Pferdefrisuren Turnier Ideen: So wird die Mähne zum Hingucker

Die Turniersaison ist in vollem Gange! Die weiße Reithose ist frisch gewaschen, die Stiefel auf Hochglanz poliert und das Jacket hängt ordentlich verpackt im Schrank. Alles sitzt und ist perfekt farblich aufeinander abgestimmt. Doch was wäre ein perfekter Auftritt ohne die passende Frisur für Ihr Pferd? In diesem Artikel finden Sie Inspirationen und Anleitungen für beeindruckende Pferdefrisuren, die auf dem Turnier garantiert alle Blicke auf sich ziehen.

Grundlagen und Vorbereitung

Bevor es ans Flechten geht, ist eine gute Vorbereitung entscheidend für das Ergebnis. Hier sind einige wichtige Schritte:

  • Mähne vorbereiten: Zunächst sollte die Mähne bzw. der Schweif gut ausgelesen werden. Ein zu häufiges Kämmen mit dem Mähnenkamm oder der Schweifbürste kann zu unnötigem Haarverlust führen und sollte weitestgehend vermieden werden.
  • Nicht waschen vor dem Flechten: Ebenso sollte von übermäßigem Waschen abgesehen werden, um das natürliche Rückfetten des Körpers nicht zu beeinflussen.
  • Kein Glanzspray: Die ausgelesenen Haare sollen nun keinesfalls mit einem Glanzspray oder einem vergleichbaren Produkt eingesprüht werden, weil das die Haftung der Flechtfrisur negativ beeinflussen kann.

Hilfsmittel für die Flechtarbeit

Nachdem die Mähne bereits ausgelesen ist und entwirrt sein sollte, können ein Mähnenkamm oder diverse Bürsten zur Hilfe genommen werden, um ein gleichmäßiges Flecht-Ergebnis zu erzielen. Während der Flechtarbeit sollten zudem Mähnengummis verwendet werden, um die einzelnen Zwischenschritte zu fixieren. Diese sind in vielen Farben erhältlich und sogar teils mit Strass besetzt zu finden. Selbst in der Festigkeit gibt es bei den Mähnengummis gravierende Unterschiede, auf die geachtet werden sollte. Unterstützend dazu kann ein Einflechtband verwendet werden, das die Haftung der Gummis fördert.

Je nach Pferdegröße sollte ein Tritt oder Hocker zur Verfügung stehen, um die Mähne auf Augenhöhe zu erreichen. Das dauerhafte Heben der Arme und die permanente Belastung des Nackens werden dadurch verhindert.

Top 5 der beliebtesten Pferdefrisuren für Turniere

Hier sind einige der beliebtesten und bewährtesten Turnierfrisuren für Pferde:

1. Turnierzöpfe: Der Klassiker

Der Klassiker unter den Flechtwerken!

QUICK KNOT: Mähne schön einflechten: wie eingenäht nur schneller

Viele Barockpferde, die an Turnieren teilnehmen, haben mittlerweile gestutzte Mähnen. Und es gibt natürlich auch solche, die nicht mit allzu üppigem Langhaar gesegnet sind.

Anliegende Zöpfe: Je nach Mähnenlänge die Zöpfe ein- oder mehrmals nach unten einschlagen und dann mindestens mit zwei Gummis doppelt fixieren.

Stehende Zöpfe: Die Zöpfe vom Ende anfangend nach oben einrollen, bis sie auf dem Mähnenkamm „sitzen“. Dabei ein Gummi in der Hand spannen und nach jeder Umdrehung des Zopfes mit einer Umdrehung des Gummis fixieren.

2. Eingenähte Zöpfe: Die Profivariante

Ihr braucht eine stumpfe Nadel, eine Schere und reißfestes Garn. Ideal ist eine ca. 10 cm lange Mähne, die auch dick sein kann. Zunächst wird das Ende des Zopfes mit einem Gummi eingeschlagen, um den „Haarpinsel“ verschwinden zu lassen. Nadel und Faden zur Hand nehmen, dann Zöpfe nach unten einrollen und möglichst straff am Mähnenkamm positionieren.

Dann wird die Nadel mehrmals mitten durch den eingerollten Zopf hindurchgestochen; immer hin- und wieder zurück, bis der Zopf fest ist. Fadenanfang- und ende sollten etwas länger gelassen werden, damit sie nach dem fixieren des Zopfes bequem miteinander verknotet werden können. Für diese Methode solltet ihr ein geduldiges Pferd haben oder aber einen Helfer, der das Pferd am Kopf etwas fixieren kann.

