Haarausfall nach dem Absetzen der Pille: Ursachen, Auswirkungen und was wirklich hilft

Viele Frauen entscheiden sich aus verschiedenen Gründen, die Pille abzusetzen. Doch oft folgt darauf eine unerwartete Reaktion des Körpers: Haarausfall. Dieser Artikel beleuchtet, warum es nach dem Absetzen der Pille zu Haarausfall kommen kann und wie Betroffene damit umgehen können.

Wie beeinflusst die Pille das Haarwachstum?

Die Pille enthält meist eine Kombination aus Östrogenen und Gestagenen oder deren synthetischen Hormonersatzstoffen. Östrogen, oft als "Glow-Hormon" bezeichnet, kann bei ausreichend hoher Konzentration im Körper zu vollem Haar führen. Gestagene hingegen wirken sich je nach Art unterschiedlich auf das Haar aus. Einige können das Haarwachstum fördern, andere wiederum Haarausfall verursachen.

Für das Verständnis ist es wichtig, die Begriffe "androgen" und "antiandrogen" zu kennen. Androgene fördern die Entwicklung männlicher Geschlechtsmerkmale und können bei einem erhöhten Spiegel Haarausfall verursachen. Pillen mit antiandrogener Wirkung führen in der Regel zu vollem Haar.

Bei Einnahme der Pille wird unser Hormonhaushalt also auf künstliche Art und Weise verändert. Volleres Haar und Glanz sind die Folge, ohne dass es eigentlich in unserer DNA liegt.

Pille absetzen I was passiert jetzt mit deinem Körper

Was passiert beim Absetzen der Pille?

Beim Absetzen der Pille reagiert der Körper oft mit einer hormonellen Umstellung. Viele Hormone, die der Körper als selbstverständlich angesehen hat, werden nicht mehr zugeführt. Es herrscht ein Mangel an Östrogenen und Gestagenen, was zu einer vorübergehenden Überproduktion männlicher Hormone führen kann. Es kann eine Weile dauern, bis sich die Hormone wieder normalisiert haben.

Es kann sein, dass die Haare nicht mehr so voll und füllig werden wie zuvor, da der natürliche Östrogen-Spiegel möglicherweise nicht so hoch ist wie der künstlich erzeugte. Glücklicherweise erholen sich die Haare in den meisten Fällen nach einigen Monaten wieder.

Weitere Auswirkungen des Absetzens der Pille

Das Absetzen der Pille hat nicht nur negative Effekte. Es kann zu einer Verbesserung depressiver Verstimmungen kommen und weniger Wassereinlagerungen im Körper verursachen, was oft mit einer Gewichtsabnahme einhergeht. Häufig wird auch von einer Zunahme der Libido berichtet.

Allerdings gibt es auch negative Aspekte. Neben Haarausfall können Hautunreinheiten auftreten. In einigen Fällen bilden sich bräunliche Flecken im Gesicht (Melasma). Auch das Geruchsempfinden kann sich ändern, sodass der Partner oder die Partnerin vorübergehend als weniger attraktiv wahrgenommen wird.

Ob sich Haut und Haare verschlechtern, nachdem man die Pille abgesetzt hat, ist natürlich von Frau zu Frau verschieden. Manche Frauen bemerken gar keine Veränderung, während andere an einer regelrechten Akne leiden, büschelweise Haarausfall verzeichnen oder starke Periodenschmerzen bekommen.

In der Regel zeigen sich erste Veränderungen, wie Pickel auf dem Rücken oder im Gesicht, ein schleichender Haarausfall oder verstärkte Menstruationsbeschwerden etwa drei bis sechs Monate nach dem Absetzen der Pille. Nach ungefähr zwölf Monaten sollte dein Körper normalerweise ins Gleichgewicht zurückgefunden haben. Allerdings ist es auch keine Seltenheit, dass dieser Prozess bis zu zwei Jahre in Anspruch nimmt. Gib dir also Zeit, alles wird gut!

Was tun gegen starken Haarausfall?

Es gibt verschiedene Maßnahmen, die man gegen verstärkten Haarausfall unternehmen kann:

  • Erwartungen herunterschrauben: Die Pille kann einem "ach so volles Haar" vorgaukeln.
  • Gesunde Ernährung: Achte auf eine ausgewogene Ernährung mit ausreichend Vitaminen und Mineralstoffen. Leinsamen oder Sojaprodukte können den Testosteron-Spiegel senken.
  • Verzicht auf Silikone und Zusatzstoffe: Reduziere die Haarpflege-Routine auf ein pH-neutrales Shampoo und ein pflegendes Haaröl.
  • Stress reduzieren: Gönne Dir regelmäßig Auszeiten, da Stress zu Haarausfall führen kann.
  • Blutbild checken lassen: In seltenen Fällen können Nährstoffmängel, Schilddrüsenprobleme oder andere Krankheiten dahinterstecken.
  • Hautfachärzt*innen kontaktieren: Eine individuelle Therapie kann verordnet werden.
  • Geduld: Es dauert bis zu sechs Monate, bis ausgefallene Haare wieder nachwachsen.

Zudem klagen viele Frauen über diffusen Haarausfall nach dem Absetzen der Pille. Der Grund hierfür liegt im starken Absinken der Östrogenspiegel im Körper. Dadurch wechseln die Haare im Wachstumsstadium (Anagenphase) plötzlich in das Ruhe- und Ausfallsstadium (Telogenphase). Durch den veränderten Haarzyklus bemerkt man den vermehrt einsetzenden Haarausfall oft erst einige Wochen nach Absetzen des Medikaments. In der Regel normalisiert sich der Haarausfall im Laufe der Zeit von selbst, und die verlorenen Haare beginnen nachzuwachsen.

Sollte der Haarausfall jedoch über mehrere Monate anhalten oder sehr stark ausgeprägt sein, ist es ratsam, einen Facharzt/eine Fachärztin zur Abklärung aufzusuchen. Eine professionelle medizinische Einschätzung kann dabei helfen, mögliche Therapieansätze zu identifizieren.

Pflegeprodukte gegen Haarausfall nach Absetzen der Pille

  • Kérastase Spécifique Bain Prévention ist das Shampoo gegen Haarausfall.
  • Wella SP Balance Scalp Energy Serum reduziert Haarausfall um bis 50%, wenn es als Intensivkur drei Mal wöchentlich angewendet wird.
  • Aveda Invati Ultra Advanced Thickening Conditioner Rich kräftigt das Haar und vermindert Haarverlust.

Auch Koffein Shampoos und Produkte mit dem Wirkstoff Aminexil haben sich als bewährte Behandlungen gegen Haarausfall bewiesen. Mehr darüber gibt es in unserem Magazin zu lesen.

Homöopathie anwenden: Sepia ist ein homöopathisches Mittel, das bei klassischen Frauenproblemen, wie Regelschmerzen, Beschwerden in der Schwangerschaft und in den Wechseljahren zum Einsatz kommt. Bei hormonell bedingtem Haarausfall, wie es beim Absetzen der Pille der Fall ist, wird Sepia als Hilfsmittel empfohlen.

Was kann man sonst noch tun, um Haarausfall nach dem Absetzen der Pille zu vermindern?

  • Achte darauf ausgewogen und gesund zu essen.
  • Kurzhaarfrisuren und Volumenschnitte für feines Haar lassen auch immer dünner werdende Haare voluminöser und dichter aussehen.

In der Regel gleicht sich der Hormonhaushalt circa 3 bis 6 Monate nach dem Absetzen der Pille von selbst aus.

Weitere Tipps und Ratschläge

Führe ein Tagebuch: Es ist sinnvoll, sich für die Zeit nach dem Absetzen der Pille eine Zyklus-App runterzuladen. Mit dieser könnt ihr nicht nur die Regelmäßigkeit eurer monatlichen Periode aufzeichnen und bestimmen, wann eure fruchtbaren Tage sind, sondern auch dokumentieren, wie sich eure Haut verändert. Auf diesem Wege hat man einen guten Überblick darüber, zu welchen Zeiten sich die Haut verschlechtert und wann sie sich im Zyklus verbessert, wieviel Zeit seit dem Absetzen vergangen ist und was möglicherweise dazu beigetragen hat, den Hautzustand zu optimieren.

Geh' zu einer Hormonspezialistin: Eine sogenannte Endokrinologin oder auf Hormontherapie spezialisierte Homöopathin testet dein Hormonlevel und untersucht dich ganzheitlich. So kann sie genau feststellen, ob und welche Defizite vorhanden sind und was du tun kannst, um diese auszugleichen. Mit ihr zusammen kannst du das Absetzen der Pille vorbereiten und dann gezielt begleiten.

Stell' deine Ernährung um: „Schönheit kommt von innen“ - ein Sprichwort, das man getrost auch auf die Wechselwirkung von Ernährung und Hautbild münzen kann. Wer zu Akne neigt, sollte auf Milch und Milchprodukte sowie raffinierte Getreide, wie beispielsweise weißes Mehl und Zucker, verzichten, da diese Entzündungen begünstigen können. Stattdessen solltest du mehr Gemüse und vor allem Grünzeug essen. Besonders geeignet für die Haut sind Brokkoli, Spinat, rote Paprika und eine tägliche Portion Obst. Auch Omega-3-Fettsäuren sollen sich positiv auf die Haut auswirken, diese findet man vor allem in Seefischen, Chia-Samen und Walnüssen. Zudem hilft Zink nachweislich dabei, die Talgproduktion der Haut positiv zu regulieren und ist vor allem in Nüssen und Mandeln vorhanden. Zink kann auch in Tablettenform als Nahrungsergänzungsmittel zu sich genommen werden.

Verzichte auf Alkohol und Zigaretten: Auch wenn es schwer fällt, aber versuche zumindest für einige Monate deinen Konsum von Alkohol und Zigaretten zu reduzieren. Alkohol begünstigt Entzündungen in der Haut, entzieht ihr Feuchtigkeit, verlangsamt den Stoffwechsel und führt zu einer verstärkten Ausscheidung von Wasser und Mineralstoffen - vor allem von Zink, Calcium und Magnesium. Dies alles kann zu einer entzündlichen Reaktion der Haut, sprich vermehrten Pickeln führen. Die Kombination aus Alkohol und Zigarettenrauch verstärkt die negativen Auswirkungen auf Akne weiter. Dermatolog*innen raten aus diesem Grund besonders bei Akne zu einer gesunden vitamin- und mineralreichen Ernährung sowie auf den Verzicht von Alkohol und Zigaretten.

Trink' viel Wasser: Wasser polstert die Haut regelrecht von innen auf. Wer genug trinkt, hat nur selten mit trockener und rissiger Haut zu kämpfen. Wichtig ist dabei, dass man tatsächlich Wasser und keine Softdrinks oder Säfte zu sich nimmt, denn zu viel Zucker ist für ein besseres Hautergebnis kontraproduktiv.

Geh' zu einem guten Hautarzt: Solltest du unter einer besonders schweren Ausprägung von hormonbedingter Akne leiden, ist es sinnvoll, eine*n Dermatolog*in aufzusuchen, der sich auf dieses Fachgebiet spezialisiert hat. Als eine schwere Ausprägung bezeichnet man eine solche Akne, die sich durch eitrige und schmerzhafte Knoten äußert, die tiefer unter der Haut liegen und möglicherweise zu einer Vernarbung der Haut führen. Die Hautärztin oder der Hautarzt kann dir beispielsweise eine systemische Behandlung, bestehend aus einem leichten Antibiotikum zur Einnahme und einer speziell auf Aknehaut ausgerichteten Salbe, verschreiben. Diese Art der Behandlung erfolgt nur vorübergehend und dient dazu, die starken Entzündungsherde abschwellen zu lassen, so dass sich Drüsen und Poren beruhigen können und die Akne längerfristig weniger wird.

Viel Geduld und Finger weg!: Wie anfänglich schon beschrieben, braucht der Umstellungsprozess des Körpers Zeit, die man ihm geben sollte. Immerhin wurde er durch die Einnahme der Antibabypille über einen längeren Zeitraum einer erheblichen hormonellen Belastung ausgesetzt. Auch wenn es in dieser Zeit mitunter schwerfällt, weil unschöne Pickel deine Haut strapazieren: Lass' die Finger weg und fangt nicht an, selber an Hautunreinheiten herumzudrücken. Die hormonell bedingte Akne liegt meist nicht wie ein normaler Mitesser oben unter der Haut, sondern bahnt sich ihre Wege tiefer im Gewebe. Fängst du nun an, an diesen Pickeln herumzudrücken, verbreitest du das Netzwerk unter der Haut möglicherweise noch und läufst zusätzlich Gefahr, dass Narben zurückbleiben.

Geh' zur Kosmetikerin: Anstatt selbst Hand anzulegen, kann es hilfreich sein, regelmäßig eine*n Kosmetiker*in aufzusuchen. Hier wird deine Haut einmal komplett ausgereinigt und den Entzündungsherden wird der bakterielle Nährboden entzogen. Auch wenn die hormonell bedingte Akne hierdurch nicht verschwinden wird, führt ein Besuch bei der*dem Kosmetiker*in doch zu einem besseren Hautbild und fördert das allgemeine Wohlbefinden, was für einen positiven Verlauf der Umstellung durchaus von Vorteil ist. Einmal im Monat sollte reichen.

Lege dir eine gute Pflegeroutine zu: In der Umstellungsphase ist es ratsam, eine simple, aber kontinuierliche Pflegeroutine zu etablieren. Um die Haut nicht zusätzlich zu irritieren oder strapazieren, empfehlen viele Hautärzt*innen die Umstellung auf Naturkosmetik. Das ist natürlich bei jeder von uns unterschiedlich und hängt vom jeweiligen Hauttyp ab. Am besten du lässt dich von einer Kosmetikerin oder einem Kosmetiker beraten.

Schwitzen tut gut!: Ob Sport oder Sauna, schwitzen führt nachweislich zu einem besseren Hautbild und unterstützt den Körper bei seinem natürlichen Reinigungsprozess, auch nach dem Absetzen der Pille. Ein wöchentlicher Saunagang, insbesondere in der Dampfsauna, kann bei akuten Akneschüben wahre Wunder bewirken. Durch den Dampf und die Wärme werden die Poren geöffnet, die Haut reinigt sich von innen und ist danach glatter und weniger entzündlich.

tags: #nuvaring #absetzen #nebenwirkungen #haarausfall

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