Muss man Haare immer mit Shampoo waschen?

Ein Festival steht kurz bevor und innerlich schiebst du schon Panik, wie du es aushalten sollst, deine Haare vier Tage lang nicht zu waschen? Die Haarwasch-Routine will einfach nicht mit deinem Terminkalender übereinstimmen? Du würdest am liebsten eine Mütze tragen, um deinen Bad Hair Day zu kaschieren? Besonders, wenn du schnell fettendes Haar hast, hast du dir bestimmt schon oft den Kopf über diese Fragen zerbrochen.

Dabei ist das Internet voll mit Tipps und Tricks, wie du deine Haare mit reduzierter Haarwäsche dazu „trainieren“ kannst, nicht mehr so schnell nachzufetten. Klappt das wirklich? Mit unserem Guide erfährst du, wie du es wirklich schaffst, dass deine Haare länger sauber und frisch bleiben, welche Inhaltsstoffe du vermeiden solltest und welche Produkte dich in diesem Prozess unterstützen können. Ich zeige dir, wie genau du das vermeiden kannst und worauf du achten solltest!

Obwohl jeder Haartyp anders ist und unterschiedliche Kopfhaut unterschiedliche Pflege braucht, kann tägliches Waschen dazu führen, dass dein Haar überpflegt wird - denn du wäschst nicht nur Ablagerungen von der Kopfhaut, auch natürliche und schützende Öle werden von deiner Hautbarriere entfernt. Durch den Entzug dieses natürlichen Schutzmantels kann dein Haar schneller wieder nachfetten, gleichzeitig werden die Haarlängen zerbrechlich und spröde.

Reinigung mit sulfatfreiem Shampoo

Auf den Inhaltsstofflisten vieler herkömmlicher Shampoos lassen sich Sulfate finden. Sulfate sind Reinigungsmittel, die zwar wunderbar herrlich schäumen, aber stark entfettend wirken und deine Kopfhaut reizen können. Dadurch kann dein Haar überreinigt werden, sodass den einzelnen Haaren ihre essenzielle Feuchtigkeit entzogen wird. Als Reaktion darauf kurbelt deine Kopfhaut die Produktion natürlicher Öle an, um die Hautbarriere wieder ins Gleichgewicht zu bringen. Ein Teufelskreis, denn statt gesund und frisch auszusehen, werden die Haare immer fettiger.

Aber kann man auf Sulfate verzichten, auch wenn das Shampoo dann nicht schäumt? Man mag sich leicht dazu verleiten lassen, den Schaum als Beweis dafür anzusehen, dass ein Shampoo effektiv reinigt - das stimmt so aber nicht. Schaum säubert deine Haare nicht besser oder schlechter, er dient eher als visueller Faktor. Aber auch, wenn du nicht auf ein hübsches Schaumkrönchen in der Dusche verzichten willst, kannst du sulfatfreie Shampoos finden, die trotzdem schäumen.

Double Cleansing: Doppelt hält besser

Double Cleansing ist ein Trend, der sich nicht nur im Gesicht anwenden lässt. Auch Friseure greifen seit Jahren auf diese Methode zurück. Beim Double Cleansing massierst du Shampoo in dein Haar ein, spülst es aus und wiederholst den Vorgang dann. So stellst du sicher, dass alle Verunreinigungen und Ablagerungen aus den Haaren und von der Kopfhaut entfernt und auch die Haarlängen wirklich gereinigt werden. Außerdem wirkt das Shampoo beim zweiten Mal besser in das Haar ein und erreicht auch so den Schmutz, der sich sonst nur schwer entfernen lässt.

Schritt für Schritt reduzieren

Mit den richtigen Produkten und der Double Cleansing Methode kannst du nun die Regelmäßigkeit deines Haarpflegeprogramms reduzieren. Aber, das wichtigste zuerst: Überstürze nichts! Verlängere die Abstände zwischen den Haarwäschen langsam, damit sich das Haar und die natürliche Ölproduktion an die Veränderung gewöhnen können. Es gibt keine feste Regel. Finde heraus, was für dein Haar funktioniert und arbeite dich von täglich zu alle zwei Tage bis hin zu zweimal pro Woche vor. Mit der Zeit wirst du eine Veränderung merken und dein Haar wird immer weniger Haarwäschen brauchen.

