Mauke beim Pferd: Ursachen, Behandlung und Vorbeugung

Mauke ist eine entzündliche Hautreaktion in der Fesselbeuge des Pferdes, die sich auf vielfältige Weise äußern und unterschiedliche Ursachen haben kann. Der Begriff Mauke steht für entzündliche Hautveränderungen der Fesselbeuge von Pferden und beschreibt weniger eine Diagnose als ein Syndrom. An Mauke erkranken Pferde auf der ganzen Welt. Studien belegen, dass Mauke bei bestimmten Pferden häufiger auftritt.

Wenn Sie Mauke bei Ihrem Pferd feststellen, ist es wichtig, bald einen Tierarzt zu konsultieren. Beginnen Sie nicht, an den erkrankten Hautstellen selbst "herumzudoktern", da dies das Krankheitsbild verändern kann.

Ursachen der Mauke

Die Gründe für die Fesseldermatitis sind vielfältig. Einflüsse aus der Umwelt wie feuchter Untergrund können viele unterschiedliche Faktoren die entzündlichen Veränderungen beim Pferd hervorrufen und vorantreiben. Mauke gehört zu den multifaktoriellen Erkrankungen. Hier sind einige der Hauptursachen:

  • Umgebungsbedingungen: Feuchter Untergrund ist eine der Hauptursachen für Mauke. Sie entsteht, wenn der Untergrund, auf dem Sie Ihr Pferd halten, zu feucht ist. Mangelnde Hygiene begünstigt, dass die Erkrankung fortschreitet.
  • Äußere Einwirkungen: Chemische oder physikalische Reizungen der Haut können ebenfalls Mauke verursachen.
  • Krankhafte Hautveränderungen: Bei entzündeten Haarbälgen oder einem Eiterausschlag sind oft bestimmte Bakterien schuld.
  • Genetische Faktoren: Studien belegen, dass Mauke bei bestimmten Pferden häufiger auftritt. Besonders anfällig sind Pferde mit weißen Gliedmaßen und längerem Fesselbehang.
  • Milbenbefall: Wenn Pferde einen Kötenbehang besitzen, ist ein Befall mit Milben vielmals der Grund für die Mauke. Die Milben verbreiten sich auch bei anderen Tieren.

Die Pastern Leukocytoclastic Vasculitis tritt vornehmlich im Sommer an unpigmentierten Hautstellen an den unteren Bereichen der Pferdebeine auf. Sie ist klar umschrieben, durch die Entzündung rötlich gefärbt und zeigt Krusten, aus denen Flüssigkeit austritt.

Bei der Warzenmauke des Kaltbluts schwellen u. a. durch mangelnden Lymphabfluss die unteren Beinbereiche an. Das Bindegewebe verändert sich stark und es kommt zu zusätzlichen Infektionen (Sekundär-Infektionen). Wenn die „Warzen“ mit Rissen, Schuppen und Krusten auch auf Höhe des Karpal- bzw.

Symptome der Mauke

Wenn Ihr Pferd an Mauke erkrankt, erkennen Sie das schnell an Veränderungen der Haut im Bereich der Fesselbeuge. Hier sind die typischen Symptome:

  • Anfangsstadium: Im Anfangsstadium der Mauke beim Pferd sehen Sie in der Fesselbeuge rote und rissige Haut. Schuppen bilden sich. Die Pferde sind an den Stellen empfindlich beim Berühren. Die Veränderungen treten auf beiden Seiten oder einseitig auf.
  • Fortgeschrittene Erkrankung: Bei fortschreitender Erkrankung entwickeln sich haarlose Stellen. Die oberen Hautschichten gehen verloren und es bilden sich Krusten. Die Bereiche können stark jucken - häufig ist bei Juckreiz Milbenbefall der Grund für die Mauke.
  • Schwere Fälle: In schlimmen Fällen schwellen die Gliedmaßen an oder die Pferde bekommen eine Blutvergiftung. Ist die Entzündung chronisch, verändert sich das Gewebe stark.
  • Milde Form: Die milde Form der Mauke tritt am häufigsten auf. Sie wurde vorne im Text bereits angesprochen.

