Pflanzenhaarfarben im Test: Ergebnisse von Stiftung Warentest und Öko-Test

Wer seine Haare möglichst schonend färben möchte, greift oft zu pflanzlichen Färbemitteln. Doch nicht jedes pflanzliche Färbemittel ist frei von kritischen Stoffen. Stiftung Warentest und Öko-Test haben verschiedene Produkte untersucht, um Verbrauchern eine Orientierung zu bieten. Dieser Artikel fasst die wichtigsten Ergebnisse zusammen und gibt Tipps für die Auswahl der richtigen Pflanzenhaarfarbe.

Unterschiede zwischen pflanzlichen und chemischen Haarfarben

Anders als konventionelle Kolorationen, auch Oxidationsfarben genannt, sind pflanzliche Farben meist schonender zu den Haaren.

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Gerade wenn du deinen Ansatz also alle paar Wochen nachfärben musst, machen sie Sinn. Pflanzenhaarfarben setzen auf Farbstoffe aus zermahlenen Blättern, Blüten oder Wurzeln. Im Gegensatz dazu dringen chemische Oxidationshaarfarben tief ins Haarinnere ein, wo Wasserstoffperoxid zunächst die natürlichen Melanin-Pigmente zerstört.

Das Problem: Die künstlichen Permanent-Haarfarben enthalten unter anderem sogenannte aromatische Amine, die nur an ihren kryptischen INCI-Namen - wie p-Phenylendiamin (PPD) oder Toluene-2,5-Diamine Sulfate - zu erkennen sind. Einige dieser aromatischen Amine werden vom wissenschaftlichen Ausschuss für Verbrauchersicherheit der EU jedoch als starke oder sogar sehr starke Kontaktallergene eingestuft, was bedeutet, dass sie Rötungen, Schwellungen oder Juckreiz auslösen können. Bereits ein Selbsttest kann eine Allergie hervorrufen. Deshalb chemische Haarfarben auf keinen Fall vorab in der Armbeuge testen. Denn ob der Körper eine Allergie entwickelt, hängt auch von der Häufigkeit des Kontakts mit den Allergenen ab.

Testergebnisse von Stiftung Warentest

Um zu klären, welche Produkte halten, was sie versprechen, hat die Stiftung Warentest sechs Pflanzenfarben für hellbraune, karamell- bis nussbraune Töne unter die Lupe genommen. Getestet wurden die Produkte in Hinblick auf Färbeergebnis (25 %), Farberhalt (25 %), Haarzustand nach dem Färben (15 %), Anwendung (20 %), kritische Stoffe (5 %), Nutzungsfreundlichkeit der Verpackung (5 %) und Deklaration und Werbeaussagen (5 %). Die Farbgenauigkeit, Gleichmäßigkeit und Grauabdeckung standen dabei ganz klar im Fokus des Tests.

Die Produkte wurden von jeweils 20 Proband*innen verwendet, die einen maximalen Grauhaaranteil von 30 % haben. Nach dem Färben wurde das Haar von Friseur*innen beurteilt. Der Test wurde ursprünglich 2021 durchgeführt, die Ergebnisse sind aber weiterhin aktuell.

Pflanzliche Haarfarbe Testsieger: Logona Naturkosmetik Pflanzen-Haarfarbe

Während es einen pflanzliche Haarfarbe Testsieger mittlerweile nicht mehr im Verkauf gibt, schafft es auch das Produkt von Logona Naturkosmetik auf das Siegertreppchen. Die Farbe konnte die Stiftung Warentest nicht nur in Sachen Ergebnis, sondern auch Anwendung und Farberhalt überzeugen. Auch nach 28 Haarwäschen hatte die Farbe kaum an Intensität verloren - außer bei grauen Haaren. Hier muss demnach öfter nachgefärbt werden.

Vorteile:

  • Naturkosmetik
  • Gutes Ergebnis und gute Haltbarkeit

Nachteile:

  • Graue Haare müssen öfter nachgefärbt werden

Sante Naturkosmetik Pflanzen-Haarfarbe Pulver Nussbraun

Fast genauso gut hat Stiftung Warentest die pflanzliche Haarfarbe der Naturkosmetikmarke Sante bewertet. Ein Defizit zeigte sich jedoch bei der Abdeckung von grauem Haar. Außerdem wurden Spuren von Arsen und Schwermetallen gefunden. Dafür ist der Preis bei diesem Produkt unschlagbar. Eine 100g-Packung kostet deutlich unter zehn Euro. Damit ist die Sante Pflanzenhaarfarbe die günstigste unter den Favoriten.

Vorteile:

  • Naturkosmetik
  • Gutes Ergebnis und gute Haltbarkeit
  • Guter Preis

Nachteile:

  • Nur befriedigendes Ergebnis bei Grauabdeckung
  • Spuren von Arsen und Schwermetallen

Khadi Natural Cosmetics Pflanzenhaarfarbe Hellbraun

Eine weitere Pflanzenfarbe, die im Test solide abgeschnitten hat, ist diese hier: die khadi Natural Cosmetics Pflanzenfarbe in der Nuance Hellbraun. Während die Ergebnisse mit den anderen beiden Produkten zu vergleichen ist, wurden hier allerdings Punkte in Hinblick auf kritische Stoffe abgezogen. Es wurden sowohl Spuren von Pflanzenschutzmitteln als auch von Arsen und Schwermetallen gefunden.

