Tenside sind überall - sie reinigen die Haut im Duschgel, Shampoo oder Seifenstück. Im Laufe eines Tages sammelt sich so einiges an Schmutz auf unserer Haut. Meist ein Gemisch aus wasserlöslichen Teilen wie Staub oder Schweiß und fetthaltigen Bestandteilen wie dem hauteigenen Talg oder Make-up-Resten.
Letztere lassen sich allein mit klarem Wasser schlecht von der Haut lösen, es braucht dazu waschaktive Substanzen. Der Trick der Tenside liegt in ihren unterschiedlich reagierenden Hälften: Die eine bindet sich gerne an Fett, die andere an Wasser.
Weil Tenside aber nicht zwischen "guten" hauteigenen Fetten und "schlechten" Schmutzfetten unterscheiden können, kann eine allzu gründliche Reinigung auch allzu viel dieses "Mörtels" herauswaschen und die Hautschutzbarriere stören.
Seifen sind chemisch gesehen nichts anderes als Tenside, sie haben also ein wasserliebendes und ein fettliebendes Ende. Heute haben sie die Seifen aus vielen Bereichen verdrängt. Denn sie bilden mit kalkhaltigem Wasser keine stumpfe Kalkseifen-Schicht und lassen sich auf den leicht sauren pHWert der Haut zwischen 5 und 6 einstellen. Seife liegt dagegen immer im basischen Bereich zwischen 8 und 10.
In Naturkosmetik sind die Verbindungen ein Kompromiss, da sie künstlich hergestellt werden müssen. So pauschal lässt sich das nicht sagen. Es gibt auch in der Naturkosmetik Tenside, die nicht zu den allermildesten gehören - beispielsweise das häufig als Basistensid verwendete Sodium Coco Sulfate.
Allerdings gibt es Ausnahmen. So erlaubt das Cosmos-Siegel unter anderem "Cocoamidopropyl Betaine", ein Tensid mit einem petrochemischen Anteil von zehn bis 20 Prozent. Als hautfreundlich und mild gelten Zuckertenside.
In fester Kosmetik können sie allerdings nur in kleinerem Umfang eingesetzt werden, denn es gibt sie nur in flüssiger Form. Das ist auch der Grund dafür, dass viele Waschstücke und feste Shampoos mit Naturkosmetik-Siegel Sodium Coco Sulfate (SCS) als Basistensid enthalten.
Es gibt allerdings milde, für Naturkosmetik zugelassene Tenside, die sich für feste Kosmetik eignen, etwa Sodium Cocoyl Glutamate. Nachteil: Es ist rund zehn Mal teurer als SCS und schäumt schlechter. Als Basistensid verwenden es deshalb nur relativ wenige Naturkosmetikfirmen.
Feste Shampoos gelten als nachhaltige Alternative zu herkömmlichen Produkten in Plastikflaschen. Doch wie gut reinigen sie wirklich - und kommen sie an flüssige Shampoos heran? Wer glänzendes, salonreifes Haar erwartet, wird hier eher enttäuscht. Die Produkte setzen auf schlichte Reinigung und nicht auf spektakuläre Ergebnisse.
Die ntv/RTL-Testredaktion hat sich auf fünf zentrale Aspekte konzentriert: den ersten Eindruck beim Auspacken, den Duft, das Schaumerlebnis sowie die Reinigungsleistung und das Haargefühl nach der Anwendung. Kommt das Produkt mit zusätzlichem Zubehör wie einer Kordel, Dose oder Aufbewahrungsschale, oder handelt es sich um ein klassisches Stück Seife ohne Extras?
Anschließend bewerten wir den Duft- wirkt er dezent oder aufdringlich, natürlich oder künstlich? Gerade bei der täglichen Anwendung spielt das eine entscheidende Rolle. Lässt sich das Produkt leicht aufschäumen, entsteht ein feiner, cremiger Schaum oder bleibt es bei einer eher dünnen Emulsion?
Danach folgt der Blick auf die Reinigungsleistung: Wird das Haar gründlich sauber, fühlt es sich anschließend weich, griffig oder eher stumpf und beschwert an? Auch die Kopfhautverträglichkeit und mögliche Rückstände fließen in die Gesamtbewertung mit ein.
