Haarausfall nach Absetzen der Pille: Ursachen und Lösungen

Du hast die Pille abgesetzt und leidest unter Haarausfall? Damit bist Du nicht alleine. Viele Frauen bemerken einige Woche bis Monate nach dem Absetzen der Antibabypille verstärkten Haarausfall. Laut einer aktuellen Studie betrifft es ganze 26% aller Frauen, die die Pille absetzen. Trotz der starken Belastung gibt es eine gute Nachricht: Es gibt wirksame, natürliche Mittel gegen Haarausfall.

Dieser Artikel beleuchtet die Ursachen dieses hormonell bedingten Haarausfalls nach Absetzen der Pille und stellt wissenschaftlich fundierte Lösungen vor - von Ernährungstipps über Haarpflege bis hin zu Nahrungsergänzungsmitteln. So erfährst Du, warum der Haarausfall auftritt, wie lange er in der Regel anhält, und vor allem was Du dagegen tun kannst.

Das passiert, wenn Du die Pille absetzt I Dr. Johannes Wimmer

Warum kommt es zu Haarausfall nach Absetzen der Pille?

Die Gründe sind oft vielfältig, warum sich Frauen für das Absetzen der Pille entscheiden. Jahre können vergangen sein, ohne ein Problem mit Hautunreinheiten oder dünnem Haar gehabt zu haben. Und dann der Schock: Auf einmal scheint der weibliche Körper verrückt zu spielen. Die Haare werden dünner, wirken weniger voluminös und fallen letztendlich aus. Schönes Haar Ade! Bist auch Du betroffen? Wir zeigen Dir, wieso es nach Absetzen der Pille zu Haarausfall kommen kann und wie Du mit Deinen Haaren wieder ein wenig glücklicher werden kannst.

Hormonelle Umstellung führt zu telogenem Effluvium

Das plötzliche Absetzen der Pille bringt den Hormonhaushalt durcheinander. Während der Pilleneinnahme werden dem Körper künstliche Hormone zugeführt, die das natürliche Hormongleichgewicht unterdrücken. Vor allem der Östrogenspiegel bleibt während der Pilleneinnahme dauerhaft erhöht. Wird die Pille abgesetzt, fällt der Östrogenspiegel abrupt ab - dieser abrupte Wechsel kann Haarausfall auslösen.

Wie beeinflusst Östrogen das Haarwachstum?

Östrogen wirkt im Körper normalerweise Haar-wachstums-fördernd. Sinkt der Östrogenspiegel plötzlich, wechseln viele Haare vorzeitig von der Wachstumsphase (Anagen) in die Ruhe- und Ausfallphase (Telogen). Einige Wochen später fallen diese Haare dann verstärkt aus - man sieht büschelweise Haare in Bürste oder Dusche. Dieses Muster nennt man telogenes Effluvium, also akuten diffusen Haarausfall durch eine hormonelle Stressreaktion.

Wann setzt der Haarausfall ein?

Der Haarausfall beginnt typischerweise 2-3 Monate nach dem Absetzen der Pille. Denn so lange dauert es, bis die vorzeitig in die Ruhephase übergegangenen Haare tatsächlich ausfallen. Viele Frauen erschrecken, da die Haare scheinbar plötzlich alle ausfallen - tatsächlich ist es eine verzögerte Folge der hormonellen Umstellung.

Schwankungen von Androgenen und genetische Veranlagung

Neben dem Östrogenentzug spielen auch männliche Hormone (Androgene genannt) eine wichtige Rolle. Die Pille (vor allem Kombinationspillen mit synthetischem Östrogen und Gestagen) unterdrückt die Ausschüttung männlicher Hormone (Androgene) bei der Frau. Wird die Pille abgesetzt, kann es kurzfristig zu einem relativen Anstieg dieser Hormone kommen und bei empfindlichen Frauen Haarausfall begünstigen.

Wie beinflussen Androgene das Haar?

Manche Frauen haben Haarfollikel, die sehr empfindlich auf Androgene wie DHT reagieren. Wenn der Androgenspiegel nach dem Absetzen der Pille steigt, kann dies dazu führen, dass die Wachstumsphase der Haare verkürzt wird. Das bedeutet, dass Haare schneller ausfallen und sich nicht so schnell regenerieren wie zuvor.

Wer ist betroffen?

Vor allem Frauen, die eine genetische Veranlagung für androgenetischen Haarausfall (erblich bedingten Haarausfall) haben, bemerken nach dem Absetzen der Pille eine Verschlechterung. Die Pille hatte diesen Haarausfall möglicherweise zuvor unterdrückt.

