Fettige Haare und Haarausfall nach dem Absetzen der Pille: Ursachen und Lösungen

Im Laufe ihres Lebens leidet rund jede dritte Frau früher oder später an Haarausfall. Wenn die Haare dünner und lichter werden, ist der Leidensdruck oftmals groß. Die Ursachen können vielfältig sein.

Nicht selten ist ein hormonelles Ungleichgewicht der Auslöser wie Haarausfall bei Frauen in den Wechseljahren. Nach dem Absetzen der Anti-Baby-Pille kann es vermehrt zu Haarausfall bei Frauen kommen. Folgen sind Haarausfall sowie unreine und fettige Haut, da das weibliche Geschlechtshormon Östrogen bei Frauen das Haarwachstum anregt. In der Schwangerschaft haben Frauen einen erhöhten Östrogenspiegel, wodurch ihr Haar voll und kräftig wirkt. So kann es bei Frauen zu Haarausfall nach der Geburt kommen.

Zwischen dem 45. und 55. Lebensjahr kommen viele Frauen in die Wechseljahre. Dabei nimmt die Östrogenproduktion der Eierstöcke ab.

Viele Frauen, die mit der Pille verhüten und diese absetzen, beklagen, dass ihre Haare plötzlich schneller fetten als zuvor. Auch das liegt an der hormonellen Veränderung und der daraus resultierenden erhöhten Talg-Produktion.

Pille absetzen I was passiert jetzt mit deinem Körper

Ursachen für fettige Haare

Wer fettige Haare hat, wirkt schnell ungepflegt. Doch meist ist mangelnde Hygiene keineswegs der Grund dafür. Extrem fettiges Haar lässt sich auch von täglichem Waschen nicht beeindrucken. Oft werden die Haare sogar direkt nach dem Waschen wieder fettig und strähnig.

Fettige Haare entstehen, wenn die Talgdrüsen in den Haarwurzeln zu viel Fett produzieren. Dieser lässt die Haare schnell strähnig aussehen. Männer und Frauen sind gleich häufig betroffen. Fettige Haare sind prinzipiell gesund sowohl für die Struktur des Haares als auch für die Kopfhaut. Produzieren die Talgdrüsen aber übermäßig viel Fett, so stecken möglicherweise unterschiedliche Ursachen dahinter.

Hier sind einige Ursachen, die zu fettigen Haaren führen können:

  • Falsche Ernährung: Meiden Sie Lebensmittel, die die Talgproduktion anregen. Schlechte Ernährung mit beispielsweise zu viel Zucker, Fett und raffinierten Kohlenhydraten steht in direktem Zusammenhang, fettiges Haar auszulösen. Essen Sie statt Fast-Food oder stark verarbeiteten Lebensmitteln lieber komplexe Kohlenhydrate wie Vollkornprodukte, frisches Gemüse und Obst.
  • Falsche Hygiene: Reinigen Sie Ihre Haarbürste von Zeit zu Zeit, da sich dort sonst Dreck und alter Talg absetzen. Wenn Sie frisch gewaschene Haare damit kämmen, erscheinen sie anschließend möglicherweise wieder fettig. Verwenden Sie Pflege- und Styling-Produkte nur sehr sparsam. Vergessen Sie außerdem nicht, Ihren Kissenbezug regelmäßig zu waschen - am besten wöchentlich. Rückstände von Make-up, Cremes oder Schweiß begünstigen fettiges Haar.
  • Stress: Studien zeigen, dass Stress einen großen Einfluss auf die Gesundheit der Haut nimmt und mitunter auch für eine ölige Kopfhaut verantwortlich ist. Unter Stress schüttet der Körper vermehrt Cortisol aus. Dieses aktiviert die Sebozyten, das sind jene Zellen, die den Talg produzieren.
  • Hormone: Weibliche wie auch männliche Hormone nehmen Einfluss auf die Talgproduktion. Androgene, das sind die männlichen Sexualhormone, regen die Produktion der Talg produzierenden Drüsen an, während weibliche Geschlechtshormone, etwa Östrogen, das Gegenteil bewirken. Hormonelle Schwankungen wie in der Schwangerschaft, Pubertät oder auch innerhalb des weiblichen Zyklus, erzeugen dann mitunter fettiges Haar.
  • Genetische Ursachen: Wenn die Haare jeden Tag fettig werden, sind vielleicht die Gene schuld. Erblich bedingte Faktoren führen dazu, dass bei einigen Menschen von Natur aus mehr Öl produziert wird als bei anderen, da deren Talgdrüsen besonders aktiv arbeiten.
  • Einnahme von Medikamenten: Das könnte auch an Medikamenten liegen, die Sie einnehmen - darunter vor allem Hormonpräparate. Bei Unsicherheiten holen Sie sich dazu am besten ärztlichen Rat ein.
  • Erhöhte Schweißproduktion: Je höher die Schweißproduktion ist, desto flüssiger wird der Talg. Er verteilt sich dadurch leichter über die jeweilige Hautpartie und die Haare sind gefühlt immer fettig.

