Morbus Crohn und Haarausfall: Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten

Haben Sie das Gefühl, dass Ihre Haare lichter werden? Finden Sie mehr Haare in der Bürste beim Kämmen oder im Abfluss nach dem Duschen? Wenn ja, könnte dies im Zusammenhang mit Ihrer chronisch-entzündlichen Darmerkrankung (CED) oder deren Therapie stehen.

Volles Haar steht oft für Jugend und Gesundheit. Verschiedene Ursachen können allerdings vor allem bei Männern Haarausfall auslösen und damit zu psychischen Belastungen und einer eingeschränkten Lebensqualität führen. Die Gesundheit unserer Haare ist ein Spiegelbild des allgemeinen Gesundheitszustands. Ein Aspekt, der oft übersehen wird, ist die Rolle des Darms.

Hier geben wir Ihnen Tipps, was Sie dagegen tun können.

Die Rolle des Darms für die Haargesundheit

Studien zeigen, dass der Darm nicht nur für die Verdauung zuständig ist, sondern auch eine zentrale Rolle für das Immunsystem, die Nährstoffaufnahme und die allgemeine Gesundheit spielt. Der Darm ist ein zentraler Akteur im komplexen Zusammenspiel unseres Körpers. Er beherbergt Milliarden von Mikroorganismen, die zusammen das sogenannte Mikrobiom bilden.

Ein gesundes Mikrobiom unterstützt:

  • Die Nährstoffaufnahme: Der Darm sorgt dafür, dass wichtige Vitamine und Mineralstoffe wie Biotin, Zink, Eisen und Vitamin D aufgenommen werden, die entscheidend für gesundes Haarwachstum sind. Eine gestörte Darmflora kann diese Aufnahme beeinträchtigen.
  • Das Immunsystem: Etwa 70 % des Immunsystems befinden sich im Darm. Eine gestörte Darmgesundheit kann zu chronischen Entzündungen führen, die sich negativ auf den Haarfollikel auswirken können.
  • Die Hormonregulation: Der Darm beeinflusst die Produktion und Regulierung von Hormonen wie Cortisol. Ein unausgeglichenes Hormonsystem kann Haarausfall begünstigen.

Ein Ungleichgewicht im Darm, auch Dysbiose genannt, kann durch verschiedene Faktoren ausgelöst werden:

  • Ungesunde Ernährung: Zucker- und fettreiche Lebensmittel fördern schädliche Darmbakterien.
  • Stress: Chronischer Stress beeinträchtigt die Darmbarriere.
  • Medikamente: Antibiotika und andere Medikamente können die Darmflora schädigen.
  • Chronische Erkrankungen: Erkrankungen wie das Reizdarmsyndrom oder Morbus Crohn haben oft einen direkten Einfluss auf das Mikrobiom.

Morbus Crohn: Mit Ernährung Schübe vermindern | Die Ernährungs-Docs | NDR

Ursachen für Haarausfall bei Morbus Crohn

Morbus Crohn zählt zu den chronisch entzündlichen Darmkrankheiten. Sie kann in jedem Abschnitt des Verdauungstraktes auftauchen. Bei Morbus Crohn können sich neben der Darmschleimhaut auch die tieferen Schichten der Darmwand entzünden und erkranken.

Die Aufgabe unserer Haarwurzeln ist es, stetig neues Haar zu bilden und nachwachsen zu lassen. Die äußerst teilungsaktiven Haarwurzelzellen benötigen hierfür eine konstante Versorgung mit wichtigen Mineralien und Spurenelementen, wie etwa Eisen, Zink und Selen sowie bestimmten Vitaminen, wie Biotin und Folsäure. Bei Betroffenen einer chronisch-entzündlichen Darmerkrankung, wie Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa, können die Haarwurzeln aufgrund eines häufig niedrigeren Nährstoffgehalts im Blut vermehrt unterversorgt sein. Mikronährstoffe können mitunter nicht in ausreichendem Umfang über den Darm aufgenommen werden. Eine mangelhafte Nährstoffversorgung muss jedoch nicht der einzige Grund für Haarverlust sein.

Weitere Auslöser für diffusen Haarausfall:

  • Neben Nährstoff- und Mineralstoffmangel sind als Ursache beispielsweise auch (chronische) Erkrankungen wie AIDS, Tuberkulose, Typhus und Syphilis ein Anhaltspunkt.
  • Diffuser Haarausfall tritt auch bei Menschen mit gestörter Schilddrüsenfunktion auf.
  • Auch Darminfekte (Morbus Crohn, Colitis ulcerosa) können zu ununterbrochenem Ausfall der Haare führen.
  • Bei Frauen kommen Hormonschwankungen als denkbarer Auslöser ins Spiel, die etwa aus dem Absetzen der Pille oder einer Schwangerschaft resultieren.
  • Haarverlust kann zudem als Nebenwirkung von (blutgerinnungshemmenden) Medikamenten oder als Begleiterscheinung einer Vergiftung oder Bestrahlung (etwa im Rahmen einer Chemotherapie) auftreten.
  • Zuweilen unterschätzt ist die Wechselwirkung zwischen Haarschwund und seelischer Belastung. Wer längere Zeit einem außergewöhnlich hohen Maß an Stress ausgesetzt ist, kann entsprechende Symptome entwickeln.

Die genauen Ursachen der Erkrankung konnten bisher jedoch noch nicht geklärt werden. Eine genetische Vererbung scheint jedoch gegeben, da die Krankheit in Familien gehäuft vorkommt. Weitere begünstigende Faktoren für die Krankheit sind z.B. das Rauchen. Auch psychische Belastungen spielen eine Rolle, sie können den Verlauf der Erkrankung ungünstig beeinflussen. Kommen diese und andere Faktoren zusammen, scheint sich das Immunsystem gegen den eigenen Körper zu richten und im Darm eine dauerhafte Entzündung hervorzurufen.

Das Durschnittliche Alter von Erkrankten liegt zwischen 15 und 35 Jahren. Die Erkrankung macht sich also vorwiegend in jungen Jahren bemerkbar. Zu den typischen Symptomen von Morbus Crohn gehören unter anderem Durchfall, Bauchschmerzen oder Gelenkschmerzen. Diese hängen jedoch davon ab, welchen Abschnitt des Verdauungstraktes die Krankheit betrifft, weshalb die Symptome von Mensch zu Mensch unterschiedlich sein können.

Da die Ursachen für Morbus Crohn noch nicht ausreichend bekannt sind, lassen sich oft nur die Beschwerden lindern bzw. die Entzündungen dämpfen. Mit Medikamenten kann über einen gewissen Zeitraum auch ein Rückfall verhindert werden.

Morbus Crohn Therapien können grundsätzlich unterschieden werden und unterteilen sich in Schubtherapien und Remissionserhaltung. Die Schubtherapie hat zum Ziel einen vorliegenden Schub zu lindern und die akuten Symptome zu verbessern.

Die Ernährung spielt bei Morbus Crohn eine wichtige Rolle. Viele Erkrankte vertragen z.B. keine ballaststoffreichen Lebensmittel, da sie Blähungen verursachen. Durch auftretenden Durchfall können wichtige Nährstoffe und Vitamine nicht aufgenommen werden, diese müssen gezielt zugeführt werden. Patienten sollten das Rauchen einstellen, da dies das Risiko für einen Rückfall steigert. Wichtig ist auch die körperliche Ruhe, während eines akuten Schubs. Natürlich sollte jeder Erkrankte auch auf Anzeichen einer Krankheitsverschlechterung achten.

Mangelernährung führt meist zu typischen Symptomen. Gerade bei Kindern und Jugendlichen entfaltet Mangelernährung eine fatale Wirkung, der diffuse Haarausfall ist bei der Altersgruppe aufgrund der schlechter werdenden Essgewohnheiten immer häufiger zu beobachten. Auch übermäßige Crash-Diäten oder Essstörungen begünstigen das Ausdünnen des Kopfhaars und kommen folglich als potenzielle Ursache infrage. Nicht untypisch dabei ist, wenn der Haarausfall in diesem Zusammenhang verzögert erst nach einigen Wochen und Monaten auftritt.

Ein langfristiger Mangel an Vitamin B und D, aber auch Eisenmangel, kann zu Haarausfall führen. Anhand eines Bluttests können die verschiedenen Vitamin- und Mineralstoffwerte untersucht werden.

Merke: Eisenmangelanämie verursacht nicht nur Haarausfall, wobei der Haarausfall eines der auffälligsten Merkmale ist. Andere typische Symptome eines Eisenmangels sind trockene Haut und brüchige Nägel.

Normalerweise erhalten Sie bei einer abwechslungsreichen, verantwortungsbewussten Ernährung täglich genügend Vitamine und Mineralien. Seien Sie vorsichtig, wenn Sie ein Nahrungsergänzungsmittel verwenden, da eine Überversorgung mit bestimmten Vitaminen Ihre Körperfunktionen auch schädigen kann.

Tabelle: Mögliche Nährstoffmängel und ihre Auswirkungen auf das Haarwachstum

NährstoffMögliche Auswirkung auf das Haarwachstum
EisenHaarausfall, trockene Haut, brüchige Nägel
ZinkHaarausfall, Entzündungen der Kopfhaut
BiotinHaarausfall, brüchige Haare
Vitamin DHaarausfall, dünner werdendes Haar
Vitamin B12Haarausfall, langsames Haarwachstum

Die folgende Grafik zeigt die Zusammenhänge zwischen Darmerkrankungen und Haarausfall:

Was tun gegen den Haarausfall?

