Wer seine Haare möglichst schonend färben möchte, greift oft zu pflanzlichen Färbemitteln. Doch nicht jedes pflanzliche Färbemittel ist frei von kritischen Stoffen. Stiftung Warentest und Öko-Test haben verschiedene Produkte untersucht, um Verbrauchern eine Orientierung zu bieten. Dieser Artikel fasst die wichtigsten Ergebnisse zusammen und gibt Tipps für die Auswahl der richtigen Pflanzenhaarfarbe.
Anders als konventionelle Kolorationen, auch Oxidationsfarben genannt, sind pflanzliche Farben meist schonender zu den Haaren.
Das Problem: Die künstlichen Permanent-Haarfarben enthalten unter anderem sogenannte aromatische Amine, die nur an ihren kryptischen INCI-Namen - wie p-Phenylendiamin (PPD) oder Toluene-2,5-Diamine Sulfate - zu erkennen sind. Einige dieser aromatischen Amine werden vom wissenschaftlichen Ausschuss für Verbrauchersicherheit der EU jedoch als starke oder sogar sehr starke Kontaktallergene eingestuft, was bedeutet, dass sie Rötungen, Schwellungen oder Juckreiz auslösen können. Bereits ein Selbsttest kann eine Allergie hervorrufen. Deshalb chemische Haarfarben auf keinen Fall vorab in der Armbeuge testen. Denn ob der Körper eine Allergie entwickelt, hängt auch von der Häufigkeit des Kontakts mit den Allergenen ab.
Um zu klären, welche Produkte halten, was sie versprechen, hat die Stiftung Warentest sechs Pflanzenfarben für hellbraune, karamell- bis nussbraune Töne unter die Lupe genommen. Getestet wurden die Produkte in Hinblick auf Färbeergebnis (25 %), Farberhalt (25 %), Haarzustand nach dem Färben (15 %), Anwendung (20 %), kritische Stoffe (5 %), Nutzungsfreundlichkeit der Verpackung (5 %) und Deklaration und Werbeaussagen (5 %). Die Farbgenauigkeit, Gleichmäßigkeit und Grauabdeckung standen dabei ganz klar im Fokus des Tests.
Die Produkte wurden von jeweils 20 Proband*innen verwendet, die einen maximalen Grauhaaranteil von 30 % haben. Nach dem Färben wurde das Haar von Friseur*innen beurteilt. Der Test wurde ursprünglich 2021 durchgeführt, die Ergebnisse sind aber weiterhin aktuell.
Während es einen pflanzliche Haarfarbe Testsieger mittlerweile nicht mehr im Verkauf gibt, schafft es auch das Produkt von Logona Naturkosmetik auf das Siegertreppchen. Die Farbe konnte die Stiftung Warentest nicht nur in Sachen Ergebnis, sondern auch Anwendung und Farberhalt überzeugen. Auch nach 28 Haarwäschen hatte die Farbe kaum an Intensität verloren - außer bei grauen Haaren. Hier muss demnach öfter nachgefärbt werden.
Vorteile:
Nachteile:
Fast genauso gut hat Stiftung Warentest die pflanzliche Haarfarbe der Naturkosmetikmarke Sante bewertet. Ein Defizit zeigte sich jedoch bei der Abdeckung von grauem Haar. Außerdem wurden Spuren von Arsen und Schwermetallen gefunden. Dafür ist der Preis bei diesem Produkt unschlagbar. Eine 100g-Packung kostet deutlich unter zehn Euro. Damit ist die Sante Pflanzenhaarfarbe die günstigste unter den Favoriten.
Vorteile:
Nachteile:
Eine weitere Pflanzenfarbe, die im Test solide abgeschnitten hat, ist diese hier: die khadi Natural Cosmetics Pflanzenfarbe in der Nuance Hellbraun. Während die Ergebnisse mit den anderen beiden Produkten zu vergleichen ist, wurden hier allerdings Punkte in Hinblick auf kritische Stoffe abgezogen. Es wurden sowohl Spuren von Pflanzenschutzmitteln als auch von Arsen und Schwermetallen gefunden.
