Natürlichen Haarausfall stoppen: Ursachen und Lösungen

Gegen Haarausfall sind viele Mittel im Umlauf. Die wenigsten kann man als „natürlich“ bezeichnen. Auch gehen die wenigsten dieser Mittel auf die tatsächlichen Ursachen der Problematik ein. Natürliche Mittel sind da anders.

Doch beginnen wir zunächst mit den verschiedenen Arten des Haarausfalls:

Verschiedene Arten von Haarausfall

  1. Der erblich bedingte bzw. androgenetische Haarausfall: Der erblich bedingte oder androgenetische Haarausfall kann Frauen und Männer gleichermaßen betreffen, wobei die Männer in der überwiegenden Mehrzahl sind. Bei Männern ist der androgenetische Haarausfall nicht so einfach mit natürlichen Maßnahmen zu beeinflussen. Sind Frauen im gebärfähigen Alter von einem androgenetischen Haarverlust betroffen, lichtet sich das Haar entlang des Scheitels und wird häufig mit dem diffusen Haarausfall verwechselt. Auch bei Frauen liegt ein erhöhter Testosteron- bzw. Dihydrotestosteronspiegel vor, wobei hier sehr oft das PCOS im Spiel ist, das Polyzystische Ovarialsyndrom.
  2. Der kreisrunde Haarausfall (Alopecia ariata): Diese Form des Haarverlustes gilt derzeit als Autoimmunerkrankung, was bedeutet, dass körpereigene Abwehrzellen (die sog. zytotoxischen T-Zellen) stellenweise die Zellen der Haarfollikel angreifen, im Glauben, es handle sich um körperfremde Strukturen, die bekämpft werden müssten. Oft sind beim kreisrunden Haarausfall noch andere Autoimmunerkrankungen vorhanden. Ist dies der Fall, scheint die Prognose weniger gut zu sein. Bis zu 50 Prozent der Betroffenen erholen sich von dieser Form des Haarverlustes wieder vollständig im Laufe eines Jahres. Diese Form des Haarausfalls zeigt sich in rundlichen vollkommen kahlen Stellen.
  3. Der diffuse Haarausfall: Es zeigen sich also keine einzelnen kahlen Stellen. Beim diffusen Haarausfall wird das Haar insgesamt lichter. Es handelt sich meist um einen Haarausfall vom Spät-Typ, was bedeutet, dass der schädigende Einfluss die Wachstumsphase der Haare unterbricht (siehe nächster Abschnitt „Die drei Phasen des Lebenszyklus der Haare“) und die Haare in die Ruhephase übergehen. Als mögliche schädigende Faktoren gelten z. Erkrankungen innerer Organe (z. B. Erkrankungen, die den Körper auszehren (Krebs, Tuberkulose o. strenge Diäten oder Hungerzeiten oder generell chronische Nährstoff- oder Vitalstoffmängel (z. B. manche Medikamente (z. B. Betablocker, Statine, Schilddrüsenmedikamente oder Blutverdünner). Schadstoffbelastung (z. B.
  4. Der vernarbende Haarausfall: Die Haare wachsen also an den entsprechenden Stellen nicht mehr nach. Der vernarbende Haarausfall zeigt sich in kahlen Stellen, die schließlich vernarben. Allerdings entstehen die Entzündungen nicht einfach so. Sie gehen hingegen mit bestimmten Erkrankungen einher, wie z. B.
  5. Haarausfall durch Chemotherapie: Bei einer Chemotherapie werden alle Haare beschädigt, die sich in der Wachstumsphase befinden (zu den drei Phasen des Lebenszyklus der Haare siehe nächster Abschnitt). Der Schaden ist dabei so stark, dass diese Haare nicht in die Ruhephase übergehen, sondern sofort oder im Laufe weniger Wochen in der Wurzel abbrechen. Da die Haarfollikelzellen aber zu jenen Zellen gehören, die sich sehr schnell teilen, kommt es rasch zu einer Erholung der Follikel, so dass schon 4 Wochen nach Beendigung der Chemotherapie wieder die ersten neuen Haare sichtbar sein können.

Das Haar unterliegt einem bestimmten Entwicklungszyklus. Hierbei lassen sich drei Phasen unterscheiden.

Die drei Phasen des Lebenszyklus der Haare

  • Anagenphase: 2 bis 10 (meist eher 3 bis 6) Jahre, das Haar wächst. Je länger das Anagen, desto länger wird das Haar. Wer Haare hat, die nicht besonders lang wachsen, hat eine kürzere Anagenphase. Beim gesunden Menschen sind 80 Prozent der Haare im Anagen.
  • Katagenphase: wenige Tage
  • Telogenphase: 2 bis 4 Monate, am Ende der Telogenphase fällt das Haar aus.