Haben Sie das Gefühl, in letzter Zeit vermehrt Haar zu verlieren oder dass sich lichte Stellen bilden? Dann sollten Sie sich mit Ihrem Arzt in Verbindung setzen. Denn nur, wenn man rechtzeitig gegen den Haarverlust vorgeht, kann er sich stoppen lassen! Mit Ihrem Arzt können Sie den Ursachen des Haarverlusts auf den Grund gehen und das weitere Vorgehen besprechen. Über regelmäßige Kontrollen Ihres Blutbilds kann beispielsweise Ihre Nährstoffversorgung überprüft werden. Auch kann die Analyse Ihres Haares wichtige Hinweise über die ausreichende Versorgung mit z.B. Mineralien und Spurenelementen liefern.

Betroffene, die vermuten, dass ihr Haarausfall durch eine gestörte Darmgesundheit verursacht wird, sollten zunächst die Ursache klären. Folgende Maßnahmen können helfen:

  • Darmgesundheit überprüfen: Eine professionelle Analyse der Darmflora kann klären, ob ein Ungleichgewicht vorliegt.
  • Ernährung anpassen: Eine ballaststoffreiche Ernährung mit Probiotika und Präbiotika fördert ein gesundes Mikrobiom. Lebensmittel wie Joghurt, Sauerkraut und fermentiertes Gemüse sind besonders hilfreich.
  • Stress reduzieren: Entspannungstechniken wie Yoga oder Meditation können den Darm entlasten.
  • Medizinische Unterstützung suchen: In manchen Fällen sind therapeutische Maßnahmen oder Nahrungsergänzungsmittel notwendig.

Behandlungsmöglichkeiten bei Haarausfall

Wird ein Nährstoffmangel bei Ihnen festgestellt, so haben Sie die Möglichkeit, in Abstimmung mit Ihrem Arzt, Ihre Speicher über die Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln und Ersatzpräparaten wieder aufzufüllen. Durch das vorsorgliche Achten auf Ihre Nährstoffspeicher und mögliche Veränderungen nach Start Ihrer Therapie, sollte einem gesunden Haarwachstum nichts im Wege stehen.

Diffuser Haarausfall ist ganzheitlich zu behandeln. Mittel zur Haarerhaltung bekämpfen lediglich die Symptome. Für einen langfristigen Therapieerfolg ist jedoch das Bereinigen der Problemursache entscheidend. Für eine erfolgreiche Therapie, müssen zunächst mögliche Ursachen diagnostiziert und behandelt werden. Die Art der Behandlung richtet sich dabei typischerweise nach dem jeweiligen Symptomen.

Im Kampf gegen Haarausfall haben sich auch Mittel mit den Wirkstoffen Minoxidil und Finasterid bewährt. Anzumerken ist, dass entsprechende Medikamente und Präparate primär auf das Abklingen der Symptome abzielen, nicht aber auf die Ursache. Das heißt: Nach dem Absetzen der Mittel kann der Haarausfall abermals auftreten. Diffuser Haarausfall ist deshalb nur langfristig zu bändigen, wenn neben der Beseitigung der Ursache auch der körpereigene Säuren-Basen-Haushalt im Therapiekonzept verankert ist.

Achten Sie auf eine ausgewogene Ernährung, bringen Sie Ihren Körper durch eine Entsäuerungskur wieder in Schwung und vermeiden Sie Stress. In vielen Fällen klingt der Haarverlust dann schon nach einigen Wochen wieder ab. Tritt keine Besserung auf, sollte ein Besuch bei einem Facharzt erfolgen. Damit können unerkannte Ursachen und ggf. ein vollkommener Haarverlust vermieden werden.

Kommen diese Maßnahmen allerdings zu spät und der Haarverlust ist bereits fortgeschritten, müssen Sie deswegen nicht verzagen - einen schönen Menschen entstellt nichts 😉 Sollten Sie sich mit dem Haarverlust jedoch nicht wohl fühlen, so bieten sich heute mit den Möglichkeiten zur Haartransplantation sowie der Meso- & PRP-Therapie eine Fülle von immer ausgereifteren Methoden, mit denen sich Haar wiederherstellen lässt.

Sobald die Ursache geklärt und der Auslöser für den diffusen Haarausfall erfolgreich therapiert ist, kann eine Haartransplantation erfolgen. Mit der sanften und schonenden Minimal-Einzelhaarverpflanzung von Haartransplantation Haindl werden die kahlen Stellen schrittweise wieder aufgefüllt. Das Ergebnis ist eine natürlich schöne Frisur mit Haaren, die ein Leben lang nachwachsen.

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