Vorteile:
Nachteile:
Die Stiftung Warentest hat sechs Naturhaarfarben in hell- bis mittelbraunen Farbtönen getestet. Die Ergebnisse zeigen, dass die Farben überwiegend ein positives Färbeergebnis und eine lange Haltbarkeit aufweisen. Unterschiede gibt es jedoch bei der Grauabdeckung und dem Haarzustand nach dem Färben. Einige Produkte fielen durch kritische Stoffe auf.
| Produkt | Bewertung | Vorteile | Nachteile |
|---|---|---|---|
| Logona Naturkosmetik Pflanzen-Haarfarbe | Gut (2,2) | Gutes Ergebnis, gute Haltbarkeit, Naturkosmetik | Graue Haare müssen öfter nachgefärbt werden |
| Sante Naturkosmetik Pflanzen-Haarfarbe Pulver Nussbraun | Gut | Gutes Ergebnis, gute Haltbarkeit, guter Preis, Naturkosmetik | Befriedigendes Ergebnis bei Grauabdeckung, Spuren von Arsen und Schwermetallen |
| Khadi Natural Cosmetics Pflanzenhaarfarbe Hellbraun | Befriedigend | Gutes Ergebnis, gute Haltbarkeit, Naturkosmetik | Spuren von Pflanzenschutzmitteln, Arsen und Schwermetallen |
Öko-Test hatte im Oktober einen Haarfarben-Test durchgeführt und dabei nur zwei Noten vergeben: „sehr gut“ oder „ungenügend“. Im Test: 17 alternative Haarfarben. Dabei zeigt sich: Natürliche Haarfarben sind für Verbraucherinnen und Verbraucher gar nicht so einfach zu erkennen. In einigen Fällen enthalten die getesteten Produkte neben natürlichen Inhaltsstoffen auf pflanzlicher Basis auch potenziell allergieauslösende und hautreizende Problemstoffe.
Unter den neun echten pflanzlichen Haarfarben im Test, die tatsächlich mit Blättern, Wurzeln & Co. färben, war beispielsweise die Garnier Color Herbalia Pflanzenhaarfarbe Naturbraun. Sie erhielt ein „sehr gut“. Ebenfalls unter den „sehr guten“ Testsiegern war das Henné Pulver Color Braun, das mit rund 6 Euro zu den günstigeren Farben im Test zählt. Eine dritte „sehr gute“ Farbe war die Logona Pflanzenhaarfarbe Creme, 230 Maronenbraun, die mit ca. 15 Euro allerdings auch die teuerste im Test war. Dafür trägt sie ein Naturkosmetik-Siegel.
Die Oxidationsfarbe Korres Dauerhafte Haarfarbe Arganöl 5.0 hingegen fiel neben anderen mit „ungenügend“ durch, ebenso wie das Naturtint Permanente Farbgel 5N Kastanienbraun Hell. In beiden fand das Labor extrem sensibilisierende Kontaktallergene sowie weitere umstrittene Stoffe wie halogenorganische Verbindungen und PEG/PEG-Derivate.
Bevor du deine Haare mit einer pflanzlichen Farbe kolorierst, solltest du sicherstellen, dass deine Mähne auch dafür geeignet ist:
Gute Vorbereitung ist wichtig. Vor dem Färben Reste von silikonhaltigen Shampoos oder Spülungen mit einer Tiefenreinigung auswaschen. Ganz entscheidend ist die richtige und konstante Temperatur des Färbebreis: Richten Sie sich dabei akribisch nach den jeweiligen Angaben. Während des Auftragens die Farbe konstant auf Temperatur halten, am besten in einem Wasserbad. Solange sie einwirkt, die Haare mit Folie oder Handtuch warm und am besten auch feucht halten.
Die Haare sind trocken und haben einen Grünstich? Probieren sie es mit heiß föhnen. Im Laufe der ersten beiden Tage können sich die Farben auch noch entwickeln oder nachdunkeln und sollten deshalb nicht mit Shampoo gewaschen werden.
tags: #phyto #haarfarbe #test #stiftung #warentest
Diese Website verwendet Cookies. Durch die weitere Nutzung der Seite stimmst du der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen
Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.