Morbus Addison ist eine seltene, aber schwerwiegende Erkrankung, die zu einer Nebenniereninsuffizienz führt und unbehandelt tödlich verlaufen kann. Die Nebennieren, die wie Kappen auf den Nieren sitzen, produzieren die lebenswichtigen Hormone Kortisol und Aldosteron. Ein Mangel dieser Hormone, ausgelöst durch Morbus Addison, äußert sich durch Symptome wie Braunfärbung der Haut, Erschöpfung und niedrigen Blutdruck.
Hyperpigmentierung bei Morbus Addison
Grundsätzlich kann Morbus Addison in jedem Lebensalter auftreten. Die Erkrankung ist einer der häufigsten Gründe dafür, dass es zu einer Schwäche der Nebennierenrinde kommt.
Die Nebennierenrinde produziert wichtige Hormone, darunter das Stresshormon Cortisol. Ist die Nebennierenrinde durch die Addison-Krankheit geschwächt, gerät der Hormonhaushalt im Körper durcheinander und kann einen Cortisolmangel verursachen. Cortisol ist für die Regulation von Stoffwechselprozessen verantwortlich, die dem Körper bei Bedarf Energie zur Verfügung stellen.
Es fährt den Blutdruck hoch, erhöht den Blutzuckerspiegel und aktiviert die Körperzellen. Es wirkt sich außerdem auf den Stoffwechsel von Knochen, Haut, Muskulatur und Bindegewebe aus und beeinflusst Appetit, Sexualtrieb und Psyche, etwa die Stressverarbeitung.
Aldosteron reguliert den Natrium- und Wasserhaushalt des Körpers und spielt damit eine entscheidende Rolle bei der Regulation des Blutdruckes und des Elektrolythaushalts.
Beim Morbus Addison handelt es sich um eine primäre Nebenniereninsuffizienz. Ursache ist die Erkrankung der Nebenniere selbst. In der Folge werden zu wenig Kortisol und Aldosteron vom Organ produziert. Ausgelöst wird Morbus Addison meist durch Autoimmunprozesse, die die Zellen der Nebennierenrinde allmählich zerstören.
Bei einer sekundären Nebenniereninsuffizienz ist der Kortisolmangel auf eine Störung der Hormon-Regulationszentren im Gehirn zurückzuführen - liegt also nicht in der Nebenniere selbst. Nach einer dauerhaften Einnahme hochdosierter Kortisonpräparate kann es unter Belastung zu einer vorübergehenden Nebennierenschwäche kommen. Hintergrund ist, dass sich die körpereigene Regulation von Kortisol erst wieder einpendeln muss.
Erste Symptome von Morbus Addison zeigen sich sehr spät. Viele der Beschwerden sind unspezifisch. Die Symptome können vor allem bei einer langsam voranschreitenden Form von Morbus Addison als Erschöpfungssyndrom (Fatigue) oder Alterserscheinungen fehlgedeutet werden.
Da sich die Symptome der Nebenniereninsuffizienz langsam entwickeln, unspezifisch sind und Labortests in der Anfangsphase keine verlässlichen Hinweise liefern, dauert es oft lange, bis ein Morbus Addison in Betracht gezogen wird. Typischerweise wird Morbus Addison erst in einer lebensbedrohlichen Addison-Krise diagnostiziert.
Zur Diagnose von Morbus Addison werden die Blutwerte der Salze Natrium und Kalium und der Hormone Kortisol und ACTH (adrenocorticotropes Hormon) untersucht. Im Rahmen eines sogenannten ACTH-Stimulationstests wird das Hypophysenhormon ACTH dem Körper von außen zugeführt und anschließend der Kortisolspiegel im Blut bestimmt. Steigt er an, ist die Nebenniere noch funktionsfähig, und die Ursache liegt sehr wahrscheinlich in der Hypophyse.
Die Therapie des Morbus Addison besteht - unabhängig von der Ursache - in der lebenslangen Einnahme der fehlenden Hormone. Zu Beginn erfolgt die Therapie mit Hydrokortison- oder Prednison-Tabletten, wobei die höchste Dosis immer morgens eingenommen werden sollte. Im schweren Krankheitsstadium, bei Durchfall oder Erbrechen kann das Kortison auch als Spritze in eine Vene oder einen Muskel verabreicht werden.
Die meisten Patientinnen und Patienten benötigen zusätzlich Fludrocortison, um die Ausscheidung von Natrium und Kalium zu normalisieren. Personen mit Morbus Addison sollten neben einer mit Hydrokortison gefüllten Spritze auch immer einen Patientenausweis mit sich führen, in dem die Erkrankung sowie Medikamente und Dosierungen aufgeführt sind.
Abgesehen von lebenslanger Einnahme von Hormonen können Erkrankte bei rechtzeitiger Behandlung ein normales Leben führen. Ein Berufswechsel ist in der Regel nur bei Tätigkeiten mit schwerer körperlicher Belastung oder in großer Hitze erforderlich.
