Eine Pigmentstörung kann sich auf verschiedene Weise äußern, einschließlich der Weißfärbung der Haare, Augenbrauen und sogar der Wimpern. In den betroffenen Vitiligoarealen kann es zu einer Weißfärbung der Haare kommen.
Die menschliche Hautfarbe ist einerseits angeboren, zum anderen spielt das Sonnenlicht eine Rolle. Verantwortlich dafür sind vor allem die Melanozyten, Zellen in der oberen Hautschicht, die den bräunlichen Farbstoff Melanin bilden. Je mehr sich in der Haut befindet, desto dunkler ist sie. Ein Mangel dieses Gewebefarbstoffes oder Pigments, wie Mediziner sagen, führt zu den charakteristischen farblosen Stellen auf der Haut, der Weißfleckenkrankheit oder Vitiligo.
Im Folgenden werden wir die Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten von Pigmentstörungen, die zu weißen Wimpern führen können, genauer betrachten.
Vitiligo ist eine chronische, nicht ansteckende Hauterkrankung, die mit einem Pigmentverlust einhergeht. "Die Vitiligo ist eine häufige, erworbene und chronische Erkrankung der Haut. Sie führt zu einem stellenweisen Verlust des braunen Hautpigments Melanin", so Dr. Mona Großmann, Oberärztin der Dermatologie in der Helios St. Elisabeth Klinik Oberhausen.
Dabei greift das Immunsystem die Melanozyten an, also die Hautzellen, die das Pigment Melanin bilden. Bei Vitiligo-Patienten werden die Melanozyten vom körpereigenen Immunsystem angegriffen und zerstört. Melanin ist entscheidend für die Hautfarbe und dient als natürlicher Schutz vor UV-Strahlung. Kommt es zu einem Verlust dieser Zellen, entstehen weiße, unpigmentierte Hautstellen, die sich deutlich von der umliegenden Haut abheben.
Die Größe und Anzahl der Hautflecken ist dabei individuell sehr unterschiedlich. Typischerweise beginnen sie klein und können im Verlauf der Erkrankung größer werden oder sich ausbreiten. In seltenen Fällen kann eine Repigmentierung erfolgen, bei der sich die Flecken wieder nachfärben.
Die Weißfleckenkrankheit kann komplett symptomfrei verlaufen. Die Weißfleckenkrankheit beruht auf einer Pigmentstörung.
Verschiedene Formen der Vitiligo:
Bei einer NSV sind typischerweise beide Körperseiten parallel betroffen. Häufig beginnt sie im Gesicht (akrofaziale Vitiligo). Weitere bevorzugte Körperregionen sind die Leistenregion und die Streckseiten der Ellenbogen sowie die Vorderseite des Knies. Auch ein Schleimhautbefall ist möglich. Im weiteren Verlauf kann es zur generalisierten Vitiligo kommen, bei der mehrere Körperpartien großflächig betroffen sind, bis hin zur kompletten Depigmentierung.
Die SV ist seltener und kann auf eine Körperseite beschränkt sein. Häufig zeigt sie einen früheren Beginn als die nicht-segmentale Vitiligo. Etwa die Hälfte der Patientinnen und Patienten mit einer SV weist eine Depigmentiereung der Körperbehaarung auf, die sogenannte Poliosis.
Da sich einige Formen keiner der beiden klassischen Formen der Weißfleckenkrankheit zuordnen lassen, fasst man sie als nicht-klassifizierbar zusammen. Dazu zählen die follikuläre Vitiligo, die auf behaarte Hautareale begrenzt ist.
Ursachen und Risikofaktoren:
Vitiligo am Knie
Wer den Verdacht einer Weißfleckenkrankheit hat, sollte einen Hautarzt aufsuchen. Bei einem Verdacht auf die Hauterkrankung sollten sich Betroffene an einen Dermatologen wenden. Dieser kann die Haut begutachten und die Erkrankung zunächst diagnostizieren, als auch etwaige Differentialdiagnosen ausschließen.
"Insbesondere bei hellhäutigen Menschen kann das Wood-Licht zur besseren Darstellung von Vitiligoflecken angewendet werden. So deutet eine unter Wood-Licht größer erscheinende Depigmetierung auf eine sich ausbreitende Vitiligo hin", sagt die Oberärztin.
Der Befall der Körperoberfläche kann mit Hilfe verschiedener Methoden berechnet werden. Exemplarisch zu nennen ist hier beispielsweise der sogenannten Body surface area (BSA) Index. Dieser wird in Prozent anhand der Neuner-Regel angegeben. Bei dem BSA entspricht ein Prozent etwa der Hand inklusive der Finger. So kann die Ausprägung laut Leitlinie als schwer (BSA > 30 Prozent), moderat (BSA 10-30 Prozent) und mild (BSA < 10 Prozent) beschrieben werden.
Vitiligo gilt derzeit als nicht heilbar. Dennoch kann eine frühzeitige Behandlung die Ausbreitung eindämmen und in vielen Fällen sogar eine Repigmentierung der weißen Hautstellen begünstigen. Entscheidend ist, dass der behandelnde Arzt vor Beginn die individuell passende Therapie auswählt und dabei auch mögliche gesundheitliche Risiken bespricht.
Therapiemöglichkeiten bei Vitiligo:
Die Ursachen von Albinismus sind verschiedene genetische Störungen. Die betreffenden Gene weisen eine Veränderung (Mutation) auf, die auch an Nachkommen weitervererbbar ist.
Formen von Albinismus:
Eine weitere Unterteilung dieser Albinismus-Formen ist nach der zugrundeliegenden genetischen Ursache möglich. Die Bildung des Farbstoffs Melanin ist nämlich ein komplexer Prozess, an dem viele verschiedene Komponenten wie Zellen, Enzyme und Proteine beteiligt sind. Je nachdem, welcher Baustein in der Melanin-Produktion durch einen Gendefekt fehlerhaft ist, unterscheidet man:
Ein Kind mit Albinismus in Tansania
Formen von Okulärem Albinismus: Hierbei beschränken sich die Symptome auf die Augen: Die Regenbogenhaut ist sehr hell (hellblau oder rötlich). Zudem treten Sehstörungen auf. Haare und Haut sind normal gefärbt.
Meist ist okulärer Albinismus X-chromosomal-rezessiv vererbt, so etwa der okuläre Albinismus Typ 1 (Nettleship-Falls-Typ). Die zugrundeliegende Genmutation liegt also auf dem weiblichen Geschlechtschromosom (X-Chromosom). Weil Männer grundsätzlich nur über ein X-Chromosom verfügen, kommt die Genmutation bei ihnen immer zum Tragen.
Frauen dagegen sind in der Mehrzahl symptomfrei, weil sie ja zwei X-Chromosomen haben. Wenn nur auf einem die relevante Genmutation liegt, greift der Körper auf die "gesunde" Genkopie auf dem zweiten X-Chromosom zurück. Nur in seltenen Fällen zeigen daher auch Frauen Symptome von okulärem Albinismus, etwa wenn die "gesunde" Genkopie inaktiviert ist oder wenn beide X-Chromosomen die relevante Genmutation aufweisen.
Ganz selten ist die autosomal-rezessive Form von okulärem Albinismus.
Piebaldismus ist eine seltene, angeborene Pigmentstörung. Bei den Betroffenen bilden sich während der embryonalen Entwicklung an verschiedenen Hautstellen keine oder kaum Melanozyten. Dabei handelt es sich um die Zellen, die den Farbstoff Melanin bilden. Das führt zu klar abgegrenzten Stellen mit wenig oder ohne Pigment.
Die hellen, sehr lichtempfindlichen Pigmentflecken finden sich hauptsächlich an Stirn, Brustkorb, Bauch, Oberarmen und Beinen. Zudem haben die Betroffenen eine weiße Stirnlocke und manchmal auch helle oder weiße Augenbrauen und Wimpern.
Die Mutation, die dem partiellen Albinismus zugrunde liegt, wird autosomal-dominant vererbt. Es genügt also, dass man nur von einem Elternteil diese Mutation vererbt bekommt, dass diese Form von Albinismus in Erscheinung tritt.
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