Weiter oben bei der Vorstellung der verschiedenen Haarausfallarten haben wir bereits einige Ursachen aufgeführt. Warum kommt es beim androgenetischen Haarausfall zu einer Überempfindlichkeit der Haarfollikel gegen DHT und warum entsteht bei Frauen eine Hormonstörung (PCOS)?

Beim kreisrunden Haarausfall fragt man sich: Wie kann es sein, dass sich eine Autoimmunerkrankung entwickelt und sich der Körper gegen sich selbst richtet? In all diesen Fällen liegt ein Ungleichgewicht im Körper vor.

Bestimmte Einflüsse verhindern gesunde Reaktionen des Organismus, führen zu Irritationen, zu Fehlfunktionen und im Darm u. U. zu einem Leaky Gut Syndrom, das die Entwicklung von Autoimmunerkrankungen fördern könnte. Alle diese Faktoren sorgen für Störungen im System (im Immunsystem, im Hormonsystem etc.) und können - je nach persönlicher Schwachstelle - letztendlich auch zu einem Ausfallen der Haare führen.

In der Naturheilkunde setzt man also in den seltensten Fällen einzelne Mittel gegen dies oder jenes ein. Selbst ganzheitliche Konzepte bei Autoimmunerkrankungen (wozu der kreisrunde Haarausfall oder auch die ursächlichen Erkrankungen für den vernarbenden Haarausfall gehören) bestehen mittlerweile aus denselben nachfolgend noch einmal aufgeführten Maßnahmen, die in der Naturheilkunde schon seit vielen Jahrzehnten bei Krankheiten aller Art empfohlen werden (siehe z. B. das Buch „Autoimmunerkrankungen erfolgreich behandeln“ von Dr.

Naturheilkundliche Mittel gegen Haarausfall behandeln somit nicht ausschließlich die Kopfhaut, das Hormonsystem oder das Immunsystem. Zusätzlich können aber natürlich auch gezielt Mittel eingesetzt werden, die sich konkret auf die Harmonisierung und Stärkung der Kopfhautgesundheit auswirken und so auch direkt an Ort und Stelle dem Haarverlust entgegenwirken und für Haarneuwuchs sorgen, z. B.

Natürliche DHT-Blocker

Die drei folgenden Naturstoffe können laut erster Untersuchungen den DHT-Spiegel senken, also die Umwandlung von Testosteron in DHT verhindern.

  1. Sulforaphan: DHT ist die Abkürzung für 5-Alpha-Dihydrotestosteron. Es gehört zu den Androgenen, die wiederum zu den Sexualhormonen gehören. Sulforaphan wurde in einer japanischen Studie auf seine Wirkung beim genetisch bedingten Haarverlust hin untersucht. Sulforaphan - ein sekundärer Pflanzenstoff, der insbesondere im Brokkoli und in Brokkolisprossen zu finden ist und für seine stark antioxidative, krebsbekämpfende und entzündungshemmende Wirkung bekannt ist. Sulforaphan - so die Forscher - erhöhe die Expression eines Enzyms, das zum Abbau von DHT führe. Konkrete Dosierungsempfehlungen zur Bekämpfung von Haarausfall gaben die Forscher für die Anwendung beim Menschen noch nicht. Ein Brokkoli (500 g) enthält um die 50 mg Sulforaphan - immer abhängig von Jahreszeit, Sorte und Frische.

    Brokkoli ist reich an Sulforaphan
  2. Kürbiskernöl: Das Öl hemmte in einer randomisierten plazebokontrollierten Studie aus dem Jahr 2014 das Enzym 5-alpha-Reduktase. Dieses Enzym ermöglicht die Umwandlung des Testosterons in DHT. In der koreanischen Studie erhielten 76 Männer mit genetisch bedingtem Haarausfall über ein halbes Jahr hinweg täglich 400 mg Kürbiskernöl oder ein Placebo. Am Ende der Studie zeigte sich, dass die Kürbiskernölgruppe volleres Haar hatte als die Placebogruppe. Die Haarfülle hatte um 40 Prozent zugenommen.
  3. Sägepalmextrakt: Der Sägepalmextrakt scheint nun den DHT-Spiegel senken zu können. Ein sinkender DHT-Spiegel wäre nun auch beim genetisch bedingten Haarverlust hilfreich. Präparate aus den Früchten der Sägepalme (Sägepalmextrakt) sind bekannt für ihre positive Wirkung bei der gutartigen Prostatavergrößerung (benigne Prostatahyperplasie/BPH). Zwar ist die konkrete Ursache bei der BPH noch nicht bekannt, doch vermutet man, dass auch hier das DHT beteiligt ist. Im Jahr 2012 überprüften Forscher daher in einer Studie die Wirkung von Sägepalmextrakt auf das genetisch bedingte Ausfallen der Haare (verglichen mit der Wirkung von Finasterid). 100 männliche Patienten mit einem diagnostizierten genetisch bedingten Haarausfall nahmen an der Studie teil. Zwar war Finasterid insgesamt erfolgreicher, doch zeigte sich auch bei vielen Männern (38 Prozent), die den Sägepalmextrakt genommen hatten, ein zunehmender Haarwuchs. Manchen Erfahrungsberichten zufolge kann die Dosis des Sägepalmextrakts auf das Dreifache erhöht werden, um Erfolge zu erzielen. Gehen Sie jedoch langsam vor und reduzieren Sie die Dosis, sobald Sie Nebenwirkungen bemerken (Magen-Darm-Beschwerden oder Empfindlichkeiten (z. B.

