MTX, Folsäure und Haarausfall: Ein umfassender Überblick

Methotrexat (MTX) ist ein Medikament, das häufig zur Behandlung von Autoimmunerkrankungen wie rheumatoider Arthritis und Psoriasis sowie bestimmter Krebsarten eingesetzt wird. Es wirkt, indem es das Wachstum und die Vermehrung von Zellen hemmt. Diese Eigenschaft macht es besonders nützlich bei der Behandlung von schnell wachsenden Krebszellen und bei der Unterdrückung überaktiver Immunzellen, die bei Autoimmunerkrankungen Schaden anrichten.

Methotrexat Molekülstruktur.

Nebenwirkungen von Methotrexat

Bei einer Behandlung mit MTX können verschiedene Nebenwirkungen auftreten, sowohl physischer als auch psychischer Natur. Es ist wichtig, sich dieser potenziellen Auswirkungen bewusst zu sein und eng mit dem behandelnden Arzt zusammenzuarbeiten, um diese zu minimieren.

Häufige Nebenwirkungen

  • Übelkeit und Erbrechen sind häufige Nebenwirkungen, insbesondere bei hohen Dosen von Methotrexat.
  • Viele Patienten berichten über Müdigkeit und allgemeine Erschöpfung während der Behandlung mit Methotrexat.
  • Eine häufige Nebenwirkung von Methotrexat sind schmerzhafte Mundgeschwüre oder Stomatitis.
  • Methotrexat kann die Produktion von Blutzellen im Knochenmark unterdrücken, was zu Anämie (niedrige rote Blutkörperchen), Leukopenie (niedrige weiße Blutkörperchen) und Thrombozytopenie (niedrige Blutplättchenzahl) führen kann.
  • Methotrexat kann zu Lungenentzündungen führen, die als Methotrexat-induzierte Pneumonitis bekannt sind.
  • Leber- und Nierenfunktionsstörungen. Leberschäden können sich in Form von erhöhten Leberenzymen, Leberfibrose oder Leberzirrhose zeigen.

Psychische Veränderungen

  • Eine häufig berichtete psychische Nebenwirkung ist Depression.
  • Auch Angstzustände sind eine weitere mögliche Nebenwirkung von MTX. Patienten können über erhöhte Nervosität, Unruhe und Panikattacken klagen.

Auswirkungen auf die Sexualität

  • Eine häufig berichtete Nebenwirkung von MTX ist die Verringerung des sexuellen Verlangens oder der Libido.
  • Bei Männern kann MTX zu Erektionsstörungen führen.
  • Frauen, die MTX einnehmen, können auch über vaginale Trockenheit und Schmerzen beim Geschlechtsverkehr (Dyspareunie) klagen.

Behandlung mit Methotrexat: Das sollten Sie wissen!

Augenveränderungen

  • Augenentzündungen, wie Konjunktivitis (Bindehautentzündung), können ebenfalls durch Methotrexat ausgelöst werden.
  • In selteneren Fällen kann Methotrexat schwerwiegendere Augenprobleme verursachen, wie zum Beispiel optische Neuropathie, eine Schädigung des Sehnervs, die zu dauerhaften Sehstörungen führen kann.

Der Zusammenhang zwischen MTX und Haarausfall

Haarausfall ist eine bekannte, wenn auch nicht bei jedem auftretende Nebenwirkung von MTX. Wie oben erwähnt wirkt Methotrexat, indem es die Zellteilung hemmt, um das Wachstum von Krebszellen und die Aktivität des Immunsystems zu reduzieren. Allerdings sind auch die Haarfollikel von schnellen Zellteilungprozessen abhängig. Durch die Hemmung der Zellteilung kann MTX das Wachstum der Haarfollikel beeinträchtigen und zu Haarausfall führen.

Haarausfall kann eine belastende Nebenwirkung von MTX sein.

Die Rolle der Folsäure bei der MTX-Therapie

Folsäure spielt eine wichtige Rolle bei der Minimierung der Nebenwirkungen von MTX. Methotrexat wirkt, indem es die Folsäure-abhängige Enzyme blockiert, was zur Hemmung der Zellteilung führt. Durch die Ergänzung mit Folsäure oder Folinsäure (eine aktivierte Form der Folsäure) können gesunde Zellen die benötigten Folsäure-Derivate erhalten und so besser funktionieren.

