Platzwunde an der Augenbraue: Behandlung und was Sie wissen müssen

Neben Schürfwunden und Schnittwunden gehören auch Platzwunden zu den häufig auftretenden Alltagsunfällen. Eine Platzwunde (medizinische Bezeichnung: Vulnus lacero-contusum) wird durch stumpfe Gewalteinwirkung verursacht, wie es beispielsweise bei einem Sturz oder Schlag der Fall ist. Platzwunden entstehen meist an Körperstellen, bei denen die Haut und Unterhaut direkt auf einem Knochen anliegen. Durch den Aufprall eines stumpfen oder kantigen Gegenstands leistet der Knochen einen Widerstand, bei dem die Haut überdehnt wird und es letztendlich zum Aufplatzen kommt.

Typischerweise finden sich Platzwunden am häufigsten an Kopf, Stirn, Augenbrauen, Ellenbogen und Schienbeinen. Die Verletzung kann zwar beängstigend wirken, ist aber in den meisten Fällen gut behandelbar. Was ist überhaupt eine Platzwunde? Platzwunden entstehen durch stumpfe Gewalteinwirkung wie Stöße oder Stürze. Die Wunden bleiben meist oberflächlich, bluten aber zunächst stark und sind sehr schmerzhaft.

Im Folgenden erfahren Sie alles Wichtige über die Behandlung einer Platzwunde an der Augenbraue, von der Ersten Hilfe bis zur professionellen Versorgung.

014B Erste Hilfe Abschürfung Schnittwunde Platzwunde

Was ist eine Platzwunde?

Eine Platzwunde (Vulnus lacero-contusum) entsteht durch die Einwirkung stumpfer Gewalt. Dabei kommt es zu einer starken Prellung des betroffenen Gewebes, das zu einem Aufplatzen der Haut im Zentrum der Gewalteinwirkung führt. Im Unterhautfettgewebe können in der Folge Rissbildungen mit sogenannten Wundtaschen entstehen.

Platzwunden entstehen durch beabsichtigte oder unbeabsichtigte Gewalteinwirkung. Diese stumpfe Gewalt wirkt z. B. durch einen Sturz oder Schlag auf den Körper ein. Meist sind diejenigen Körperregionen von Platzwunden betroffen, die wenig Fettgewebe enthalten bzw. an denen die Haut direkt über einem Knochen liegt. Platzwunden treten also vermehrt an Ellenbogen, Schienbeinen und Knien oder auch im Bereich des Schädels auf. Besonders Kinder ziehen sich beim Spielen und Toben häufiger Platzwunden zu. Auch, wenn solche Platzwunden in der Regel ungefährlich sind, müssen sie richtig versorgt werden, um bestmöglich zu verheilen.

Eine Platzwunde kann an allen Stellen des Körpers entstehen, an denen die Haut direkt auf knöchernen Strukturen aufliegt. Die Knochen verhindern, dass sich der Druck eines Aufpralls weiter ins Innere des Körpers fortsetzen und dadurch an der Oberfläche abschwächen kann. Diese anatomischen Voraussetzungen sind am Sprung- und Kniegelenk, an den Schienbeinen, den Schultergelenken, den Ellbogen, den Handgelenken und bei sehr schlanken Menschen auch im Beckenbereich gegeben.

Platzwunde am Kopf

Bei Platzwunden am Kopf sollte immer die Möglichkeit einer Gehirnerschütterung in Betracht gezogen werden. Denn bei einem heftigen Stoß oder Schlag gegen den Kopf, kann nicht nur eine Platzwunde, sondern dazu noch eine Gehirnerschütterung die Folge sein. Je nach Größe und Wucht des Gegenstands, der die Platzwunde ausgelöst hat, besteht auch ein gewisses Risiko einer zusätzlichen Gehirnerschütterung. Der Betroffene sollte 48 Stunden unter Beobachtung stehen und bei Symptomen wie Übelkeit, Erbrechen oder Bewusstlosigkeit muss zeitnah ein Arzt konsultiert werden.

Anzeichen einer Gehirnerschütterung können u. a. Schwindel, Kopfschmerzen, Übelkeit, Erbrechen, Gedächtnislücken und Bewusstlosigkeit sein. Treten eine oder mehrere der Symptome nach einer Platzwunde am Kopf bei den Betroffenen auf, sollte unbedingt ein Arzt aufgesucht werden. Außerdem sollten sich die Verletzten mehrere Tage lang schonen, damit sich das Gehirn von der Erschütterung regenerieren kann.

Platzwunden im Kopfbereich neigen dazu extrem stark zu bluten. Die Behandlung einer Platzwunde am Kopf sollte innerhalb von sechs Stunden erfolgen.

