Feigwarzen (Condylomata acuminata), auch Genitalwarzen genannt, gehören zu den häufigsten sexuell übertragbaren Erkrankungen. Ausgelöst werden sie durch mehrere Typen humaner Papillomviren (HPV). Feigwarzen zählen zu den Viruserkrankungen und werden synonym auch als Feuchtwarzen bzw. Genitalwarzen bezeichnet.
Histopathologie perianaler Genitalwarzen (Condylomata acuminata) eines Patienten. Foto: Wikimedia Commons/KGH/CC BY-SA 3
Feigwarzen sind gutartige Hautwucherungen. Sie entstehen durch den humanen Papillomavirus (HPV) und sind hauptsächlich über direkten Kontakt von Mensch zu Mensch übertragbar, insbesondere beim Geschlechtsverkehr.
Feigwarzen sind meist stecknadelkopfgroße Wucherungen im Genital- oder Analbereich. Die Warzen können weiß, rötlich oder bräunlich sein. Es gibt tatsächlich einige Synonyme wie Afterwarzen, anale Kondylome oder Genitalwarzen. Gemeint ist immer eine ansteckende Viruserkrankung, die die Region um den After befällt. Aber auch Penis, Scheide und Gebärmutterhals können von den Feigwarzen (Condylomata acuminata) befallen sein.
Verantwortlich dafür ist das Humane Papillomavirus (HPV). Eine Ansteckung erfolgt bei Infektionen im Anogenitalbereich (den After und die Genitalien betreffend) meist durch Vaginal- oder Analsex. HPV-Typen - somit auch die anogenitalen - werden in Hochrisiko- und Niedrigrisikotypen eingeteilt. Zu letzteren gehören auch die für Feigwarzen gängigen Typen 6 und 11. Hochrisikotypen wie HPV 16, 18, 31, 45 haben ein gesteigertes Krebsrisiko. Das heißt: Besteht eine länger anhaltende (persistierende) Infektion mit Hochrisikotypen, ist das Risiko größer, an bestimmten Krebsarten wie Analkrebs zu erkranken.
Männer, die Sex mit Männern haben, sind häufiger betroffen. Auch die Anzahl der Sexualpartner und die Sexualpraktiken spielen eine Rolle.
Meist verläuft die Infektion asymptomatisch, das heißt ohne erkennbare Beschwerden. Meistens jedoch treten Genitalwarzen in Vielzahl auf. Um letztere nachzuweisen, wird der sogenannte Essigsäure-Test angewandt. Nachdem dreiprozentige Essigsäure für fünf Minuten im Analbereich aufgetragen wurde, verfärben sich die Warzen weiß. Ob es sich tatsächlich um Feigwarzen oder andere Analbeschwerden handelt, erkennt der Facharzt, ein Proktologe, in der Regel am charakteristischen Hautbefund der Condylomata acuminata. Gesichert wird der Befund durch eine feingewebliche (histologische) Untersuchung. Der Nachweis von HPV-DNA (Erbgut) oder serologische Verfahren (Antikörpernachweis) gehören jedoch nicht zur Routinediagnostik.
Die Diagnose von Feigwarzen wird meistens durch das klinische Bild gestellt. Es zeigen sich kleine, oft auf der Oberfläche zerklüftete, raue, hautfarbene „Pickelchen“ und Knötchen. Bei unklarem Bild kann eine feingewebliche Untersuchung mit Histologie notwendig sein, um die Diagnose zu sichern. Bei unklarer Ausbreitung kann ein Essigsäuretest (3-5%) durchgeführt werden.
In erster Linie ist die Wahl der Behandlungsmethode abhängig von der Anzahl und Größe der Feigwarzen. Sind sie kleiner als fünf Millimeter, kommen spezielle Cremes, Lösungen oder Zäpfchen zum Einsatz. Die enthaltenen Wirkstoffe lösen eine lokale Entzündung an den behandelten Stellen aus, wodurch die Viren abgetötet werden. Mit einer Anwendung allein ist es leider nicht getan. In der Regel sind mehrere Durchgänge notwendig. Wer Warzen im Genitalbereich medikamentös behandeln lässt, muss sich auf einen Zeitraum von mehreren Wochen einstellen. Suchen Sie das offene Gespräch mit Ihrem behandelnden Arzt: Er klärt Sie umfassend auf, welche Möglichkeiten der Behandlung in Ihrem speziellen Fall in Frage kommen. Das ist von Patient zu Patient verschieden.
Zunächst sollten die sichtbaren Anteile entfernt werden. Eine Therapie kann zunächst mit ablativen Lasern (Co2 Laser), Elektrokauter, OP oder Kryobehandlung durchgeführt werden. Alternativ stehen Behandlungsansätze mit Lösungen oder Cremes (Podophyllotoxin, Imiquimod oder Sinecatechine) zur Verfügung.