Wie Folsäure hilft

  • Folsäure kann helfen, die gastrointestinalen Nebenwirkungen einer Methotrexat(MTX)-Therapie zu lindern.
  • Das Risiko für den MTX-bedingten Haarausfall soll durch die Folsäure reduziert werden.
  • Folsäure kann helfen, die Lebertoxizität zu reduzieren.

Dosierungsempfehlungen

Mit dem allgemein empfohlenen Bereich zwischen 5 und 10 mg Folsäure pro Woche liegen wir richtig. Studien hätten gezeigt, dass höhere Dosen keinen zusätzlichen Nutzen brächten.

Folsäure vs. Folinsäure

Ob Folsäure oder Folinsäure eingesetzt wird, macht Krüger zufolge nur in einem einzigen Punkt einen maßgeblichen Unterschied: Folinsäure ist etwa fünfmal teurer. „Hier können wir tatsächlich Geld sparen“, so der Experte.

Was tun bei Haarausfall unter MTX-Therapie?

Wenn es unter einer Therapie mit Methotrexat (Mtx) und Arava zu Haarausfall kommt, kann es entweder an Mtx, an Arava oder der Kombination der beiden Medikamente liegen.

  1. Folsäuremangel: Wenn es unter Mtx zu verstärktem Haarausfall kommt, ist die Ursache oft ein Folsäuremangel. In diesem Fall würde man für einen kürzeren Zeitraum von 1-3 Monaten eine Kur mit relativ hochdosierter Folsäure machen, z.B. täglich 1-3 Tabletten Folsan an 5 Tagen in der Woche, beginnend 48 Stunden nach Mtx.
  2. Leflunomid (Arava): Verstärkter Haarausfall ist eine nicht so häufige, aber bekannte Ursache von Leflunomid (Arava). Ein gezieltes Gegenmittel gibt es nicht; oft hilft aber der Einsatz von El-Cranell. Da diese Nebenwirkung in der Regel dosisabhängig ist, hilft oft eine Verringerung der Arava-Dosis.
  3. Kombinationstherapie: In diesem Fall sollte man die oben genannten Maßnahmen kombinieren. Wichtig ist, herauszubekommen, welcher der beiden Kombinationspartner bei dieser Nebenwirkung der führende ist.

Glücklicherweise stehen heute weitere Substanzen zur Verfügung, die als Alternative in Frage kommen. Eine gut wirksame Kombination ist beispielsweise die Kombination von Mtx mit Ciclosporin (Sandimmum). Sandimmun hat dabei die ansonsten nicht geschätzte Nebenwirkung, dass es zu einer verstärkten Körperbehaarung kommt.

Alternativen zu MTX

Bei Autoimmunerkrankungen wie rheumatoider Arthritis, Psoriasis und entzündlichen Darmerkrankungen können andere Medikamente verwendet werden. Leflunomid und Sulfasalazin wirken ähnlich wie MTX, indem sie das Immunsystem dämpfen und Entzündungen reduzieren. Biologika sind eine moderne Medikamentengruppe, die gezielt bestimmte Teile des Immunsystems blockieren.

Medikament Wirkungsweise Anwendungsgebiet
Methotrexat (MTX) Hemmt die Zellteilung und reduziert die Aktivität des Immunsystems. Rheumatoide Arthritis, Psoriasis, Krebs
Leflunomid Dämpft das Immunsystem und reduziert Entzündungen. Rheumatoide Arthritis
Sulfasalazin Wirkt entzündungshemmend und immunsuppressiv. Rheumatoide Arthritis, entzündliche Darmerkrankungen
Biologika (z.B. Etanercept, Infliximab) Blockieren gezielt bestimmte Teile des Immunsystems. Rheumatoide Arthritis, Psoriasis, entzündliche Darmerkrankungen

Vergleich von MTX und alternativen Medikamenten.

tags: #mtx #haarausfall #folsäure #zusammenhang

Populäre Artikel:

Diese Website verwendet Cookies. Durch die weitere Nutzung der Seite stimmst du der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen