Die Mullet-Frisur: Herkunft, Bedeutung und modernes Comeback

Die Mullet-Frisur, international oft als "Mullet" bezeichnet, in Deutschland besser bekannt als "Vokuhila" (vorne kurz, hinten lang), erlebt derzeit ein echtes Revival. Was einst als rebellischer Haarschnitt der 80er-Jahre galt, avanciert jetzt zum ultimativen Statement-Look.

Was ist ein Mullet?

Ein Mullet ist ein Haarschnitt, der vorne kürzer und hinten länger verläuft. Er war ein Hit in den 70er und 80er-Jahren und eine besonders beliebte Frisur der Popkultur-Szene. Und was sich keiner gedacht hat: Heute feiert der Mullet Haircut sein Comeback.

Die Mullet Frisur zeichnet sich durch markante Längenunterschiede aus: kurze, freche Seiten und Vorderpartie treffen auf lang herabfallendes Deckhaar im Nacken. Dieser Kontrast schafft eine spannende Silhouette, die zugleich kantig und dynamisch wirkt. Durch verschiedene Stufen und Textur-Techniken erhält der Schnitt zusätzliche Bewegung und Fülle - ideal für alle, die gerne mit Volumen und Struktur spielen.

Das Markenzeichen des Mullets ist eindeutig: vorne und an den Seiten kürzer, hinten deutlich länger. Dieser starke Kontrast ist es, der den Look so unverwechselbar macht. Während die Vorderpartie gepflegt und kontrolliert wirkt, sorgt der lange Nackenbereich für die lässige, rebellische Note.

Historische Wurzeln

Ursprünglich in der Rock- und Country-Szene der 1970er-Jahre populär, setzte der Mullet in den 80ern sein ganzes Potenzial frei: Musiker wie David Bowie oder Billy Ray Cyrus machten den Look zum globalen Phänomen. David Bowies Kunstfigur Ziggy Stardust machte die Kultmatte zum Teil der Popkultur. Mit Schulterpolstern und grellen Farben avancierte der Haarschnitt zur Pop-Ikone und verkörperte nonkonformistische Jugendkultur.

Die Wurzeln des Vokuhilas liegen allerdings nicht in Australien, sondern im antiken Europa. Nach dem Untergang West-Roms versuchte Byzanz, die römische Haartradition zu bewahren. In Konstantinopel kam es 532 jedoch zum Aufstand gegen Kaiser Justinian. Die Revolte endete mit 30.000 Toten. Der Kaiser war kein Freund neuer Trends. Erst Jahrhunderte später feierte der Vokuhila ein weniger blutiges Comeback.

Bis Ende der 1980er Jahre verbreitete sich der Vokuhila auch in Australien. „Business in the Front, Party in the Back“, lautete damals der Wunsch beim Friseur. Ebenso rasant, wie ihr Triumphzug stattfand, sind sie im Kreislauf der Haarmode wieder verschwunden.

Der Mullet für Männer

Vor Jahrzehnten wurden Mullet Frisuren durch Männer wie David Bowie, Bono oder Billy Ray Cyrus bekannt. Heutzutage gehört er zu den extravaganten Frisuren, die aber nach wie vor von Männern getragen werden.

Der Modern Mullet wird allerdings etwas anders geschnitten. Wo die Haare früher noch extra gelockt wurden, werden sie heute natürlicher gelassen. Außerdem sind die Haare an den Seiten meistens noch länger, damit der Kontrast nicht so stark ist. Beim sogenannten “Short Mullet” werden die Haare am Hinterkopf kürzer geschnitten und an den Seiten und am Oberkopf länger gelassen.

Der Mullet für Frauen

Als klassische Rocker-Frisur wurde der Mullet bereits in den 80ern von Stars wie Melissa Etheridge oder Cindy Lauper getragen. Heute wird der Look von Miley Cyrus zelebriert und zum absoluten Must-Have-Look erklärt.

Die aktuelle Run auf die Mullet Frisur Frauen ist kein Zufall. In Zeiten, in denen Individualität und Nonkonformismus großgeschrieben werden, vermittelt der Schnitt genau das richtige Maß an Coolness und Attitüde. Gleichzeitig bietet er viel Vielseitigkeit: Wer morgens Lust auf einen lässigen Undercut-Style hat, kann abends mit wenigen Handgriffen weiche, feminine Wellen zaubern. Kein Wunder also, dass Stars wie Miley Cyrus oder Rihanna den 80s-Trend mit voller Überzeugung tragen und ihre Fans inspirieren.

Varianten der Mullet Frisur

Die Mullet Frisur ist heute viel mehr als nur ein Relikt der 80er-Jahre. Dank neuer Schnitttechniken und moderner Stylingprodukte hat sie sich zu einem vielseitigen Trend entwickelt, der zu verschiedenen Haarstrukturen und Persönlichkeiten passt.

  • Der klassische Mullet: vorne kurz und ordentlich geschnitten, hinten lang und auffällig. Er erinnert stark an die Ikonen der 80er und strahlt pure Retro-Energie aus.
  • Die moderne Variante: ein sanfter Fade an den Seiten oder ein Undercut sorgt für ein frisches, urbanes Erscheinungsbild. Die Übergänge sind weicher, die Längen hinten meist kürzer und kontrollierter als beim Original.
  • Der Curly Mullet: Locken sind wie gemacht für den Mullet, denn sie bringen von Natur aus Struktur und Volumen mit. Der Curly Mullet wirkt verspielt, jugendlich und gleichzeitig individuell.
  • Der Edgy Mullet: Hier wird mit starken Kontrasten, Stufen und viel Textur gearbeitet. Häufig wird der edgy Mullet mit auffälligen Farben, Strähnen oder Rasiermustern kombiniert.
  • Der Soft Mullet: die elegante, alltagstaugliche Interpretation. Hier sind die Übergänge sehr weich, die Nackenpartie nur leicht länger als vorne. Dadurch wirkt der Schnitt harmonisch, fast schon subtil.

