Die Turniersaison ist in vollem Gange! Die weiße Reithose ist frisch gewaschen, die Stiefel auf Hochglanz poliert und das Jacket hängt ordentlich verpackt im Schrank. Alles sitzt und ist perfekt farblich aufeinander abgestimmt. Doch was wäre ein perfekter Auftritt ohne die passende Frisur für Ihr Pferd? In diesem Artikel finden Sie Inspirationen und Anleitungen für beeindruckende Pferdefrisuren, die auf dem Turnier garantiert alle Blicke auf sich ziehen.
Bevor es ans Flechten geht, ist eine gute Vorbereitung entscheidend für das Ergebnis. Hier sind einige wichtige Schritte:
Nachdem die Mähne bereits ausgelesen ist und entwirrt sein sollte, können ein Mähnenkamm oder diverse Bürsten zur Hilfe genommen werden, um ein gleichmäßiges Flecht-Ergebnis zu erzielen. Während der Flechtarbeit sollten zudem Mähnengummis verwendet werden, um die einzelnen Zwischenschritte zu fixieren. Diese sind in vielen Farben erhältlich und sogar teils mit Strass besetzt zu finden. Selbst in der Festigkeit gibt es bei den Mähnengummis gravierende Unterschiede, auf die geachtet werden sollte. Unterstützend dazu kann ein Einflechtband verwendet werden, das die Haftung der Gummis fördert.
Je nach Pferdegröße sollte ein Tritt oder Hocker zur Verfügung stehen, um die Mähne auf Augenhöhe zu erreichen. Das dauerhafte Heben der Arme und die permanente Belastung des Nackens werden dadurch verhindert.
Hier sind einige der beliebtesten und bewährtesten Turnierfrisuren für Pferde:
Der Klassiker unter den Flechtwerken!
Anliegende Zöpfe: Je nach Mähnenlänge die Zöpfe ein- oder mehrmals nach unten einschlagen und dann mindestens mit zwei Gummis doppelt fixieren.
Stehende Zöpfe: Die Zöpfe vom Ende anfangend nach oben einrollen, bis sie auf dem Mähnenkamm „sitzen“. Dabei ein Gummi in der Hand spannen und nach jeder Umdrehung des Zopfes mit einer Umdrehung des Gummis fixieren.
Ihr braucht eine stumpfe Nadel, eine Schere und reißfestes Garn. Ideal ist eine ca. 10 cm lange Mähne, die auch dick sein kann. Zunächst wird das Ende des Zopfes mit einem Gummi eingeschlagen, um den „Haarpinsel“ verschwinden zu lassen. Nadel und Faden zur Hand nehmen, dann Zöpfe nach unten einrollen und möglichst straff am Mähnenkamm positionieren.
Dann wird die Nadel mehrmals mitten durch den eingerollten Zopf hindurchgestochen; immer hin- und wieder zurück, bis der Zopf fest ist. Fadenanfang- und ende sollten etwas länger gelassen werden, damit sie nach dem fixieren des Zopfes bequem miteinander verknotet werden können. Für diese Methode solltet ihr ein geduldiges Pferd haben oder aber einen Helfer, der das Pferd am Kopf etwas fixieren kann.
Die einfachste Pferdefrisur für lange Mähnen ist hierbei der sogenannte andalusische Zopf. Dieser ist wie ein französischer Zopf nur für Pferde. Zu Beginn werden am Genick des Pferdes drei gleich große Strähnen abgeteilt und ganz normal geflochten. Im Anschluss wird von links oder von rechts bei jedem weiteren Flechtschritt eine Strähne dazu genommen. Am Ende angekommen wird er ganz normal runtergeflochten und mit einem Haargummi fixiert.
Bei einer langen Mähne eignet sich das Mähnennetz besonders gut. Hierzu werden am Mähnenansatz gleichmäßige Haarsträhnen mit ein paar Umschlägen geflochten und sodann mit einem Gummi verschlossen. Am Ende sollten zwischen 10 bis 15 fingerdicke Zöpfchen offen herunterhängen. Diese Zöpfchen werden anschließend jeweils halbiert und mit dem Nachbarzöpfchen wieder mit ein paar Umschlägen zusammengeflochten. Das neu entstandene Zöpfchen wird wieder mit einem Gummi befestigt. Dieser Vorgang wiederholt sich solange, bis man an den Spitzen der Mähne angekommen ist.
Als klassische Turnierzöpfe gelten kleine Dutts am Mähnenkamm. Warmblüter neigen beispielsweise grundsätzlich eher zu knapper Mähne, deswegen ist auf vielen Spring- und Dressurturnieren die Knotenfrisur häufig zu sehen. Die Knotentechnik ist für Pferde mit wenig Mähnenhaar perfekt geeignet. Die Mähne wird hierzu gleichmäßig am Haaransatz unterteilt. Es werden Strähnen mit einer Breite von etwa 10 cm zusammengefasst und mit einem Mähnengummi fixiert. Diese Strähnen werden jeweils einzeln klassisch nach unten geflochten und wiederum mit einem Gummi verschlossen. Die geflochtene Haarsträhne wird nun sauber zusammengerollt und am Mähnenkamm mit weiteren Gummis oder Einflecht-Helfern fixiert. Im Grunde entstehen so viele kleine Dutts.
Nicht jede Pferdefrisur ist für jede Mähnenart geeignet. Hier sind einige Tipps, welche Frisuren sich für welche Mähnen eignen:
Neben den klassischen Turnierfrisuren gibt es unzählige weitere Möglichkeiten, die Mähne Ihres Pferdes zu gestalten. Lassen Sie Ihrer Kreativität freien Lauf und probieren Sie neue Flechttechniken, Verzierungen und Accessoires aus. Ob Blumen, bunte Bänder oder Strasssteine - mit den richtigen Details wird die Pferdefrisur zum individuellen Kunstwerk.
Auch der Schweif kann in die Frisur einbezogen werden. Für den Schweif können etliche Varianten der Flechttechniken angewendet werden. Häufig wird die Schweifrübe im französischen Stil geflochten. Der restliche Schweif wird offengelassen oder locker bis zum Ende hinab geflochten. Begabte Frisierkünstler können sogar herzförmige Formationen oder Schlangenlinien einarbeiten. Neben dem bekannten dreisträhnigen Muster entsteht beim zweisträhnigen Flechten ein sogenanntes Fischgrätenmuster, das durch feine Strähnen sehr filigran in der Optik ist. Sehr dichter und üppiger Schweif kann sogar im Stil des Mähnennetzes geflochten werden. Weitere Verzierungen mit Schmuck oder Blumen werden auch hier gerne verwendet.
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