Nie wieder Schuppen: Ursachen, Behandlung und Vorbeugung

Schuppen sind ein weit verbreitetes Problem, das viele Menschen betrifft. Fast jeder zweite Mensch hat schon einmal Bekanntschaft mit Schuppen gemacht. Sie sind meist harmlos, aber leider lästig. Schuppen vom Kopf "rieseln" oft auf die Kleidung. Vor allem im Winter sind sie ein unschönes Problem.

Wie entstehen Schuppen?

Die Bildung von Schuppen ist ein ganz normaler Prozess, denn: Die Haut erneuert sich ständig selbst, auch die Kopfhaut. Die Erklärung dafür, warum man Schuppen bekommt, ist: Die menschliche Haut erneuert sich alle vier Wochen. Es lösen sich alte, abgestorbene Hornzellen ab. Sie wandern dazu von der Tiefe an die Oberfläche. Dabei wandern neue Hautzellen innerhalb eines Monats aus tieferen Hautschichten bis an die Hautoberfläche. Dort verhornen sie und werden - für das bloße Auge nicht wahrnehmbar - abgestoßen.

Erst wenn sich dieser Prozess beschleunigt und die Schuppen zu Hunderten zusammenklumpen, werden sie für das bloße Auge auch sichtbar. Ist dieser Prozess gestört, entstehen sichtbare Schuppen auf der Haut. Hängen Hunderte oder Tausende von ihnen aneinander, entstehen sichtbare Schuppen.

Typisches Anzeichen ist eine juckende Kopfhaut. Sie deutet darauf hin, dass die Kopfhaut gereizt ist, zum Beispiel durch ein aggressives Shampoo oder zu häufiges Waschen und Föhnen.

Aber: Schuppen sind nicht gleich Schuppen. Im Prinzip lassen sich drei Typen von Schuppen unterscheiden, die jeweils unterschiedliche Ursachen haben:

  • Trockene Schuppen
  • Fettige Schuppen
  • Krankhafte Schuppen

Trockene und fettige Schuppen

Schuppen lassen sich in zwei Kategorien einteilen:

Trockene Schuppen: Die trockene Schuppung sieht so aus, dass es kleinere Schuppen sind, und dass diese Schuppen locker sitzen und häufig durch die Austrocknung der Kopfhaut entstehen. Ursache ist meist eine trockene Kopfhaut. Sie entsteht, weil die Kopfhaut zu wenig Talg produziert oder zu wenig Feuchtigkeit speichert. Die weiß-silbrigen, feinen Hautschüppchen "rieseln" dann regelrecht vom Kopf und landen gut sichtbar im Schulterbereich auf der Kleidung. Häufiges Haarewaschen, zu heißes Föhnen, aggressive Pflege- und Stylingprodukte, aber auch Umwelteinflüsse wie Hitze, Kälte und trockene Heizungsluft tragen dazu bei, dass die Kopfhaut austrocknet.

Fettige Schuppen: Anders bei fettigen Schuppen. Sie entstehen meist durch eine übermäßige Talgproduktion der Kopfhaut. Ursache für fettige Schuppen ist eine erhöhte Talgproduktion der Kopfhaut. Fettige Schuppen sind häufig etwas größer und haften als gelbliche Flocken an Kopfhaut und Haaren. Das kann man selbst unterscheiden, indem man ein paar Schuppen nimmt und diese zwischen den Fingern reibt. Wenn sich das ölig anfühlt, dann ist das eine fettige Kopfschuppung.

Hinzu kommt, dass sich ein bestimmter Hefepilz (Malassezia furfur) übermäßig vermehren kann. Der Pilz gehört zur natürlichen Hautflora. Fettige Kopfhaut bereitet ihm einen guten Nährboden. Dadurch kann er sich ungehindert ausbreiten, was zu starkem Juckreiz führt. Die Neigung zu fettiger Kopfhaut ist genetisch bedingt.

Vor allem junge Menschen leiden häufig an fettiger Kopfhaut. In der Pubertät verändert sich der Hormonspiegel. Der Körper produziert vermehrt Talg, was zu fettigen Haaren und einer erhöhten Schuppenbildung führt.