Sägepalmextrakt und Sulforaphan nimmt man als Nahrungsergänzung ein. Zusätzlich baut man häufig Brokkoli, Brokkolisprossen und Kürbiskernöl (gerne auch Kürbiskerne) in den Speiseplan ein.

Eine schlechte Darmgesundheit und eine kranke Darmflora (Dysbiose) gelten inzwischen als Mitverursacher vieler chronischer Erkrankungen. Zur Regulierung der Darmflora werden daher häufig Probiotika empfohlen. Genau diese Eigenschaften braucht es bei Haarausfall. Denn die Problematik geht häufig mit entzündlichen Prozessen an den Haarfollikeln einher, kann überdies stressbedingt sein und könnte im Falle eines kreisrunden Haarausfalls sogar konkret die Folge einer Dysbiose sein.

Daher liegt der Verdacht nahe, dass die Einnahme von Probiotika bei Haarverlust helfen kann, worauf bereits mehrere Studien mit Mäusen hinweisen. Es befanden sich also viel mehr Haare in der wachstumsaktiven Anagenphase als bei Tieren, die keine Probiotika erhielten. Insgesamt konnte man sogar beobachten, dass die Probiotika-Mäuse insgesamt in einem Zustand waren, der normalerweise für viel jüngere Mäuse typisch war.

In der Traditionellen Chinesischen Medizin sind Haarausfall und ungesund aussehende Haare auch ein Zeichen einer schlechten Verdauung. In einer placebokontrollierten Doppelblind-Studie von 2013 stellte man an über 120 Teilnehmern außerdem fest, dass allein die Gabe eines Probiotikums (mit L Reuteri.) über 9 Wochen hinweg den Vitamin-D-Spiegel um 25 Prozent anheben konnte - und da ein gesunder L.


Probiotika können helfen, die Darmflora zu regulieren

Vitalstoffmängel können die Haarstruktur beeinträchtigen und zu diffusem Haarausfall führen, aber auch den Körper schwächen, so dass genauso andere Formen des Haarverlusts begünstigt werden. Gerade die Haarfollikel gehören zu den stoffwechselaktivsten Bereichen im Körper und sind daher besonders stark auf ausreichend Nährstoffe angewiesen.

Ideal wäre, dass zunächst abgeklärt wird, welche Vitamine und/oder Mineralstoffe tatsächlich fehlen, damit diese gezielt zugeführt werden können. Nimmt man einfach wahllos Präparate ein, läuft man Gefahr, dass die darin vorhandenen Dosierungen gar nicht ausreichen, um einen möglichen Mangel zu beheben.

Zinkmangel kann häufig bei Haarausfall beobachtet werden, weshalb man in diesem Fall den Status der Zinkversorgung in jedem Fall überprüfen sollte. Ob sich ein Haarverlust durch Zinkgabe auch dann bessert, wenn zuvor kein Zinkmangel bestand, ist nicht geklärt.

Eine weitere bei Haarverlust wichtige Aminosäure ist L-Cystein. Die schwefelhaltige Aminosäure wird für den Bau von Keratin benötigt wird, dem Hauptbestandteil unserer Haare. L-Cystein sorgt für die Widerstandskraft und Stärke des Keratins und kann daher eine geschädigte Haarstruktur reparieren und auch bei diffusem Haarausfall hilfreich sein.

