Nordkorea: Haarige Diktatur und bizarre Regeln

Nordkorea, bekannt für seinen Obersten Führer Kim Jong-un, birgt viele Geheimnisse und Kuriositäten, die im abgeschotteten Land herrschen. Die kommunistische Regierung unternimmt alles, um ihre Bürger von der Außenwelt abzuschotten und ein bestimmtes Bild nach außen zu vermitteln. Doch im Inneren herrschen oft bizarre Regeln und Traditionen, die es so nirgendwo anders auf der Welt gibt.

Eine dieser kuriosen Regeln betrifft die Frisuren. In Nordkorea sind nur wenige Frisuren erlaubt, wobei Frauen immerhin zwischen 18 verschiedenen Stilen wählen können, während Männern nur zehn zur Auswahl stehen.

Eine Übersicht der erlaubten Frisuren in Nordkorea.

Strenge Mode-Polizei und sozialistischer Lebensstil

In Nordkorea gibt es eine "Mode-Polizei", die streng darauf achtet, dass das Volk korrekt angezogen ist. Dabei geht es weniger um modische Maßstäbe als vielmehr um die Einhaltung des sozialistischen Lebensstils. Die Polizisten kontrollieren, ob die Menschen die Anstecknadeln mit den Konterfeis von Kim Il-sung und Kim Jong-il tragen, die Pflicht sind. Zudem achten sie auf Verstöße gegen Kleidungsverbote wie Jeanshosen, englische Wörter auf Kleidungsstücken und Röcke, die nicht das Knie bedecken.

Ein Insider der Nachrichtenagentur Associated Press (AP) erklärte, dass auf einen bestimmten Haarschnitt in Nordkorea kein Wert gelegt werde - solange das Haar konservativ geschnitten bzw. frisiert ist und dem sozialistischen Lebensstil entspricht. Das Haar darf nicht länger als fünf Zentimeter getragen werden, mit Ausnahme älterer Männer mit grauen Haaren, die es bis auf sieben Zentimeter wachsen lassen dürfen, um eine eventuelle Glatze zu kaschieren.

Kim Jong-uns Frisur als Vorbild?

8 unfassbare Dinge, die Kim Jong Un bauen ließ

Kim Jong-uns Diktator-Tolle mit ultrakurzen Seiten sorgte bereits kurz nach seinem Amtsantritt im Jahr 2011 für Aufsehen. Es gab Berichte, wonach Kim Jong-un allen männlichen Studenten in Nordkorea einen Einheits-Haarschnitt verordnet haben soll - seinen berühmten Undercut. Laut der Zeitung "Korea Times" ist dieser Style auch als "Chinesischer Schmuggler-Haarschnitt" bekannt.

Promi-Friseur Udo Walz bezeichnete den Schnitt als "sehr modern" und erklärte: "Die Hälfte des Kopfes wird mit der Maschine drei Millimeter kurz geschnitten (nicht rasiert!). Das Deckhaar bleibt sehr viel länger, ein sogenannter ,Undercut‘, die Konturen werden mit dem Rasiermesser sauber gemacht, das handtuchtrockene Haar am Ende mit Gel oder Wachs fixiert."

Allerdings schreibt AP, dass nirgendwo in den Straßen der Hauptstadt Pjöngjang eine überdurchschnittliche Häufung des Kim’schen Undercuts gesichtet wurde.

Weitere kuriose Regeln in Nordkorea

Neben den Frisurenregeln gibt es in Nordkorea noch weitere bizarre Gesetze und Traditionen:

  • Eigene Zeitzone: Nordkorea hat eine eigene Zeitzone eingeführt, die eine halbe Stunde von der des Ostpazifiks abweicht.
  • Begleitpflicht für Touristen: Ausländische Reisende dürfen das Land nie ohne Begleitung durch einen einheimischen Reiseführer erkunden.
  • Fake Cities: Es gibt unbewohnte Propagandastädte wie Kijŏng-dong, die das Land als wirtschaftlich stark präsentieren sollen.
  • Eigener Kalender: Der Juche-Kalender beginnt im Jahr 1912, dem Geburtsjahr von Kim Il Sung.
  • Eigene Fast-Food-Kette: Trotz der Ablehnung des westlichen Lebensstils gibt es eine nordkoreanische Fast-Food-Kette, die Burger und Pommes anbietet.
  • Starres Kastensystem: Die Bevölkerung wird in "Genossen", "schwankende Personen" und "feindlich gesinnte Personen" unterteilt.
  • Kein freies Internet: Nur wenige tausend Menschen haben Zugang zum weltweiten Internet, während der Rest der Bevölkerung ein stark zensiertes Intranet nutzen kann.
  • Beschränkte Frisuren: Neben den bereits erwähnten Regeln gibt es weitere Einschränkungen, wie die Haarlänge und die Erlaubnis für verheiratete Frauen, längere Haare zu tragen.

Nordkoreanische Soldaten bei einer Parade. Kurze Haare sind Pflicht.

Reisen nach Nordkorea: Fragen und Antworten

Viele Menschen sind neugierig auf das Leben in Nordkorea und die Möglichkeit, das Land zu besuchen. Hier einige Fragen und Antworten zu diesem Thema:

  • Ist es möglich, nach Nordkorea zu reisen? Ja, aber nur im Rahmen einer geführten Tour.
  • Wie ist die Unterkunft? In Pjöngjang gibt es komfortable Hotels, während die Unterkünfte außerhalb der Hauptstadt eher schlicht sind.
  • Gibt es Überwachung? Anfangs sind viele Reisende nervös wegen möglicher Überwachung, aber dieses Gefühl lässt oft nach.
  • Wie ist die Verpflegung? Es gibt Supermärkte mit importierten Lebensmitteln, aber der Durchschnitts-Nordkoreaner geht dort vermutlich nicht einkaufen.

Trotz der vielen Einschränkungen und kuriosen Regeln wollen einige Reisende das Land gerne noch einmal besuchen, um mehr von Nordkorea zu entdecken. Die Verwirrung und das Interesse an diesem rätselhaften Land bleiben bestehen.

tags: #Nordkorea #Frisuren #Männer

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