Vorteile:

  • Naturkosmetik
  • Gutes Ergebnis und gute Haltbarkeit

Nachteile:

  • Spuren von Pflanzenschutzmitteln, Arsen und Schwermetallen

Zusammenfassung der Testergebnisse (Stiftung Warentest)

Die Stiftung Warentest hat sechs Naturhaarfarben in hell- bis mittelbraunen Farbtönen getestet. Die Ergebnisse zeigen, dass die Farben überwiegend ein positives Färbeergebnis und eine lange Haltbarkeit aufweisen. Unterschiede gibt es jedoch bei der Grauabdeckung und dem Haarzustand nach dem Färben. Einige Produkte fielen durch kritische Stoffe auf.

Produkt Bewertung Vorteile Nachteile
Logona Naturkosmetik Pflanzen-Haarfarbe Gut (2,2) Gutes Ergebnis, gute Haltbarkeit, Naturkosmetik Graue Haare müssen öfter nachgefärbt werden
Sante Naturkosmetik Pflanzen-Haarfarbe Pulver Nussbraun Gut Gutes Ergebnis, gute Haltbarkeit, guter Preis, Naturkosmetik Befriedigendes Ergebnis bei Grauabdeckung, Spuren von Arsen und Schwermetallen
Khadi Natural Cosmetics Pflanzenhaarfarbe Hellbraun Befriedigend Gutes Ergebnis, gute Haltbarkeit, Naturkosmetik Spuren von Pflanzenschutzmitteln, Arsen und Schwermetallen

Testergebnisse von Öko-Test

Öko-Test hatte im Oktober einen Haarfarben-Test durchgeführt und dabei nur zwei Noten vergeben: „sehr gut“ oder „ungenügend“. Im Test: 17 alternative Haarfarben. Dabei zeigt sich: Natürliche Haarfarben sind für Verbraucherinnen und Verbraucher gar nicht so einfach zu erkennen. In einigen Fällen enthalten die getesteten Produkte neben natürlichen Inhaltsstoffen auf pflanzlicher Basis auch potenziell allergieauslösende und hautreizende Problemstoffe.

Unter den neun echten pflanzlichen Haarfarben im Test, die tatsächlich mit Blättern, Wurzeln & Co. färben, war beispielsweise die Garnier Color Herbalia Pflanzenhaarfarbe Naturbraun. Sie erhielt ein „sehr gut“. Ebenfalls unter den „sehr guten“ Testsiegern war das Henné Pulver Color Braun, das mit rund 6 Euro zu den günstigeren Farben im Test zählt. Eine dritte „sehr gute“ Farbe war die Logona Pflanzenhaarfarbe Creme, 230 Maronenbraun, die mit ca. 15 Euro allerdings auch die teuerste im Test war. Dafür trägt sie ein Naturkosmetik-Siegel.

Die Oxidationsfarbe Korres Dauerhafte Haarfarbe Arganöl 5.0 hingegen fiel neben anderen mit „ungenügend“ durch, ebenso wie das Naturtint Permanente Farbgel 5N Kastanienbraun Hell. In beiden fand das Labor extrem sensibilisierende Kontaktallergene sowie weitere umstrittene Stoffe wie halogenorganische Verbindungen und PEG/PEG-Derivate.

Für wen eignen sich pflanzliche Haarfarben?

Bevor du deine Haare mit einer pflanzlichen Farbe kolorierst, solltest du sicherstellen, dass deine Mähne auch dafür geeignet ist:

  • Dir reicht eine leichte Veränderung: Pflanzenhaarfarben können oft nicht mit der Intensität von konventionellen Haarfarben mithalten. Wer aber ein natürliches Ergebnis liebt, für den können sie die perfekte Alternative sein.
  • Du willst deine Haare nicht aufhellen: Das funktioniert mit pflanzlichen Farben ebenfalls nicht. Um deine Haare eine oder mehrere Nuancen aufzuhellen, müssen sie chemisch blondiert werden.
  • Du hast wenig graue Haare: Wie bereits im Test erwähnt, können Pflanzenfarben graue Haare nur bedingt abdecken. Hast du viele graue Haare oder gar Strähnen werden diese sich farblich absetzen. Dies kann wirken, als hättest du Strähnchen.
  • Du bist Allergiker*in: Auch in diesem Fall sind pflanzliche Haarfarben eine tolle Alternative, um deine Kopfhaut nicht zu strapazieren und allergische Reaktionen zu vermeiden. Ganz ausschließen kann man sie aber auch bei dieser Art der Coloration nicht.
  • Du bist schwanger: In diesem Fall solltest du auf Haarfarben mit Ammoniak verzichten.

Tipps zur Anwendung von Pflanzenhaarfarben

Gute Vorbereitung ist wichtig. Vor dem Färben Reste von silikonhaltigen Shampoos oder Spülungen mit einer Tiefenreinigung auswaschen. Ganz entscheidend ist die richtige und konstante Temperatur des Färbebreis: Richten Sie sich dabei akribisch nach den jeweiligen Angaben. Während des Auftragens die Farbe konstant auf Temperatur halten, am besten in einem Wasserbad. Solange sie einwirkt, die Haare mit Folie oder Handtuch warm und am besten auch feucht halten.

Die Haare sind trocken und haben einen Grünstich? Probieren sie es mit heiß föhnen. Im Laufe der ersten beiden Tage können sich die Farben auch noch entwickeln oder nachdunkeln und sollten deshalb nicht mit Shampoo gewaschen werden.

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