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Welche Ursachen können Schuppen haben?

Etwa 30 Prozent aller Frauen und 20 Prozent aller Männer leiden zumindest zeitweise an einer starken Schuppung. Ungewöhnlich sind Schuppen nicht - jeder Mensch hat sie.

Ursachen für trockene Schuppen:
  • Austrocknende Shampoos und Pflegeprodukte
  • Heißes Föhnen
  • Heizungsluft
  • Trockenes Klima
Ursachen für fettige Schuppen:
  • Erhöhte Talgproduktion
  • Hefepilz Malassezia Furfur
  • Stress
  • Geschwächtes Immunsystem
  • Diabetes
  • Hormonumstellung (Schwangerschaft, Pubertät, Wechseljahre)

Meist sind die Ursachen für Schuppen harmlos. In manchen Fällen stecken aber auch Erkrankungen dahinter. Häufige Schuppenauslöser sind unter anderem:

  • Hormonschwankungen
  • Falsche Haarpflege
  • Ungünstiges Klima
  • Erbliche Veranlagung
  • Stress
  • Psoriasis
  • Malassezia furfur
  • Atopisches Ekzem (Neurodermitis)
  • Seborrhoisches Ekzem
  • Kontaktallergien

Was hilft gegen Schuppen?

Viele Betroffene greifen schnell zum Klassiker, dem Anti-Schuppen-Shampoo. Ob teuer oder billig: Die meisten wirken gut und pflegen das Haar. Je nach Produkt variieren die Inhaltsstoffe. Manche Hersteller setzen auf natürliche Wirkstoffe wie Weizenkeimöl. Andere verwenden chemische Wirkstoffe wie Pirocton-Olamin und Zink-Pyrithion. Sie bekämpfen bestimmte Mikroorganismen auf der Kopfhaut, etwa den Hefepilz Malassezia furfur. Hat sich dieser stark ausgebreitet, hilft ein Anti-Schuppen-Shampoo aus der Apotheke mit dem Wirkstoff Ketoconazol.

Das Shampoo sollte über vier Wochen angewandt werden. Bei Produkten aus der Apotheke reichen bis zu zwei Anwendungen pro Woche. Kommt es zu einer Besserung, kann es hin und wieder verwendet werden. Eine dauerhafte Anwendung zur Vorbeugung braucht man aber nicht.

Spezielle Anti-Schuppen-Shampoos sollen gegen Schuppen helfen. Aber sind sie für jeden Schuppentyp sinnvoll?

Anders verhält es sich, wenn die Kopfhaut zu wenig Talg produziert. Ursache für trockene Schuppen kann die falsche Pflege mit einem zu aggressiven Shampoo sein oder ein Austrocknen durch Klimaanlagen und Heizungsluft. Auch mit zunehmendem Alter lässt die Talgproduktion in der Regel nach. Hier ist ratsam, die Haare möglichst selten zu waschen und auf ein milderes Shampoo umzusteigen, das die Kopfhaut weniger reizt und entfettet. Ein spezielles Anti-Schuppen-Shampoo mit fungiziden Wirkstoffen muss nicht sein, denn Hefe-Pilze spielen bei den Problemen dieses Schuppentyps allenfalls eine untergeordnete Rolle.

In den Kopfhautporen lebt der Hefepilz namens Malassezia furfur oder auch Pityrosporum ovale. Bei einer gesteigerten Talgproduktion hat dieser Hefepilz viel Futter. Er verstoffwechselt die Fette und scheidet freie Fettsäuren aus. Diese führen zu einem Ekzem der Kopfhaut. Es kommt zu Schuppenbildung. Eine leichte Kopfhautschuppung nennt man hierbei Pityriasis simplex. Sobald sie etwas ausgeprägter ist hat sie einen Krankheitswert und wird als seborrhoisches Kopfhautekzem bezeichnet. Für die Therapie eignen sich Antipilzshampoos zu mit Wirkstoffen Ciclopiroxolamin oder Ketoconazol. Bei starken Symptomen kann für einige Tage eine Cortison-Lösung oder -Schaum auf die Kopfhaut aufgetragen werden.

Auch die trockene Kopfhaut führt zu Schuppung. Einer trockenen Kopfhaut fehlt einerseits das Fett aus den Talgdrüsen und andererseits sind zu wenig schützende hauteigene Fette vorhanden, die die Epidermis (oberste Hautschicht) produziert. Die Epidermis produziert im gesunden Gleichgewicht Lipide, in die die schützenden Hornzellen eingebettet sind. Diese haben die Funktion der Hautschutzbarriere. Ist die Hautschutzbarriere gestört, kommt es zu einem gesteigerten Verlust von Feuchtigkeit aus der Kopfhaut. Dies kann durch eine übermäßige Entfettung der Kopfhaut mit aggressiven Shampoos zustande kommen, aber auch genetisch bedingt sein, wie z. B. bei Neurodermitis oder durch Veranlagung für Allergien, Ekzeme und trockene Haut (Atopie). Betroffene sollten hier grundsätzlich zu einem milden, nicht stark schäumenden Shampoo greifen, das keine Duftstoffe enthält, mit Lipiden angereichert ist, oder Urea (Harnstoff) enthält. Urea ist ein natürlicher Feuchthaltefaktor, der dazu führt, dass Feuchtigkeit in der obersten Hautschicht gebunden wird und diese sich regenerieren kann. Bei trockener Kopfhaut und trockenem Haar ist es sinnvoll, die Haare nicht täglich zu waschen.

Weitere Ursachen für Schuppenbildung sind Kontaktallergien, die zu juckenden Ekzemen führen mit Pickelchen, Rötungen und manchmal Bläschen. Shampoos und Haarfärbemittel werden oft nicht vertragen und müssen dann unbedingt gemieden werden. Der Hautarzt muss einen Allergietest mit Pflastern auf der Rückenhaut durchführen, um herauszufinden, gegen welchen Stoff die Kopfhaut allergisch reagiert. Diese Erkrankung nennt man dann ein Kontaktekzem.

Auch Hautpilze können sich auf der Kopfhaut ansiedeln und zu Schuppen führen. Gefährlich werden Hautpilze dann, wenn sie sich tief in die Kopfhaut eingraben und entlang des Haarschaftes in die Poren einwandern. Hier besteht akute Gefahr des vernarbenden Haarausfalls.

Hausmittel gegen Schuppen

Es gibt einige Hausmittel, die insbesondere bei trockener Kopfhaut die Schuppenbildung verringern sollen. Die Anwendung ist aber oft umständlich oder aufwändig. Zudem gibt es keine Nachweise, dass sie dauerhaft wirken. Es existieren meist nur Erfahrungswerte.

Beliebt sind vor allem Oliven- oder Kokosöl, Aloe Vera, Apfelessig, Naturjoghurt und Backpulver.

  • Aloe Vera: spendet, auf die Kopfhaut aufgetragen, Feuchtigkeit und wirkt antibakteriell
  • Olivenöl: natürlicher Feuchtigkeitsspender bei trockener Kopfhaut, kann über Nacht einwirken, verleiht Haaren Glanz und Geschmeidigkeit
  • Kokosöl: natürlicher Feuchtigkeitsspender bei trockener Kopfhaut; kann wie eine Kur einmassiert und nach etwa 30 Minuten ausgewaschen werden. Nachteil: Lässt Haare fettig wirken.
  • Naturjoghurt: wirkt beruhigend und feuchtigkeitsspendend; Joghurt wie eine Maske auf die Kopfhaut auftragen und nach zehn Minuten auswaschen.
  • Apfelessig: Als mit Wasser verdünnte Lösung aufgetragen, soll er die Talgdrüsen reinigen und den pH-Wert regulieren. Nachteil: Der Säuregehalt des Essigs kann die Kopfhaut reizen oder weiter austrocknen.
  • Backpulver: Als natürliches Peeling hilft es, vorhandene Hautschuppen zu lösen; soll entfettend und pilzhemmend wirken. Nach der Haarwäsche in die feuchte Kopfhaut einmassieren, kurz einwirken lassen und gründlich auswaschen.

Hautärztin Kubek hält von Hausmitteln wenig: Aus dermatologischer Sicht kann man so etwas nicht empfehlen. Die Dosierung dieser Stoffe ist überhaupt nicht standardisiert. Die Folge: Je nach Menge und Anwendung können die Hausmittel die Kopfhaut weiter austrocknen oder die Schutzbarriere der Haut schädigen. Das wiederum kann die Schuppenbildung verstärken.

Tipps für gesunde Kopfhaut und Haare

  • Milde, wenig tensidhaltige Haarshampoos mit feuchtigkeitsspendenden oder rückfettenden sowie pflegenden oder beruhigenden Inhaltsstoffen verwenden.
  • Haare nicht öfter als nötig waschen.
  • Lauwarmes Wasser schont Haare und Kopfhaut.
  • Haare immer gründlich ausspülen, Rückstände von Pflegeprodukten können die Kopfhaut belasten.
  • Weiche Bürsten verwenden; spitze Borsten reizen die Kopfhaut.
  • Nicht zu heiß föhnen und ausreichend Abstand halten. Starke Hitze trocknet Kopfhaut und Haare aus.
  • Keine aggressiven, zum Beispiel alkoholhaltigen, Stylingprodukte verwenden.

Wann sollte man wegen Schuppen zum Arzt gehen?

Schuppen sind für viele Betroffene ein kosmetisches Problem, das sich aber meist ohne ärztliche Hilfe in den Griff bekommen lässt. In folgenden Fällen ist es jedoch wichtig, dass Sie zum Hautarzt (Dermatologen) gehen:

  • Schuppenbildung, die länger als einen Monat besteht oder immer wiederkehrt
  • Starker Juckreiz, Rötung oder Schwellung der Kopfhaut
  • Haarausfall
  • Brennen oder Entzündung der Kopfhaut
  • Nässende oder verkrustete Stellen auf der Kopfhaut

Johanna Kubek sagt: Sind noch andere Beschwerden da wie Juckreiz, Brennen, Nässen, muss man den Arzt aufsuchen. Mit Maßnahmen wie Shampoo oder Hausmitteln werde man in dem Fall überhaupt keinen Effekt erreichen. "Das muss behandelt werden", rät die Dermatologin. Denn auch allergische Reaktionen, Infektionen, Ekzeme oder Hauterkrankungen wie Schuppenflechte und Neurodermitis können Ursache für Schuppen sein.

Schuppen: Vorbeugung

Wenn Sie verschiedene Dinge im Alltag beachten, beugen Sie vor allem trockenen Kopfschuppen vor:

  • Vermeiden Sie es, Ihre Haare zu heiß zu waschen oder zu föhnen. Das strapaziert die Kopfhaut und trocknet sie aus.
  • Überlegen Sie genau, welche Haarpflegeprodukte Sie tatsächlich benötigen. Haargel und -schaum verschließen beispielsweise die Kopfhaut - was förderlich für eine Schuppenbildung ist.
  • In der kalten Jahreszeit sollten Sie die Räume, in denen Sie sich häufig aufhalten, regelmäßig lüften oder befeuchten. So vermeiden Sie Schuppen im Winter.

Auch eine warme Olivenöl-Packung ist einen Versuch wert: Dafür ein paar Tropfen Öl mit einer Pipette auf die Kopfhaut träufeln und möglichst über Nacht einwirken lassen. Zu heißes Wasser stresst die Kopfhaut und reinigt sie nicht besser. Schalten Sie also lieber ein paar Grad herunter beim Waschen - und beim Föhnen sowieso. Auch zusätzliche mechanische Reize durch spitze Kammzinken oder harte Borsten sollten tabu sein. Denn das Kratzen kann eventuelle Entzündungen noch verstärken und die Schuppenbildung anheizen.

Frische Luft und Sonne tun schuppender Kopfhaut gut. Vermeiden Sie es also, zu häufig Mützen oder Hüte zu tragen, die schlecht "atmen". Denn darunter entsteht ein feucht-warmes Klima mit einer leicht auf-gequollenen oberen Hautschicht, auf der Hefepilze leichtes Spiel haben. Übrigens: Fettige Schuppen gedeihen eher im Sommer, weil dann sowohl die Luft- als auch die Hautfeuchtigkeit höher sind.

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