Zander sind bei Anglern sehr beliebt, da sie nicht nur eine Herausforderung beim Fang darstellen, sondern auch einen ausgezeichneten Speisefisch abgeben. In diesem Artikel zeigen wir Ihnen, wie Sie einen Zander richtig schuppen und ausnehmen, um ihn optimal für die Zubereitung vorzubereiten. Darüber hinaus geben wir Ihnen wertvolle Tipps zum Zanderangeln mit Köderfisch.
Autor Franz Hollweck mit einem starken Köderfisch-Zander aus einem Baggersee
Die Stellenwahl ist beim Zanderangeln von großer Bedeutung. Da Zander oft stundenlang an einem Platz auf Beute lauern, ist es entscheidend, den Köder an einer Stelle zu präsentieren, an der sich die Fische tatsächlich aufhalten. Glücklicherweise gibt es einige Faktoren, die uns bei der Auswahl der Angelstelle helfen.
Zander sind berechenbar: Egal wo wir auf Zander angeln möchten, es sind immer wieder die gleichen Plätze die von den Stachelrittern gerne aufgesucht werden. Sowohl in stehenden Gewässern wie Baggerseen, Kiesgruben oder Stauseen als auch an Flüssen suche ich immer nach Kanten im Gewässer. Das bedeutet konkret, ich schaue nach Bereichen in denen die Gewässertiefe schlagartig deutlich abfällt.
Kanten sind die heissesten Spots für Zander. Im Hintergrund ist eine Insel zu sehen, auf dem Echolot sieht man die abfallende Kante.
Uferkanten: Oft finden wir die besten Zanderstellen eines Gewässers direkt vor unseren Füßen: Die Uferkanten. Sehr viele stehende Gewässer sind so aufgebaut, dass sie über einen flachen Uferbereich verfügen der nach einigen Metern dann steil abfällt und in vielen Flüssen sieht es nicht anders aus, die Uferkante lässt sich hier oft in Form einer Steinpackung erkennen. Egal ob See oder Fluss der Fuß der Uferkante ist fast immer eine Topstelle für Zander und ist dabei oft nur 5m vom Ufer entfernt.
Weitere markante Gewässermerkmale: Neben den Uferkanten halte ich aber auch immer Ausschau nach markanten Gewässermerkmalen wie etwa Inseln, Landzungen oder Eingänge zu Buchten/Nebenarmen. An solchen Strukturen ergeben sich nahezu zwangsläufig Kanten im Gewässerverlauf, welche von den Zandern ebenfalls gerne aufgesucht werden.
Zanderplätze in Teichen und Weihern: Wenn ich es mit Gewässern zu tun habe an denen ich keine solchen Stellen ausfinding machen kann, wie etwa kleinere Weiher oder Teiche, dann konzentriere ich mich auf Gewässerbereiche mit einem hohen Totholzbestand und halte nach Seerosenfeldern oder Zuläufen Ausschau. Wenn man dort dann auch noch etwas festen Boden in Form von Sand oder Kies findet, liegt man meistens goldrichtig.
Topstellen in kleinen Seen und Teichen: Einläufe und Seerosenfelder
Zander sind fleißige Schwimmer: Was uns bei der Suche nach den Glasaugen sehr entgegenkommt ist die Tatsache, dass Zander viel fressen und oft sehr große Strecken bei ihren Streifzügen durchs Gewässer zurücklegen. So lassen sich auch an unbekannten und großen Gewässern innerhalb weniger Abende doch recht schnell bestimmte Muster und letztendlich auch fängige Stellen herausfinden.
Gerade in Stauseen habe ich sehr gute Erfahrungen damit gemacht zu Zeiten mit extrem niedrigen Wasserstand die Gewässertruktur genauer zu untersuchen. Das Niedrigwasser am Stausee offenbart das alte Bachbett. Sobald der See wieder befüllt ist, kennen wir nun einen Traumspot ganz genau.
Zander-Montagen müssen vor allem eines sein: Sehr einfach! Wichtig ist, dass sich die Montagen verwicklungsfrei werfen lassen und dem Zander möglichst wenig Widerstand bei der Köderaufnahme bieten.
Grundmontage für Zander: Wenn ich an Seen die Uferkanten beangle ist meine Montage sehr schnell erklärt. Ich angel mit freier Leine. Lediglich einen Wirbel samt Karabiner binde ich an die Hauptschnur um das Vorfach komfortabel ein- und aushängen zu können. Als Wurfgewicht dient dann einfach der Köderfisch, 10-15 Meter kann man so locker werfen und das reicht in den allermeisten Fällen ja schon aus.
Sobald man etwas weiter werfen muss oder Umstände wie Strömung (Fluss) oder starker Wind hinzukommen, wird die Montage einfach um ein Durchlaufblei und eine kleine Perle als Knotenschutz erweitert.