Platzwunde Stirn

Eine Platzwunde an der Stirn ist eine sehr typische Verletzung bei Kindern. Tischkanten sowie Türrahmen sind die häufigen Verursacher dieser Platzwunde. Auch ein Sturz, bei dem das Kind mit der Stirn auf dem Boden aufprallt, hinterlässt eine Platzwunde. Ähnlich wie bei der Platzwunde am Kopf, sollte der Betroffene auf mögliche Anzeichen einer Gehirnerschütterung beobachtet werden. Die Wunde wird gesäubert, desinfiziert und je nach Ausmaß mittels Einzelknopfnähten oder Klammerpflaster/Wundkleber geschlossen. Liegt die Tetanusimpfung mehr als fünf Jahre zurück, sollte diese aufgefrischt werden.

Eine Platzwunde am Kopf zählt zu den häufigsten Wunden überhaupt. Sie entsteht in der Regel durch einen harten Schlag oder einen Sturz.

Erste Hilfe bei Platzwunden

Platzwunden passieren im Alltag regelmäßig. In vielen Fällen lässt sich eine Platzwunde am Kopf oder einer anderen Stelle des Körpers durch umsichtiges Verhalten im Alltag vermeiden. Rasche Bewegungen in einer engen Umgebung ziehen häufig diesen Typ der Verletzung nach sich. Kinder sind aufgrund ihrer oft spontanen und heftigen Bewegungen besonders gefährdet.

So sollten Sie eine Platzwunde zunächst versorgen:

  • Blutung stoppen: Platzwunden können stark bluten. Um die Blutung zu stillen, drückt man eine sterile Kompresse oder ein sauberes Taschentuch auf die Wunde. Hier hilft statt eines Pflasters ein Druckverband mit einer sterilen Kompresse. Der Druckverband darf die Blutzirkulation nicht unterbrechen und sollte regelmäßig gewechselt werden.
  • Platzwunde reinigen und desinfizieren: Waschen Sie das Blut der Platzwunde mit Leitungswasser ab. Fremdkörper werden dabei ebenfalls aus der Wunde gespült. Ist kein sauberes Wasser zur Hand, tupfen Sie die Platzwunde zunächst mit einem sauberen Tuch ab. Wunde reinigen: Wenn die Wunde stark verschmutzt ist, zum Beispiel durch kleine Steinchen, müssen Sie diese vorsichtig entfernen. Dazu eignet sich eine Pinzette. Desinfizieren Sie die Wunde nun mit einem nicht-alkoholischen Desinfektionsmittel aus der Apotheke.
  • Alternativen zum Druckverband: Alternativ kann die Wunde auch mit einem Klammerpflaster (Wundnahtstreifen) abgedeckt werden, welches über der Wunde angebracht wird. Dieses spezielle Pflaster sollte vier bis sechs Tage auf der Wunde bleiben. Außerhalb des Gesichts kann auch ein Klammerpflaster (Wundnahtstreifen) angelegt werden, das die Wundränder zusammenhält. Bei einer stärkeren Blutung wird ein Druckverband angelegt.
  • Kühlen: Falls es im Bereich der Platzwunde zu einer Schwellung kommt, können Sie mit einer Kühlkompresse, die in ein Handtuch gewickelt ist, kühlen. Legen Sie die Kühlkompresse nicht direkt auf die Platzwunde auf, da es sonst zu Erfrierungserscheinungen kommen kann. Um die Schwellung zu mindern, hilft meist das Kühlen der Wunde mithilfe von Kältekompressen. Schon nach wenigen Tagen klingt diese meist wieder ab.

Wann zum Arzt?

Nach der Erstversorgung der Platzwunde sollte ein Arzt aufgesucht werden. Dies gilt insbesondere dann, wenn der Abstand der Wundränder mehr als 5mm beträgt oder sich die Platzwunde am Kopf oder im Gesicht befindet. Der Arzt kann das Ausmaß der Verletzung beurteilen und die Platzwunde dementsprechend versorgen, z.B. kleben oder nähen.

Sicherheitshalber sollte die Wunde ärztlich versorgt werden. Bei frischen Platzwunden auf der Stirn, am Kinn oder auf den Wangenknochen kann eine ärztliche Behandlung helfen, auffällige Narben zu vermeiden. Größere Platzwunden ab etwa 0,5 bis 1 cm werden genäht oder geklammert, damit sie besser verheilen.

Sie sollten einen Arzt aufsuchen,

  • in den 48 Stunden nach einem Stoß gegen den Kopf Schwindel, Übelkeit oder Verwirrtheit auftritt,
  • die Wunde stark gerötet ist, eitert oder anschwillt oder
  • der verletzte Körperteil anhaltend schmerzt, vor allem bei Belastung.

Wann muss genäht werden? Ob eine Platzwunde genäht werden muss oder nicht, ist abhängig von der Lokalisation sowie der Tiefe der Wunde und dem Abstand der Wundränder. Platzwunden, die einer größeren Belastung ausgesetzt sind, müssen genäht werden. Dies ist beispielsweise über Gelenken der Fall. Eine Wundnaht ermöglicht dann eine stabile und auch belastbare Verbindung. Klaffen die Wundränder sehr weit auseinander, wird ebenso verfahren. Platzwunden im Gesichtsbereich werden bevorzugt genäht, da nur so eine möglichst kleine Narbenbildung sichergestellt werden kann. Auch wenn sich die Blutung der Platzwunde nicht stillen lässt, wird sie mit einer Wundnaht verschlossen.

Professionelle Versorgung: Nähen, Kleben oder Klammern

Der behandelnde Arzt entscheidet, ob die Platzwunde genäht oder geklebt werden muss. In der Regel können Platzwunden bis zu sechs Stunden nach dem Unfall genäht, geklebt oder geklammert werden. Nach Ablauf dieser Zeitspanne ist das Infektionsrisiko oft zu groß und die Wunden werden offen gelassen. Diese Entscheidung wird jedoch in jedem Fall individuell vom behandelnden Arzt getroffen.

Dafür werden die Wundränder zunächst betäubt, zum Beispiel mit einem Spray, einem Gel oder - bei tieferen Wunden - einer Spritze. Manche Wunden können auch geklebt werden. Dann ist keine Betäubung nötig. Die Wunde zu nähen, zu klammern oder zu kleben, ist aber meist nur innerhalb von sechs Stunden nach der Verletzung möglich. Denn anschließend wird das Risiko für eine Wundinfektion zu hoch. Ist es zu spät für das Nähen, Klammern oder Kleben, reinigt die Ärztin oder der Arzt die Wunde und versorgt sie mit einem Verband.

Die gängigste Methode, eine Platzwunde zu verschließen, ist das Nähen. Je geringer die Belastung der Wundnaht, desto schneller kann das anschließende „Fädenziehen“ erfolgen. Alternativ können Platzwunden auch mit einem speziellen Kleber verschlossen werden. Dieses Verfahren wird besonders bei Platzwunden am Kopf angewendet. Außerdem entfällt hierbei das Ziehen der Fäden. Ein Verschluss der Platzwunde kann darüber hinaus mithilfe von Wundklammern aus Edelstahl erfolgen. Ähnlich wie beim Nähen einer Platzwunde, müssen auch beim „Tackern“ der Wunde die Klammern nach einer gewissen Zeit wieder entfernt werden.

Nachbehandlung

Die Nachbehandlung gestaltet sich eher unkompliziert. Die Platzwunde sollte eine Woche lang möglichst nicht in Kontakt mit Wasser kommen. Die betroffene Stelle sollte beim Duschen mit einem speziellen Duschpflaster versehen werden.

Wurde die Wunde genäht, kommt es auf die Art der Fäden an, wie weiter damit verfahren wird. Selbstauflösende Fäden müssen nicht vom Arzt gezogen werden, da sie sich innerhalb eines kurzen Zeitraums von allein abbauen. Ansonsten werden die Fäden einer Platzwunde im Gesicht nach vier bis sechs Tagen zusammen mit Wundnahtstreifen und Hautkleber entfernt. Die Fäden einer Platzwunde an Armen oder Beinen verbleiben zehn bis vierzehn Tage in der Haut, ehe sie gezogen werden. Am längsten verbleiben Wundnähte im Bereich von Gelenken, da die Wunde dort den größten Spannungen und Belastungen ausgesetzt ist. Somit müssen die Nähte unter Umständen bis zu drei Wochen in der Wunde bleiben, ehe sie gezogen werden können. Daran im Anschluss kann die Narbe mit einer panthenolhaltigen Salbe versorgt werden. Die frische Narbe sollte möglichst keiner Sonneneinstrahlung ausgesetzt werden.

Schwellungen und Narben behandeln

In Zusammenhang mit einer Platzwunde entstehen häufig blaue Flecken und Schwellungen des Gewebes durch Flüssigkeitsansammlungen an der betroffenen Körperstelle. Um die Schwellung zu mindern, hilft meist das Kühlen der Wunde mithilfe von Kältekompressen. Schon nach wenigen Tagen klingt diese meist wieder ab.