Weitere Einflussfaktoren, die Haarausfall verursachen können

  • Nährstoffmangel: Während der Hormonumstellung nach dem Absetzen der Pille kann der Körper mehr Nährstoffe verbrauchen. Ein Mangel an Eisen, Zink, Vitamin D oder B-Vitaminen kann den Haarausfall verstärken.
  • Stress: Die hormonelle Umstellung selbst stellt bereits eine Art „Stress“ für den Körper dar. Zusätzlich kann emotionaler Stress oder Schlafmangel den Haarausfall noch verschlimmern.

Was du dir merken solltest:

  • Der plötzliche Abfall von Östrogen führt dazu, dass viele Haare schneller in die Ruhephase übergehen und nach einiger Zeit ausfallen.
  • In manchen Fällen steigt der Androgenspiegel leicht an, was bei empfindlichen Frauen den Haarausfall verstärken kann.
  • Nährstoffmängel und Stress können Haarausfall initiieren und die Regeneration der Haare verzögern.

Aber: Dieser Haarausfall ist fast immer vorübergehend! Der Körper benötigt einige Monate, um sich an die neue Hormonlage anzupassen und durch gezielte Maßnahmen kannst du Dein Haarwachstum unterstützen und den Übergang erleichtern.

Was kannst du gegen Haarausfall nach Absetzen der Pille tun?

Es gibt verschiedene Strategien, um den Haarausfall nach dem Absetzen der Pille zu mindern und das Haarwachstum zu fördern. Hier sind einige bewährte Methoden:

1. Ernährung anpassen und Nährstoffmängel ausgleichen

Eine ausreichende Versorgung mit essentiellen Vitaminen und Mineralstoffen durch Supplements und die Ernährung ist entscheidend für gesundes Haarwachstum. Folgende Nährstoffe sind besonders wichtig:

  • Biotin (Vitamin B7): Unterstützt die Keratinproduktion und trägt zur Erhaltung normaler Haare bei.
  • Vitamin D: Eine unzureichende Vitamin-D-Versorgung wird mit Haarwachstumsstörungen in Verbindung gebracht.
  • Eisen: Essenziell für die Sauerstoffversorgung der Haarfollikel. Niedrige Eisenwerte können Haarausfall begünstigen.
  • Zink: Unterstützt den Zellstoffwechsel und trägt zur Erhaltung normaler Haare bei.
  • Omega-3-Fettsäuren: Fördern die Kopfhautgesundheit und können Entzündungen entgegenwirken.
  • Phytoöstrogene: Natürliche pflanzliche Verbindungen aus Lebensmitteln wie Leinsamen (Lignane) oder Soja (Isoflavone wie Genistein in PCOS Daily) können helfen, den Hormonhaushalt zu regulieren.
  • Proteine: Eine hohe Proteinzufuhr ist wichtig für die Bildung von Keratin - dem Hauptbestandteil von Haaren. Studien zeigen, dass ein zu niedriger Eiweißkonsum (z. B. bei restriktiven Diäten oder Untergewicht) mit diffusem Haarausfall assoziiert ist. Empfohlen werden 1,5-2 g Protein pro kg Körpergewicht täglich.

2. Stress reduzieren

Da hormonelle Umstellungen den Körper unter Stress setzen können, ist es hilfreich, Maßnahmen zur Stressbewältigung in den Alltag zu integrieren:

  • Entspannungstechniken: So banal es klingt, doch Yoga, Meditation und Atemübungen können helfen, Stresshormone zu reduzieren und damit Haarausfall entgegenzuwirken.
  • Ausreichend Schlaf: Der Körper regeneriert sich nachts - auch das Haarwachstum und die Regeneration der Haarfollikel werden durch guten Schlaf gefördert.
  • Regelmäßige Bewegung: Moderate und abwechslungsreiche sportliche Aktivität kann das hormonelle Gleichgewicht unterstützen und den Stresslevel senken.
  • Kognitive Stressreduktion: Versuche, negativen Gedankenschleifen („Oh Gott, ich verliere meine Haare“) bewusst zu vermeiden. Du weißt nun, warum deine Haare ausfallen und dass die nu ein temporäres Phänomen ist. Techniken wie Journaling, Reframing und Affirmationen können helfen, untersützende Gedanken zu etablieren - und damit Haarausfall zu reduzieren.
  • Soziale Unterstützung: Der Austausch mit anderen Betroffenen oder Experten senkt das Gefühl von Kontrollverlust.

3. Haarpflege anpassen - weniger ist mehr!

Die Wirksamkeit vieler Haarprodukte, die explizit gegen Haarausfall entwickelt wurden, ist laut Studien leider begrenzt. Folgende Maßnahmen zeigen laut Studien jedoch den höchsten potenziellen Nutzen:

  • Topische Minoxidil-Lösungen: Der einzige in der EU für weiblichen Haarausfall zugelassene Wirkstoff mit wissenschaftlicher Evidenz. Hier empfehlen wir vor Anwendung ärztliche Rücksprache.
  • Kopfhautmassagen: Laut Studien fördert regelmäßige Massage (z. B. mit Rosmarinöl) die Durchblutung der Haarfollikel und kann über Monate positive Effekte zeigen.
  • Hitzestyling vermeiden: Übermäßiges Glätten oder Föhnen kann das Haar und die Kopfhaut zusätzlich schwächen und die Regeneration der Haarfollikel beeinträchtigen.
  • Keine Evidenz für Koffeinshampoos oder Biotinshampoos: Auch wenn sie oft empfohlen werden, dringen die enthaltenen Wirkstoffe meist nicht tief genug in die Haut ein, um eine relevante Wirkung zu entfalten.