Was können Sie gegen schnell fettende Haare tun?

Wir haben einige Methoden zusammengestellt, die die Haare wieder frisch aussehen lassen - zum Teil auch ohne waschen:

  • Verwenden Sie für die Haarwäsche lauwarmes Wasser und ein mildes, entfettendes Shampoo.
  • Gegen fettige Haare stellen Kräuterextrakte wie Rosmarin, Kamille, Schachtelhalm oder Schafgarbe eine schnelle Hilfe dar. Diese reduzieren die Fettbildung und wirken beruhigend auf die Kopfhaut.
  • Wenn Sie Kuren und Spülungen benutzen, geben Sie diese nur in die Spitzen und nicht direkt auf den Haaransatz.
  • Rubbeln Sie Ihre Haare nicht zu stark trocken, sondern drücken Sie sie nur sanft aus. Denn auch das Rubbeln kann die Talgproduktion anregen.
  • Föhnen Sie nicht mit heißer Temperatur und nur mit Abstand. Im Optimalfall lassen Sie Ihre Haare lufttrocknen.
  • Bürsten und kämmen Sie Ihre Haare nicht zu häufig, da Sie dabei das Fett von der Kopfhaut in den Haaren verteilen.
  • Greifen Sie nicht ständig in Ihr Haar. Die Haut an den Händen enthält alle möglichen Arten von Ölen, Schmutz und Keimen, die Sie an das Haar abgeben. Das lässt Ihr Haar insgesamt schneller fetten.
  • Ein weiterer Tipp gegen richtig fettige Haare ist Trockenshampoo. Wenn Sie das Produkt vor dem Schlafengehen anwenden, saugen die Puderpartikel das Öl über die Nacht auf und Ihr Haar ist morgens weniger strähnig.

Bei sehr fettigen Haaren und/oder einer juckenden Kopfhaut, die mitunter zu Haarausfall führt, ist eine Pilzinfektion (Tinea capitis) genannt, möglicher Auslöser. Es eignen sich spezielle Produkte mit antibakteriellen und antimykotischen Wirkstoffen. Lassen Sie von einer Dermatologin zuvor abklären, ob eine solche Infektion bei Ihnen vorliegt. Manche Mittel gegen fettiges Haar enthalten Teere, Salicylate oder Schwefel. Nutzen Sie diese Produkte nur vorübergehend.

Hausmittel gegen fettige Haare

Sie möchten dies gern auf natürliche Weise ändern? Probieren Sie die folgenden Hausmittel aus - einige davon helfen sogar, ohne dass Sie Ihre Haare zuvor extra waschen müssen.

  • Soforthilfe leistet Babypuder, denn er saugt den überschüssigen Talg auf. Geben Sie hierzu etwas von dem Produkt auf Ihre Kopfhaut sowie den Haaransatz und klopfen Sie es sanft ein. Bürsten Sie anschließend das überschüssige Puder wieder aus dem Haar. Auf diese Weise lässt sich ein fettiger Haaransatz vorübergehend wirksam loswerden.
  • Auch wenn es widersprüchlich klingt: Bei fettigen Haaren hilft eine Kur mit Olivenöl, da dieses die Talgdrüsen beruhigt und diese weniger Öl produzieren. Dieses Hausmittel ist auch dann von Vorteil, wenn Sie unter juckender oder trockener Kopfhaut leiden. Massieren Sie das Olivenöl in die Kopfhaut ein, kämmen Sie nach zehn Minuten die Haare durch und waschen Sie das Öl anschließend gründlich aus.
  • Wird Ihr Haar nach dem Waschen schnell wieder fettig - mitunter auch am Hinterkopf? Probieren Sie es mit Apfelessig, denn auch dieser hilft gegen fettige Haare. Die selbst zubereitete Kräuteressigspülung reinigt die Kopfhaut gründlich. Sie benötigen dazu jeweils einen Esslöffel Pfefferminze, Lavendel, Wacholderbeeren und 250 Milliliter Apfelessig. Legen Sie die Beeren und die Kräuter zwei Wochen im Essig ein. Seihen Sie die Flüssigkeit danach ab und füllen Sie alles in eine Flasche. Geben Sie einen Esslöffel von der Spülung zu 250 Millilitern Wasser und spülen Sie Ihr Haar nach dem Waschen damit.
  • Manche Menschen schwören auf Backpulver im Kampf gegen fettige Strähnen. Aus einem Esslöffel Backpulver und drei Esslöffeln Wasser entsteht eine alkalische Mischung, die gut überschüssigen Talg aufsaugt. Nach dem Auftragen der Paste auswaschen nicht vergessen.

Haarausfall nach dem Absetzen der Pille

In den meisten Pillen sind künstlich hergestellte Östrogene enthalten, die mit für die empfängnisverhütende Wirkung verantwortlich sind. Wird die Pille abgesetzt, fällt der Östrogenspiegel ab.

Viele Frauen, die mit der Pille verhüten und diese absetzen, beklagen, dass ihre Haare plötzlich schneller fetten als zuvor. Auch das liegt an der hormonellen Veränderung und der daraus resultierenden erhöhten Talg-Produktion.

Die Pille besteht meist aus einer Kombination von Östrogenen und Gestagenen bzw. deren synthetischen Hormonersatzstoffen. Östrogen ist unser sogenanntes “Glow-Hormon“. Wenn wir besonders viel von diesen weiblichen Hormonen in unserem Körper haben, können wir uns in der Regel über volles Haar freuen. Vielleicht kennst Du ja diesen "Glow-Effekt" von schwangeren Frauen. Denn viele Schwangere berichten während dieser Zeit von strahlend schöner Haut.

Bei den Gestagenen kann man jedoch nicht so einfach sagen, ob es den Haarausfall verschlimmert oder nicht. Diese Hormone wirken sich nämlich je nach Art unterschiedlich auf unser Haar aus. Gestagene können einerseits zu einem verstärkten Haarwachstum, andererseits aber auch zu starkem Haarausfall führen.

Als Androgene bezeichnet man Hormone, die die Ausprägung und Entwicklung männlicher Geschlechtsmerkmale fördern. Und diese männlichen Geschlechtshormone werden von allen - auch von Frauen - in unterschiedlichem Maße produziert. Wenn's um unsere Haare geht, sind jedoch die männlichen Geschlechtshormone (z.B. Testosteron) nicht gerade unsere Favoriten. Denn bei einem erhöhten Spiegel von Androgenen kann es dazu kommen, was niemand von uns will: Haarausfall.

Bei Einnahme der Pille wird unser Hormonhaushalt also auf künstliche Art und Weise verändert. Volleres Haar und Glanz sind die Folge, ohne dass es eigentlich in unserer DNA liegt. Verständlicherweise ist es für viele umso schockierender, dass unser Körper beim Absetzen der Pille auf diese hormonelle Umstellung reagiert. Oftmals fallen dabei nach und nach die Haare aus. Viele Hormone, die unser Körper für selbstverständlich gehalten hat, werden dem Körper nicht mehr tagtäglich zugeführt. Es herrscht ein Mangel an Östrogenen, aber auch an Gestagenen.

Teilweise führt dies auch zu einer vorrübergehenden Überproduktion von männlichen Hormonen, die es ja bekannterweise eher nicht so gut mit uns meinen, wenn es ums Thema Haut und Haar geht. Es kann eine Weile dauern, bis sich unsere Hormone wieder normalisiert haben und die Eigenproduktion hochgefahren wird.

Glücklicherweise kann sich unser Haar in den meisten Fällen schon nach einigen Monaten wieder erholen.

Was kann ich im Alltag gegen starken Haarausfall tun?

Aber lasst uns zurück zum Haarausfall kommen und uns konkret anschauen, was man gegen verstärkten Haarausfall unternehmen kann:

  • Sei nicht enttäuscht, wenn Deine Haare von nun an nicht mehr so voluminös sind, wie sie einmal waren.
  • Achte auf eine gesunde und ausgewogene Ernährung. Achte auch auf eine ausreichende Zufuhr von Vitaminen und Mineralstoffen. Mit Lebensmitteln, wie Leinsamen oder auch Sojaprodukten kann sogar der Testosteron-Spiegel gesenkt werden. Und Leinsamen gelten ja sowieso als unschlagbares Superfood!
  • Reduziere Deine Haarpflege-Routine auf ein pH-neutrales Hautshampoo und ein pflegendes Haaröl. Die Verwendung von Schaumfestigern oder Glätteisen sowie ständiges Haarefärben sollten vorerst gemieden werden. Deine Kopfhaut und Dein Haar sollten sich gut erholen können und nicht noch mit weiteren Stressfaktoren in Berührung kommen.
  • Reduziere Dein Stresslevel. Auch das erscheint Dir eventuell offensichtlich. Aber auch hier ist es sehr wichtig, dass Du Dir regelmäßig Auszeiten gönnst. Denn Stress führt bekannterweise auch zu Haarausfall.
  • Wir empfehlen Dir, Dein Blutbild checken zu lassen, da in seltenen Fällen auch ein Nährstoffmangel, Schilddrüsenprobleme oder andere Krankheiten dahinter stecken können.

Hormonelles Ungleichgewicht beheben: Was kann ich im Alltag gegen starken Haarausfall tun?

Hier sind einige Tipps, die Ihnen helfen können:

  • Achte darauf ausgewogen und gesund zu essen. Kurzhaarfrisuren und Volumenschnitte für feines Haar lassen auch immer dünner werdende Haare voluminöser und dichter aussehen.
  • Vitamin B-Komplex, Vitamin C, Magnesium, Zink, Eisen, Biotin (Zink, Biotin und Eisen sind sehr wichtig für den Haarwuchs). In manchen Fällen mangelt es auch an Vitamin D und Selen. Diese bitte aber auf keinen Fall ohne vorherige Blutkontrolle beim Arzt einnehmen.
  • Gesunder, ausreichender und regelmäßiger Schlaf ist für den gesamten Körper gut, aber für die Leber ganz besonders, denn hauptsächlich nachts verrichtet sie ihre Entgiftungsarbeit.
  • Die Leber liebt Bitterstoffe, also gib sie ihr. Das geht ganz wunderbar mit verschiedenen Bitter-Tees wie z.B. Ingwer, Mariendistel, Löwenzahn, Salbei oder Brennnessel. Es gibt auch spezielle Leber & Galle-Teemischungen, die sehr zu empfehlen sind.
  • Um einer Übersäuerung entgegenzuwirken, kann basische Ernährung Wunder wirken. Eine basische Kost enthält vor allem viel Gemüse und Obst. Tierisches Eiweiß hingegen ist zu vermeiden und gehört zur sogenannten „sauren“ Kost.
  • Die Brennnessel ist ein echtes Powerpaket! Sie gilt nicht nur als altbewährtes Hausmittel zur Anregung des Haarwuchses, sondern ist außerdem basisch sowie höchst nähr- und vitalstoffreich. Vor allem Vitamin A, verschiedene B-Vitamine (B1, B2, B3, B5 und Folsäure), Vitamin C und Vitamin D sind reichlich vorhanden. Zusätzlich gilt sie als Quelle einiger Mineralien, wie Eisen, Magnesium, Mangan, Kalzium, Phosphor und Kalium.
  • Wer mich jetzt für bescheuert hält, hat sich mit der heilenden Wirkung von Yoga noch nicht beschäftigt. Denn es entspannt nicht nur, sondern kann dem Körper auch bei der Entgiftung helfen. Es gibt einige Übungen, die die Durchblutung der Leber und deren Stoffwechsel anregen.

Hormonelle Unterstützung durch Heilpflanzen

Viele Frauen besinnen sich auf alte Heilmittel und wagen den Blick über den kulturellen Tellerrand. Zu den wichtigsten Hormonpflanzen zählen Yamswurzel, Mönchspfeffer, Bockshornklee, Nachtkerze, Schafgarbe, Frauenmantel, Rotklee, Passionsblume, Hopfen und Traubensilberkerze. Die Heilpflanzen können als Tee getrunken oder als Tinktur bzw. Sud in die Kopfhaut einmassiert werden. Auf diese Weise kann die Durchblutung gefördert und das Haarwachstum angeregt werden. Wird der Körper über die Ernährung ausreichend mit Nährstoffen versorgt, werden die Haarwurzeln zusätzlich gestärkt.

Hier ist eine Tabelle mit einigen Heilpflanzen und ihren Wirkungen:

Heilpflanze Wirkung
Yamswurzel Ausbalancierung des Hormonhaushaltes
Mönchspfeffer Regulierung des weiblichen Zyklus
Bockshornklee Stärkung der Haarwurzeln
Nachtkerze Unterstützung der Hautgesundheit
Schafgarbe Entzündungshemmend und beruhigend
Frauenmantel Stärkung der weiblichen Organe
Rotklee Östrogenähnliche Wirkung
Passionsblume Beruhigend und entspannend
Hopfen Beruhigend und schlaffördernd
Traubensilberkerze Linderung von Wechseljahresbeschwerden

Hausmittel haben ihre Grenzen. Wenn Ihre Beschwerden über einen längeren Zeitraum bestehen, trotz Behandlung nicht besser oder sogar schlimmer werden, sollten Sie immer einen Arzt aufsuchen.

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