Neem Shampoo gegen Kopfläuse: Wirkung und Anwendung

Kopfläuse sind lästige Parasiten, die vor allem Kinder befallen. Es gibt verschiedene Möglichkeiten, Kopfläuse zu behandeln, wobei Neem Shampoo eine natürliche Option darstellt. Dieser Artikel beleuchtet die Wirkung von Neem Shampoo gegen Kopfläuse, stellt alternative Behandlungsmethoden vor und gibt praktische Tipps zur Anwendung.

Verschiedene Behandlungsmethoden gegen Kopfläuse

Grundsätzlich gibt es verschiedene Möglichkeiten, Kopfläuse zu behandeln. Die wichtigsten Behandlungsmethoden sind die physikalische und die chemische Therapie - die mechanische Entfernung mit einem Läusekamm unterstützt dabei. Darüber hinaus gibt es rein pflanzliche Methoden und Hausmittel gegen Kopfläuse.

Physikalische Therapie

Bei der physikalischen Therapieform werden Läusemittel mit Dimeticon (Silikonöl) eingesetzt. Sie sind in der Behandlung von Kopfläusen weit verbreitet und Mittel der Wahl. Diese Silikonöle breiten sich sehr gut auf Oberflächen aus und greifen auf diese Weise direkt die „Achillesferse“ der Läuse an - das Atemsystem.

Läuse atmen durch 14 winzige Atemöffnungen, die sich an ihren Körperseiten befinden und deren Durchmesser so klein ist, dass nur Flüssigkeiten mit extrem niedriger Oberflächenspannung eindringen können. Bei Kontakt mit der Laus, ummantelt das Silikonöl vollständig die Oberfläche und durchflutet die Atemöffnungen. Jacutin Pedicul Fluid beispielsweise besitzt eine solch niedrige Oberflächenspannung und kann auf diese Weise tief in das Atemsystem der Läuse eindringen. Durch seine ungewöhnlichen Kriech- und Spreiteigenschaften breitet es sich sekundenschnell aus und erstickt die Läuse innerhalb von zehn Minuten.

Dimeticonhaltige Präparate sind in der Behandlung von Kopfläusen weit verbreitet und sehr wirksam. Aufgrund des rein physikalischen Wirkprinzips bilden sich keine Resistenzen. Außerdem sind Silikonöle frei von Nervengiften bzw. Insektiziden. Silikonöle werden von der Haut oder den Schleimhäuten nicht aufgenommen und gelten als ungiftig. Die wasserabweisenden Silikonöle sind weit verbreitet und in der Kosmetik lang bewährt. Dimeticone sind als Zutat in zahlreichen herkömmlichen Kosmetika wie Haarpflegeprodukten, Cremes oder Lippenstift zu finden. Laut embryotox.de sind auch bei Schwangerschaft und in der Stillzeit Präparate auf Basis von Dimeticon Mittel der Wahl. Zudem können die Silikonöle bei Kleinkindern eingesetzt werden.

Chemische Therapie

Bei der chemischen Therapieform werden Insektizide, also Insektenvertilgungsmittel, eingesetzt, die giftig für Kopfläuse sind. Die Wirkstoffe Allethrin, Permethrin oder Pyrethrum töten die Kopfläuse, indem sie das Nervensystem der kleinen Quälgeister angreifen. Wenn die Kopfläuse mit dem Nervengift in Kontakt kommen, krampfen sie und können sich nicht mehr bewegen.

Die chemischen Wirkstoffe wie Allethrin sind für die Behandlung von Kopfläusen weit verbreitet und werden in der Regel gut vertragen. Im Ausland wurden mittlerweile allerdings vermehrt Resistenzen gegenüber einzelnen chemischen Wirkstoffen festgestellt.

Chemische Läusemittel müssen außerdem streng nach Vorschrift angewendet werden und dürfen nicht häufiger als auf dem Beipackzettel angegeben, verwendet werden. Beachten Sie auch: Das behandelte Haar darf nicht der prallen Sonne ausgesetzt oder geföhnt werden.