Wer kann den Mullet tragen?

Mullets sind vielseitig und passen fast zu jedem Haartyp. Lockiges und leicht welliges Haar eignet sich am besten, da eine schöne Textur entsteht. Hat man feine und glatte Haare, kann man ebenso einen Mullet tragen, sollte beim Styling aber mehr Produkte verwenden.

Der Mullet Frisur kann jede Gesichtsform vorteilhaft betonen - entscheidend ist die Pony-Länge und Seitenstruktur. Bei runden Gesichtern empfiehlt sich ein seitlich fallender, längerer Pony, um optisch zu strecken. Eckige Gesichter profitieren von weichen, unregelmäßigen Stufen (Shaggy Mullet), die die Kanten mildern. Herzförmige Gesichter wirken harmonischer mit etwas mehr Volumen im Nackenbereich. Ein ovales Gesicht ist universell geeignet und kann jeden Mullet-Stil tragen.

Gesichtsform Empfohlene Pony-Länge und Seitenstruktur
Rund Seitlich fallender, längerer Pony
Eckig Weiche, unregelmäßige Stufen (Shaggy Mullet)
Herzförmig Mehr Volumen im Nackenbereich
Oval Universell geeignet

Styling-Tipps für den Mullet

Der Mullet sieht am besten als Föhnfrisur aus. Bei feinem und glattem Haar greift man am besten zu Texturspray.

Ein Mullet lebt von seinem Kontrast - vorne kürzer, hinten länger - und genau das macht ihn so besonders.

  • Gel: Für den klassischen Mullet im 80er-Stil eignet sich starkes Gel, um den vorderen Bereich kontrolliert zu halten.
  • Wachs/Pomade: Ideal für den modernen oder soften Mullet. Gibt Struktur, ohne das Haar zu beschweren, und lässt Übergänge natürlich wirken.
  • Texture Spray/Sea Salt Spray: Perfekt für den „Edgy Mullet“ oder den „Curly Mullet“. Es sorgt für mehr Volumen, Griffigkeit und betont die natürliche Haarstruktur.
  • Lockencreme: Must-have für den Curly Mullet - definiert Locken und verhindert Frizz.
  • Föhnen mit Rundbürste: Mehr Stand und Volumen am Hinterkopf.
  • Diffusor für Locken: Verstärkt natürliche Wellen und verleiht dem Mullet Dynamik.
  • Volumenschaum: Für feines Haar ein Geheimtipp, um die Frisur voller wirken zu lassen.
  • Finish mit Haarspray: Gibt Halt, ohne das Haar zu verkleben - besonders bei langen Nackenpartien sinnvoll.

Pflege des Mullet

Damit der Mullet richtig rockig wirkt, sollte er auf keinen Fall überpflegt werden. Haarkuren und Leave-In Pflegeprodukte sollten daher sparsam verwendet werden. Damit die durchgestufte Struktur erhalten bleibt, sollte der Mullet außerdem regelmäßig nachgeschnitten werden.

Ein moderner Mullet wirkt nur dann stylisch, wenn die Übergänge gepflegt sind. Alle 4-6 Wochen die Seiten nachschneiden lassen. Den Nackenbereich regelmäßig ausdünnen oder in Form bringen. Auf Wunsch beim Friseur Fade oder Soft Cut ansprechen, um harte Kanten zu vermeiden.

Feuchtigkeit ist das A und O: Verwende ein sanftes, feuchtigkeitsspendendes Shampoo und einen proteinreichen Conditioner, um Struktur und Geschmeidigkeit zu erhalten. Ein leichtes Leave-in-Produkt mit Panthenol oder Arganöl sorgt für Definition und reduziert Frizz. Zusätzlich solltest du einmal wöchentlich eine regenerierende Maske einsetzen, um Spliss und Haarbruch vorzubeugen.

Um den charakteristischen Kontrast zwischen kurz und lang zu bewahren, empfiehlt sich ein Besuch beim Friseur alle 6-8 Wochen. Bei sehr schnellem Haarwachstum kann der Rhythmus auf 4-5 Wochen verkürzt werden. Kleine Ausbesserungen am Pony lassen sich zuhause mit einer Feinschneideschere vornehmen, größere Anpassungen gehören allerdings in Profi‐Hände.

Wolf Cut: Die sanfte Variante vom Mullet

Als neue Interpretation des Mullet gilt der sogenannte “Wolf Cut”. Es handelt sich um eine Mischung aus der Frisur Shag und dem Vokuhila.

Eine alternative Option zum Mullet ist der Wolf Cut, der sich durch eine ähnliche Silhouette und Textur auszeichnet. Der Wolf Cut kombiniert kurze Haare an den Seiten und vorne mit längeren Haaren im Nacken, ähnlich wie der Mullet, aber mit einem etwas weicheren und natürlicheren Erscheinungsbild. Diese Frisur hat in letzter Zeit an Popularität gewonnen und bietet eine moderne Alternative zum klassischen Mullet.

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