Arztapplizierte chirurgische oder ablative Verfahren sind laut Leitlinie:
Je nach Therapie werden Abheilungsraten von 23-95 % erreicht, die Rezidivraten liegen bei 6-75 %, erklärte Gross: „Bei gehäuften Rezidiven ist die kombinierte sequenzielle Therapie eine Option, die schon seit Langem von Ärzten angewendet wird.“ Hierbei handelt es sich um chirurgisch-ablative Maßnahmen, der sich eine topische Nachbehandlung mit Imiquimod (5 % Creme) oder Sinecatechin (10 % Salbe) über maximal 16 Wochen anschließt.
Auch Teebaumöl oder hochdosierte Essigsäure aus der Apotheke kann mitunter schon ausreichen. Kleine Befunde lassen sich damit oft gut behandeln, aber man muss sich auf eine lange Behandlungsdauer einstellen. Die Therapie wird zum Teil bis zu 16 Wochen empfohlen.
Moderne Laserbehandlungen, wie die CO₂-Lasertherapie, ermöglichen eine präzise Abtragung des Warzengewebes. Durch die exakte Steuerung des Lasers wird das infizierte Gewebe abgetragen, ohne dabei die umliegende gesunde Haut zu schädigen. Dies ermöglicht eine schonende Entfernung der Warzen, was insbesondere bei größeren Befunden zu einer deutlichen Verbesserung des kosmetischen Ergebnisses führt. Die Narben sind meist kleiner als in der chirurgischen Variante. Ein weiterer großer Vorteil der CO2-Lasertherapie liegt in der nach einigen Studien niedrigeren Rückfallquote.
Hierbei werden die Warzen mittels Kälte vereist, was zum Absterben des betroffenen Gewebes führt. Diese Methode ist für einzelne, kleinere Warzen geeignet.
Obwohl sie behandelt wurden - unabhängig von der gewählten Methode - treten bei Kondylomen nicht selten Rezidive auf, das heißt, die Feigwarzen im Genitalbereich tendieren dazu, wiederzukommen. Nach der Zeit der Wundheilung und Nachsorge sollten sich Betroffene daher in regelmäßigen Abständen zur Kontrolle bei einem Arzt vorstellen. Bitten Sie den Partner, sich ebenfalls ärztlich untersuchen zu lassen.
Nach erfolgter Behandlung der Feigwarzen sollte man sich regelmäßig selbst auf neue Läsionen untersuchen. Da Rauchen das Wiederauftreten der Kondylome fördert, sollte auf Zigaretten verzichtet werden. Die Haare im Genitalbereich sollten nicht scharf rasiert, sondern vorsichtig geschnitten werden, um nicht erneut den Virus zu verteilen. Für den Genitalbereich sollte ein getrenntes Handtuch genommen werden. Dies sollte auch nicht mit dem Partner geteilt werden. Gleiches gilt für Sexualspielzeuge.
Eine partnerschaftliche Übertragung der Feigwarzen ist möglich, auch wenn keine sichtbaren Warzen mehr vorhanden sind und es kann dann ein so genannter Ping-Pong Effekt eintreten. Der Partner sollte sich auch auf Feigwarzen untersuchen lassen. Bei genitalem und oralem Geschlechtsverkehr sollten nach Abheilung für mindestens 6 Monate Kondome benutzt werden.
Unterlassen Sie eine Rasur im Genitalbereich. „Eine Virusübertragung ist aber auch durch Rasur möglich“, berichtete der Dermatologe von Erfahrungen mit seinen Patienten: „Durch Rasieren der Schamhaare können HPV auch über Mikroverletzungen der Haut in den Genitalbereich übertragen werden.“
Die Haare im Genitalbereich sollten nicht scharf rasiert, sondern vorsichtig geschnitten werden, um nicht erneut den Virus zu verteilen. Es gibt eine Alternative zur Rasur - Brazilian Waxing. Das kannst du heute praktisch in jeder Stadt machen lassen, es gibt extra Studios dafür. Beim Brazilien Waxing wird nicht rasiert, sondern mit Wachs gearbeitet.
Schutz vor Genitalwarzen und HPV-bedingten Karzinomen bietet die Impfung, die in Deutschland jedoch nicht genügend Verbreitung findet.
„Da die Therapie von Genitalwarzen aufwendig und langwierig ist, ist die Vorsorge umso wichtiger“, betonte Gross: „Die primäre Prävention von anogenitalen Warzen, Präkanzerosen und Karzinomen ist die HPV-Impfung ab dem 9. Lebensjahr für Mädchen und Jungen.“
Es existiert ein hochwirksamer Impfstoff, der gegen die 9 wichtigsten HPV Typen zuverlässig schützt („Gardasil 9“). Die Impfung wird für alle Jungen und Mädchen im Alter von 9 bis 14 Jahren möglichst vor dem ersten Geschlechtsverkehr empfohlen.
Drei kommerzielle Impfstoffe sind seit 2006, 2007 und 2015 verfügbar. „Diese Impfstoffe schützen effizient gegen die enthaltenen HPV-Typen und sind sicher“, so Müller.
Der 2-fach-Impfstoff enthält Virusproteine von den HPV-Typen 16 und 18, die hauptverantwortlich für Zervixkarzinome sind.