Perfektes Eigenbau-Blei zum Zanderangeln mit der Grundrute: Bei Grundmontagen setze ich am allerliebsten ein sogenanntes Korkblei ein. Diese Bleie vereinen 3 Eigenschaften die ich beim Zanderangeln sehr schätze! Durch die Kompakte Form lassen sie sich super werfen und sind extrem unanfällig gegen Verwicklungen. Aufgrund der Konstruktion stellt sich das Blei im Wasser immer aufrecht. Die Schnur kann daher immer frei durch den großen Wirbel gleiten. Der Wirbel dreht sich immer in die Zugrichtung des Zanders mit. Die Gefahr, dass der Zander einen Widerstand durch das Blei wahrnimmt wird dadurch deutlich minimiert.
Keine Anti-Tangle Röhrchen, keine Ledger-Booms, keine Sbirolinos und auch keine Tiroler Hölzel oder ähnliche Spielereien. Weniger ist mehr!
Posenmontage für Zander: Alternativ kann man beim ufernahen Angeln auch sehr gut Knicklicht-Posen für Zander einsetzen. Eine Pose erfüllt beim Zanderangeln 2 Aufgaben: Bissanzeige und Ködertiefe regulieren.
Keine Sorge - ja, man fängt Zander meistens knallhart am Grund - und auch bei der Posenmontage legt man den Köderfisch häufig einfach auf Grund und macht sich lediglich die schönere Bissanzeige zu Nutze.
Es gibt aber Gewässer in denen sich Zander sehr gut auch einen Meter über Grund oder gar im Mittelwasser fangen lassen. Ich habe ehrlich gesagt keine Ahnung. Was ich aber sagen kann, nicht selten sind es vor allem die größeren Exemplare die man mit einem Köderfisch der mit einer Pose etwa 1m über Grund angeboten wird erwischt. Und auch meinen bislang größten Köderfisch-Zander habe ich genau so gefangen, bei einer Wassretiefe von 3,40m hatte ich einen halben Köderfisch auf 2,50m Tiefe angeboten.
Kapitaler Zander der mit der Posenmontage 1m über Grund gefangen wurde.
Widerstandsloser Schnurabzug: Ruten beim Zanderangeln richtig ablegen: Ein weiterer wichtiger Erfolgsgarant beim Angeln mit Köderfisch auf Zander ist der möglichst widerstandsfreie Schnurabzug beim Biss des Zanders. In stehenden oder langsam fließenden Gewässern lässt sich das am einfachsten bewerkstelligen, wenn man mit einem offenen Schnurfangbügel angelt. Bei stärker Strömung hingegen kann man gut mit Rollen mit Freilauf angeln.
Beim angeln mit offenem Bügel ergeben sich auf den ersten Blick zwei Schwierigkeiten, für die es aber sehr praktische Lösungen gibt.
So wird die Schnur gegen ungewollten Schnurabzug durch Wind oder Strömung gesichert
Die Anköderung eines Köderfischs zum Zanderangeln ist für viele Einsteiger eine Herausforderung - und oft sind auch erfahrene Angler etwas unsicher wie genau man nun einen Köderfisch zum Zanderangeln anködern soll.
Einzelhaken Montage: Meine Standard-Montage ist eine klassische Einzelhaken-Montage. Dabei setze ich gerne auf sehr große Einzelhaken der Größen 5/0 oder gar 6/0, im ersten Moment wirkt diese Montage daher etwas grob. Allerdings nur auf den ersten Blick.
Denn nachdem der Köderfisch mit der Ködernadel vom Maul her in Richtung Schwanzflosse aufgefädelt wurde, versteckt man den Hakenschenkel direkt im Fischmaul. Aus dem Fischmaul schaut dann nur noch der große Hakenbogen heraus. Der große Bogen hat den Vorteil, dass sich der Haken nie so verdrehen kann, dass er nicht mehr greifen könnte. Das würde nämlich im schlechtesten Fall passieren, wenn man hier sehr kleine Haken einsetzt.
Gegen Haken die im Kopfbereich angebracht sind, sind Zander relativ unempfindlich. Ich erkläre mir das damit, dass die Kopfpartie bei allen Fischen aufgrund der Schädelknochen immer hart ist und der Zander hier kaum Argwohn kennt.
Doppel-Drilling Montage: Gerade an Zandergewässern mit einem sehr guten Zanderbestand hat man es häufig auch mit viele kleinen Fischen zu tun. Hier setze ich gerne eine Doppel-Drilling Montage ein. Diese wirkt auf den ersten Blick natürlich auch ziemlich grobschlächtig, gepaart mit einem sofortigen Anhieb hakt sie aber echt gut und verhindert sehr zuverlässig dass der Zander den Köderfisch tief schluckt.
Nachteil: Verpennt man den Anhieb, spuckt der Zander den mit Drillingen gespickten Köderfisch oftmals wieder aus.
