Viele Frauen greifen nach wie vor zum altbewährten Rasierer, um lästige Härchen loszuwerden. Doch gewöhnliche Rasierer sind oft nicht umweltfreundlich und können bei unachtsamer Anwendung zu kleinen Schnitten führen. Sogenannte Rasierhobel gelten als sichere und effektive Alternative. Aber gibt es wirklich einen Sicherheitsrasierer? Dieser Frage gehen wir im folgenden Artikel auf den Grund, wobei wir uns insbesondere auf den Mühle Rocca Rasierhobel konzentrieren.
Wenn man den Begriff »Rasierhobel« zum ersten Mal hört, hat man eher ein Folterinstrument im Kopf als einen Sicherheitsrasierer. Dabei ist der Begriff irreführend und das Gerät dahinter sehr viel älter, als man vermuten würde. Tatsächlich orientierte man sich bei der Erfindung des Rasierhobels Mitte des 19. Jahrhunderts am Design eines Schreinerhobels. Anfang des 20. Jahrhunderts orientierte sich der Rasierhobelaufbau am ursprünglichen Gillettedesign: Rasierkopf und Griff, wobei letzterer im direkten Vergleich zu herkömmlichen Systemrasierern und Nassrasierern recht kurz ausfällt.
Die in den Hobelkopf eingespannte Rasierklinge ragt dabei etwa einen Millimeter zu beiden Seiten aus einem Spalt heraus, der sich zwischen Ober- und Unterkante des Kopfes befindet. Bei vielen Varianten besteht der Rasierhobel aus drei Teilen: Griff, Kopfoberteil sowie Kopfunterteil. Die Klinge wird hier in den Hobelkopf gespannt, der wiederum zusammengesetzt und anschließend auf den Griff geschraubt wird.
Rasierhobel gibt es in verschiedenen Variationen auf dem Markt, die beim Schließmechanismus, Hobelkopf, Materialzusammensetzung, Griffform sowie -länge voneinander abweichen. Zudem bestehen viele Rasierhobel heute aus zwei oder gar nur einem Teil. Einteilige Rasierhobel verfügen über einen sogenannten Butterfly-Verschluss. Dabei wird die Klingenhalterung mittels Drehen oder Klappen wie Schmetterlingsflügel geöffnet, wovon sich auch der Name ableiten lässt. Auf diese Weise lässt sich die Klinge spielerisch leicht austauschen.
Beim Schraubverschluss hingegen wird die Klinge, wie der Name bereits verrät, festgeschraubt. Dabei wird die Klinge ins Oberteil gelegt, das wiederum mithilfe einer oder mehrerer Schrauben mit dem Griff verbunden wird.
Auch beim Hobelkopf fallen bei genauerer Betrachtung mehrere Unterschiede auf. Grundsätzlich besteht der Kopf aus Kamm, Klingenspalt, Klingenbefestigung sowie natürlich der Rasierklinge. Der Kamm kann wiederum offen oder geschlossen sein. Bei einem offenen Kamm liegen vertikale Rillen vor, die eine gründlichere Rasur ermöglichen. Zugleich besteht aber eine erhöhte Verletzungsgefahr. Deshalb wird eher Fortgeschrittenen deren Anwendung empfohlen. Einsetzen lassen sich Rasierhobel mit offenem Kamm außerdem sehr gut bei der Gesichtsrasur.
Beim geschlossenen Kamm hingegen liegen keine vertikalen Rillen vor. Das schont die Haut und macht den Rasierhobel attraktiv für Anfänger.
Legt man Systemrasierer bzw. den Nassrasierer und Rasierhobel nebeneinander, fallen schon auf den ersten Blick optische Unterschiede auf. Beispielsweise sind die Griffe der Rasierhobel deutlich kürzer und sie bestehen nicht aus Kunststoff. In so gut wie allen Fällen greifen die Hersteller von Rasierhobeln auf Materialien wie Edelstahl oder Holz zurück. Das hat einen einfachen Grund: Es ist nachhaltiger.
Denn was alle Hersteller unserer getesteten Rasierhobel gemein hatten, war ihr Umweltkonzept. Die Anschaffungskosten von Rasierhobeln fallen deutlich höher aus als die der Systemrasierer, doch auf lange Sicht kommt man trotzdem günstiger weg. Während man den ganzen Systemrasierer nach kompletter Abnutzung vollständig ersetzen muss, muss man beim Rasierhobel lediglich die Rasierklinge austauschen - und Rasierklingen sind günstiger als Systemrasierer.
Mit Rasierhobeln hat man also kein Plastik und kein verschwendetes Material. Oft wird bei der Verarbeitung auch klimaneutrales und recyceltes Material verwendet, was noch umweltfreundlicher ist.
