Langes und gesundes Haar ist ein Zeichen von Vitalität und Schönheit, doch die Pflege erfordert Geduld und Sorgfalt. Ob lang und glatt oder kurz und lockig - gesunde und glänzende Haare wünschen wir uns alle! Leider brechen die Haarspitzen durch eine falsche Pflege-Routine schnell ab, werden trocken und spröde. Um sicherzustellen, dass unser Haar in Bestform bleibt, sollten wir einige bewährte Tipps befolgen.
Grundregeln für die Haarpflegeroutine
Egal welcher Haartyp, zunächst sollten Sie ein paar Grundregeln für Ihre Pflegeroutine festlegen:
- Morgens und abends sowie vor jeder Wäsche die Haare gut durchkämmen. Dabei immer bei den Spitzen beginnen und sich Schritt für Schritt zum Ansatz hocharbeiten.
- Am Ende noch einmal durchs gesamte Haare bürsten. Am besten eine Bürste mit Naturborsten verwenden, die schont Haare und Kopfhaut!
- Die Haare immer mit lauwarmem Wasser waschen. Eine haselnussgroße Portion Shampoo verwenden und am besten nur ins Deckhaar einmassieren, die Spitzen dabei auslassen.
- Anschließend gründlich ausspülen.
Häufige Fehler und wie man sie vermeidet
Ein häufiger Fehler, der vermieden werden sollte, ist das Schlafen mit nassen Haaren. Nasses Haar ist besonders anfällig für Schäden, da es in diesem Zustand elastischer und empfindlicher ist. Das Schlafen mit nassen Haaren kann zu Haarbruch und Spliss führen. Um Haarbruch und Reibung zu minimieren, ist es ratsam, die Haare nachts zusammenzubinden. Ein weiterer wichtiger Tipp ist die Verwendung eines Seidenkissens. Im Vergleich zu herkömmlichen Baumwollkissen reduziert Seide die Reibung und hilft, das Haar glatt und frei von Knoten zu halten.
Die richtige Anwendung von Shampoo, Haarkur und Conditioner
Wie war das nochmal? Zuerst die Haarmaske? Weit gefehlt!
- Zuerst kommt das Shampoo ins Haar. Die Aufgabe des Shampoos ist es, Fett und Schmutz von der Kopfhaut zu lösen und durch seinen basischen pH-Wert die Poren deiner Haarstruktur zu öffnen und für Nährstoffe empfänglich zu machen. Beachte, dass du dein Shampoo nur auf die Kopfhaut und nicht in die Längen oder Spitzen einmassierst. Shampoo in den Haarlängen strapaziert und trocknet das Haar nur unnötig aus. Allein durch das Ausspülen des Shampoos gelangt genug Produkt über die Haarlängen, sodass sie sauber werden.
- Nun kommt die Haarkur oder Haarmaske in die Längen und Spitzen deiner Haare. Da das Shampoo vorher die Haarstruktur öffnete, können nun die Pflegestoffe der Haarmaske ordentlich einwirken und dein Haar pflegen.
- Im letzten Schritt verschließt du die offene Haarstruktur wieder mit einem Conditioner bzw. einer Spülung. Der saure pH-Wert sorgt dafür, dass die aufgenommenen Nährstoffe der Spülung ins Innere des Haares geschlossen und aufgenommen werden. Das Schließen der Poren schützt außerdem vor Austrocknung und Spliss. Auch die Spülung kommt wieder nur in die Längen und Spitzen deiner Haare und darf nach ca. 30 Sekunden mit kühlem Wasser ausgewaschen werden.
Weitere wichtige Tipps für die Haarpflege
- Hitzeschutz verwenden: Vor dem Föhnen oder Stylen ist es unerlässlich, einen Hitzeschutz zu verwenden. Hitze kann das Haar erheblich schädigen, indem sie die Proteinstruktur zerstört und die Feuchtigkeit entzieht.
- Regelmäßiges Spitzenschneiden: Ein oft übersehener, aber entscheidender Tipp ist das regelmäßige Schneiden der Spitzen. Alle zwei bis drei Monate sollten die Spitzen geschnitten werden, um Spliss zu entfernen und das Haar gesund zu halten.
- Haarwäsche reduzieren: Die Häufigkeit der Haarwäschen sollte reduziert werden, um die natürliche Feuchtigkeitsbalance der Kopfhaut und der Haare zu erhalten. Zu häufiges Waschen kann das Haar austrocknen und zu Schäden führen.