Mechanische Behandlung

Bei dieser Technik wird als Hilfsmittel ein Läusekamm eingesetzt. Zum Auskämmen der feuchten und mit einer Haarspülung behandelten Haare, werden die Haare z. B. mit Gummis abgetrennt. Der Läusekamm wird dann mit den Zinken an der Kopfhaut angesetzt und von dort Strich für Strich fest zu den Haarspitzen heruntergezogen. Bei jedem Strich wird der Läusekamm sorgfältig nach Läusen untersucht. Dafür eignet sich das Abstreifen der Zinken an einem weißen Papier oder Handtuch. Eine Leselupe und gutes Licht sind ebenfalls sehr nützlich. Im Anschluss können die Läuse bzw. Nissen durch Abspülen oder Abreiben vom Läusekamm entfernt werden. Auf diese Weise werden die Haare systematisch mit den engen Zinken des Läusekamms durchsucht und Kopfläuse und Nissen ausgekämmt. Diese Prozedur wird innerhalb von vier Wochen zweimal pro Woche wiederholt.

Zur erfolgreichen Behandlung des Kopflausbefalls, sollte die mechanische Behandlung aber immer mit einem wirksamen physikalischen oder chemischen Läusemittel kombiniert und nur ergänzend eingesetzt werden. Zwar kann der Kopf mit Hilfe der mechanischen Methode gut entlaust werden - es besteht aber immer das Risiko, dass Läuse oder Nissen beim Auskämmen übersehen werden.

Pflanzliche Behandlung und Hausmittel gegen Kopfläuse

Läusemittel auf rein pflanzlicher Basis enthalten ätherische Öle, teilweise mit pflanzlichen Fettsäuren. Für einige wenige Produkte, die z. B. Neem- oder Kokosnussöl enthalten, konnte eine abtötende Wirkung auf Läuse nachgewiesen werden. Allerdings ist bei sehr vielen Naturprodukten die Wirksamkeit nicht ausreichend untersucht. Für einige ätherische Öle ist zudem bekannt, dass sie allergische Reaktionen auslösen können. Andere wirken hautirritierend.

Lauwarmes Essigwasser tötet keine Läuse, kann aber helfen die festklebenden Nissen aus den Haaren zu lösen. Das Essigwasser sollte im Verhältnis 1:2, ein Teil Haushaltsessig und zwei Teile lauwarmes Wasser angesetzt werden. Das Haar wird mit dem verdünnten Essigwasser mehrfach gespült und wirkt dann für ein paar Minuten ein. Anschließend wird der Kopf mit der Methode des feuchten Auskämmens mechanisch behandelt. Somit kann Essig eine Hilfe gegen die lästigen Plagegeister sein. Die Wirksamkeit ist allerdings nicht ausreichend erforscht. Zudem dauert es bis sich die festklebenden Nissen vom Haar lösen.

Neemöl

Neemöl wird durch die kalte Pressung der Samen eines Baumes gewonnen, der hauptsächlich in Indien wächst "Azadirachta indica". Das Öl ist vorwiegend zur Anwendung gegen Akne, Schuppenflechte, Ekzeme, Nesselsucht, Juckreiz und Schuppen geeignet. Weiter wirkt das hochwertige Neemöl antifungal, antiseptisch und antibakteriell.

Kalt gepresstes Neemöl ist das Mittel gegen Läuse. Durch seine antibakteriellen Eigenschaften unterbindet es ein weiteres Ausbreiten der Nissen. Neemöl hat gleichzeitig eine vorbeugende Wirkung gegen Läuse, denn diese mögen den Geruch von Neemöl gar nicht.

Allerdings fehlen hinreichende Daten zu Wirksamkeit von Neem-Öl gegen Kopfläuse und Verträglichkeit beim Menschen.

