Kopfläuse sind winzige Parasiten, die sich im Haar einnisten und sich von Blut aus der Kopfhaut ernähren. Jeder Mensch kann Kopfläuse bekommen. Mangelnde Hygiene spielt beim “Erwerb” von Kopfläusen keine Rolle. Ihre Bisse können jucken, und manche Menschen ekeln sich vor den Tierchen. Davon abgesehen sind sie aber harmlos. Sie übertragen auch keine Krankheiten.
Kopfläuse sind weltweit verbreitet. Sie können weder springen noch fliegen. Sie leben auf dem behaarten Kopf von Menschen und ernähren sich von Blut, das sie - nach einem Stich - aus der Kopfhaut saugen. Sie verursachen lästigen Juckreiz und infolge des Kratzens entstehen entzündliche Wunden auf der Kopfhaut. Als ungebetene Gäste sind sie oft in Kitas, Kindergärten und Schulen zu finden. Kopfläuse vermehren und verbreiten sich schnell.
In Kindergärten, Kindertagesstätten und Schulen kommt es immer wieder zu Ausbrüchen. Kopfläuse finden sich vor allem bei Kindern. Sie werden fast immer durch direkten Haarkontakt übertragen, wenn Kinder miteinander spielen oder kuscheln. Mädchen stecken sich etwas häufiger an als Jungen. Vermutlich liegt das daran, dass Mädchen häufiger und länger „die Köpfe zusammenstecken“ als Jungen.
Manche Menschen glauben, Kopfläuse seien eine Folge von schlechter Hygiene. Für die Läuse spielt es aber keine Rolle, ob die Haare sauber oder schmutzig sind, da sie sich von Blut ernähren. Kopfläuse kann sich also jede oder jeder einfangen. Fachleute schätzen, dass etwa 1 bis 3 % der Kinder betroffen sind. Genaue Zahlen gibt es für Deutschland allerdings nicht.
Um zu kontrollieren, ob das eigene Kind oder man selbst Kopfläuse hat, eignet sich ein spezieller Läusekamm mit besonders engen Zinken. Ein Arztbesuch ist dazu nicht nötig. Läusekämme sind in Apotheken, Drogerien oder Sanitätshäusern erhältlich. Am besten macht man die Haare zuerst nass und kämmt dann vom Haaransatz aus in Richtung Haarspitzen Strähne für Strähne mindestens zweimal sorgfältig durch.
Bei langem, lockigem oder besonders dichtem Haar hilft es, vorher eine Haarspülung aufzutragen, damit der Kamm besser durch die Haare gleitet. Am besten streicht man den Kamm nach jeder Strähne auf Küchenpapier aus - so lassen sich Kopfläuse gut erkennen. Eine ausgewachsene Kopflaus ist 2 bis 3 Millimeter groß. Ihr Körper ist flach, flügellos und hat eine graubraune Farbe.
Mit ihren sechs Beinen können sich Kopfläuse aber sehr gut an menschlichen Haaren festhalten und an ihnen entlanglaufen. Kopfläuse können im Gegensatz zu Flöhen nicht springen. Da sie sehr klein sind, ist es schwer, sie in einem Büschel Haare zu finden. Noch nicht ausgewachsene Läuse entdeckt man leichter mit einer Lupe. Ihre Eier (Nissen) legen Kopfläuse meist im Schläfen- und Nackenbereich oder hinter den Ohren ab. Sie kleben fest an den Haaransätzen, meist mit einem Abstand von höchstens einem Zentimeter zur Kopfhaut. Manchmal werden andere Teilchen im Haar wie Schuppen oder Hautschorf mit Nissen verwechselt.
Sicher verhindern lassen sich Kopfläuse nicht. Wenn ein Kind Kopfläuse hat, lässt sich jedoch einiges tun, damit sie sich nicht weiterverbreiten. Übertragen werden sie fast immer über Haar-zu-Haar-Kontakt zwischen Kindern. Da Kopfläuse alle 4 bis 6 Stunden Blut saugen müssen, sind sie fern von der Kopfhaut in der Regel nicht lange überlebensfähig. Fällt eine Laus vom Kopf, ist sie sehr schnell geschwächt und überlebt bei Zimmertemperatur maximal 2 bis 3 Tage. Auch ihre Eier müssen sich nahe der Kopfhaut befinden, da die Jungtiere zum Schlüpfen warme Temperaturen benötigen.
Daher ist eine Übertragung über Gegenstände unwahrscheinlich. Völlig ausschließen lässt sich das allerdings nicht - wer auf Nummer sicher gehen will, achtet darauf, dass Kinder zum Beispiel Mützen, Schals oder Bürsten nicht gemeinsam benutzen. Kämme, Bürsten, Haarspangen und Haargummis mit heißem Wasser und Seife gründlich reinigen und ein paar Tage nicht benutzen. Benutzte Bettwäsche, Schlafanzüge, Kleidung und Handtücher bei 60 Grad waschen oder in den Trockner geben. Kleidung und Gegenstände wie Kuscheltiere, die nicht bei 60 Grad waschbar sind, drei Tage in einer Plastiktüte verschließen. Haustiere müssen nicht behandelt werden: Kopfläuse befallen keine Tiere, sondern nur Menschen.