- Nicht mit heißem Wasser waschen: Kurz und knapp: Wasche deine Haare nicht mit zu heißem Wasser. Heißes Wasser reizt deine Kopfhaut und kann zu Austrocknung führen.
- Haare schonend trocknen: Rubbel deine Haare nach der Haarwäsche nicht mit dem Handtuch trocken, denn das Reiben am Frotteestoff schädigt die Haare und führt zu Haarbruch.
Die richtige Wahl der Pflegeprodukte
Es ist von größter Wichtigkeit, dass die Produkte wie Shampoo, Spülung und Haarkuren perfekt auf die Haarbedürfnisse abgestimmt sind. Im ersten Schritt sollten Sie Ihren Haartyp bestimmen, wenn Sie ihn noch nicht kennen. Zum einen zählt die Haarstruktur wie feines, dickes, krauses oder lockiges Haar. Wichtig ist aber auch, ob Sie trockene oder schnell fettende Haare haben. Jeder Haartyp hat seine speziellen Eigenschaften und Ansprüche an Pflegeprodukte.
- Feines Haar: Ein zu hoher Pflegefaktor kann die Haare beschweren, wodurch sie strähnig wirken.
- Schnell fettendes Haar: Die Haare müssen oft gewaschen werden, daher ist ein mildes Shampoo die richtige Wahl, das die Kopfhaut schont.
- Trockenes Haar: Wählen Sie Shampoos, Spülungen und Kuren aus, die Ihren Haaren viel Feuchtigkeit spenden. Zudem sind auch sogenannte Leave-in-Produkte ideal.
- Coloriertes Haar: Achten Sie darauf, dass Sie spezielle Produkte aussuchen, die dabei helfen, den Farbglanz lange zu erhalten.
- Lockige Haare: Nutzen Sie feuchtigkeitsspendende Shampoos und Kuren.
Zusätzlich zur regelmäßigen Pflege mit Conditioner sollten wir unsere Haare in regelmäßigen Abständen mit einer intensiven Kur verwöhnen.
Die Bedeutung von silikonfreien Shampoos
In vielen herkömmlichen Shampoos finden wir Silikone (auch synthetische Polymere), die sich um unsere Haare legen und ein Gefühl von Gesundheit und Geschmeidigkeit suggerieren. Der Schein trügt jedoch: Die Silikone legen nur einen wasser- und luftundurchlässigen Film um Haar und Kopfhaut, wodurch deine Haare austrocknen und brüchig werden. Durch den Silikonfilm können deine Haare keine Nährstoffe mehr aufnehmen und gehen kaputt.
Natürliche Shampoos ohne Silikone reinigen Kopfhaut und Haare sanft, ohne Rückstände zu hinterlassen. Wir empfehlen dir außerdem, der Umwelt zuliebe, festes Shampoo für deine Haarwäsche zu wählen. Silikone sind nicht biologisch abbaubar und können sich im Grundwasser anreichern.
Weitere Tipps für die Haarpflege
- Zopfgummis: Die altherkömmlichen Zopfgummis mit Stoffüberzug und Metallverschluss sind am bekanntesten über den PferdeschwanzträgerInnen, sorgen aber leider häufig für Knicke im Haar und sogar für Haarbruch. Besser fürs Haar sind hingegen die Invisible Zopfgummis aus Kunststoff, die an ein altes Telefonkabel erinnern. Diese lassen sich einfach reinigen und verursachen auch bei einem strengen Dutt keine Kopfschmerzen.
- Styling mit Hitze: Generell ist das Styling mit Hitze - mit Glätteisen oder Föhn - für die Haare nicht optimal. Kannst du auf dein Styling dennoch nicht verzichten, empfehlen wir dir zum einen, die Hitze zu verringern und ggf. mit kühler Luft zu föhnen. Wichtig ist zudem, dass du deine Haare immer in Wuchsrichtung föhnst, d. h. die Luft des Föhns bläst vom Ansatz in Richtung Spitzen. Du hältst dabei den Föhn schräg von oben an deinen Kopf und achtest auf einen Abstand von mind.
- Saisonale Pflege: Sowohl bei sehr heißen als auch bei bitterkalten Temperaturen wird unser Haar strapaziert und benötigt eine besondere Pflege. Während unser Haar im Sommer von Ölen mit UV-Schutz profitiert, kann es im Winter durch das Tragen von Mützen schnell schuppig werden und sollte daher häufiger massiert werden. Durch die massive Sonneneinstrahlung und Wärme können deine Haare im Sommer austrocknen oder sogar bleichen.
