Permethrin Shampoo: Anwendung und Wirkung bei Milben und Läusen

Permethrin ist ein Insektizid, das zur Behandlung von Infektionen mit Insekten wie Milben oder Läusen verschrieben wird. Es ist in Konzentrationen ab 5 % verschreibungspflichtig und in niedrigeren Konzentrationen rezeptfrei erhältlich.

Was ist Permethrin?

Permethrin ist ein Anti-Insektenmittel (Insektizid) aus der Gruppe der Pyrethroide, das als Creme oder Lösung zur äußerlichen Anwendung auf der Haut und Kopfhaut erhältlich ist. Alternativ kann es zur Behandlung der Rosazea (Couperose) angewendet werden.

Anwendungsgebiete von Permethrin

Permethrin wird bei verschiedenen Hauterkrankungen eingesetzt, z.B.:

  • Scabies (Krätze)
  • Scabies crustosa
  • Pediculosis (Kopfläuse)
  • Rosacea (Couperose)

Wie wirkt Permethrin?

Permethrin führt zur Lähmung und Tod von Insekten wie Milben oder Läusen, indem es deren Nervensystem blockiert.

Als fettlösliche Substanz kann der Wirkstoff den Chitinpanzer der Insekten gut durchdringen und in ihr Zentrales Nervensystem (ZNS: Gehirn und Rückenmark) gelangen. Dort öffnet das Insektizid für mehrere Sekunden die Natriumkanäle (Ionenkanäle) in der Membran der Nervenzellen (Neuronen). Dies senkt die Erregungsschwelle der Neuronen, was unkontrollierte Nervenimpulse zur Folge hat.

Außerdem setzen die Nervenzellen vermehrt Botenstoffe (Neurotransmitter) frei, was zu Koordinationsstörungen, Lähmungserscheinungen und schließlich zum Tod des Insektes führt.

Permethrin wirkt selektiv gegen Insekten wie Läuse, Zecken, Flöhe, Milben und Stechmücken, ist jedoch für Menschen nicht giftig. Als Ursache dafür wird der unterschiedliche Aufbau der Natriumkanäle zwischen Mensch und Insekten angesehen.

Anwendung und Dosierung von Permethrin

Permethrin ist in einer Konzentration von 5 % als Creme und 0,5 % als Lösung erhältlich.

Anwendung bei Krätze

Die Creme wird zur Behandlung der Krätze einmalig abends auf den gesamten Körper (Gesicht und Kopfhaut aussparen) aufgetragen. Nach einer Einwirkzeit von mind. 8 Stunden soll die Creme am nächsten Morgen abgewaschen werden. Nach 10-14 Tagen kann die Anwendung wie beschrieben ein zweites Mal wiederholt werden. Häufig wird Permethrin auch in Kombination mit Tabletten mit dem Wirkstoff Ivermectin verschrieben.

Anwendung bei Kopfläusen

Die Lösung wird zur Behandlung von Kopfläusen auf die frisch gewaschenen Haare, inklusive der Kopfhaut, aufgetragen und nach 30 min wieder ausgespült. Nach 10-14 Tagen kann auch hier eine Wiederholung der Anwendung notwendig sein.

Apotheker Dominik Weigl rät grundsätzlich eher zu physikalischen Präparaten: „Dimeticone gelten heute als Mittel der Wahl. Im Gegensatz zu chemischen Präparaten sind sie ungiftig und auch schon für kleine Kinder und Schwangere geeignet“, sagt er.

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Wichtige Hinweise zur Anwendung

  • Permethrin darf nur äußerlich angewendet werden.
  • Das Präparat darf nicht mit Augen, Schleimhaut oder offenen Wunden in Berührung kommen.

Behandlungsschema bei Kopfläusen

Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung empfiehlt folgendes Behandlungsschema:

  • Tag 1: Behandlung mit Läusemittel und anschließend nasses Auskämmen.
  • Tag 5: Nasses Auskämmen, um früh geschlüpfte Läuse zu entfernen.
  • Tag 8, 9 oder 10: Zweite Behandlung mit einem Läusemittel, um spät geschlüpfte Läuse abzutöten; anschließend nasses Auskämmen.
  • Tag 13: Kontrolluntersuchung durch nasses Auskämmen.

Zusätzliche Maßnahmen bei Krätze

Krätze ist ansteckend. Deshalb sollten besondere Hygienemaßnahmen zusätzlich zur medikamentösen Therapie durchgeführt werden:

  • Über 14 Tage sollte täglich die Wäsche und Kleidung gewechselt und bei mind. 60 Grad gewaschen werden.
  • Schuhe, Jacken, Kuscheltiere, etc. werden in einem geschlossenen Plastiksack für 5 Tage lang aufbewahrt.
  • Es ist wichtig, dass sich enge Kontaktpersonen ebenso zum gleichen Zeitpunkt behandeln lassen.

Nebenwirkungen von Permethrin

Permethrin ist insgesamt gut verträglich. Sowohl bei Verwendung der Creme als auch Lösung kommt es nur selten zu lokalen Hautirritationen wie Trockenheit, Rötungen, Brennen oder Juckreiz.

Kontraindikationen

Permethrin sollte nicht angewendet werden bei:

  • Überempfindlichkeit gegenüber dem Wirkstoff oder andere Pyrethroide
  • Neugeborenen und Säuglingen in den ersten zwei Lebensmonaten

Permethrin in Schwangerschaft und Stillzeit

Bisher hat sich bei umfangreicher Anwendung am Menschen und im Tierversuch kein Verdacht auf eine embryotoxische/teratogene Wirkung von Permethrin ergeben. Die Indikation zur Therapie mit Permethrin sollte während der Stillzeit streng gestellt werden. Permethrin konnte in der Milch von stillenden Frauen nachgewiesen werden.

Alternativen zu Permethrin

Neben Permethrin gibt es auch andere Wirkstoffe zur Behandlung von Krätze und Läusen:

Dimeticone

Das Silikonöl verstopft die Atemöffnungen der Läuse und lässt sie ersticken. Mittel mit Dimeticonen gibt es als Shampoo, Gel oder Spray. Vorteile: Die Einwirkzeit ist bei manchen Präparaten mit zehn bis 15 Minuten eher kurz. „Sie variiert allerdings stark je nach Hersteller“, sagt Apotheker Dominik Weigl. Pluspunkt: Mittel mit Dimeticon sind ungiftig. Auch enthalten die meisten keine Farb-, Parfüm- und Konservierungsstoffe - und eignen sich somit auch für Menschen mit Allergien. Die Gefahr, dass Läuse mit der Zeit unempfindlich, also resistent, gegen das Mittel werden, besteht nicht.

Geeignet für: alle Altersgruppen. Die Mittel dürfen in Schwangerschaft und Stillzeit und auch bei Babys angewendet werden.

Pyrethrum-Blütenextrakt

Das Mittel wird auf pflanzlicher Basis aus Giftstoffen der Chrysantheme hergestellt. Es wirkt als Nervengift bei den Läusen, tötet die Krabbler und zerstört ihre Eier. Das Mittel wird als Lösung im trockenen Haar angewendet.

Geeignet für: Kleinkinder ab zwölf Monaten, allerdings nur mit klar begrenzter Menge (25 ml) pro Anwendung. Bei Schwangeren, Stillenden und Säuglingen sollte das Mittel nur nach ärztlicher Rücksprache (zum Beispiel, wenn physikalische Mittel nicht wirksam waren) verwendet werden.

Dickflüssiges Paraffin

Es wird auch White Oil genannt und führt bei den Parasiten zum Erstickungstod, weil es die Atemöffnungen der Läuse verstopft. „Außerdem löst es die wächserne Schutzschicht der Läusepanzer auf, sodass die Tiere austrocknen“, erklärt Weigl. White Oil wird im trockenen Haar angewendet.

Geeignet für: Kinder ab einem Jahr. Von einer Nutzung während der Schwangerschaft und Stillzeit wird abgeraten.

Neem-Extrakt

Diese Mittel auf Pflanzenbasis aus dem Neembaum-Samenextrakt sollen sich wie ein Film auf die Läuse legen und dafür sorgen, dass sie ersticken. Neem-Extrakt wird in trockenem Haar angewendet.

Wichtige Hinweise & Gut zu wissen

Kontaktpersonen, insbesondere Familienmitglieder und Partner, sollten schnellstmöglich ärztlich untersucht und ggf. mitbehandelt werden.

Tabelle: Übersicht über Anti-Läusemittel

Wirkstoff Anwendung Vorteile Nachteile Geeignet für
Permethrin Auf das feuchte Haar auftragen, nach 30-45 Minuten ausspülen Besser verträglich als pflanzliche Pyrethrum-Extrakte Haare drei Tage lang nicht waschen, Allergien, Resistenzen Bei jüngeren Kindern nur nach ärztlicher Rücksprache, Schwangere/Stillende eher nicht
Pyrethrum-Blütenextrakt Als Lösung im trockenen Haar anwenden Überschaubare Einwirkdauer (30-45 Minuten) Hautreizungen, Kontakt mit Augen/Schleimhäuten vermeiden, Allergien Kleinkinder ab 12 Monaten (begrenzte Menge), Schwangere/Stillende nur nach Rücksprache
Dimeticone Ins trockene Haar einmassieren/aufsprühen, auskämmen, auswaschen Kurze Einwirkzeit (je nach Präparat), ungiftig, keine Farb-/Parfüm-/Konservierungsstoffe Nicht alle Krankenkassen übernehmen die Kosten, Zweitbehandlung notwendig Alle Altersgruppen, Schwangerschaft/Stillzeit, Babys
Dickflüssiges Paraffin Im trockenen Haar anwenden, nach 10 Minuten ausspülen Kurze Einwirkzeit (10 Minuten) Schwere Reizungen bei Augenkontakt, enthält Parfüm und entzündliche Stoffe Kinder ab 1 Jahr, Schwangerschaft/Stillzeit nicht empfohlen
Neem-Extrakt In trockenem Haar anwenden, nach 10 Minuten ausspülen Kurze Einwirkzeit (10 Minuten), oft genügt eine Einmalanwendung Kosten werden bisher nicht von Krankenkassen erstattet -

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