Nach der Wundheilung setzt bei einer Platzwunde die Narbenbildung ein. Die Anwendung von Narbenpräparaten wie Contractubex® Gel - einem Arzneimittel mit den Wirkstoffen Zwiebelextrakt, Heparin und Allantoin - kann dafür sorgen, dass das Narbengewebe glatter, flacher und elastischer wird. Die Narbe kann durch die regelmäßige Pflege mit Contractubex® Gel einfach weniger auffällig und insgesamt optisch ästhetischer werden.

Risiken einer Platzwunde

Die größten Risiken, die eine Platzwunde birgt, sind eine Tetanusinfektion oder Sepsis (Blutvergiftung). Da der Arzt nur innerhalb eines Zeitraums von sechs Stunden eine Platzwunde klammern oder nähen kann, sollte man im Idealfall in diesem Zeitfenster einen Arzt aufsuchen, der die Platzwunde fachmännisch versorgen kann. Sind bereits mehr als sechs Stunden vergangen, kann der Arzt die Wunde aufgrund erhöhter Infektionsgefahr nicht mehr nähen oder klammern. Somit ist das größte Risiko bei einer Platzwunde durch eine Infektion gegeben.

Ein weiteres Risiko stellt ein hoher Blutverlust dar. Dieser wird durch blutverdünnende Medikamente begünstigt sowie größeren Platzwunden, bei denen auch eine Verletzung von Adern involviert ist. Ist der Blutverlust zu groß droht ein Schock. Neben der Platzwunde selbst können parallel noch weitere Verletzungen entstanden sein. Hierzu zählen Knochenbrüche sowie Verletzungen der inneren Organe.

Bestehen Wundheilungsstörungen, wie z.B. bei Diabetes-Patienten, kann es bei nicht professioneller Wundversorgung zum Absterben von Gewebe im Bereich der Wundränder kommen.

Tetanusinfektion

Ist kein Tetanusimpfschutz vorhanden oder liegt die letzte Impfauffrischung zu lange zurück (bei Kindern mehr als fünf Jahre, bei Erwachsenen mehr als zehn Jahre) besteht eine erhöhte Gefahr sich durch eine Platzwunde mit Tetanuserregern zu infizieren. Bei Tetanus handelt es sich um eine bakterielle Infektion. Die Inkubationszeit beträgt zwischen drei Tagen und bis zu drei Wochen. Die Symptome zeigen sich durch anhaltende Muskelkrämpfe und Mundstarre. Bleibt eine Tetanusinfektion unbehandelt, endet sie tödlich.

Ist der Impfstatus unklar oder liegt die Impfung zu lange zurück sollte sie auf jeden Fall aufgefrischt werden. Hilfreich ist es bei einem Arztbesuch zur Behandlung einer Platzwunde seinen Impfpass mitzunehmen, um einfach klären zu können, ob ein ausreichender Impfschutz besteht.

Blutvergiftung (Sepsis)

Eine Blutvergiftung (Sepsis) wird durch Staphylokokken verursacht. Diese Bakterien besiedeln die menschliche Haut und Schleimhaut und sind auch in der Umwelt oftmals anzutreffen. Gelangen diese Bakterien durch fehlende oder unzureichende Reinigung und Desinfektion in eine Platzwunde können sie dort eine Infektion auslösen. Schafft es das Immunsystem nicht rechtzeitig die Bakterien vor Ort erfolgreich zu vernichten, geraten diese in den Blutkreislauf.

Heilungsdauer

Generell beläuft sich die Heilungsdauer von Platzwunden auf zwei bis drei Wochen. Befindet sich die Platzwunde an stark beanspruchten Bereichen, wie Gelenken, kann sich die Heilungsdauer jedoch verlängern.

Wie lange es dauert bis eine Platzwunde vollständig verheilt ist, ist abhängig von der Stelle, Größe und Tiefe der Verletzung. Zudem spielt der allgemeine Gesundheitszustand des Betroffenen eine Rolle bei der Heilungsdauer. Kleinere, verheilte Platzwunden können für gewöhnlich innerhalb kürzester Zeit wieder beansprucht werden. Wurde die Wunde genäht, sollte die Narbe erst nach vier bis sechs Wochen wieder voll belastet werden.

Wurde die Platzwunde vor der weiteren Behandlung gründlich gereinigt und desinfiziert besteht ein geringes Risiko einer Infektion. Tritt jedoch eine Infektion auf, verzögert dies die Heilungsdauer. Die Infektion muss erst behandelt werden, ehe die Wunde komplett verschlossen werden kann. Gerade bei Patienten mit Diabetes sowie Durchblutungsstörungen dauert der Heilungsprozess länger, da die Wundränder nur mäßig mit Blut versorgt werden.

tags: #platzwunde #augenbraue #behandlung

Populäre Artikel:

Diese Website verwendet Cookies. Durch die weitere Nutzung der Seite stimmst du der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen