Haarausfall durch Cortison und andere Medikamente: Ursachen, Behandlung und Reversibilität

Viele Menschen, die mit entzündlichen Erkrankungen oder Autoimmunerkrankungen zu kämpfen haben, sind auf Medikamente wie Cortison angewiesen. Cortison ist für seine entzündungshemmende Wirkung bekannt und wird häufig bei Erkrankungen wie Schuppenflechte (Psoriasis) eingesetzt. Doch neben den positiven Effekten hat Cortison auch Nebenwirkungen. Eine davon ist Haarausfall.

Wie Cortison auf das Haar wirkt

Eine langfristige oder hochdosierte Cortisonanwendung kann die Wachstumszyklen der Haare stören. Normalerweise durchlaufen Haarfollikel Phasen von Wachstum (Anagenphase), Ruhe (Telogenphase) und Ausfall (Katagenphase). Cortison kann diesen natürlichen Zyklus verändern und dazu führen, dass sich mehr Haare vorzeitig in die Ruhephase begeben, was sichtbaren Haarausfall zur Folge haben kann. Darüber hinaus kann Cortison indirekt den hormonellen Haushalt beeinflussen, insbesondere die Balance von Androgenen wie Dihydrotestosteron (DHT), das eine Schlüsselrolle beim erblich bedingten Haarausfall spielt. Ein Ungleichgewicht kann die Anfälligkeit der Haarfollikel gegenüber DHT erhöhen und so weiteren Haarausfall begünstigen. Eine geschwächte Kopfhaut wiederum bietet den Haarwurzeln weniger Schutz und Stabilität, was das Risiko für Haarverlust weiter steigert.

Es muss berücksichtigt werden, dass nicht alle Personen, die Cortison einnehmen, mit Haarausfall konfrontiert sind. Die Haarausfallwahrscheinlichkeit variiert je nach Dosis und Anwendungsdauer. Nicht jeder, der Cortison einnimmt, wird Haarausfall erleben. Es hängt von der Dosis ab. Aber auch von der Dauer der Einnahme und der individuellen Reaktion des Körpers.

Cortison bei Alopecia Areata

Interessanterweise wird Cortison manchmal auch als Behandlung gegen Haarausfall verschrieben. Vor allem bei Alopecia Areata , einer Autoimmunerkrankung, die kreisrunden Haarausfall verursacht. In solchen Fällen kann Cortison helfen, die Entzündung zu unterdrücken und das Immunsystem zu regulieren. Doch der Erfolg ist unterschiedlich. In einigen Fällen können Kortison Spritzen direkt in die betroffenen Stellen injiziert werden. Autoimmunerkrankungen wie Alopecia Areata oder Alopecia Universalis führen dazu, dass das Immunsystem die eigenen Haarfollikel angreift. Dies führt zu kahlen Stellen auf der Kopfhaut. In manchen Fällen kann Cortison helfen, diese Angriffe zu unterdrücken. Dadurch können die Haare in den betroffenen Bereichen nachwachsen. Das hängt von vielen Faktoren ab.

Alopecia Areata

Reversibilität des Haarausfalls

Ja, der Haarausfall ist reversibel. In der Regel ist der durch Haarausfall nicht dauerhaft. Dazu gehören die Dosis & Dauer der Cortisonbehandlung. Bei einigen hört der Haarausfall wenige Wochen nach dem Absetzen des Medikaments auf. Bei anderen kann es Monate dauern, bis das Haarwachstum wieder normal ist.

Was tun gegen Haarausfall durch Cortison?

Eine gezielte Pflege der Kopfhaut kann die Erholung nach einer Cortisontherapie wesentlich unterstützen. Sanfte Massagen fördern die Mikrozirkulation und verbessern die Nährstoffversorgung der Haarfollikel, was das Haarwachstum begünstigen kann. Unabhängig von der Ursache des Haarausfalls gibt es Maßnahmen, die du ergreifen kannst, um dein Haarwachstum zu fördern. Dazu gehört eine gesunde Ernährung , die reich an Vitaminen & Mineralstoffen ist. Verwende außerdem sanfte Shampoos & Conditioner , die speziell für empfindliche Kopfhaut entwickelt wurden.

Medikamente gegen Haarausfall

Alternative Behandlungen

Wer nach Alternativen zur Cortisonbehandlung sucht, hat verschiedene Möglichkeiten. Bei erblich bedingtem Haarausfall (auch bekannt als androgenetische Alopezie) können spezielle Mittel helfen, die die Produktion von DHT, einem hormonellen Faktor, der Haarausfall verursacht, blockieren. DHT (Dihydrotestosteron) ist ein Hormon, das aus Testosteron gebildet wird und maßgeblich zum Haarausfall beiträgt. Saw Palmetto ist ein natürlicher Enzymhemmer, der das Enzym 5-Alpha-Reduktase blockiert. Dieses Enzym wandelt Testosteron in DHT um.

Es gibt auch andere Behandlungen wie die topische Immuntherapie , die in Betracht gezogen werden können.

Weitere Medikamente und Haarausfall

Neben Cortison gibt es auch andere Medikamente, die Haarausfall verursachen können. Ein bekanntes Beispiel ist Methotrexat (MTX). MTX ist ein Analogon der Folsäure (Vitamin B9). Es inhibiert als Folsäure-Antagonist kompetitiv und reversibel das Enzym Dihydrofolat-Reduktase (DHFR). Methotrexat wird vor allem bei schweren Erkrankungen eingesetzt. Wie bei anderen Zytostatika auch, leiten sich die Nebenwirkungen vor allem von den hemmenden Auswirkungen auf sich schnell teilende Körperzellen ab. Durch die Hemmung der Zellteilung kann MTX das Wachstum der Haarfollikel beeinträchtigen und zu Haarausfall führen.

Wenn es unter einer Therapie mit Methotrexat (Mtx) und Arava zu Haarausfall kommt, kann es entweder an Mtx, an Arava oder der Kombination der beiden Medikamente liegen.

Maßnahmen bei Haarausfall durch MTX

  1. Folsäuremangel: Wenn es unter Mtx zu verstärktem Haarausfall kommt, ist die Ursache oft ein Folsäuremangel.
  2. Leflunomid (Arava): Verstärkter Haarausfall ist eine nicht so häufige, aber bekannte Ursache von Leflunomid (Arava).
  3. Kombination: In diesem Fall sollte man die oben genannten Maßnahmen kombinieren.

Ursachen von Haarausfall

Es gibt verschiedene Arten von Haarausfall, die unterschiedliche Ursachen haben können:

  • Alopecia Areata (AA): Eine entzündliche Autoimmunerkrankung, die auf einer fehlgeleiteten Immunantwort gegen den Haarfollikel basiert.
  • Alopecia Androgenetica (AGA): Auch als hormonell-erblich bedingter Haarausfall bezeichnet, ist die häufigste Form des Haarverlustes bei Männern und Frauen.
  • Telogeneffluvium: Eine Form des diffusen Haarausfalls, bei der die Haare vorzeitig in die telogene Phase (Ruhephase) des Haarzyklus eintreten.
  • Anageneffluvium: Eine Form des diffusen Haarausfalls, bei dem die Haare während der anagenen Phase (Wachstumsphase) des Haarzyklus vorzeitig ausfallen.
  • Hypoöstrogenämisches Effluvium: Eine Form des Haarausfalls, die durch einen Mangel an Östrogenen (weibliche Geschlechtshormone) verursacht wird.
  • Traktionsalopezie: Eine Form des mechanisch bedingten Haarausfalls, die durch wiederholten Zug auf die Haarfollikel verursacht wird.
  • Tinea Capitis (Kopfhautpilz): Eine Pilzinfektion der behaarten Kopfhaut, die insbesondere bei Kindern auftritt.
  • Alopecia Cicatrica (vernarbender Haarausfall): Eine irreversible Form des Haarausfalls, die durch eine Zerstörung der Haarfollikel infolge einer entzündlichen Reaktion entsteht.

Tabelle: Medikamente und Haarausfall

Medikament Anwendung Mögliche Auswirkungen auf das Haar
Cortison Entzündungshemmend, Autoimmunerkrankungen Störung der Wachstumszyklen, vorzeitige Ruhephase, hormonelles Ungleichgewicht
Methotrexat (MTX) Autoimmunerkrankungen, Krebs Hemmung der Zellteilung, Beeinträchtigung des Haarwachstums
Leflunomid (Arava) Rheumatoide Arthritis Verstärkter Haarausfall (dosisabhängig)

Es ist wichtig, bei Bedenken oder Nebenwirkungen einen Arzt aufzusuchen. Alternative Behandlungen wie die topische Immuntherapie oder spezielle Mittel gegen androgenetische Alopezie könnten ebenfalls in Betracht gezogen werden.

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