Besondere Pflege für lange Haare
Schöne, lange Haare benötigen keine komplizierte Pflege, aber die richtige Routine ist entscheidend. Regelmäßige Schnitte, milde Pflegeprodukte und ein achtsamer Umgang mit Haarbürste und Kamm sind die Grundpfeiler gesunder Haare.
- Haare nicht zu häufig waschen:Wasche deine Haare zwei- bis dreimal pro Woche, um den natürlichen Schutzfilm deiner Kopfhaut zu bewahren. Gehe zart und einfühlsam mit deinem Haar um. Sonst können Kopfhaut und Haare spröde werden. Wenn du fettiges Haar hast, ist auch eine tägliche Wäsche mit einem milden Shampoo okay.
- Vor dem Waschen ausbürsten:Bürste deine Haare vor der Haarwäsche, um Rückstände von Stylingprodukten zu entfernen. Das verhindert, dass deine Haare beim Waschen zu stark verheddern - und das anschließende Kämmen wird viel leichter.
- Das richtige Shampoo wählen:Dein Shampoo sollte zu den Bedürfnissen deiner Haare passen. Für normales Haar empfehlen wir ein Produkt mit neutralem pH-Wert (5,5). Bei gefärbtem, trockenem oder strapaziertem Haar wähle spezielle Pflegeprodukte.
Nach der Haarwäsche ist besondere Vorsicht geboten, denn im nassen Zustand sind die Haare am empfindlichsten. Zunächst die Haare vorsichtig mit dem Handtuch auswringen (nicht rubbeln!). Dann die Haare entwirren - das geht am besten mit den Fingern. Wenn möglich, die Haare an der Luft trocknen lassen oder mit sanfter Hitze föhnen.
Pflege bei speziellem Haar
Welche Haarpflegeprodukte eignen sich bei trockenem oder fettigem, feinem oder lockigem Haar?
- Schuppiges Haar: Schuppen treten auf, wenn die Kopfhaut trocken ist, fettige Schuppen entstehen durch zu viel Talgbildung.
- Haare nicht zu heiß waschen und möglichst an der Luft trocknen.
- Shampoos mit Harnstoff verwenden.
- Die Kopfhaut zweimal pro Woche über Nacht mit feuchtigkeitsspendender Lotion behandeln.
- Trockenes Haar: Trockenes Haar ist meist Folge einer geringen Talgproduktion.
- Shampoos mit Urea und Panthenol verwenden, die Feuchtigkeit spenden.
- Haare mit lauwarmem Wasser waschen und mit kühlem ausspülen.
- Krauses Haar: Gekräuselte Haare sind häufig trocken, deshalb gelten die Pflegetipps für trockenes Haar.
- Coloriertes Haar: Zu häufiges Färben kann das Haar stumpf, glanzlos oder brüchig machen.
- Das Haar alle zwei bis drei Tage mit mildem Shampoo waschen.
- Shampoos mit Panthenol oder Weizenprotein verhindern, dass das Haar austrocknet.
- Saure Spülung festigt Farbpigmente.
- Zuviel Sonne lässt Farbe verblassen.
Hilfe bei Haarausfall
Haarausfall sollte ärztlich geklärt werden. In manchen Fällen helfen Medikamente wie Finasterid oder Minoxidil. Bei nachgewiesenem Mangel ist die Einnahme von Eisen oder Zink sinnvoll.
Mit der richtigen Routine und etwas Geduld können wir also sicherstellen, dass unser Haar stark, glänzend und wunderschön bleibt. Den Mittelpunkt deiner Haarpflege stellt die Haarwäsche dar, bei du ganz besonders auf unsere Tipps Acht geben solltest. Dazu zählt vor allem die Verwendung geeigneter Pflegeprodukte in der richtigen Reihenfolge. Aber auch beim Kämmen und Föhnen solltest du auf den Schutz deiner Haare achten.
Fazit: Haarpflege ist wichtig und mit ein paar einfachen Veränderungen gut umzusetzen. Wer sich kräftiges, gesundes und gepflegtes Haar wünscht, kann mit ein paar wenigen Pflegetipps bereits Großes bewirken. Im Zweifelsfall kann dich deine FriseurIn immer am besten beraten und dir Tipps passend zu deiner individuellen Haarstruktur geben.
Vermisst ihr auch dieses "Frisch vom Friseur" - Gefühl? Damit ihr in dieser schwierigen Zeit nicht darauf verzichten müsst, haben wir euch Tipps & Tricks zusammengestellt, wie ihr euer Haar richtig zuhause pflegen könnt!
Keine Fehler mehr bei der Haarpflege - So pflegt ihr eure Haare richtig
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