder. Von fiktiven Polizisten in Kinderbüchern bis hin zu realen Kriminalbeamten und berühmten Schneidern in Afghanistan, die Gesichten und Geschichten sind vielfältig.
Wachtmeister Dimpfelmoser, der strenge und erfolglose Polizist aus Kasperls und Seppels Heimatort, verkörpert eine klassische Vorstellung von Autorität. Er ist etwas beleibt, trägt einen Helm mit Spitze und eine Polizeiuniform mit Säbel. Sein dunkler Schnurrbart unterstreicht sein autoritäres Auftreten.
Dimpfelmoser ist ein sehr strenger und autoritärer Polizist. Er ermahnt zum Beispiel Seppel und Kasperl, dass sie während seiner Amtshandlung still sein sollen.
Auch in der Kriminalliteratur findet sich der Schnurrbart als Merkmal von Autorität. Chefinspektor Perkins, ein erfahrener Kriminalbeamter, der zu Übertreibungen neigt, verkörpert den klassischen Ermittler.
In der afghanischen Hauptstadt Kabul hat der Schneider Shir Khan dank seines 60 Zentimeter langen Schnurrbarts Berühmtheit erlangt. "Alle lieben mich für meinen Schnurrbart", erzählt Khan. Sein Bart hat nicht nur sein Schneidergeschäft verbessert, sondern ihm auch die Möglichkeit gegeben, an internationalen Wettbewerben teilzunehmen.
Inspiriert hat ihn eine Geschichte aus der Königszeit.
"Sogar mein Schneidergeschäft hat sich wegen meines Schnurrbarts verbessert". Und manchmal würden ihm Spitzenpolitiker den Gang zum Barbier bezahlen oder teure Pflegeprodukte schenken.
Dass die Bekanntheit auch Schattenseiten hat, spürt der 50-Jährige oft auf Hochzeiten. "Die Leute stehen Schlange, um Fotos mit mir zu machen. Seit mehr als 25 Jahren lebt der Vater von zehn Kindern bereits in der Hauptstadt. Wie die allermeisten Afghanen ist auch Khan müde vom Konflikt."
Khan träumt davon, eines Tages an einem internationalen Wettbewerb teilnehmen zu können.
Jörg-Hartmut Riechers, der neue Ansprechpartner der Berliner Polizei für Lesben und Schwule, zeigt, wie sich das Bild des Polizisten wandelt. Er trägt einen Schnurrbart, ein blaues Jeanshemd, eine schwarze Jeans und eine Lederjacke. Er passt sich bewusst der Szene an und verzichtet auf die Uniform, um eine vertrauensvolle Atmosphäre zu schaffen.
Daß er als Kriminalbeamter keine Uniform tragen muß, ist dem jugendlich wirkenden 47jährigen ganz lieb. Und in seinem neuen Job als „Ansprechpartner der Berliner Polizei für gleichgeschlechtliche Lebensweisen“ wäre die grüne Kluft auch mehr als hinderlich.
Riechers stellte schnell fest, daß Gewalt gegen Lesben im Gegensatz zu antischwuler Gewalt kaum dokumentiert wird. In Zusammenarbeit mit vier Lesbenprojekten will er dies ändern.
So sieht Riechers seine Aufgabe auch darin, seine Kollegen zu sensibilisieren. In internen Schulungen versucht er, Vorurteile gegenüber Lesben und Schwulen aufzubrechen.
Auch Riechers' Hobbys sind für einen Polizeibeamten eher ungewöhnlich: Er malt, vor allem abstrakte Gemälde in Öl. Außerdem fährt der frühere Marathonläufer Radrennen.
Auch Wilfried "Willo" Heidemann, ein Polizist aus Niedersachsen, dessen Schnurrbart sein Markenzeichen war, steht für eine lange Tradition. Nach 46 Jahren im Dienst tauschte er die Uniform gegen den Freizeitlook.
Das mit dem Schnurrbart, vermutet der 64-Jährige, muss irgendetwas mit seinem Großvater zu tun haben. „Der hatte einen Kaiser-Wilhelm-Bart, so richtig opulent. Ich habe den Bart schon immer wachsen lassen, seit über 30 Jahren ist das so.“
Heidemann begann seine Grundausbildung im Oktober 1973 an der Landespolizeischule auf dem Schloss in Bad Iburg und war dann bei der Bereitschaftspolizei in Hannoversch Münden tätig. Schon 1975 zog es ihn nach Weyhe.
Seine Aufgabe in Stuhr bestand hauptsächlich in der Verfolgung von Straftaten, welche die Kollegen im Einsatz- und Streifendienst aufgenommen hatten.
Die größte Veränderung in seinem Polizeileben macht er an der Hierarchie fest, die früher ausgeprägter gewesen sei, „aber auch nicht unliebsamer“.
Der Schnurrbart mag ein äußeres Merkmal sein, doch er spiegelt unterschiedliche Aspekte wider: Autorität, Berühmtheit und den Wandel der Zeit. Ob als Zeichen von Strenge bei fiktiven Polizisten oder als Quelle der Berühmtheit bei einem Schneider in Kabul, der Schnurrbart erzählt Geschichten und verbindet Kulturen.
tags: #Polizist #mit #Schnurrbart #Geschichte
Diese Website verwendet Cookies. Durch die weitere Nutzung der Seite stimmst du der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen
Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.