Bei einem bestehenden Haarausfall (ob kreisrund, diffus o. Im Jahr 2013 zeigten Forscher der University of Cairo, dass Frauen mit diffusem Haarausfall sehr viel niedrigere Vitamin-D-Werte hatten (um 11 bis 12 ng/ml) als Frauen mit gesundem Haar. Auch konnte beobachtet werden, dass der Vitamin-D-Spiegel umso niedriger war, je stärker ausgeprägt ein Haarverlust war und je länger er bestand.

Haarausfall adé: Effektive Wege, um Haarausfall zu stoppen und das Haarwachstum zu fördern!

Genauso wichtig ist die passende Versorgung mit essentiellen Fettsäuren (Omega-3 und Omega-6), da z. B. Die Gamma-Linolensäure ist insbesondere im Borretschsamenöl oder auch im schwarzen Johannisbeersamenöl enthalten, die als Nahrungsergänzung eingenommen werden können.

Oft wird bei Haarausfall und auch bei brüchigen Nägeln Biotin eingenommen, da man dem Stoff hier eine heilende Wirkung nachsagt. Biotinmangel aber - heißt es von Kritikern wiederum - sei selten, da die Darmflora ausreichend Biotin bilden könne. In einem Review von 2017 untersuchte man die Literatur zur Wirkung von Biotin auf das Haar- und Nagelwachstum.

Silizium ist ein leider viel zu wenig beachtetes Spurenelement. Im Körper befindet es sich hauptsächlich in den Knochen, aber auch im Haar, den Nägeln, den Sehnen und Bändern. Gerade bei einer Neigung zu Haarausfall könnte eine mangelhafte Siliziumversorgung das Haar verstärkt ausfallen lassen. Mehrere Studien weisen bereits auf eine positive Wirkung des Siliziums auf die Haargesundheit hin.

Ursachen von Haarausfall bei Frauen

Haarausfall bei Frauen hat viele Gesichter. Die häufigste Art ist der hormonell erblich bedingte Haarausfall (androgenetische Alopezie) - bis zu 40 Prozent der Frauen entwickeln im Laufe ihres Lebens Anzeichen dieser Form. Einige Betroffene müssen sich schon in jungen Jahren damit auseinandersetzen, andere mit dem Beginn der Wechseljahre.

Es gibt verschiedene Arten von Haarausfall, die wiederum auf unterschiedliche Ursachen zurückzuführen sind:

  • Hormonell erblich bedingter Haarausfall: Diese Form des Haarausfalls gilt sowohl bei Männern als auch bei Frauen als die häufigste. Der Verlust ist genetisch vorbestimmt und kann sich über mehrere Generationen hinweg vererben. Er entsteht durch die erhöhte Empfindlichkeit gegenüber dem körpereigenen Hormon DHT (Dihydrotestosteron) und hat zur Folge, dass die Haarwurzel nur unzureichend mit Nährstoffen versorgt wird.
  • Diffuser Haarausfall: Für diese Art kommen unterschiedliche Auslöser infrage. Verantwortlich sind beispielsweise ein Eisen- oder Nährstoffmangel sowie Stress. Bemerkbar macht sich die Form durch insgesamt dünner werdendes Kopfhaar.
  • Kreisrunder Haarausfall: Bei dieser Art des Haarausfalls bilden sich klar abgegrenzte kahle Stellen auf der Kopfhaut. Aufgrund einer Autoimmunerkrankung greift der Körper eigenes Gewebe an - das können unter anderem die Haarwurzeln an der Kopfhaut sein. Der Haarausfall trifft Frauen wie Männer gleichermaßen. Es handelt sich hierbei um die zweithäufigste Ursache für Haarausfall.

Dünnes, brüchiges, stumpfes oder farbloses Haar - schlechte Haarqualität oder Störungen des Haarwachstums können gerade Frauen sehr belasten. Viele blicken deshalb besorgt in den Spiegel und fragen sich, warum es zu ihrem Haarausfall kommt. Ob Stress, Hormone, erbliche Faktoren oder Erkrankungen - die Gründe sind vielfältig.

Ursache Beschreibung
Genetik Veranlagung für Haarausfall
Stress Psychischer und physischer Stress kann Haarausfall auslösen
Schwangerschaft / Geburt Hormonelle Veränderungen können zu Haarausfall führen
Absetzen der Pille Hormonelle Umstellung nach dem Absetzen
Wechseljahre Veränderung des Hormonhaushaltes
Autoimmunerkrankungen Körper greift eigene Haarfollikel an
Medikamente Bestimmte Medikamente können Haarausfall verursachen
Mangelernährung Fehlende Nährstoffe beeinträchtigen das Haarwachstum
Krankheit Verschiedene Erkrankungen können Haarausfall auslösen
Schilddrüsenfehlfunktion Störung der Schilddrüsenhormone

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