PFAS (Per- und Polyfluoralkylsubstanzen) sind eine Gruppe von über 4.700 von Menschen hergestellten Chemikalien, die in einer Vielzahl von Konsumgütern und Industrieanwendungen eingesetzt werden. Sie kommen aufgrund ihrer fett- und wasserabweisenden Fähigkeiten sowie ihrer hohen Stabilität und Hitzeresistenz zur Anwendung.
Bei Kosmetik- und Körperpflegeprodukten kommen wir mit PFAS in direkten Hautkontakt. Über das Abwasser gelangen PFAS auch in die Umwelt. Dort können sie Tiere und Pflanzen belasten.
Einige PFAS stehen unter anderem im Verdacht:
Dieser Artikel beleuchtet das Problem der PFAS in Shampoos und Kosmetika, zeigt Alternativen auf und gibt Tipps, wie man PFAS-freie Produkte erkennt.
PFAS werden in Kosmetikartikeln für spezifische technische Eigenschaften eingesetzt, wie zur Beschichtung von Pigmenten oder als Filmbildner, zur haltbaren Formung und Gestaltung von Frisuren, um eine geschmeidige Textur zu erzielen oder auch, um Make-up-Produkte haltbarer und wasserfest zu machen. Nebenbei machen die Stoffe die Haut strahlender und fördern die Sauerstoffaufnahme durch die Haut.
PFAS sind in Konsumgütern weit verbreitet und in der Umwelt persistent. Deshalb ist es möglich, dass sie als Verunreinigungen in Kosmetika enthalten sind. Das gilt vor allem für Produkte, die Inhaltsstoffe aus Fluorpolymeren oder fluorierten Chemikalien enthalten.
Gemäß der Definition der OECD (2021) für PFAS zählen aber auch Substanzen zu dieser Schadstoffklasse, die gezielt in Kosmetikartikeln als Füllstoff, Lösemittel, Bindemittel, Viskositätsregler oder zur Erhöhung der Wasserbeständigkeit eingesetzt werden.
„Für Verbraucher*innen ist es schwer herauszufinden, in welchen Kosmetikprodukten PFAS stecken“, sagt BUND-Chemieexpertin Luise Körner. „Aber mit ein paar Kniffen können wir uns zumindest weniger PFAS aussetzen und die Umwelt schützen.“
Ein Blick auf die Inhaltsstoffe von Kosmetika gibt Hinweise darauf, ob dem Produkt Fluorchemikalien zugesetzt wurden. In unserer Marktrecherche haben wir zudem häufiger HC Yellow No. 13, Methyl Perfluoroisobutyl Ether und Perfluorooctyl Triethoxysilane gefunden“, erklärt Luise Körner.
PFAS-freie Körperpflege-Produkte erkennen Sie an Bezeichnungen wie:
Auch zertifizierte Naturkosmetik enthält keine PFAS.
Die kostenfreie BUND ToxFox-App scannt Kosmetikprodukte auf deren Inhaltsstoffe. Auch PFAS werden in der App angezeigt.
Der beste Weg, den Drogeriemarkt mit Produkten ohne zugesetzte PFAS zu verlassen: Greifen Sie zu Naturkosmetik.
Für den Geldbeutel lohnt es sich, Pflegeprodukte selber zu machen. Ein Peeling können Sie beispielsweise aus Kaffeesatz, Zucker und Olivenöl anrühren oder Ihrem Haar mit Joghurt, Ei und Öl frischen Glanz verleihen. Auch Gesichtsmasken lassen sich je nach Hauttyp günstig und umweltfreundlich selber herstellen.
Einige Marken verzichten bereits auf PFAS:
Die Drogeriekette dm verzichtet bei den Tönungs-Shampoos ihrer Eigenmarke réell‘e inzwischen auf PFAS. Nach Auskunft von dm gibt es aktuell noch Restbestände der Tönungs-Shampoos mit PFAS in den Regalen.
