Künstler sprechen oft davon, Haarspray als günstiges Fixativ zu verwenden - gerade für Kohle-, Graphit- oder Bleistiftzeichnungen. Das klang zunächst plausibel. Bei einigen der Kursteilnehmer sah man nach der Empfehlung Kopfnicken, andere schüttelten den Kopf, und ich persönlich konnte es überhaupt nicht fassen.
Viele Künstler greifen aus Gewohnheit oder Sparsamkeit zu Haarspray, weil es günstiger ist. Kurzfristig kann Haarspray funktionieren - langfristig jedoch schadet es deinem Werk.
Warum Haarspray kein ideales Fixativ ist:
Haarspray ist kein echtes Fixativ - es kann dein Kunstwerk langfristig beschädigen. Auf eine Nachfrage hin von mir wusste er nicht, wie sich seine Arbeiten eventuell nach Jahren verändert haben können. Er habe sie ja verkauft, und sei nicht mehr im Besitz der Werke.
Lass dich nicht einreden, dass billiges Haarspray genauso gut ist wie ein Fixativ. Ich habe den Künstler zu Rede gestellt, dass man mit Haarspray sein Werk vorsätzlich zerstören kann und ich habe ihm gesagt, dass ich es absolut nicht nachvollziehen kann, wie ein Profi ein solchen Ratschlag geben kann. Zunächst gäbe er Ratschläge zu qualitativ hochwertigen Papieren und Stiften, und im selben Atemzug nennt er billiges Haarspray als gutes Fixativ für Zeichnungen.
Echte Künstler-Fixative sind speziell für Papier und Pigmente entwickelt. Bekannte Marken (z. B. Boesner, Lascaux, Schmincke) bieten hochwertige Fixative für verschiedene Materialien wie Graphit, Kohle, Pastell oder Kreide. Wenn du möchtest, dass deine Zeichnungen Jahrzehnte überdauern, investiere lieber in ein hochwertiges, säurefreies Fixierspray.
Die Fixierung einer Zeichnung hat im Prinzip die gleiche Funktion wie ein Firnis auf einem gemalten Bild. So wird die Fixierung zum einen aufgetragen, um die aufgebrachten Farbpartikel zu festigen, so dass die Zeichnung nicht mehr versehentlich verwischt werden kann. Zum anderen dient die Fixierung als eine Art Schutzschicht, die die Zeichnung dauerhaft vor Schmutz, Staub, dem Verblassen oder einem Vergilben schützt.
Bestandteile und Anwendung von Fixiermitteln:
Die im Handel erhältlichen Universal-Fixiermittel bestehen im Wesentlichen aus Acrylharzen auf Alkoholbasis. Dabei handelt es sich bei diesen Fixiermitteln im Grunde genommen um Acrylharzfirnisse, bei denen aber das Terpentin durch Alkohol ersetzt wurde.
Die bequemste Lösung und zugleich die Variante, auf die auch die meisten Künstler zurückgreifen, sind die Fixiermittel, die gebrauchtfertig im Handel erhältlich sind. Diese Fixiermittel, auch Fixative genannt, werden in Spraydosen angeboten.
Um eine Zeichnung zu fixieren, wird ein solches Fixiermittel gleichmäßig aufgesprüht. Ratsam dabei ist aber, aus etwas größerer Entfernung zu sprühen. Dadurch verteilt sich der Sprühnebel nämlich als gleichmäßiger Film auf der Zeichnung. Ist der Abstand zu gering, könnten größere Tropfen auf die Zeichnung gelangen, die nach dem Trocknen dann als unschöne Flecken sichtbar bleiben.
Zudem ist es besser, das Fixiermittel nicht als einen deckenden Film, sondern in mehreren dünnen Schichten aufzubringen. Je gröber die Farbstoffe, je dicker die Farbaufträge und je glatter die verwendeten Papiere sind, desto mehr Fixiermittel ist notwendig, um eine feste Bindung an den Zeichengrund zu erzielen.
Anstelle von fertig gefüllten Spraydosen eignen sich jedoch auch andere Werkzeuge, um das Fixiermittel auf die Zeichnung aufzusprühen. So kann das Fixiermittel beispielsweise mithilfe einer Airbrush-Pistole, einer herkömmlichen Sprühflasche für Blumen oder einem Parfümzerstäuber aufgetragen werden.
Anstatt das Fixiermittel aufzusprühen, kann eine Zeichnung auch fixiert werden, indem das Fixiermittel mit dem Pinsel aufgetragen oder die Zeichnung mit dem Fixiermittel übergossen wird. In aller Regel wird ein Auftrag mit dem Pinsel oder durch Übergießen ein leichtes Verwischen oder Verlaufen der Zeichnung zur Folge haben.
Allerdings kommt es ein wenig auf die Bestandteile an, denn je nach Zusammensetzung können sich unerwünschte Nebeneffekte ergeben. In diese Gruppe gehören die handelsüblichen Universal-Fixiermittel, aber auch Firnis, Klarlack, Sprühkleber auf Alkoholbasis und Haarspray.
Da diese Fixiermittel kein Wasser enthalten, führen sie nicht dazu, dass sich das Papier in feuchtem Zustand ausdehnt und nach dem Trocknen möglicherweise wellig bleibt. Da sie jedoch Lösungsmittel enthalten, sollte bei der Verwendung immer auf eine gute Belüftung geachtet werden.
Zu den wässrigen Fixiermitteln gehören unter anderem Acrylbinder, Leim und Gummi arabicum, aber auch traditionelle Fixiermittel wie abgestandenes Bier oder Milchkaffee. Der große Nachteil von wässrigen Fixiermitteln liegt darin, dass sie eine Ausdehnung des Papiers bewirken.
Generell ist handelsübliches Fixiermittel die empfehlenswerteste Wahl. Als Notlösung kann der Künstler aber auch auf Haarspray zurückgreifen. Haarspray besteht im Wesentlichen aus den gleichen Komponenten wie Fixiermittel und hat deshalb eine vergleichbare Wirkung.
Allerdings enthält Haarspray Parfümöl für den angenehmen Geruch und Silikonöle, die für den Glanz der Haare und den UV-Schutz sorgen. Diese Öle könnten negative Folgen für die Zeichnung haben.
| Fixiermittel | Vorteile | Nachteile |
|---|---|---|
| Professionelle Fixative | Säurefrei, archivfest, speziell für Pigmente entwickelt | Teurer |
| Haarspray | Günstig, leicht verfügbar | Nicht alterungsbeständig, enthält schädliche Chemikalien, ungleichmäßige Verteilung |
| Wässrige Fixiermittel | Enthalten natürliche Inhaltsstoffe | Führen zu Ausdehnung des Papiers, können Tropfen bilden |
Papier lässt sich mit einigen Hilfsmitteln wasserfest machen. Denn kommt Papier in Berührung mit Wasser, bleibt von einem stabilen Stück Papier im schlimmsten Fall nur noch eine glitschige Masse übrig. Wie Sie das verhindern können, zeigen wir Ihnen.
So machen Sie Papier wasserfest:
Egal, ob Pappe oder Papier, die folgende Methode ist für alle Papierarten geeignet. Am besten funktioniert es mit Wachs.
Bei der einfacheren Methode reiben Sie das Papier mit Wachs ein. Legen Sie dafür das Papier auf eine feste Unterlage. Es ist empfehlenswert die Unterlage vorher gut zu reinigen und sogar von den kleinsten Partikeln, wie Staub zu befreien.
Reiben Sie nun das gesamte Papier mit einem Stück Wachs oder einer Kerze vorsichtig ein. Am besten Sie testen vorher auf einem separaten Stück Papier, wie sich das Material verhält. Wählen Sie außerdem eine möglichst farblose Kerze, damit das Papier nur minimal verfärbt wird.
Wenn Sie auf Nummer sicher gehen wollen, ist die Tauchtechnik für Sie mehr geeignet. Denn dabei wird das gesamte Blatt mit dem Wachs versiegelt. Möchten Sie die Tauchtechnik benutzen, dann sind noch ein großer Topf und eine Zange notwendig.
Schmelzen Sie dafür zunächst das Wachs in einem Topf und tauchen Sie mithilfe einer Zange das Blatt Papier vollständig in das Wachs ein. Am besten funktioniert das, wenn Sie zuerst die eine Seite ins Wachs tauchen und nach dem Trockenvorgang die zweite Seite mit dem Wachs benetzen.
Lassen Sie das Blatt Papier immer gut trocknen. Nur so kann gewährleistet sein, dass das Blatt tatsächlich ganz wasserfest versiegelt ist.
Wenn Sie kein Wachs verwenden möchten, dann können Sie zu Alaun oder Schellack greifen. Mischen Sie dafür zunächst eine Alaunlösung an. Entnehmen Sie die genauen Hinweise der Gebrauchsanweisung.
Lassen Sie Papier und Pappe immer gut trocknen.
tags: #Papier #imprägnieren #mit #Haarspray #anleitung
Diese Website verwendet Cookies. Durch die weitere Nutzung der Seite stimmst du der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen
Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.