Eine Behandlung ist nur erforderlich, wenn lebende Läuse oder lebensfähige Eier gefunden werden. Dann ist schnelles Handeln wichtig, um zu vermeiden, dass sie sich weiter ausbreiten. Folgende Mittel können verwendet werden:
Mittlerweile haben Kopfläuse gegen manche Insektizide Resistenzen entwickelt, weshalb diese Mittel weniger gut wirken als früher. Häufiger werden inzwischen Mittel mit Silikonöl eingesetzt. Sie kommen ohne Insektengift aus und es gibt keine Probleme mit Resistenzen. Diese Mittel bedecken die Kopfläuse mit einer Ölschicht, sodass sie ersticken.
Die meisten Behandlungen müssen nach etwa 7 bis 10 Tagen wiederholt werden. Die meisten Mittel gegen Läuse müssen nicht selbst bezahlt werden, sondern sind für Kinder bis zum 12. Lebensjahr auf Rezept in Apotheken erhältlich. Für das Rezept genügt meist ein Anruf in der Kinderarztpraxis. Das Auskämmen der Haare mit einem Läusekamm reicht als alleinige Behandlung nicht aus. Es ist aber wichtig, um den Erfolg der Behandlung zu überprüfen.
Wenn ein Kind nach einer Kopflaus-Behandlung noch ein paar Nissen hat, sich aber eine Weile keine Läuse mehr entdecken lassen, sind die Parasiten vermutlich weg. Nissen oder Teile davon können aber noch Wochen nach dem Befall an den Haaren kleben. Das Alter der Nissen lässt sich daran abschätzen, wie weit sie von der Kopfhaut entfernt sind. Haare wachsen etwa einen Zentimeter pro Monat. Das Vorurteil, Läuse hätten mit mangelnder Sauberkeit zu tun, ist immer noch verbreitet - und kann für Eltern und Kinder belastend sein. Tatsächlich gibt es keinen Zusammenhang zwischen persönlicher Hygiene und Kopfläusen.
Da sich Kopfläuse sehr schnell verbreiten, sind Erziehungsberechtigte gesetzlich dazu verpflichtet, die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in öffentlichen Einrichtungen wie Kitas und Schulen über einen Kopflaus-Befall zu unterrichten. Das kann unangenehm sein, ist aber kein Grund, sich zu schämen. Kopfläuse treten in Kitas und Schulen immer wieder auf. Außerdem ist es wichtig, auch Familienangehörige sowie Freundinnen und Freunde zu informieren, die mit dem Kind in Kontakt waren.
Der Gesetzgeber schreibt außerdem vor, dass Kinder mit Kopfläusen zu Hause bleiben müssen, bis sie von den Läusen befreit sind. Wenn ein Kind mit einem nachweislich wirksamen Mittel behandelt wurde, darf es am nächsten Tag wieder in die Kita oder zur Schule gehen. Zur Frage, welche Mittel das sind und für welche Präparate die gesetzliche Krankenkasse die Kosten übernimmt, kann man sich in der Kinderarztpraxis oder in der Apotheke beraten lassen.
Es gibt verschiedene Ursachen, warum eine Behandlung fehlschlagen kann. Einige haben wir nachfolgend für Sie aufgelistet. Wenn Sie den Eindruck haben, dass die Läuse immer wieder kommen und ihr Arzt oder Kinderarzt Ihnen nicht weiterhelfen kann, wenden Sie sich an das örtliche Gesundheitsamt. Häufig sitzen dort die Fachleute für die Läuse. Außerdem kann das Gesundheitsamt bei Bedarf in der Gemeinschaftseinrichtung tätig werden, die Kinder dort untersuchen, das Personal und die Eltern aufklären usw.
Aus den Erfolgsquoten internationaler Studien zur Kopflausbehandlung kann man abschätzen, dass jede dritte bis vierte Behandlung fehlschlägt. Sie müssen also nicht in Panik geraten, wenn die Läuse nicht auf Anhieb verschwinden, Sie sind nicht allein mit diesem Problem. Manchmal ist es mit einer dritten Behandlung mit dem gleichen Mittel getan, manchmal müssen Sie noch auf einen anderen Wirkstoff oder ein anderes Wirkprinzip ausweichen. Auf jeden Fall sollten Sie die Situation durch sorgfältige Auskämm-Diagnosen im Auge behalten.
Nein. Weder das Infektionsschutzgesetz noch das Robert Koch-Institut verlangt die Entfernung von Eiern/Nissen. Tatsächlich sind die verbleibenden Eihüllen nur unansehnlich, bedeuten aber keine Gefahr. Eine Behandlung, die auf Entfernen der Eier beruhte, wäre langwierig und aussichtslos, weil der Klebstoff der Eier so schwierig zu lösen ist und weil Sie kaum alle Eier finden können.
Deswegen beruhen alle hier vorgestellten Wirkprinzipien darauf, die vorhandenen und nachgeschlüpften Läuse zu töten oder zu entfernen, bevor von diesen eine neue Ansteckungsgefahr ausgeht und sie neue Eier legen können. Dadurch wird der Lebenskreislauf der Läuse unterbrochen und es verbleiben nur leere Eihüllen bzw.
Kopfläuse sind zwar lästig, aber mit der richtigen Behandlung und den passenden Vorsichtsmaßnahmen lassen sie sich gut in den Griff bekommen. Bleiben Sie ruhig und handeln Sie besonnen, um die kleinen Parasiten schnell wieder loszuwerden.
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