Haarausfall ist ein sensibles Thema, das viele Frauen betrifft. Während der Verlust des Haares bei Männern oft nichts Besonderes mehr ist, wird er bei Frauen noch viel seltener offen angesprochen. Doch nicht nur für Promis, für jede Frau sind Wuchsstörungen auf dem Kopf eine echte Katastrophe.
Laut einer aktuellen Umfrage haben 42 Prozent aller Frauen mit diesem Problem zu kämpfen. Doch fast immer können Ärzte helfen.
Haarausfall ist weit verbreitet. Dabei können unterschiedliche Ursachen zum Ausfall der Kopf- oder Körperbehaarung führen. Alopezie ist der medizinische Fachbegriff für die Folge des Haarausfalls, also der Glatzenbildung. Die Ursachen der Alopezie sind vielfältig. Ebenso gibt es viele verschiedene Formen des Haarausfalls.
Jeder gesunde Mensch verliert zwischen 40 und 100 Haare täglich. Das normal und wichtig, denn so können sich die Haare ständig erneuern. Aber nicht jeder Haarausfall ist natürlich.
Oft ist der Haarausfall am Kopf erblich bedingt. Dieses wird als Alopecia androgenetica bezeichnet. Hierbei liegt meistens eine vermehrte Produktion des Hormons DHT (Dihydrotestosteron) vor. DHT bewirkt eine verkürzte Wachstumsphase des Haares, so dass dieses nicht nicht die Länge erreicht, um sichtbar aus der Kopfhaut hervorzutreten. Studien an Tiermodellen zeigen, dass mit zunehmender DHT-Konzentration die Haarwurzeln verkümmern, sodass schließlich kein Haar mehr gebildet wird.
Bei fast 40 Prozent der Frauen ab 50 Jahren tritt dieses Phänomen auf. Grund: Der Körper produziert weniger weibliche Geschlechtshormone (Östrogene), wodurch männliche Geschlechtshormone (Androgene) an Einfluss gewinnen.
Eine andere Form des Haarausfalls ist die Alopecia areata, auch kreisrunder Haarausfall genannt. Hier entsteht durch lokal begrenztes Ausgehen der Haare eine kahle Stelle. Die Ursache ist eine Autoimmunreaktion. Der Körper sieht die Haare als Fremdkörper an und versucht daher sie abzustoßen. Ein frühes Kennzeichen für diese Erkrankung sind sogenannte „Ausrufezeichen-Haare".
Tatsächlich sind ca. 1-2 Prozent der Bevölkerung von Alopecia areata (kreisrundem Haarausfall) betroffen - Männer und Frauen mit gleicher Häufigkeit. Alopecia areata zählt zu den multifaktoriellen Erkrankungen. Das heißt, dass sowohl genetische als auch Umweltfaktoren eine Rolle bei der Entstehung spielen. Oft sind es Autoimmunkrankheiten.
Eine weitere Art der Alopezie ist der diffuse Haarausfall. Hiervon ist die gesamte Körperbehaarung betroffen. Die Ursachen sind vielfältig, unter anderem Schilddrüsenerkrankungen, Stress, Eisenmangel oder Infektionen, sowie Nebenwirkungen von Medikamenten, einer Chemotherapie oder Bestrahlung im Rahmen von Tumorerkrankungen etc.
Bei Frauen kommt es häufig etwa einige Wochen nach der Entbindung eines Kindes zu diffusem Haarausfall, da der Östrogenspiegel sinkt und der Körper versucht, die körperlichen und hormonellen Veränderungen, die mit der Schwangerschaft einhergehen, wieder auszugleichen bzw. rückgängig zu machen. In dieser Phase, in der vorübergehend hormonell bedingter Haarausfall vorliegt, sollten die Haare sehr schonend gepflegt werden.
Neben den gut behandelbaren erblichen Faktoren können aber auch andere Gründe vorliegen: Eine gestörte Schilddrüsenfunktion, Eisenmangel, eine Infektion oder eine schwere Grippe können noch Wochen später für Kahlschlag auf dem Kopf sorgen. Als Auslöser nicht zu unterschätzen sind Crash-Diäten und allzu rigorose Hungerkuren, weil dann wichtige Nährstoffe und Vitamine fehlen.
Psychologischer Stress kann ebenso zu Haarausfall führen wie mechanischer Stress.
Überstrapaziert: Oft sind die Probleme hausgemacht, wenn sich die Haarpracht dünne macht. Dermatologen sprechen dann vom Pseudohaarausfall.
Je nach Form und Ursache des Haarausfalls kommen unterschiedliche Therapiemethoden zum Einsatz. Die Behandlung dieser Form von Alopezie ist ebenso vielfältig wie ihre Ursachen.
Lange Zeit waren die Ärzte machtlos, konnten den Haarausfall nicht stoppen.
Zum einen kann medikamentös therapiert werden. Dies geschieht entweder durch die Einnahme eines Präparates oder durch das Aufbringen eines Wirkstoffes auf die Haut. Oft werden Hormonpräparate verabreicht, um das Haarwachstum zu stimulieren.
Nachweislich erfolgreich ist der Wirkstoff Minoxidil. Dermatologin Greve: „Der Wirkstoff fördert die Blut- und Nährstoffversorgung des Haarfollikels, stärkt vorhandenes Haar und regt das Wachstum an. Zweimal täglich muss die Tinktur aufgetragen werden. Die Therapiekosten liegen bei rund 50 Cent täglich, Kassen zahlen nicht.
Ganz neu kommt auch der Wirkstoff Melatonin zum Einsatz. Das Hormon aus der Zirbeldrüse ist eigentlich verantwortlich für den Schlaf-Wach-Rhythmus. „Doch Studien haben gezeigt, dass dieses neue Medikament das Haarwachstum stimulieren kann“, erklärt die Dermatologin. „Am besten wirkt es in frühen Stadien von Haarverlust und Haarverdünnung.“
Bei leichtem Haarausfall in der Menopause können Produkte helfen, die Alpha-Östradiol enthalten. Im Einzelfall kann es sinnvoll sein, eine Hormonpille zu verschreiben.
Viele Betroffene greifen dann zu Nährstoffpräparaten, Haarwuchskapseln oder speziellen Shampoos. Doch welches Mittel kann wirklich helfen?
Eine weitere Möglichkeit ist die Einnahme von Supplements, insbesondere Biotin.
Laut einer Umfrage des Bundesverbandes Deutscher Apotheker (BVDA) empfehlen Apotheker am häufigsten das Mikronährstoffpräparat Priorin, um dem drohenden Haarverlust entgegenzuwirken (in 49 Prozent der Fälle). Das Mittel versorgt die Haarwurzel mit speziellen Mikronährstoffen wie Hirseextrakt, dem Haarvitamin B5 (Pantothensäure) und L-Cystin, einem Bestandteil des Haarproteins Keratin.
| Empfohlenes Präparat | Empfehlungsrate |
|---|---|
| Priorin | 49% |
Deine Haarwurzeln kannst du langfristig stärken, indem du sie mit wichtigen Mikronährstoffen versorgst, die sie für ein gesundes Wachstum benötigen:
Eine mittlerweile gut entwickelte Möglichkeit zur Wiederherstellung der Körperbehaarung, vor allem der Kopfhaare, ist die Haartransplantation. Vom ersten Eingriff bis zum sichtbaren Erfolg und der vollen Zufriedenheit des Patienten können aber einige Monate vergehen. Manchmal ist auch eine Wiederholung der Behandlung erforderlich, um eine noch dichtere Behaarung zu erreichen.
