Viele Menschen wünschen sich eine neue Haarfarbe auf Basis natürlicher Stoffe. Hier bieten sich pflanzliche Haarfarben mit Henna, Indigo oder Walnuss an.
Dieser Artikel untersucht Pflanzenpulver für hellbraune, karamell- bis nussbraune Töne. Dabei soll geklärt werden, ob die Naturprodukte gleichmäßig färben und wie lange die Farbe hält. Außerdem wird geprüft, ob sie mit klassischen Oxidationshaarfarben mithalten können und ob die Haare angegriffen werden.
Im Jahr 2020 experimentierten viele Frauen aufgrund der Corona-Pandemie das erste Mal mit Färbepasten im heimischen Badezimmer. Große Kosmetikkonzerne sind mit echten Pflanzenhaarfarben in Drogeriemärkten präsent, während Reformhäuser immer mehr chemische Oxidationsfarben neben die Naturkosmetik stellen.
Pflanzenhaarfarben setzen auf Farbstoffe aus zermahlenen Blättern, Blüten oder Wurzeln. Ganz anders funktioniert das Prinzip der chemischen Oxidationshaarfarben: Die zunächst farblosen Mittel dringen tief ins Haarinnere ein, wo Wasserstoffperoxid zunächst die natürlichen Melanin-Pigmente zerstört.
Es gibt Haarfarben im Handel, die für Verbraucherinnen und Verbraucher aufgrund ihrer Aufmachung rein pflanzlich daher kommen, es allerdings nicht sind. Natürliche Haarfarben sind für Verbraucherinnen und Verbraucher gar nicht so einfach zu erkennen. In einigen Fällen enthalten die getesteten Produkte neben natürlichen Inhaltsstoffen auf pflanzlicher Basis auch potenziell allergieauslösende und hautreizende Problemstoffe.
Aromatische Amine gehören zu synthetischen Farbstoffvorstufen. Einige dieser Stoffe werden vom EU-Beratergremium für Verbrauchersicherheit (SCCS) als starke oder sogar extrem starke Kontaktallergene eingestuft.
Die Stiftung Warentest hat auch Oxidationshaarfarben geprüft. Viele solche Haarfarben im Test schnitten insgesamt gut ab, darunter eine besonders günstige für knapp 3 Euro pro Packung. Auch Intensivtönungen arbeiten mit Oxidationsmitteln, waschen sich im Laufe der Zeit aber wieder aus.
Wichtig zu wissen: Weil Pflanzenhaarfarben die ursprüngliche Haarfarbe wie eine Lasur überziehen, leisten sie keine hundertprozentige Abdeckung. Regel dabei: Dunkler geht immer.
Gute Vorbereitung ist wichtig: Vor dem Färben Reste von silikonhaltigen Shampoos oder Spülungen mit einer Tiefenreinigung auswaschen. Ganz entscheidend ist die richtige und konstante Temperatur des Färbebreis: Richten Sie sich dabei akribisch nach den jeweiligen Angaben. Während des Auftragens die Farbe konstant auf Temperatur halten, am besten in einem Wasserbad. Solange sie einwirkt, die Haare mit Folie oder Handtuch warm und am besten auch feucht halten.
Die Haare sind trocken und haben einen Grünstich? Probieren sie es mit heiß föhnen. Im Laufe der ersten beiden Tage können sich die Farben auch noch entwickeln oder nachdunkeln und sollten deshalb nicht mit Shampoo gewaschen werden.
Im Test von ÖKO-TEST wurden 17 Pflanzen- und alternative Haarfarben in Brauntönen eingekauft: Kaffebraun, Aschbraun, Naturbraun, Maronenbraun und Kastanienbraun sowie Kakao und Chocolate brown. Darunter Marken und Produkte, die auf den Verpackungen Auslobungen tragen wie "100 % vegetal", "Wirkstoffe aus Bio-Anbau" oder "bis zu 80 % der Inhaltsstoffe sind natürlichen Ursprungs".
In den von uns beauftragten Laboren ließen wir nach bedenklichen oder umstrittenen Inhaltsstoffen fahnden. Darunter verschiedene aromatische Amine. Zudem suchten die Labore nach allergieauslösendem Resorcin und bedenklichen Duftstoffen wie etwa polyzyklischen Moschus-Verbindungen.
Im Fokus standen zudem weitere problematische Substanzen wie halogenorganische Verbindungen und Diethylphthalat (DEP). aromatische Amine, die nach CLP-Verordnung als CMR-Stoff eingestuft sind (hier: p-Aminophenol).
Die Testergebnisse basieren auf den Inhaltsstoffen. Ein Testergebnis Weitere Mängel, das "befriedigend" ist, verschlechtert das Gesamturteil um eine Note.
Für die "test"-Ausgabe 03/2022 hat die Stiftung Warentest untersucht, wie gut Naturhaarfarben aus Pflanzen inzwischen sind. Die getesteten Öko-Farben halten so gut wie Permanentfarben, allerdings haben sie nur eine begrenzte Grauabdeckung.
Für Ihren Pflanzenhaarfarbe-Test hat die Stiftung Warentest sechs Naturhaarfarben in hell- bis mittelbraunen Tönen von Herstellern wie Logona, Khadi und Garnier untersucht. Die pflanzlichen Öko-Farben wurden im Friseurtest auf ihr Färbeergebnis hinsichtlich Farbgenauigkeit, Gleichmäßigkeit und Grauabdeckung untersucht. Auch der Zustand der Haare nach dem Färben sowie der Farberhalt wurden ebenso wie die Anwendung berücksichtigt.
Erfreulicherweise schneiden vier von sechs untersuchten Naturhaarfarben im Test "gut" ab. Vorn liegen die Produkte Color Herbalia 100% Pflanzenhaarfarbe & Reichhaltige Pflegekur von Garnier und das Pflanzen Haarfarbe Pulver von Logona Naturkosmetik. Sie erhalten bei der Stiftung Warentest als Testsieger die Gesamtnote "gut (2,2)". Nur knapp dahinter folgen mit dem "test"-Qualitätsurteil "gut (2,3)" die Pflanzenhaarfarbe von Khadi Naturkosmetik und die 100% Pflanzenhaarfarbe von Sante Naturkosmetik.
Das Testergebnis: Mit dem "test"-Qualitätsurteil "gut (2,2)" landet die Öko-Haarfarbe von Garnier auf dem geteilten ersten Platz. Das Pulver sorgt den Prüfern zufolge für den besten Zustand der frisch gefärbten Haare: Sie überzeugen mit Kämmbarkeit, Griff und Glanz.
Produktdetails: Die Pflanzenhaarfarbe Color Herbalia von Garnier sorgt für natürlich aussehendes Haar mit gesundem Glanz. Sie färbt Haare schonend und mit sanfter Grauabdeckung. Das vegane Pulver enthält ausschließlich natürliche Inhaltsstoffe wie Henna und Indigo, Kokosnussöl und ätherische Öle und kommt als einziges getestetes Öko-Produkt mit einer pflegenden Haarkur daher. Es ist auch für bereits gefärbtes oder chemisch behandeltes Haar geeignet. Die Pflanzenfarbe von Garnier ist in acht verschiedenen Farbtönen erhältlich.
Das Testergebnis: Die pflanzliche Farbe von Logona Naturkosmetik erhält von der Stiftung Warentest ebenfalls die Gesamtnote "gut (2,2)" und ist damit ebenfalls Testsieger. Das Pulver zum Haarefärben in dem Farbton Nussbraun erzielt beim Färben die besten Ergebnisse im Test.
Produktdetails: Die Haarfarbe von Logona Naturkosmetik besteht aus rein pflanzlichen Inhaltsstoffe, die das Haar schon beim Färben pflegen. Durch sie ist die Naturhaarfarbe besonders schonend und versorgt die Haare zusätzlich mit Nährstoffen, fördert das Volumen und sorgt für Glanz. Im Farbton Nussbraun eignet sich das Pulver vor allem für mittelblondes bis braunes Haar. Das Ergebnis kann laut Hersteller mit der Einwirkzeit und auch durch Mehrfachfärbung auf Wunsch angepasst werden. Die Öko-Farbe von Logona ist in zwölf Nuancen erhältlich.
Das Testergebnis: Knapp hinter den Testsiegern von Logona und Garnier liegt bei der Stiftung Warentest die Öko-Farbe von Khadi Naturkosmetik, die mit der Note "gut (2,3)" auf dem geteilten zweiten Platz landet. Sie schneidet im Prüfpunkt Farberhalt als beste Pflanzenhaarfarbe im Test ab.
Produktdetails: Auch die Naturhaarfarbe von Khadi ist pflanzlich, vegan und frei von synthetischen Inhaltsstoffen. Das Pulver aus Henna, Indigo und Co. kommt zudem aus kontrolliert biologischem Anbau. Es ist für alle Haartypen geeignet und kann auch zum Vorpigmentieren genutzt werden. Das Ergebnis hängt von der Ausgangsfarbe, dem Grauanteil sowie der Einwirkzeit ab. In jedem Fall sorgt das Produkt laut Hersteller jedoch für Glanz, Volumen und strahlende Farben.
Das Testergebnis: Auch die Pflanzenfarbe von Sante liegt auf dem zweiten Rang (Note "gut (2,3)"). Sie ist nicht nur eins der günstigsten Produkte im Test, sondern schneidet auch bei der Anwendung besser ab als die Konkurrenz von Garnier, Logona und Khadi.
Produktdetails: Die zertifizierte Naturkosmetik von Sante sorgt für lang anhaltende Farbe, mehr Volumen und pflegt das Haar beim Färben. Das Pulver besteht wie die anderen Produkte aus rein pflanzlichen Inhaltsstoffen wie Henna, Kräutern und Weizenproteinen, die dem Haar Glanz verleihen. Die Ergebnisse beim Färben hängen von der ursprünglichen Haarfarbe, der Einwirkzeit sowie der Haarstruktur und den Pflegegewohnheiten ab.
Die Anwendung von Naturhaarfarben aus Pflanzen in Pulverform ist immer ähnlich:
Da Haare sich in Struktur und Farbe unterscheiden, können auch die Ergebnisse beim Färben mit natürlichen Farben variieren. Wer sichergehen möchte, den richtigen Farbton gewählt zu haben, testet das gekaufte Produkt am besten zunächst an einer unauffälligen Stelle.
Grundsätzlich kann jeder die Pflanzenhaarfarben aus dem Test verwenden. Besonders stark bieten sie sich für alle an, die keine großen Veränderungen anstreben möchten. Eine Änderung der Farbstufe ist möglich, Aufhellen oder Blondieren dagegen nicht. Dafür sind herkömmliche Farben mit chemischen Inhaltsstoffen notwendig. Ebenfalls gut eignen sich die Öko-Haarfarben für Personen mit nur wenigen grauen Haaren, denn dann funktioniert die Grauabdeckung.
Auch Veganer sowie Personen unter 16 Jahren können die Naturhaarfarben aus Pflanzen problemlos anwenden. Für Allergiker sind sie eher geeignet als Permanentfarben, da ihr allergenes Potenzial laut Stiftung Warentest deutlich geringer ist.
Haarfarben aus Pflanzen stehen herkömmlichen Farben hinsichtlich der Ergebnisse und Haltbarkeit der Färbung in nichts nach, stellt die Stiftung Warentest fest: Sie färben gleichmäßig, treffen den auf der Packung dargestellten Farbton und verlieren ihre Intensität auch nach vielen Haarwäschen kaum. Anders als chemische Haarfarbemittel greifen sie nicht in die Haarstruktur ein und schonen die Haare daher. Da sie zu 100 Prozent aus pflanzlichen Inhaltsstoffen bestehen, sind sie auch besonders umweltfreundlich und für Veganer, Jugendliche unter 16 Jahren und schwangere beziehungsweise stillende Personen geeignet. Auch viele Allergiker können sie anders als Permanentfarben verwenden.
Pflanzliche Naturhaarfarben ermöglichen im Vergleich zu herkömmlichen Haarfarben kleinere Farbwechsel: Sie färben Haare nicht einheitlich durch, stattdessen bestimmt die Ausgangshaarfarbe das Ergebnis mit. Deshalb ist auch die Grauabdeckung schwächer als bei Oxidationshaarfarben.
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