Frühjahr: Ab April bis Juni beginnt die Laich- und Schonzeit für Zander. Um die nachhaltige Fischerei zu ermöglichen, sollten die Schonzeiten unbedingt eingehalten werden. Allerdings erfordert das Zanderangeln im Frühjahr zu Beginn besonders viel Geduld, da der Zander am Anfang etwas träge ist und nur wenig Nahrung zu sich nimmt.
Sommer: Im Hochsommer herrschen nicht die besten Bedingungen für das Zanderangeln. Durch hohe Temperaturen und grelles Sonnenlicht stehen die Zander tagsüber geschützt und bewegen sich kaum. Um im Sommer einen dicken Zander zu fangen, sollte man es eher in den Abendstunden versuchen.
Herbst: Im Herbst sind die Chancen auf einen guten Fang am besten. Durch sinkende Temperaturen und hohem Sauerstoffgehalt in den Gewässern werden die Zander wieder aktiver. Die kühleren Temperaturen geben dem Fisch das Signal, sich vor dem nahenden Winter noch mal ordentlich vollzufressen.
Winter: Zanderangeln im Winter erfordert viel Geduld und Ausdauer, da die Zander auf Energiesparmodus umgestellt haben und sich bedingt durch die kalten Temperaturen meistens in Vertiefungen auf dem Grund aufhalten.
Nach dem erfolgreichen Fang möchten Sie den Zander natürlich auch zubereiten. Hier ist eine einfache Anleitung zum Ausnehmen:
Nun können Sie den Zander filetieren.
Wenn Sie den Zander lieber filetieren möchten, anstatt ihn im Ganzen zuzubereiten, folgen Sie diesen Schritten:
Tipps für das Filetieren:
Für uns ist das Zanderangeln mit der Stellfischrute eine der effektivsten Methoden, um die Räuber mit den Glasaugen zu überlisten. Gerade in Zeiten unzähliger Kunstköder und oft steigendem Angeldruck, ist ein gut präsentierter Köderfisch unserer Meinung nach kaum zu schlagen.
Eine Stellfischrute ist eine lange Teleskoprute von 5 Metern bis 9 Metern Länge. Die Ruten haben einen kräftigen Rutenblank und eine relativ große Beringung, welche im Moment der Köderaufnahme einen freien Schnurabzug gewährleistet.
Die interessierten Angler unter euch werden sich fragen, ob sie jetzt zwangsläufig zum Händler ihres Vertrauens gehen sollten, um sich eine Stellfischrute zu kaufen. Nun, das hängt von zwei Faktoren ab. Sind die zanderträchtigen Angelplätze, aufgrund von Krautbewuchs, Uferkante, Hindernissen etc., tatsächlich erst in 4 bis 5 Metern Entfernung erreichbar, so führt kaum ein Weg an einer ausreichend langen Stellfischrute vorbei.
Eigentlich erfordert das Zanderangeln mit der Stellfischrute nicht besonders viel und keine spezialisierte Ausrüstung. Selbstverständlich benötigt ihr eine, den Gegebenheiten angepasste, Stellfischrute. Diese wird mit einer kräftigen 3000er bis 5000er Stationärrolle, welche mit einer 0,28er bis 0,35er monofilien Schnur bespult ist, bestückt.
Ein ganz entscheidender Ausrüstungsgegenstand ist ein Stellfischrutenhalter. Eine bis zu 9 Meter lange Rute lässt sich nicht eben mal auf einem normalen Rutenhalter ablegen. Hier muss ein Stellfischrutenhalter her, der verhindert, dass die sehr kopflastigen Ruten vorn über ins Wasser kippen.
Ist der Platz eures Vertrauens gefunden und die Rutenhalter sicher platziert, solltet ihr euren Angelplatz ausloten. Ist das geschehen, könnt ihr mit dem Zanderageln mit der Stellfischrute loslegen. Wo erlaubt, fischen wir mit zwei Ruten am Platz.
Ein Köder wird kurz über dem Gewässergrund und einer kurz unter der Wasseroberfläche angeboten. Nach den ersten Bissen, so sie dann kommen, passen wir die Tiefe der zweiten Rute an.
Ein Zanderfilet ist ein echter Leckerbissen - zart, grätenfrei und voller Geschmack. Kein Wunder, dass es in vielen Restaurants einen festen Platz auf der Speisekarte hat. Auch Angler schätzen den Zander als vielseitigen Speisefisch.
Der Zander ist ein sehr beliebter Speisefisch. Sein festes, weißes Fleisch besitzt einen feinen, delikaten Geschmack. Zudem lässt sich der Fisch auf viele unterschiedliche Arten zubereiten. Ein Klassiker ist das auf der Haut gebratene Filet.
Wir hoffen, diese Anleitung hilft Ihnen dabei, erfolgreich Zander zu angeln und zuzubereiten. Viel Erfolg und Petri Heil!
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