Beim Kaltblut kann sich als schwere Form die Raspe entwickeln. Da die Stellen sich verändern, ist es wichtig, dass früh Ihren Tierarzt befragen. Wenn Sie sich an seine Vorgaben hältst, sind Sie auf der sicheren Seite.

Diagnose der Mauke

Um die Mauke diagnostisch exakt abzuklären, ist für den Tierarzt die Vorgeschichte Ihres Pferdes, die sogenannte Anamnese, bedeutsam. Sie geben dem Tierarzt Informationen über Ihr Pferd. Durch die gezielten Fragen erhält der Tierarzt wichtige Hinweise.

Um spezielle Keime nachzuweisen, nimmt der Tierarzt eine kleine Gewebeentnahme an der Haut vor. Mit der Tesafilmprobe erkennt der Tierarzt direkt unter dem Mikroskop Milben. Wenn er die Probe anfärbt, weist er bestimmte Bakterien oder Hefepilze nach. Um auszuschließen, dass die Haut wegen Lebererkrankungen lichtempfindlich ist (Photosensibilität), nimmt der Tierarzt Blut ab.

Behandlung der Mauke

Wie Sie die Mauke behandeln, ist abhängig von den Ergebnissen der tierärztlichen Untersuchung. Die Behandlung bezieht alle belastenden und auslösenden Faktoren für die Erkrankung mit ein. Die Behandlung der Mauke hängt von den jeweiligen Ursachen ab.

Ursachen und Behandlung von Mauke - Video Blog www.barockhengste.at

Hier sind einige gängige Behandlungsmethoden:

  • Verbesserung der Haltungsbedingungen: Wenn Sie die Bodenverhältnisse für Ihr Pferd verbessern, können Sie auch eine andere Erkrankung vermeiden - die Strahlfäule. Es ist sinnvoll, die Hautbereiche direkt nach dem Reiten gründlich zu reinigen.
  • Antimikrobielle Shampoos und Lotionen: Antimikrobielle Shampoos kommen bei bakteriellen Infektionen der Mauke zum Einsatz. Als Wirkstoff wird u. a. Sie können die Haut mit Povidon-Iod haltigen Lösungen wie Betaisodona®-Lösung desinfizieren. Antimikrobielle Lotionen und Salben sind ebenfalls wirkungsvoll. Milde antimikrobielle Wirkung besitzt z. B.
  • Antimykotische Behandlung: Manchmal lösen Hautpilze die Fesseldermatitis aus. Gesunde Tiere genesen in der Regel selbstständig nach einigen Wochen. Diese Infektion ist jedoch sehr ansteckend für andere Pferde und auch der Mensch kann daran erkranken.
  • Manuelle Lymphdrainage: Bei der chronischen Warzenmauke empfiehlt Ihr Tierarzt eine manuelle Lymphdrainage, da der Lymphabfluss gestört ist.
  • Keratolytische Substanzen: Zu den Substanzen, die die äußere Schicht der Haut löst, gehört beispielsweise die Salicylsäure.
  • Pflegeprodukte: Mit Pflegeprodukte für die Haut- und Fellpflege - wie zum Beispiel Zinksalben oder Salben mit Panthenol wie Haut-Repair von Effol - unterstützen Sie die Haut bei der Heilung der Wunden, nachdem die Entzündung abgeklungen ist. Lebertran-Zinksalbe können Sie als Hautschutzsalbe verwenden.
  • Ausgewogene Fütterung: Wenn Ihr Pferd nicht ausreichend mit Mineralstoffen wie Zink versorgt ist, kann es leichter an Mauke erkranken. Bei einem Zinkmangel hilft ausgleichendes Futter, die Mauke in den Griff zu bekommen. Zink ist wichtig für die Wundheilung, die Haut, die Haare und das Immunsystem. Achten Sie darauf, dass Sie Ihr Pferd ausgewogen füttern. Ihr Tierarzt stellt über eine Blutprobe einen Zinkmangel fest.

Sie müssen seine Vorgaben zur Hygiene, Pflege und Behandlung Ihres Pferdes konsequent durchführen, damit die Therapie dauerhaften Erfolg zeigt. Rezidive sind bei Mauke nicht selten.

Vorbeugung der Mauke

Behalten Sie die Fesselbeugen Ihres Pferdes gut im Auge. Anfangs wird die Haut rot, es bilden sich Risse und Schuppen. Später kommt es zu Entzündungen und haarlosen Stellen, Krusten entwickeln sich.

Die beste Behandlung von Mauke ist die Vorbeugung. Die Ursachen sollten weitestgehend abgestellt werden, d.h.

  • Halten Sie die Einstreu möglichst trocken und wechseln Sie sie regelmäßig - dies verhindert, dass die Haut im Bereich der Fesselbeuge ständig feucht bleibt.
  • Bei Pferden mit längerem Fesselbehang sollte dieser regelmäßig geschoren werden, damit sich keine Krusten unbemerkt bilden können.

Milben als Ursache der Mauke

In manchen Jahren, vorwiegend in der Zeit des Fellwechsels, steigt bei Pferden die Gefahr, von Milben oder Haarlingen befallen zu werden. Ob es sich nun um die Grabmilbe, die Saugmilbe oder die Haarbalgmilbe handelt, fällt der Befall unter den Sammelbegriff "Räude". Der Verlauf dieser Hauterkrankung bei Pferden wird durch Haltungs- und Ernährungsfaktoren beeinflusst.

Tiermediziner wissen ein Lied davon zu singen, wie schwer es ist, Milben beim Pferd mit chemischen Wirkstoffen zu bekämpfen. Besonders betroffen sind Spezialrassen wie Kaltblüter, Tinker oder Ponys, aber Milben machen auch vor Warmblüten selbstverständlich keinen Halt.

Milben zählen wie Zecken und Skorpione zu den Spinnentieren. Der bei Pferden am häufigsten auftretende Milbenbefall ist die Chorioptesräude, auch Fußräude genannt. Die Chorioptes equi ist eine schuppenfressende Milbe, die die oberste Epidermisschicht annagt und sich an Hautsekret und Lymphe erfreut. Daher kann Milbenbefall natürlich durch das Abspritzen der Beine provoziert werden, wenn es der Kühlung und keiner tiefergehend Reinigung dient.

Allerdings haben Milben keine Chance, wenn ein Pferd gesund ist. Leider kommt es gerade in der Zeit des Fellwechsels zu Problemen bei der Deckung des erforderlichen Nährstoffbedarfs. Bescheidene Heuqualitäten belasten dabei die Leber und damit das gesamte Immunsystem über die Maßen, so dass die Haut im Fellwechsel sehr angreifbar wird. Der Nährstoffbedarf an Spurenelementen ist in dieser Zeit zusätzlich besonders hoch. Dieses Bröseln ist übrigens ganz typisch für den Milbenbefall, da sie sich sehr oft häuten.

Jetzt sollte das Bein nicht mehr weiter gereizt werden, denn es droht Infektionsgefahr. Anwendungen von aussen haben oft nur einen begrenzten Erfolg. Letztendlich müssen die Abwehrkräfte des Pferdes gestärkt werden. Die Futterration muss einer akribischen Überprüfung unterzogen werden. Heu und Stroh müssen von hochwertiger Qualität sein. Die Leber gilt als das Schlüsselelement für ein gutes Abwehrsystem. Die Futterration muss auf den erhöhten Nährstoffbedarf in dieser Situation angepasst werden.

Überblick über Behandlungsmethoden

Die folgende Tabelle bietet einen Überblick über verschiedene Behandlungsmethoden und ihre Anwendungsbereiche:

Behandlungsmethode Anwendungsbereich Hinweise
Antimikrobielle Shampoos Bakterielle Infektionen Wirkstoffe wie Povidon-Iod
Antimykotische Behandlung Hautpilzinfektionen Ansteckend für andere Pferde und Menschen
Manuelle Lymphdrainage Chronische Warzenmauke Bei gestörtem Lymphabfluss
Pflegeprodukte Unterstützung der Wundheilung Zinksalben, Panthenol-Salben
Ausgewogene Fütterung Zinkmangel Blutprobe zur Feststellung

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