Patienten, die unter Haarausfall durch Morbus Addison leiden, verlieren an Selbstbewusstsein und büßen durch die Erkrankung und den Haarschwund an Lebensqualität ein. Wichtig ist nun, dass Sie eine Diagnose stellen und die Behandlung einleiten lassen.
Dass es zu Haarverlust bei Morbus Addison kommt, basiert auf der Tatsache, dass Sie unter einem generellen Mangel an Hormonen leiden. Der Haarschwund durch Morbus Addison ist eine Folgeerscheinung, die sich aus dem Mangel an Hormonen ergibt und die nur durch die Ursachenbehandlung gestoppt werden kann.
In stressigen Lebenslagen schüttet ein gesunder Körper eine größere Menge Cortisol aus. Bei Morbus Addison Patienten bleibt die erhöhte Ausschüttung des Hormons aus, wodurch der Stresspegel stark ansteigt und Haarausfall begünstigt.
Die Steuerung der Hormone ist ein essenzieller Faktor für Ihren dichten und gesunden Haarwuchs. Im Anfangsstadium tritt der diffuse Haarschwund kaum merklich auf. Doch mit zunehmender Dauer des Addison Syndroms fällt Ihnen immer mehr Haar aus, was letztendlich ohne Diagnose zur Kahlköpfigkeit führt.
Durch die Therapie mit Hormonpräparaten können die Mängel ausgeglichen und gute Ergebnisse erzielt werden. Morbus Addison ist im eigentlichen Sinne nicht heilbar, wodurch die Einnahme von Medikamenten dauerhaft nötig ist. Ehe Sie eine Haartransplantation vornehmen lassen, sollte die medikamentöse Einstellung abgeschlossen sein.
Es gibt verschiedene Arten von Haarausfall, die unterschiedliche Ursachen haben können. Hier ein Überblick:
Es ist wichtig, die genaue Ursache des Haarausfalls zu ermitteln, um eine geeignete Behandlung einleiten zu können. Bei Verdacht auf Morbus Addison oder andere hormonelle Störungen sollte ein Arzt konsultiert werden.
Unser Körper reagiert unter Stress in einer Weise, wie es ihm schon zu Urzeiten zugutekam. Früher oder später ist die Funktion der Nebennieren dann erschöpft, es entsteht ein Adrenal fatigue syndrome (Adrenal fatigue). Die Ausschüttung von Cortisol unterliegt bei gesunden Menschen einer ausgeprägten Tagesrhythmik mit einem Maximum am Morgen und einem Minimum um Mitternacht.
Hält der Stress an und findet keine nachhaltige Stressreduktion statt, dann lässt im weiteren Verlauf die Produktion der Stresshormone (v.a. Cortisol) und Sexualhormone (v.a. DHEA) nach. Aber auch die Produktion von anderen Sexualhormonen (z.B. Progesteron) wird gedrosselt, weil die Nebennieren durch die ständige Überlastung zunehmend ermüden. Progesteronmangel ist ein häufiger Co-Faktor bei der Entstehung von Autoimmunthyreopathien wie Hashimoto-Thyreoiditis. Der Hormonhaushalt spielt also eine wichtige Rolle.
Im Vordergrund der Diagnostik stehen Speicheltests, um anhand der Bestimmung von Cortisol festzustellen, ob die Nebennierenrinde noch in der Lage ist, genügend Hormone zu produzieren. Meist wird ein Cortisol-Tagesprofil erstellt, um den zirkadianen Rhythmus des “Stresshormons” beurteilen zu können. Ergänzend kann mithilfe von Speicheltests auch die Konzentration von DHEA, dem Gegenspieler von Cortisol, ermittelt werden.
Die Bestimmung der Blutwerte ist eine weitere diagnostische Möglichkeit. Im Vordergrund steht die Messung von Cortisol, ACTH und DHEA-S. Da man für ein Tagesprofil eine Blutuntersuchung jedoch mehrere Male am Tag durchführen muss, wird in der Regel dem einfachen Speicheltest der Vorzug gegeben.
Die Behandlung von Haarausfall bei Morbus Addison zielt in erster Linie darauf ab, den Hormonmangel auszugleichen. Durch die Einnahme von Kortisol- und Aldosteron-Ersatzpräparaten kann der Hormonspiegel normalisiert und der Haarausfall gestoppt werden.
In einigen Fällen kann es auch sinnvoll sein, zusätzliche Maßnahmen zur Förderung des Haarwachstums zu ergreifen, wie z.B.:
Es ist wichtig, die Behandlung von Haarausfall bei Morbus Addison in enger Absprache mit dem behandelnden Arzt durchzuführen.
| Hormon | Funktion | Auswirkung bei Mangel |
|---|---|---|
| Cortisol | Regulation von Stoffwechselprozessen, Entzündungshemmung | Müdigkeit, Schwäche, niedriger Blutdruck, Gewichtsverlust |
| Aldosteron | Regulation des Natrium- und Wasserhaushalts | Dehydration, niedriger Blutdruck, Salzhunger |
| Androgene | Sexualhormone | Verlust der Schambehaarung (bei Frauen), Potenzprobleme (bei Männern) |
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