3. Andalusischer Zopf

Die einfachste Pferdefrisur für lange Mähnen ist hierbei der sogenannte andalusische Zopf. Dieser ist wie ein französischer Zopf nur für Pferde. Zu Beginn werden am Genick des Pferdes drei gleich große Strähnen abgeteilt und ganz normal geflochten. Im Anschluss wird von links oder von rechts bei jedem weiteren Flechtschritt eine Strähne dazu genommen. Am Ende angekommen wird er ganz normal runtergeflochten und mit einem Haargummi fixiert.

4. Mähnennetz

Bei einer langen Mähne eignet sich das Mähnennetz besonders gut. Hierzu werden am Mähnenansatz gleichmäßige Haarsträhnen mit ein paar Umschlägen geflochten und sodann mit einem Gummi verschlossen. Am Ende sollten zwischen 10 bis 15 fingerdicke Zöpfchen offen herunterhängen. Diese Zöpfchen werden anschließend jeweils halbiert und mit dem Nachbarzöpfchen wieder mit ein paar Umschlägen zusammengeflochten. Das neu entstandene Zöpfchen wird wieder mit einem Gummi befestigt. Dieser Vorgang wiederholt sich solange, bis man an den Spitzen der Mähne angekommen ist.

5. Knotenfrisur

Als klassische Turnierzöpfe gelten kleine Dutts am Mähnenkamm. Warmblüter neigen beispielsweise grundsätzlich eher zu knapper Mähne, deswegen ist auf vielen Spring- und Dressurturnieren die Knotenfrisur häufig zu sehen. Die Knotentechnik ist für Pferde mit wenig Mähnenhaar perfekt geeignet. Die Mähne wird hierzu gleichmäßig am Haaransatz unterteilt. Es werden Strähnen mit einer Breite von etwa 10 cm zusammengefasst und mit einem Mähnengummi fixiert. Diese Strähnen werden jeweils einzeln klassisch nach unten geflochten und wiederum mit einem Gummi verschlossen. Die geflochtene Haarsträhne wird nun sauber zusammengerollt und am Mähnenkamm mit weiteren Gummis oder Einflecht-Helfern fixiert. Im Grunde entstehen so viele kleine Dutts.

Pferdefrisuren für verschiedene Mähnenarten

Nicht jede Pferdefrisur ist für jede Mähnenart geeignet. Hier sind einige Tipps, welche Frisuren sich für welche Mähnen eignen:

  • Dicke Mähne: Für eine sehr dicke Mähne eignen sich jegliche Formen des spanischen Zopfes.
  • Dünne Mähne: Für Pferde mit wenig Mähnenhaar sind die Knotenfrisur oder Kreuzzöpfe ideal.
  • Lange Mähne: Bei einer langen Mähne eignet sich das Mähnennetz besonders gut.

Tipps und Tricks für langanhaltende Frisuren

  • Mähnenspray vermeiden: Mähnenspray für leichtere Kämmbarkeit und Glanz macht das Haar rutschig und Zöpfe und Gummis haben viel schlechtern Halt.
  • Schaumfestiger verwenden: Um einen besseren Halt der Zöpfe zu erzielen, kann man vor dem Einflechten Schaumfestiger auf die Mähne geben.
  • Regelmäßiges Einflechten im Alltag: Es macht durchaus Sinn, die Mähne auch im Alltag ab und an einzuflechten, z.B. Oder Du und Dein Pferd haben einen längeren Ritt vor euch und du willst die Mähne aus dem Weg haben, damit Dein Pferd darunter nicht so schwitzt.

Kreativität kennt keine Grenzen

Neben den klassischen Turnierfrisuren gibt es unzählige weitere Möglichkeiten, die Mähne Ihres Pferdes zu gestalten. Lassen Sie Ihrer Kreativität freien Lauf und probieren Sie neue Flechttechniken, Verzierungen und Accessoires aus. Ob Blumen, bunte Bänder oder Strasssteine - mit den richtigen Details wird die Pferdefrisur zum individuellen Kunstwerk.

Der Schweif - Mehr als nur ein Anhängsel

Auch der Schweif kann in die Frisur einbezogen werden. Für den Schweif können etliche Varianten der Flechttechniken angewendet werden. Häufig wird die Schweifrübe im französischen Stil geflochten. Der restliche Schweif wird offengelassen oder locker bis zum Ende hinab geflochten. Begabte Frisierkünstler können sogar herzförmige Formationen oder Schlangenlinien einarbeiten. Neben dem bekannten dreisträhnigen Muster entsteht beim zweisträhnigen Flechten ein sogenanntes Fischgrätenmuster, das durch feine Strähnen sehr filigran in der Optik ist. Sehr dichter und üppiger Schweif kann sogar im Stil des Mähnennetzes geflochten werden. Weitere Verzierungen mit Schmuck oder Blumen werden auch hier gerne verwendet.

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