Trockenshampoo: Ja oder nein?

Wer kennt es nicht: Du bist in Eile und willst das Haus verlassen, beim Blick in den Spiegel wird dir jedoch klar, dass du dein Haar am liebsten unter einer Mütze verstecken willst. Das kann besonders in den Anfängen deiner neuen Haarpflegeroutine passieren. Aber keine Sorge, du kannst zu einem kleinen Wundermittel greifen. Trockenshampoo wird deinen Tag retten! Es belebt dein Haar und minimiert gleichzeitig die nervig-glänzende Strähnenbildung, die fettiges Haar verursacht. Einfach mit ein wenig Entfernung auf die Haare und besonders den Ansatz aufsprühen. Danach kannst du weiße Rückstände, die das Shampoo eventuell hinterlässt, einfach ausbürsten.

Fühlt sich ein bisschen an wie Schummeln, oder? Ist es aber nicht! Trockenshampoo hilft dir sogar, die Abstände zwischen deinen Haarwäschen effektiv zu verlängern und dein Haar zu trainieren. Sprüh es einfach auf die Ansätze, wenn du das Gefühl hast, einen kleinen Frischmacher zu brauchen.

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Feuchtigkeitspflege bei fettigen Haaren? Ja, bitte!

Viele Menschen mit schnell fettenden Haaren glauben, dass sie Feuchtigkeitspflege auf jeden Fall vermeiden sollten - das Haar ist schließlich schon ölig genug. Dieser Ansatz ist jedoch schlichtweg falsch! Wenn du auf die richtigen Inhaltsstoffe achtest, klappt es auch mit der Tiefenpflege.

Apfelessig ist für seine beruhigenden Eigenschaften bekannt. Er bringt deine Kopfhaut wieder ins Gleichgewicht, also halte Ausschau nach Produkten, die Apfelessig enthalten. Auch juckende oder gereizte Kopfhaut spricht gut auf Apfelessig an. Er wirkt entzündungshemmend und kann sogar bei der Reduktion von Schuppen helfen, sodass er schnell zu deinem neuen besten Freund wird. Versprochen!

Auch solltest du bei aller Sorge um fettige Haare nicht deine Haarlängen vergessen - sie verdienen schließlich auch die Pflege, die sie benötigen. Um die Längen und Spitzen vor Austrocknung zu schützen, kannst du ab und zu eine feuchtigkeitsspendende Maske oder Kur lokal anwenden.

Hör auf, deine Haare anzufassen!

Ich weiß, wie schwer sich das anhört, aber versuche es! Durch regelmäßigen Kontakt von warmen Fingerspitzen und Haar entsteht Öl, was dein Haar fettig aussehen lässt. Eine einfache Lösung ist es, öfter eine hochgebundene Frisur zu tragen. Damit schlägst du zwei Fliegen mit einer Klappe: Du fasst dein Haar seltener an und durch einen Dutt oder Zopf fettet das Haar langsamer wieder nach.

Du siehst also: Mit ein wenig Geduld, Ausdauer und Übung verhilfst du deinen Haaren und deiner Kopfhaut zu mehr Stärke und Gesundheit und kannst deine natürliche Fettproduktion wieder ins Gleichgewicht bringen. Verabschiede dich von Bad Hair Days!

Die No-Poo-Methode: Haare waschen ohne Shampoo

Die No-Poo-Methode, eine Abkürzung aus dem Englischen „No Shampoo“, also „kein Shampoo“, ist eine Alternative zur traditionellen Haarwäsche. Denn viele Shampoos enthalten synthetische Inhaltsstoffe wie Tenside, Silikone, Farb- und Konservierungsstoffe sowie Parfum. Diese reizen häufig die Kopfhaut und lösen Allergien aus. Zudem fettet die Kopfhaut bei der herkömmlichen Haarwäsche mitunter schnell nach. Das Haar zu waschen ohne Shampoo, soll dem entgegenwirken. Bei der No-Poo-Methode benutzen Sie natürliche Ersatzprodukte wie Roggenmehl und Apfelessig oder nur Wasser, um die Haare zu waschen.

Wie funktioniert es?

