Parasolpilz bestimmen: Worauf Sie achten müssen

Der Parasolpilz (Macrolepiota procera), auch Riesenschirmling oder Schirmpilz genannt, ist ein beliebter Speisepilz, der im Spätsommer und Herbst in Wäldern und auf Wiesen zu finden ist. Sein imposanter Hut und der schlanke Stiel machen ihn zu einem Blickfang. Doch nicht jeder große Schirmpilz ist ein Genuss, und die sichere Bestimmung ist entscheidend, um Verwechslungen mit giftigen Doppelgängern zu vermeiden.

Wichtige Erkennungsmerkmale des Parasolpilzes

Folgende Anzeichen unterstützen Sammler bei der Bestimmung des Parasolpilzes:

  • Hut: Sein Hut kann einen Durchmesser von bis zu 30 Zentimetern erreichen. Im jungen Stadium sieht er aus wie ein Paukenschlegel, später breitet sich der Hut wie ein Sonnenschirm aus. Die Schirm-Oberfläche zeigt eine helle Grundfarbe mit groben, braunen Schuppen und einem markanten Buckel in der Mitte. Beim Auffalten des Hutes, reißt die Huthaut und es bilden sich mittelgroße braune Schuppen, die sich deutlich vom weißen Untergrund abheben. In der Mitte des Hutes bleibt ein Buckel bestehen, auf dem die Huthaut nicht reißt. Dort ist der Hut braun und glatt. Der Rand ist fasrig behangen.
  • Stiel: Am Stiel schlängelt sich eine braune Natterung entlang, und ein großer, flockiger Doppelring lässt sich bei älteren Exemplaren verschieben. Der Stiel des Parasol erreicht eine Höhe von 15 bis 40 cm und wird etwa 3 cm dick. Nach der Streckphase ist der Stiel schlank und besitzt eine braune Natterung. Der Stiel ist zusätzlich hohl.
  • Ring: Beim Auffalten des Hutes bildet sich ein doppelter Ring am Stiel, welcher immer frei beweglich ist und eine Laufrille aufweist. Ein weiteres Schlüsselmerkmal ist der Ring: Er ist groß, doppelt gerandet und wirkt flockig oder wattig. Bei älteren Exemplaren lässt er sich leicht am Stiel verschieben - ein gutes Unterscheidungsmerkmal.
  • Geruch und Geschmack: Der Duft erinnert an Nüsse - doch roh bleibt der Pilz tabu, denn erst durch Erhitzen wird er genießbar. Das Fleisch des Pilzes ist weiß bzw. cremefarben. Es schmeckt und riecht angenehm nach Nuss.

Besonders wichtig ist der verschiebbare Ring am Stiel. Lege also deine Finger sanft um diese Manschette und versuche sie sanft zu verschieben. Wenn dir das gelingt, hast du einen echten Parasol gefunden. Aber Vorsicht: Kannst du den Ring nicht verschieben, lass besser die Finger von dem Pilz.

Parasolpilz ohne Schuppen bestimmen

Einige Parasolpilze weisen möglicherweise keine typischen Schuppen auf dem Hut auf, was die Bestimmung erschweren kann. In solchen Fällen ist es wichtig, auf andere Merkmale zu achten:

  • Natterung am Stiel: Die braune, schlangenhautähnliche Maserung unterhalb des Rings ist ein wichtiges Erkennungsmerkmal.
  • Verschiebbarer Ring: Der Ring sollte sich leicht am Stiel verschieben lassen und nicht fest verwachsen sein.
  • Geruch: Der nussige, würzige Geruch ist ein weiteres Indiz.
  • Standort: Parasolpilze bevorzugen nährstoffreiche, lockere Böden an Waldrändern, Lichtungen und Wiesen.

Es gibt auch eine dunklere Form vom Parasol, die je nach Auffassung auch als eigene Art abgegrenzt wird, Macrolepiota procera var. fuliginosa. Der ganze Pilz wirkt etwas dunkler, wenig kontrastreich, hat aber einen deutlich genatterten Stiel und den verschiebbaren Ring. Diese Form oder Art soll auch ein wenig röten können.

Unterscheidung von Doppelgängern

Der Parasolpilz kann mit giftigen Arten verwechselt werden, daher ist Vorsicht geboten. Besonders kritisch ist der Grüne Knollenblätterpilz, der im jungen Stadium dem Parasol täuschend ähnlich sehen kann, aber tödlich ist. Auch Safranschirmlinge und kleine Schirmlinge enthalten giftige Arten, die Magen-Darm-Beschwerden oder Schlimmeres verursachen können.

Hier ist eine Tabelle, die einige wichtige Unterscheidungsmerkmale zwischen dem Parasolpilz und seinen giftigen Doppelgängern zusammenfasst:

Merkmal Parasolpilz Grüner Knollenblätterpilz Safranschirmling Kleine Schirmlinge
Hut Helle Grundfarbe mit braunen Schuppen, Buckel in der Mitte Grünlich, glatt Rötlich verfärbend bei Verletzung Klein, oft ohne deutliche Merkmale
Stiel Genattert, verschiebbarer Ring Glatt, Manschette, Knolle mit Hautresten Glatt, Ring Ohne Natterung, kein verschiebbarer Ring
Ring Verschiebbar Unbeweglich, hängend Verschiebbar Fehlt oft
Geruch Nussig Süßlich, unangenehm Unangenehm, kompostartig Variabel

Gefährlich sind eben all die kleinen Schirmlinge ohne Natterung und ohne verschiebbaren Ring.

Parasol zubereiten | Verwechslung & Portrait | Gemeiner Riesenschirmling, Macrolepiota procera

Nachhaltiges Sammeln

Wer Pilze sammelt, trägt Verantwortung. Nur eindeutig bestimmte, frische Exemplare gehören in den Korb. Kleine oder überreife Pilze bleiben stehen - sie sichern die nächste Generation. Die Reinigung erfolgt am besten trocken direkt im Wald. Wasser macht Steinpilze schwammig und mindert ihr Aroma. Für den Transport eignet sich ein luftiger Korb. Die gesetzlich erlaubte Sammelmenge ist zu beachten und belastete Standorte in der Nähe von Straßen oder Industrieanlagen sind zu meiden.

Nach dem Sammeln beginnt die Feinarbeit. Der Parasol wird am besten trocken gereinigt, grobe Erde und Nadeln lassen sich schon im Wald mit Messer und Bürste entfernen. Zu Hause sorgt ein weicher Pinsel für den letzten Schliff. Wasser nimmt der Pilz nur ungern auf, denn das mindert sein Aroma.

Kulinarische Verwendung

Kulinarisch ist der Parasol ein Alleskönner. Der große Hut eignet sich perfekt für das klassische Pilzschnitzel: paniert und goldbraun gebraten, wird er zum Star auf dem Teller. Die festen Stiele lassen sich trocknen und zu Pilzpulver verarbeiten - ideal für Soßen und Suppen. Wer den Fund haltbar machen möchte, setzt am besten auf Trocknen. So bleibt das Aroma erhalten und der Vorrat reicht bis weit in den Winter.

Der Parasol kann aber auch unter fließendem Wasser gewaschen werden. Danach werden die Behälter zum Panieren vorbereitet. Einfach die beiden Eier, in den einen Behälter aufschlagen und mir einem Schuss Milch verrühren. Wendet nun den Pilz im Mehl und anschließend in den Eiern. Zum Schluss kommt das ganze noch ins Paniermehl. Das Ganze wird anschließend im heißen Öl schön goldbraun gebacken.

Die Stiele der Parasolpilze entfernen. Sie sind zäh und daher ungenießbar. Man kann sie allerdings trocknen und zu Pilzpulver verarbeiten.

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