Gegen Haarausfall sind viele Mittel im Umlauf. Die wenigsten kann man als „natürlich“ bezeichnen. Auch gehen die wenigsten dieser Mittel auf die tatsächlichen Ursachen der Problematik ein. Natürliche Mittel sind da anders.
Doch beginnen wir zunächst mit den verschiedenen Arten des Haarausfalls:
Das Haar unterliegt einem bestimmten Entwicklungszyklus. Hierbei lassen sich drei Phasen unterscheiden.
Weiter oben bei der Vorstellung der verschiedenen Haarausfallarten haben wir bereits einige Ursachen aufgeführt. Warum kommt es beim androgenetischen Haarausfall zu einer Überempfindlichkeit der Haarfollikel gegen DHT und warum entsteht bei Frauen eine Hormonstörung (PCOS)?
Beim kreisrunden Haarausfall fragt man sich: Wie kann es sein, dass sich eine Autoimmunerkrankung entwickelt und sich der Körper gegen sich selbst richtet? In all diesen Fällen liegt ein Ungleichgewicht im Körper vor.
Bestimmte Einflüsse verhindern gesunde Reaktionen des Organismus, führen zu Irritationen, zu Fehlfunktionen und im Darm u. U. zu einem Leaky Gut Syndrom, das die Entwicklung von Autoimmunerkrankungen fördern könnte. Alle diese Faktoren sorgen für Störungen im System (im Immunsystem, im Hormonsystem etc.) und können - je nach persönlicher Schwachstelle - letztendlich auch zu einem Ausfallen der Haare führen.
In der Naturheilkunde setzt man also in den seltensten Fällen einzelne Mittel gegen dies oder jenes ein. Selbst ganzheitliche Konzepte bei Autoimmunerkrankungen (wozu der kreisrunde Haarausfall oder auch die ursächlichen Erkrankungen für den vernarbenden Haarausfall gehören) bestehen mittlerweile aus denselben nachfolgend noch einmal aufgeführten Maßnahmen, die in der Naturheilkunde schon seit vielen Jahrzehnten bei Krankheiten aller Art empfohlen werden (siehe z. B. das Buch „Autoimmunerkrankungen erfolgreich behandeln“ von Dr.
Naturheilkundliche Mittel gegen Haarausfall behandeln somit nicht ausschließlich die Kopfhaut, das Hormonsystem oder das Immunsystem. Zusätzlich können aber natürlich auch gezielt Mittel eingesetzt werden, die sich konkret auf die Harmonisierung und Stärkung der Kopfhautgesundheit auswirken und so auch direkt an Ort und Stelle dem Haarverlust entgegenwirken und für Haarneuwuchs sorgen, z. B.
Die drei folgenden Naturstoffe können laut erster Untersuchungen den DHT-Spiegel senken, also die Umwandlung von Testosteron in DHT verhindern.
Sägepalmextrakt und Sulforaphan nimmt man als Nahrungsergänzung ein. Zusätzlich baut man häufig Brokkoli, Brokkolisprossen und Kürbiskernöl (gerne auch Kürbiskerne) in den Speiseplan ein.
Eine schlechte Darmgesundheit und eine kranke Darmflora (Dysbiose) gelten inzwischen als Mitverursacher vieler chronischer Erkrankungen. Zur Regulierung der Darmflora werden daher häufig Probiotika empfohlen. Genau diese Eigenschaften braucht es bei Haarausfall. Denn die Problematik geht häufig mit entzündlichen Prozessen an den Haarfollikeln einher, kann überdies stressbedingt sein und könnte im Falle eines kreisrunden Haarausfalls sogar konkret die Folge einer Dysbiose sein.
Daher liegt der Verdacht nahe, dass die Einnahme von Probiotika bei Haarverlust helfen kann, worauf bereits mehrere Studien mit Mäusen hinweisen. Es befanden sich also viel mehr Haare in der wachstumsaktiven Anagenphase als bei Tieren, die keine Probiotika erhielten. Insgesamt konnte man sogar beobachten, dass die Probiotika-Mäuse insgesamt in einem Zustand waren, der normalerweise für viel jüngere Mäuse typisch war.
In der Traditionellen Chinesischen Medizin sind Haarausfall und ungesund aussehende Haare auch ein Zeichen einer schlechten Verdauung. In einer placebokontrollierten Doppelblind-Studie von 2013 stellte man an über 120 Teilnehmern außerdem fest, dass allein die Gabe eines Probiotikums (mit L Reuteri.) über 9 Wochen hinweg den Vitamin-D-Spiegel um 25 Prozent anheben konnte - und da ein gesunder L.
Vitalstoffmängel können die Haarstruktur beeinträchtigen und zu diffusem Haarausfall führen, aber auch den Körper schwächen, so dass genauso andere Formen des Haarverlusts begünstigt werden. Gerade die Haarfollikel gehören zu den stoffwechselaktivsten Bereichen im Körper und sind daher besonders stark auf ausreichend Nährstoffe angewiesen.
Ideal wäre, dass zunächst abgeklärt wird, welche Vitamine und/oder Mineralstoffe tatsächlich fehlen, damit diese gezielt zugeführt werden können. Nimmt man einfach wahllos Präparate ein, läuft man Gefahr, dass die darin vorhandenen Dosierungen gar nicht ausreichen, um einen möglichen Mangel zu beheben.
Zinkmangel kann häufig bei Haarausfall beobachtet werden, weshalb man in diesem Fall den Status der Zinkversorgung in jedem Fall überprüfen sollte. Ob sich ein Haarverlust durch Zinkgabe auch dann bessert, wenn zuvor kein Zinkmangel bestand, ist nicht geklärt.
Eine weitere bei Haarverlust wichtige Aminosäure ist L-Cystein. Die schwefelhaltige Aminosäure wird für den Bau von Keratin benötigt wird, dem Hauptbestandteil unserer Haare. L-Cystein sorgt für die Widerstandskraft und Stärke des Keratins und kann daher eine geschädigte Haarstruktur reparieren und auch bei diffusem Haarausfall hilfreich sein.
Bei einem bestehenden Haarausfall (ob kreisrund, diffus o. Im Jahr 2013 zeigten Forscher der University of Cairo, dass Frauen mit diffusem Haarausfall sehr viel niedrigere Vitamin-D-Werte hatten (um 11 bis 12 ng/ml) als Frauen mit gesundem Haar. Auch konnte beobachtet werden, dass der Vitamin-D-Spiegel umso niedriger war, je stärker ausgeprägt ein Haarverlust war und je länger er bestand.
Genauso wichtig ist die passende Versorgung mit essentiellen Fettsäuren (Omega-3 und Omega-6), da z. B. Die Gamma-Linolensäure ist insbesondere im Borretschsamenöl oder auch im schwarzen Johannisbeersamenöl enthalten, die als Nahrungsergänzung eingenommen werden können.
Oft wird bei Haarausfall und auch bei brüchigen Nägeln Biotin eingenommen, da man dem Stoff hier eine heilende Wirkung nachsagt. Biotinmangel aber - heißt es von Kritikern wiederum - sei selten, da die Darmflora ausreichend Biotin bilden könne. In einem Review von 2017 untersuchte man die Literatur zur Wirkung von Biotin auf das Haar- und Nagelwachstum.
Silizium ist ein leider viel zu wenig beachtetes Spurenelement. Im Körper befindet es sich hauptsächlich in den Knochen, aber auch im Haar, den Nägeln, den Sehnen und Bändern. Gerade bei einer Neigung zu Haarausfall könnte eine mangelhafte Siliziumversorgung das Haar verstärkt ausfallen lassen. Mehrere Studien weisen bereits auf eine positive Wirkung des Siliziums auf die Haargesundheit hin.
Haarausfall bei Frauen hat viele Gesichter. Die häufigste Art ist der hormonell erblich bedingte Haarausfall (androgenetische Alopezie) - bis zu 40 Prozent der Frauen entwickeln im Laufe ihres Lebens Anzeichen dieser Form. Einige Betroffene müssen sich schon in jungen Jahren damit auseinandersetzen, andere mit dem Beginn der Wechseljahre.
Es gibt verschiedene Arten von Haarausfall, die wiederum auf unterschiedliche Ursachen zurückzuführen sind:
Dünnes, brüchiges, stumpfes oder farbloses Haar - schlechte Haarqualität oder Störungen des Haarwachstums können gerade Frauen sehr belasten. Viele blicken deshalb besorgt in den Spiegel und fragen sich, warum es zu ihrem Haarausfall kommt. Ob Stress, Hormone, erbliche Faktoren oder Erkrankungen - die Gründe sind vielfältig.
| Ursache | Beschreibung |
|---|---|
| Genetik | Veranlagung für Haarausfall |
| Stress | Psychischer und physischer Stress kann Haarausfall auslösen |
| Schwangerschaft / Geburt | Hormonelle Veränderungen können zu Haarausfall führen |
| Absetzen der Pille | Hormonelle Umstellung nach dem Absetzen |
| Wechseljahre | Veränderung des Hormonhaushaltes |
| Autoimmunerkrankungen | Körper greift eigene Haarfollikel an |
| Medikamente | Bestimmte Medikamente können Haarausfall verursachen |
| Mangelernährung | Fehlende Nährstoffe beeinträchtigen das Haarwachstum |
| Krankheit | Verschiedene Erkrankungen können Haarausfall auslösen |
| Schilddrüsenfehlfunktion | Störung der Schilddrüsenhormone |
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