Sowohl bei Frauen, als auch bei Männern werden heute in vielen spezialisierten Zentren Haartransplantationen mit Erfolg durchgeführt. Dabei ist die Haarverpflanzung nicht nur für den Kopf viel gefragt. Bei Männern sind spezielle Behandlungen für das Wachstum von Bart und Körperhaar gängige Praxis.
Wende eine Haarpflege an, die den Haarausfall bekämpft und die notwendigen Nährstoffe enthält. Achte bei der Haarwäsche darauf, nicht zu stark über die Kopfhaut zu reiben oder an den Haaren zu ziehen. Damit du sie leichter durchkämmen kannst, solltest du einen Conditioner verwenden.
Im Alltag kannst du noch mehr tun, damit deine Haarwurzeln wieder aufatmen können:
Auch Supermodels wie Tyra Banks und Naomi Campbell haben mit Haarausfall zu kämpfen.
Tyra Banks erklärt sich ihren Haarausfall mit psychischem Stress, der 2011 mit der Veröffentlichung ihres Buches "Modelland" einherging.
Kollegin Naomi Campbell kann den Leidensdruck nachempfinden. Auch sie gehört zur ersten Liga der Modelbranche und muss für Jobs makellos aussehen.
Naomi Campbell (42) geht baden - und mit ihr die Illusion, dass ein Topmodel von Kopf bis Fuß perfekt ist. Naomi Campbell fiel diese Woche mit lichter werdenden Haaren auf. Auf einer Operngala in New York erschien sie mit lichten Haaren im Scheitelbereich. Mit ihren 37 Jahren ist Naomi keinesfalls die jüngste Frau mit Alopecia (Haarausfall). Auch bei Frauen anfang 20 tritt dieses Problem gelegentlich auf. Die Ursachen hierfür können hormonell bedingt sein oder die Haare fallen durch Eisenmangel aus.
Zur Situation auf dem Kopf des Models gibt es viele Meinungen. Manche sind der Ansicht, es liege an zu häufig eingesetzten Extensions. Andere meinen, Haarausfall zu erkennen oder eine bewusste Rasur, damit Perücken besser halten...
BILD.de wollte es genauer wissen und hat Experten dazu befragt:Dr. Annette Hortling, leitende Fachärztin für Plastische und Ästhetische Chirurgie der Moser-Klinik in Bonn, sagt: „Grundsätzlich ist es natürlich sehr schwierig, nur aufgrund eines Fotos eine ernsthafte Diagnose zu stellen. Gegen eine Hauterkrankung, die zum Haarverlust führen kann, spricht vor allem die Form und das Areal, in dem hier der Haarausfall aufgetreten ist.“
Wahrscheinlicher ist nach Meinung der Ärztin ein Verlust der Haare aufgrund mechanischer Überbelastung (zum Beispiel durch die erwähnten Extensions) oder dass sie tatsächlich abrasiert wurden, um Perücken fixieren zu können.
Dieter Ferschinger, „Great-Lengths-Experte“ und Top-Stylist aus Graz (Österreich), ist sicher, Extensions als Grund für das Problem von Campbell ausschließen zu können: „Da in den betroffenen Bereichen keine Extensions gesetzt werden, schließt sich der Haarverlust als Folge dieser aus. Bei hochwertigen Echthaar-Verlängerungen wird mithilfe von sogenannten Keratinbondings eine Verbindung zwischen Extensions und Eigenhaar geschaffen. Durch Ultraschall werden die Bondings formbar und können, ohne das Haar zu belasten, eingearbeitet werden.“
Vielmehr ist seiner Meinung nach davon auszugehen, dass das Model zur Zeit Perücken trägt, da für eine Haarverlängerung eine Haarlänge von acht bis zehn Zentimetern benötigt wird - und die sind zumindest im vorderen Bereich nicht gegeben.
Auch Keira Knightley trug jahrelang Perücken: Nachdem sie ihre Mähne - laut eigener Aussage - in allen erdenklichen Farben gefärbt hatte, fielen ihr die Haare aus. Insgesamt fünf Jahre griff Keira Knightley deshalb zu Perücken.
Schlimmer noch erwischte es die irische Sängerin Sinead O’Connor, die sich ihr verbliebenes Haar gleich vollständig abrasierte.
Schon lange leidet Ashley Tisdale an Alopezie - einer Autoimmunkrankheit, die zu Haarausfall führt. Mit Haarverlust umgehen zu müssen, ist schmerzhaft. Obwohl es viele Betroffene gibt, scheint Haarausfall immer noch ein großes Tabuthema zu sein, über das man nicht spricht. Und eine prominente Person zu sein, die im Rampenlicht steht, macht den Leidensdruck sicher nicht einfacher.
Ashley Tisdale wurde in den frühen 2000ern neben ihren Kollegen Zac Efron und Vanessa Hudgens mit den "High School Musical"-Filmen zum Star. Auch heute noch vereint Ashley Tisdale eine große Fangemeinde. Auf Instagram folgen der Schauspielerin und Sängerin 15 Millionen Menschen.
Ihre Reichweite nutzt Ashley Tisdale nun, um auf ein wichtiges Thema aufmerksam zu machen: "Ich leide seit meinen frühen Zwanzigern an Alopezie", so die Schauspielerin in einem mittlerweile viral gegangenen Video. "Ich habe damals festgestellt, dass ich eine kahle Stelle auf meinem Kopf hatte. Ich habe meine Friseurin gefragt, um was es sich dabei handeln könnte. Sie hat mir dann erzählt, dass ich bestimmt Alopezie habe."
Was Alopezie ist, wusste die Künstlerin zu diesem Zeitpunkt noch nicht. "Ich bin also zu meiner Dermatologin gegangen und sie hat dann nochmal offiziell die Diagnose gestellt. Ashley Tisdales Botschaft: "Haarausfall ist total weit verbreitet. Vielen Leuten ist es jedoch zu peinlich, über solche Themen zu reden. Dabei ist es nichts, wofür man sich schämen muss."
Schauspielerin Selma Blair leidet an Muktipler Sklerose und verlor aufgrund der Behandlungen zeitweise ihre Haare. Im Gegensatz zu Keira Knightley und Naomi Campbell versteckte Selma Blair ihre kahlen Stellen allerdings nicht.
Ähnlich wie Ashley Tisdale, erhielt Viola Davis schon früh die Diagnose kreisrunder Haarausfall - nämlich mit 28. Ihr Haar fiel stückweise aus, was sie mit einer Perücke zu überdecken versuchte.
Wer hätte gedacht, dass Kristin Davis alias Charlotte aus "Sex and the City" unter Haarausfall leidet? Die Schauspielerin war bei Fans für ihre glatte, gesunde Mähne bekannt.
Doch kurz nach der letzten Staffel von "Sex and the City" fielen Kristin Davis immer mehr Haare aus. "Ich hatte nie einfache Haare", meinte die Schauspielerin, "aber ich hatte immer viele Haare, weshalb Stylisten gut damit arbeiten konnten und sie schön zurecht stylen konnten.
Bei "Glee"-Star Lea Michele war es andersherum: Bei ihnen löste die Schwangerschaft bzw. der Hormonabfall nach der Geburt den Haarausfall aus. Das ist nichts Ungewöhnliches: Viele Frauen leiden aufgrund der Hormonumstellung an postpartalem Haarausfall.
Durch die Oscar-Verleihung 2022 war das Thema erstmals mehr in den Vordergrund gerückt: Will Smith rutschte damals die Hand aus, nachdem Moderator und Komiker Chris Rock mit einem kontroversen Witz auf Jada Pinkett Smith's Glatze angespielt hatte. Sie zeigt ihre Glatze: Jada Pinkett-Smith mit Ehemann Will Smith.
Immer mehr Promi-Damen machen es Jada Pinkett Smith nach und öffnen sich.
tags: #naomi #campbell #haarausfall #ursachen
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