Drei weitere Kosmetik-Produkte, die der BUND 2022 getestet hatte, verzichten inzwischen auf PFAS. Dabei handelt es sich um die beiden L’Oréal Make-Up-Cremes „CC C‘est Magic Optischer Hautton Optimierer Anti-Rötungen“ und „BB C‘est Magic Hell bis Mittel, BB Cream Teint Optimierer“.
Die übrigen acht Produkte, die der BUND auf PFAS getestet hatte, enthalten diese immer noch. Bei den Produkten handelt es sich um Shampoos, Gesichtscreme, Gesichtsmasken und weitere Kosmetik-Produkte. Auf unsere Anfrage haben die Hersteller nicht reagiert. Die Liste der Inhaltsstoffe zeigt jedoch, dass PFAS in den Produkten weiterhin verwendet werden.
Die Suche nach der idealen natürlichen Shampoobar für Deine individuellen Bedürfnisse kann herausfordernd sein. Wie viele andere Produkte in Deinem Haushalt, enthalten viele herkömmliche Shampoos schädliche Chemikalien wie Parabene, Phthalate und synthetische Zusätze.
Natürliche Shampoobars bieten eine einfache, effektive Lösung. Viele von ihnen sind frei von schädlichen Substanzen und verursachen keinen Plastikmüll.
Zu diesen Chemikalien gehören unter anderem:
Phthalate, bekannt als die "überall"-Chemikalien, stehen beispielsweise im Verdacht, das Risiko für Brustkrebs und Unfruchtbarkeit zu erhöhen.
Vorteile von festen Shampoos:
Einige empfohlene feste Shampoos:
Bei der Auswahl schadstofffreier Shampoobars achten wir besonders auf die Inhaltsstoffe. Sie sind das Herzstück jedes Produkts.
Neuseeland hat kürzlich beschlossen, PFAS ab Ende 2026 in Kosmetikprodukten zu verbieten. Auch in Europa brauchen wir ein PFAS Verbot.
Ein Beschränkungsvorschlag, der unter anderem PFAS in Kosmetik beinhaltet, wird zurzeit in der EU diskutiert. Doch die Industrie reagiert mit starkem Gegenwind auf diesen Vorschlag, weswegen sich der Verbotsprozess verzögert.
Einige Länder haben inzwischen die Verwendung bestimmter PFAS in Konsumgütern und industriellen Prozessen verboten oder eingeschränkt. In der EU gilt die sogenannte REACH-Verordnung.
REACH steht für Registration, Evaluation, Authorisation, and Restriction of Chemicals (Registrierung, Bewertung, Zulassung und Beschränkung von Chemikalien). Die Verordnung befasst sich mit der Produktion und Verwendung von chemischen Stoffen. Ziel von REACH ist es, ein hohes Schutzniveau für die menschliche Gesundheit und die Umwelt vor den Risiken zu gewährleisten, die von Chemikalien ausgehen können.
PFAS fallen in den Anwendungsbereich von REACH, das heißt, sie unterliegen den Anforderungen der Verordnung. Gemäß REACH müssen Hersteller und Importeure von PFAS diese Stoffe bei der Europäischen Chemikalienagentur (ECHA) registrieren lassen, wenn sie in Mengen von einer Tonne oder mehr pro Jahr hergestellt oder importiert werden.
Die EU-Verordnung über persistente organische Schadstoffe (POP), offiziell bekannt als Verordnung (EU) 2019/1021, zielt darauf ab, die menschliche Gesundheit und die Umwelt zu schützen.
Verbraucher können Maßnahmen ergreifen, um ihr Risiko zu minimieren. Dazu gehört beispielsweise der Verzicht auf PFAS-beschichtetes Kochgeschirr, wie Teflon.
Produkte, welche PFAS enthalten, sollten in der Restmülltonne entsorgt werden, wo sie in der Müllverbrennung landen und nicht in die Kanalisation gelangen.
Mittlerweile gibt es Produkte, die als PFAS-frei gekennzeichnet sind.
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