Der Mühle R 94 Rocca liefert ein sehr gutes Ergebnis, das allerdings auch seinen Preis hat. Als Empfehlung in der Luxusklasse sorgt er selbst bei nahezu gar keinem Druck für babyweiche, glatte Haut. Noch dazu fühlt er sich richtig gut in der Hand an und kommt in jeden Winkel.
Dem R 94 Rocca von Mühle gelingt es, von Anfang an zu punkten. Verpackt wurde er sorgfältig in eine edle graue Box, und das ganz ohne Plastik. Was uns gleich auffällt: Der Hersteller liefert bloß eine einzelne Rasierklinge aus Eigenproduktion mit. Ist diese abgenutzt, muss man selbst einen 10er-Pack für ein paar Euros nachkaufen. Dieser kleine Minuspunkt trübt unsere Laune aber keineswegs.
Bei einem genaueren Blick auf den Rasierhobel staunen wir, wie top die Verarbeitung ist. Mühle verwendet rostfreien Edelstahl und hat Rillen eingraviert, die einen sicheren und stabilen Halt garantieren. Ob das Gewicht von 90 Gramm ansprechend oder als Kritikpunkt angesehen wird, ist wohl Geschmacksache. Insgesamt lässt sich der Rocca gut greifen und über die Haut führen.
Wir müssen während der Rasur überhaupt keinen Druck auf den Rasierhobel ausüben, denn er gleitet selbstständig über die Haut und hinterlässt gleich beim ersten Mal ganz glatte Haut. Da ist eine Korrektur nicht notwendig. Um an verstecktere Stellen heranzukommen, muss man etwas herumprobieren und für sich selbst den besten Winkel herausfinden. Übt man Druck aus oder rasiert zu schnell, kann man sich an der scharfen Rasierklinge schnell schneiden.
Mühle setzt beim Rocca auf einen Schraubverschluss, der sich sogar mit nur einer Hand einfach und flüssig auf- und zudrehen lässt. Sobald der Kopf fest aufgeschraubt ist, kann man ohne Bedenken loslegen. Denn auch beim Schraubverschluss hat Mühle viel Mühe investiert und ihn so sicher konstruiert, dass ein gewisser Kraftaufwand nötig ist, um den fest sitzenden Verschluss zu lösen.
Die Rasierklingen aus Eigenproduktion sind so scharf, dass man beim Klingenwechsel besonders vorsichtig mit ihnen umgehen sollte.
Wie ausnahmslos jeder Hersteller im Test nimmt auch Mühle den Umweltaspekt sehr ernst und setzt mit seinem umweltfreundlichen Rasierhobel auf Nachhaltigkeit. Man kann sich also sicher sein, dass man der Umwelt etwas Gutes tut, wenn man sich den langlebigen Mühle R 94 Rocca zulegt.
Grundsätzlich lässt sich jede Körperstelle mit einem Rasierhobel rasieren. Allerdings tendiert man, wenn man ungeübt ist, schnell dazu, sich zu schneiden. Vor allem wenn man direkt von einem Systemrasierer bzw. Nassrasierer auf einen Rasierhobel umsteigt. Rasierhobel sind starr. Das richtige Maß an Schwung, Druck und Neigung muss man erst lernen. Da kann es schnell einmal zu kleinen Verletzungen kommen.
Da der Kopf nicht beweglich ist, muss man besonders behutsam und langsam rasieren. Vor allem bei empfindlichen Stellen wie Kinn, Knie und Intimbereich darf man nicht zu viel Druck auf den Rasierhobel ausüben.
Wenn Sie sich trotz allem dennoch beim Rasieren mit dem Hobel verletzen, können Sie Ihre Haut abschließend beruhigend behandeln. Ein milder Aftershave-Balsam oder eine feuchtigkeitsspendende Lotion schaffen erste Linderung. Leichte Schnitte können außerdem mit einem Alaunstein gestoppt werden.
Neben dem Mühle Rocca gibt es noch weitere Rasierhobel, die im Test überzeugen konnten:
Tabelle: Vergleich ausgewählter Rasierhobel
| Rasierhobel | Besonderheiten | Preis | Bewertung |
|---|---|---|---|
| Mühle Rocca | Hochwertige Verarbeitung, umweltfreundlich | Hochpreisig | Sehr gut |
| Merkur 24G | Unvergleichliche Qualität, minimiert Verletzungsrisiko | Mittelpreisig | Sehr gut |
| Erbe Lady | Schmetterlingsverschluss, gute Verarbeitung | Mittelpreisig | Gut |
| Balea Purify | Günstig, gutes Preis-Leistungs-Verhältnis | Niedrigpreisig | Gut |
Auch wenn der stolze Preis zum Zögern verleitet, können wir den Rasierhobel empfehlen. Der Mühle Rocca Rasierhobel bietet eine gründliche Rasur, ist umweltfreundlich und liegt gut in der Hand. Wer bereit ist, etwas mehr Geld auszugeben, wird mit einem hochwertigen und langlebigen Produkt belohnt.
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