Der 4-fach-Impfstoff enthält zusätzlich Virusproteine von 2 weiteren HPV-Typen 6 und 11, die Genitalwarzen verursachen.
Der 9-fach-Impfstoff enthält zusätzlich Virusproteine von weiteren krebserregenden HPV-Typen 31, 33, 45, 52 und 58, die für circa 20 % der Zervixkarzinome verantwortlich sind.
Kann ich Virusüberträger sein, auch wenn ich keine sichtbaren Feigwarzen habe? Ja, bei 10 bis 15 Prozent liegt eine sogenannte stumme (symptomlose) Infektion vor.
Wie lange dauert es, bis sich Feigwarzen nach einer HPV-Infektion zeigen? Das lässt sich pauschal nicht beantworten. Mitunter beträgt die Inkubationszeit wenige Wochen, in einigen Fällen kann es aber sogar Jahre dauern, bis erste Anzeichen auftreten.
Ein Problem bleibt das häufige Auftreten neuer Feigwarzen in bis zu 60 Prozent der Fälle, so dass oft mehrere Therapiezyklen erforderlich sind.
Feigwarzen treten nicht nur am Penis, sondern im gesamten Genitalbereich, einschließlich Leisten, Schambeinbereich und Hodensack auf. Insofern reichen Kondome nicht aus, um sich sicher gegen eine Infektion zu schützen.
Was bedeutet low risk HPV? Die low risk HP-Viren sind die häufigsten Verursacher von Feigwarzen. Die Untertypen HPV 6 und HPV 11 sind die häufigsten Arten. Sie ändern den in den Zellen verankerten Bauplan so, dass nicht mehr gesunde Haut, sondern Genitalwarzen entstehen. In den äußerlich sichtbaren Warzen sind sie in hoher Konzentration nachweisbar. Blut oder Hautpartikel aus den Warzen können deshalb zur Ansteckung von Sexualpartnern, aber auch von, bis dahin gesunder Haut, führen (Achtung: Genitalrasur!). Nach Entfernung oder Heilung der äußerlichen Warzen können die Viren in den tiefen Hautschichten versteckt bleiben und zu erneuten Ausbrüchen führen. Diese tiefsitzenden HPV Viren sind allerdings nicht mehr ansteckend.
Bei Männern erhöht eine HPV Infektion das Risiko für Analkrebs (Tumoren im Afterbereich) und Peniskrebs (ein spezieller Hauttumor im Penisbereich). Allerdings sind dies beides sehr, sehr seltene Tumoren. Analkrebs kommt zudem vor allem bei Patienten mit schweren Immunstörungen wie AIDS. Als Mann brauchen Sie sich also um die Krebsgefahr keine wirklichen Sorgen zu machen.
Sofern bei Ihrer Frau ein Befall mit HPV Viren festgestellt wurde, sollten Sie sich urologisch untersuchen lassen. Wenn keine Hautveränderungen sichtbar sind, ist zur zusätzlichen Sicherheit ein Hautabstrich zum direkten Nachweis des Erregers (der HPV DNA) möglich. Hierbei können eine Vielzahl der wichtigen high risk HPV direkt nachgewiesen werden. Hierzu gewinnen wir durch „Abrubbeln“ der Haut mit einer kleinen Biopsiebürste an der Außenhaut des Penis und der Eichel Hautmaterial, dass dann in einem speziellen Test, der sogenannten PCR, untersucht wird.
Nach erfolgreicher Behandlung ist es wichtig, regelmäßige Kontrolluntersuchungen durchzuführen, da Feigwarzen häufig wiederkehren können. Das Risiko dafür liegt bei 40-50%. Ein starkes Immunsystem kann dazu beitragen, das Risiko eines Wiederauftretens zu minimieren.
Allerdings wird die Impfung in den aktuellen Leitlinien nicht empfohlen, da es leider so ist, dass bei Erwachsenen die Immunreaktion deutlich schwächer und damit die Wirkung der Impfung an sich schwächer ist. Zudem ist der Impfstoff für Männer eigentlich überhaupt nicht vorgesehen, sondern nur für Kinder bzw junge Erwachsene zugelassen. Dadurch übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen die Kosten der Impfung (ca. Wir führen die Impfung gegen diese Art von Warzen unter bestimmten Umständen in der Urologie am Ring durch, so zum Beispiel bei sehr häufigem Auftreten.
Im Jahre 2024 gab es vielversprechende Entwicklungen in der Forschung zu HPV, insbesondere im Bereich therapeutischer Impfstoffe. Eine Studie unter der Leitung von Prof. Dr. Martin Müller vom Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ) in Heidelberg, hat gezeigt, dass solche Impfstoffe vielversprechende Ergebnisse liefern. Patienten, die mit einem therapeutischen Impfstoff behandelt wurden, zeigten eine deutlich Rückbildung von Feigwarzen und eine Minderung des Risikos für Rückfälle. Diese Entwicklungen könnten zukünftig die Behandlung von Feigwarzen revolutionieren. Die Studien sind allerdings noch früh in den klinischen Phasen der Prüfung.
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