Trockenshampoo Sorten im Test: Welches ist das Beste für Sie?

Trockenshampoo kann die Haarpflege enorm bereichern und ist keineswegs nur für »Notfälle« am Morgen zu gebrauchen. Denn allzu häufiges Haarewaschen kann sensible Kopfhaut irritieren und für unterschiedliche Symptome verantwortlich sein. Trockenshampoo ist nicht pauschal milder, kann es aber sein. Um das beste Trockenshampoo für sich zu finden, muss man sich vorab über die Prioritäten bewusst werden: Möchte man ein Produkt für akuten oder prophylaktischen Einsatz?

Grundsätzlich ist Trockenshampoo für jeden Haartyp und jede Frisur geeignet. Es spielen aber mehrere Faktoren eine Rolle: So sollte man auf die Kopfhaut achten und Dry Shampoo meiden, wenn sie juckt und trocken ist. Allerdings dürfte sich dann auch kein Bedarf für Trocken-Shampoo ergeben. Möchte man Trockenshampoo nicht gegen überschüssiges Fett, sondern für mehr Volumen verwenden, sind Texturizing Sprays mit weniger absorbierenden Partikeln die bessere Wahl.

Entgegen der früheren Überzeugung, es müsse sich entweder um Magie oder eine »Chemiekeule« handeln, funktionieren Trockenshampoos sehr simpel: Sie bestehen lediglich aus einem ölabsorbierenden Puder und einem Verteilungsmechanismus. So ist auch die Inhaltsstoffliste der meisten Produkte dieser Kategorie überschaubar und vor allem: durchschaubar.

Die Inhaltsstoffe im Detail

Die Stärken werden einzeln oder auch in Kombination eingesetzt und sorgen so für eine individuelle Performance. Vereinzelt trifft man noch auf Trockenshampoo mit Maismehl (INCI: Zea Mays (Corn) Starch) oder Tapioca Starch, jedoch hat sich Reis offenbar als überlegen herauskristallisiert. Darüber hinaus ergänzen die Anbieter diese Basisfunktion um Styling- und Pflegekomponenten, beispielsweise Keratin oder Weizenprotein sowie Silica (Kieselsäure), um der Mähne mehr Substanz zu verleihen.

  • Reisstärke (INCI: Oryza Sativa (Rice) Starch): Der Trockenshampoo-Allrounder gilt als Liebling unter den eingesetzten Inhaltsstoffen. Sie absorbiert sehr gut, ist jedoch sichtbar weiß und kann auch nach dem Bürsten einen leichten Grauschleier hinterlassen.
  • Aluminiumsalz (INCI: Aluminum Starch Octenylsuccinate): Der moderne Baustein absorbiert gut, ist sehr fein und semi-transparent, hinterlässt somit weniger bis keine Rückstände und lässt sich weitestgehend ausbürsten.
  • Kieselsäure (INCI: Silica oder Silica Dimethyl Silylate): Vermag zwar auch leicht zu absorbieren, spendet in Trockenshampoos aber primär Volumen.

Immer als Medium zwischen Stärke und Treibgas enthalten ist Alkohol (Alcohol denat. oder SD-Alcohol). Der Geruch wird entsprechend mit reichlich Parfum überdeckt.

Anwendungsmethoden

Bei der Verteilungsmethode hat man nur wenig Auswahl: entweder Sprühflasche oder manuelles Verteilen mit Fingerspitzen oder Pinsel. In der Praxis ist die Dosierung durch ein Aerosol unschlagbar, gerade wenn es schnell gehen soll. Sprühflaschen verteilen das Pulver sorgfältig, flott und gleichmäßig. Die Treibgase werden ebenfalls in der Liste der Inhaltsstoffe aufgeführt, weil sie einen großen Teil des Volumens einnehmen (unter Druck komprimiert). Meistens findet man Butane, Isobutane und/oder Propane vor. Der Druck der getesteten Flaschen ist unterschiedlich, was bei der Anwendung zwar auffällt, aber das Ergebnis nicht merklich beeinflusst.