4. Innere Balance unterstützen mit Nahrungsergänzungsmitteln

Die Hormonic Base ist ein Nahrungsergänzungsmittel, das auf Basis klinischer Studien von Ärzten entwickelt wurde und eine Kombination aus sorgfältig ausgewählten Mikronährstoffen enthält. Die enthaltenen Vitamine und Mineralstoffe tragen zu verschiedenen normalen Körperfunktionen bei, die auch für Haut, Haare und Stoffwechsel von Bedeutung sind:

  • Vitamin D3 + K2: Trägt zu einer normalen Funktion des Immunsystems bei.
  • Vitamin B6 & B9: Unterstützen einen normalen Homocystein-Stoffwechsel und die Regulierung hormoneller Aktivitäten.
  • Zink: Trägt zur Erhaltung normaler Haare bei.
  • Selen: Trägt zu einer normalen Schilddrüsenfunktion bei.
  • Magnesium-Komplex: Unterstützt die normale Funktion von Nerven und Muskeln und trägt zur Verringerung von Müdigkeit bei.
  • Curcumin, Coenzym Q10 & NAC: Hochwertige Antioxidantien, die zum Schutz der Zellen vor oxidativem Stress beitragen.

Die Hormonic Base liefert damit eine breite Basis an essenziellen Nährstoffen, die dich in Phasen besonderer Belastung wie Haarproblemen begleiten können.

Weitere Tipps und Informationen

  • Zyklus-App nutzen: Eine Zyklus-App kann helfen, die Regelmäßigkeit der Periode aufzuzeichnen und Veränderungen der Haut zu dokumentieren.
  • Hormonspezialisten konsultieren: Eine Endokrinologin oder auf Hormontherapie spezialisierte Homöopathin kann das Hormonlevel testen und Defizite feststellen.
  • Gesunde Ernährung: Auf Milchprodukte, raffinierte Getreide und Zucker verzichten, stattdessen mehr Gemüse und Obst essen.
  • Alkohol und Zigaretten vermeiden: Alkohol begünstigt Entzündungen in der Haut, während Zigarettenrauch die negativen Auswirkungen verstärkt.
  • Viel Wasser trinken: Wasser polstert die Haut von innen auf und sorgt für eine gute Feuchtigkeit.
  • Hautarzt aufsuchen: Bei schwerer Akne kann ein Dermatologe eine systemische Behandlung verschreiben.
  • Kosmetikerin besuchen: Regelmäßige Ausreinigung der Haut kann das Hautbild verbessern.
  • Sanfte Pflegeroutine: Naturkosmetik kann helfen, die Haut nicht zusätzlich zu irritieren.
  • Schwitzen: Sport oder Sauna unterstützen den Körper bei seinem natürlichen Reinigungsprozess.
  • Nahrungsergänzungsmittel: Vitamin-B-Komplex, Vitamin C, Magnesium, Zink und Eisen können den Haarwuchs fördern.
  • Brennnessel: Brennnesseltee oder -sud kann den Haarwuchs anregen und den Körper entwässern.

Denke daran, dass Geduld gefragt ist. Bis ausgefallene Haare wieder nachwachsen, dauert es in der Regel bis zu sechs Monate oder länger.

Innovative Behandlungsmethoden

In der modernen Medizin haben sich verschiedene innovative, minimalinvasive Behandlungsmethoden als wirksam erwiesen, um dem durch die Einnahme der Pille verursachten Haarausfall entgegenzuwirken - allen voran die Mesotherapie, die PRP-Therapie und das NutriRoot-Verfahren.

  • Mesotherapie: Mikroinjektionen mit Vitaminen, Mineralien und Aminosäuren in die Kopfhaut, um die Durchblutung zu fördern und die Haarfollikel zu revitalisieren.
  • PRP-Therapie (Platelet Rich Plasma): Nutzung der heilenden und regenerativen Eigenschaften des Eigenblutes, um die Reparatur und Regeneration der Haarfollikel zu fördern.
  • KÖ-HAIR NutriRoot: Eine ganzheitliche Herangehensweise an Ihren individuellen Haarausfall.

Alle drei Behandlungen erfordern mehrere Sitzungen, um optimale Ergebnisse zu erzielen, und bieten eine wirksame Lösung für Frauen, die unter Haarausfall infolge der Einnahme der Pille leiden.

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