Um ohne Shampoo die Haare zu waschen, ist es zu Beginn wichtig, die Haare zu entfetten. Ziel ist es, dass die Talgproduktion der Kopfhaut sich selbst regulieren kann. Wie lange diese Umstellungsphase dauert, ist stark von Ihrem Hauttyp abhängig. Neigen Sie zu öliger Haut, wird auch ihr Ansatz öfter nachfetten und die Umstellungsphase kann entsprechend länger sein. Achten Sie während dieser Zeit auf folgende Punkte:

  • Zögern Sie die Haarwäsche immer so lange hinaus, bis Ihr Haar zu fetten beginnt. Das kann von ein paar Tagen bis zu einer Woche dauern.
  • Bürsten Sie das Haar jeden Tag ausgiebig - so entfernen Sie Schmutz und der Talg verteilt sich gleichmäßig. Letzterer schützt die Haare und verleiht ihnen einen gesunden Glanz.
  • Verwenden Sie bei der ersten Haarwäsche nur lauwarmes Wasser. Anschließend zögern Sie die Haarwäsche wieder so lange es möglich ist hinaus. Ab der nächsten Haarwäsche können Sie auf eine natürliche Alternative wie Natron oder Heilerde zurückgreifen.

Alternativen zu herkömmlichem Shampoo

Bei der No-Poo-Methode können Sie auf unterschiedliche Alternativen zum herkömmlichen Shampoo zurückgreifen. Welches Mittel am besten zu ihnen passt, müssen Sie ausprobieren - jedes Haar und jede Kopfhaut ist anders. Wir stellen Ihnen die gängigsten Alternativen vor:

Alternative Anwendung Hinweise
Natron 1-4 Teelöffel Natron in 200-400 ml lauwarmes Wasser mischen, ins nasse Haar einmassieren und ausspülen. Kann gefärbtes Haar ausbleichen, bei trockener Kopfhaut vermeiden.
Apfelessig 0,5-1 Liter kaltes Wasser mit 1-2 Esslöffeln Apfelessig mischen und das nasse Haar damit spülen. Macht das Haar geschmeidig und leicht kämmbar.
Roggenmehl 4-5 Esslöffel feines Roggenmehl mit etwas lauwarmem Wasser mischen, ins nasse Haar einmassieren und ausspülen. Entfernt Talg und Schmutz.
Heilerde 3 Esslöffel Heilerde in Pulverform mit warmem Wasser zu einer Paste verrühren, in die Kopfhaut einmassieren und ausspülen. Entfernt überschüssigen Talg.

Viele Menschen kommen übrigens zum NoPoo, weil sie unter Allergien oder anderen Problemen mit der Kopfhaut leiden. Mancher Dermatologe befürwortet gerade in diesen Fällen diese Methode der Haarpflege.

Was ist nach Expertenmeinung bei „No poo“ zu bedenken

Haare waschen mit einem Shampoo tut nicht nur gut. Es erfüllt auch einen wichtigen hygienischen Zweck: „Die Haare werden von Schmutz, Schweiß und überschüssigem Hautfett sowie abgestorbenen Hautschüppchen und Stylingrückständen befreit. Die verwendeten Inhaltsstoffe werden hierbei ganz auf die jeweiligen Haar- und Kopfhautbedürfnisse abgestimmt und unterliegen umfassenden gesetzlichen Bestimmungen, damit sie für die Verbraucher gesundheitlich unbedenklich sind. Ein Shampoo komplett wegzulassen ist aber auch aus einem weiteren Grund nicht sinnvoll, wie Frau Professor Ulrike Heinrich (Institut für Experimentelle Dermatologie an der Universität Witten/Herdecke) erklärt: „Da die Talgdrüsen auf der Kopfhaut nicht darauf reagieren können, ob man sich die Haare mit oder ohne Shampoo wäscht - sie besitzen hierfür nämlich keine Sensoren - lässt sich die Fettproduktion der Kopfhaut durch „No Poo“ nicht verändern. Wie oft man sich die Haare waschen muss, hängt vielmehr mit der körpereigenen Talgproduktion zusammen, die von vielen Faktoren abhängig ist, wie beispielsweise dem Hormonhaushalt, der Ernährung oder äußeren Umwelteinflüssen. Liegt zudem eine Veranlagung zu fettigen Kopfschuppen oder gereizter Kopfhaut vor, können sich die Beschwerden sogar noch verstärken, wenn die entsprechenden Reinigungs- und Pflegeprodukte weggelassen werden.“

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