Hier sind einige der getesteten festen Shampoos:
Zusammenfassend kann man sagen, dass feste Shampoos haarfreundlich, mild und pflegend sind. Sie gelten als moderne, sanfte Alternative zu flüssigen Shampoos und sind speziell auf die Bedürfnisse von Haar und Kopfhaut abgestimmt.
Haarseifen hingegen reinigen sehr gründlich, haben jedoch einen höheren, basischen pH-Wert. Deshalb gilt auch: Die Nutzung einer Spülung ist insbesondere bei festen Shampoos sehr zu empfehlen - bei Haarseifen unentbehrlich.
Feste Shampoos und Haarseifen sehen auf den ersten Blick ähnlich aus, unterscheiden sich aber in ihrer Formel, Anwendung und Wirkung:
Feste Shampoos und Haarseifen Vergleich
Immer mehr Menschen wollen nur noch Dinge auf ihre Haut geben, die sie theoretisch essen würden. Auch der Umwelt-Aspekt wird (zum Glück!) immer bedeutsamer. Nur bei den Haaren ist das mit der Naturkosmetik eine komplizierte Sache. Darum haben wir uns ein paar Bio-Shampoos näher angeschaut.
Keine Frage, für die Umwelt ist Bio-Shampoo definitiv die bessere Wahl. Beim Auswaschen spülst du nämlich weder Mikroplastik noch Silikone in den Abfluss. Das Grundwasser wird also nicht belastet.
"Natürliche Shampoos reinigen das Haar mithilfe milder und dermatologisch gut verträglicher Tenside, basierend auf Zuckern oder Aminosäuren, die das Haar schonend und gründlich reinigen. Für den Pflege-Effekt werden statt Silikonen nur natürliche pflanzliche Öle, Proteine, Peptide, Aminosäurederivate und Pflanzenextrakte eingesetzt."
Hier sind einige empfehlenswerte Bio-Shampoos:
Ein besonderes Produkt ist das Eliah Sahil Shampoo in Pulverform, welches ohne Kokos- oder Zuckertenside auskommt und besonders mild ist. Es besteht lediglich aus Heilerde und indischen Kräutern wie Amla, Shikakai und Reetha. Den Waschvorgang müsst ihr zweimal durchführen, da sich beim ersten lediglich Fette und Schmutz lösen und erst beim zweiten Durchgang wirklich alles weggespült wird.
Auch die volle Pflegewirkung entfaltet sich ebenfalls erst bei der zweiten Haarwäsche, bei der sogar ein leichter Schaum entsteht - das gleichmäßige Einshampoonieren klappt kinderleicht.
Begriffe wie Biokosmetik oder Naturkosmetik sind rechtlich nicht geschützt und können deshalb den Verbraucher leicht in die Irre führen. Echte Bio Shampoos nutzen Zuckertenside (wie Coco Glucoside) und Acylglutamate, die man an Bezeichnungen wie Sodium Cocoyl Glutamate, Disodium Cocoyl Glutamate oder Sodium Lauroyl Glutamate erkennt.
Viele Naturkosmetikhersteller haben jedoch in den letzten Jahren Produkte entwickelt, die mild reinigen und ganz ohne billige chemische Tenside trotzdem angenehm schäumen. Hier eine Auswahl:
Hier ist ein kurzer Vergleich einiger Naturkosmetik-Shampoos:
| Modell | Preis | Haartyp |
|---|---|---|
| Urtekram Teebaum-Shampoo | ca. 10 € | Fettiges Haar und gereizte Kopfhaut |
| Weleda WELMILW35 | ca. 6 € | Normales Haar |
| Greendoor 260502 | ca. 18 € | Feines, normales, trockenes Haar |
| WELEDA Kids 2in1 Shower & Shampoo | ca. 4 € | Feines und geschwächtes Haar |
| Lavera Neutral Dusch-Shampoo | ca. 5 € | Sensible Kopfhaut |
Haarewaschen mit Pflanzen und Kräutern
Einige weitere empfehlenswerte Shampoos sind:
Das "Feste Shampoo mit Mandarine-Basilikum-Duft" von Alverde (Dm) wurde von Stiftung Warentest mit einem Test-Qualitätsurteil von „gut“ (2,1) ausgezeichnet.
tags: #Naturkosmetik #Shampoo #ohne #Zuckertenside #Test
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