Kokosöl

Unter den pflanzlichen Ölen ist Kokosöl ein bewährtes Mittel gegen Läuse (z. B. SOS Läuse-Shampoo). Waschaktive Triglyceride aus dem Öl sollen die Blutsauger umfüllen und dabei ersticken. Auch auf die Nissen sollen sie einwirken und deren Kittsubstanz auflösen. Das soll das Auskämmen erleichtern.

SOS Läuse-Shampoo mit einem natürlichen Wirkstoff der Kokospalme wird in das nasse oder trockene Haar einmassiert, bis es vollständig durchtränkt ist. Nach einer Einwirkzeit von 15 Minuten wird das Shampoo sorgfältig ausgespült und das Haar ausgekämmt, um Läuse und Nissen zu entfernen. Die Behandlung ist im Abstand von 7 Tagen, bei starkem Befall im Abstand von 3 Tagen, mindestens 3-mal durchzuführen. Bei Produkten mit Kokosöl erscheint eine Anwendung in Schwangerschaft und Stillzeit für vertretbar.

Die Datenlage zu auf Kokosöl basierenden Präparaten ist dünn. Für eine Bewertung der Wirksamkeit sind größere Vergleichsstudien wünschenswert.

Neem-Extrakt

Neem-Extrakt ist ein natürliches Mittel gegen Läuse (z. B. in Licener Shampoo gegen Kopfläuse und Nissen). Er legt sich wie ein Film über die Läuse und blockiert ihr Atemsystem. Die Tiere ersticken innerhalb weniger Minuten.

Das Shampoo wird auf trockenem Haar aufgetragen und 10 Minuten einwirken gelassen. Der Hersteller empfiehlt eine Wiederholung der Behandlung bei Bedarf. Produkte mit Neem-Extrakt wie das Licener Shampoo gegen Kopfläuse und Nissen sind für Erwachsene und Kinder ab 2 Jahren geeignet. Vor der Anwendung von Neem-Extrakt während der Schwangerschaft oder Stillzeit ist eine Rücksprache mit dem Arzt empfehlenswert.

Eine kleine Studie aus 2016, die mit dem Läuse-Shampoo Licener durchgeführt wurde, bestätigt die Wirksamkeit. 65 Kinder im Alter zwischen 3 und 10 Jahren mit bestätigtem Kopflausbefall wurden einmalig mit dem Shampoo behandelt. Nachuntersuchungen bis zu 9 Tage nach der Therapie zeigten, dass alle Kinder läusefrei waren.

Effektives Behandlungsschema bei Kopflausbefall

Zur vollständigen Beseitigung des Kopflausbefalls empfiehlt das Robert Koch-Institut generell folgendes Behandlungsschema:

  • Tag 1: Um die Kopfläuse zu behandeln, sollte die Methode des feuchten Auskämmens mit dem Einsatz eines wirksamen Läusemittels kombiniert werden.
  • Tag 5: Haare erneut feucht auskämmen. Nissen sowie bereits geschlüpfte Larven können auf diese Weise mit dem Läusekamm ausgekämmt werden.
  • Tag 8-10: Eine Wiederholungsbehandlung mit einem wirksamen Läusemittel ist notwendig, um Larven abzutöten, die später geschlüpft sind.
  • Tag 13 und 17: Es ist fast geschafft: Vorsichtshalber noch die Haare einer Läusekontrolle durch feuchtes Auskämmen unterziehen.

Kopfläuse - Erkennen & richtig behandeln

Achtung! Behandlungsfehler vermeiden

Kopflausmittel werden oftmals falsch angewendet. Der Behandlungserfolg oder -misserfolg wird allerdings durch die korrekte Behandlung bestimmt. Aber keine Sorge! Wenn Sie unsere Hinweise befolgen, töten Sie die Quälgeister wirksam ab.

  • Packungsbeilage lesen und beraten lassen! Eine Beratung durch den Apotheker, das aufmerksame Lesen der Packungsbeilage und das Befolgen der Gebrauchsanweisung sind der Ausgangspunkt für eine wirksame Behandlung.
  • Geduld lohnt sich! Das gesamte Haar sollte mit dem Läusemittel benetzt sein: Dafür das Mittel gleichmäßig im Haar verteilen und großzügig auftragen. Gerade bei langem und dickem Haar auf eine ausreichende Menge des Läusemittels achten.
  • Wecker stellen! Ein typischer Anwendungsfehler ist eine zu kurze Einwirkzeit: Für die Einhaltung einer ausreichend langen Einwirkzeit, lohnt es sich einen Wecker zu stellen und zu warten.
  • Kombinieren! Zusätzlich zur Behandlung mit einem Läusemittel sollten die Parasiten sorgfältig ausgekämmt werden. Dafür eignet sich die Methode des feuchten Auskämmens mit einem Nissenkamm.
  • Wiederholungsbehandlung notwendig! Wichtig ist das empfohlene Behandlungsschema zu befolgen. Zur vollständigen Beseitigung des Kopflausbefalls empfiehlt das Robert Koch-Institut für jedes Läusemittel eine zweite Behandlung am Tag 8-10.

Behandlungsmythen, die nicht helfen

  • Kopfläuse einfach auswaschen: Die kleinen Plagegeister schreckt (heißes) Wasser nicht ab. Die Atemöffnungen sind so winzig, dass Wasser aufgrund seiner hohen Oberflächenspannung nicht in die Atemöffnungen eindringen kann. Auch ein Aufenthalt in der Badewanne, unter der Dusche oder im Schwimmbad schafft keine Abhilfe. Die Quälgeister klammern sich bei Kontakt mit Wasser fest ans Haar und halten Aufenthalte unter Wasser sehr lange aus.
  • Viel shampoonieren hilft gegen Läuse: Mit häufigem „richtigem“ Haare waschen klappt es leider nicht die Kopfläuse loszuwerden: Durch das Waschen werden die winzigen Parasiten lediglich „sauber“ gemacht. Sauberes Kopfhaar ist zudem weniger fettig und die Kopfläuse können sich darin noch besser fortbewegen. Außerdem sollen Läuse frisch gewaschenes Haar sogar bevorzugen.
  • Die Läuse einfach wegföhnen: Von wegen! Durch das minutenlange Föhnen mit 60°C heißer Luft, kann es zu Verbrennungen der Kopfhaut kommen. Außerdem ist diese Methode aufwendig und für die Therapie nicht geeignet.
  • Bei Lausbefall - ab in die Sauna oder die Kältekammer: Theoretisch können sowohl hohe als auch niedrige Temperaturen die Kopfläuse schädigen. Bei sehr hohen Temperaturen trocknen die Plagegeister aus. Bei niedrigen Temperaturen können die Läuse-Lebensstadien unterbrochen werden. Viele denken, dass ein längerer Besuch in der Kältekammer oder in der Sauna Abhilfe schaffen würde. Doch weit gefehlt!

Vorbeugende Maßnahmen

Zum Schutz vor Läusen sollten lange Haare am Besten zu einem Zopf geflochten werden. Außerdem kann ein Weidenrindenshampoo unterstützend angewendet werden. Mützen oder Kappen können beim Spielen einen Übergang von Kopf zu Kopf verhindern, wichtig ist jedoch, dass die Kinder die Kopfbedeckungen nicht untereinander tauschen. Kleidung und Bettwäsche sind bei 60 Grad zu waschen.

Zusammenfassung

Die Behandlung von Kopfläusen erfordert ein systematisches Vorgehen. Neben chemischen und physikalischen Methoden können auch pflanzliche Mittel wie Neem Shampoo eine wirksame Option darstellen. Wichtig ist, die Anwendungshinweise genau zu beachten und die Behandlung gegebenenfalls zu wiederholen, um alle Läuse und Nissen zu entfernen. Vorbeugende Maßnahmen können helfen, einen erneuten Befall zu verhindern.

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