Dosierköpfe von Dry Shampoo scheinen überdurchschnittlich oft von Problemen betroffen zu sein. Sollte es bei Ihnen mal der Fall sein, unbedingt reklamieren - unabhängig vom Füllstand. Der Umwelt zuliebe ist die Wahl eines Streuers sicherlich vorzuziehen. Wenn es um das Risiko geht, die feinen Partikel einzuatmen, ist es stark von der Anwendung abhängig. Streut man das Produkt in die Hand und tupft es auf den Ansatz, kann man es weitestgehend vermeiden. Streut man jedoch direkt auf den Ansatz, bleiben die Partikel lange auf Kopfhöhe in der Luft. Anders als bei einer Spraydose werden sie nicht automatisch verwirbelt.

Um nicht nur pure Reisstärke zu verkaufen, mischen einige Hersteller unkonventionelle und nicht immer für Handhabung vorteilhafte Bestandteile mit unter. In unserem Update 2021 haben wir ergänzend Trockenshampoo zum Streuen und in zwei alternativen Verpackungskonzepten getestet. Alle haben gemeinsam, dass der Staubnebel in der Luft schwebt und zu einfach eingeatmet werden kann. Streuprodukte am besten erst in die Handfläche streuen, um sie anschließend mit den Fingern präziser dosiert in die Ansätze massieren.

Einen Kompromiss ohne Druck bieten einem Kunststoffflasche, die den feinen Puder durch Verwirbelung herauspusten. Der Druck ist nich so hoch wie unter Druck, es ist aber definitiv bequemer als ein Streuer. Man muss sehr vorsichtig arbeiten, um keine Rückstände einzuatmen. Es gibt darüber hinaus auch Puder oder mit Puder benetzte Papierblättchen, die man wie Löschpapier auf den Haaransatz anwenden kann.

Seit Kurzem bieten viele Hersteller auch Trockenshampoo als Schaum an. Ebenfalls in einer Druckflasche erhältlich erinnern die Schäume an Haarfestiger, sind jedoch nicht klebrig und deutlich leichter. Sie enthalten keine Filmformer, dafür aber eine kleinere Menge ölabsorbierender Stärken und Tenside, die zusammen mit dem enthaltenen Wasser tatsächlich einer leichten Haarwäsche entsprechen. Sie werden jedoch nicht ausgewaschen. Die Tensidmenge ist gering und in der Regel mild gewählt, sodass grundsätzlich nichts gegen diese Praxis spricht. Man sollte es aber bei einer Anwendung zwischen den Wäschen belassen. Das ist per se die passendere Einsatzform.

Viel eher eignet es sich, um den Pony aufzufrischen oder kleinere Partien zu behandeln, die vorzeitig fetten. Am besten macht man das prophylaktisch abends, um so die vollwärtige Haarwäsche um einen oder vielleicht auch zwei Tage hinauszuzögern. Für bereits fettiges Haar eigenen sich die Schäume aufgrund der eher kleinen Mengen an Stärke eher weniger. Sie schaffen es nicht eine größere Menge Talg zu absorbieren und könnten sogar strähniges Haar betonen. Es handelt sich daher nicht um eine Alternative zum Trockenshampoo-Spray, sondern eine interessante Ergänzung im planbaren Alltag. Sie trocknen die Kopfhaut weniger stark aus und hinterlassen kaum Rückstände.

Aufgrund der simplen Zusammensetzung kann man Trockenshampoo auch »selber machen« - oder einfach mal Reisstärke ausprobieren. Von anderen Mehlen wie Weizen, Roggen oder Mais raten wir ab, weil sie einerseits sichtbar bleiben können, andererseits aber auch zum Verklumpen neigen. Talkum bzw. Babypuder halten wir ebenso für eine weniger empfehlenswerte Option. In Ausnahmefällen ist es gewiss eine brauchbare Notlösung, langfristig ist die Absorption aber potenziell zu groß.

Am besten »lädt« man die Quaste eines großen Puderpinsels mit einer kleinen Menge Pulver, klopft es gut ab und arbeitet es Scheitel für Scheitel ein. Die Handhabung eines Trockenshampoos ist selbsterklärend. Den beiden Anwendungshinweisen »gut schütteln« und »aus 30cm Entfernung sprühen« sollte man für ein tadelloses Resultat unbedingt Folge leisten.

Man sprüht mit ausreichend Abstand auf die Haaransätze und arbeitet sich scheitelweise in zügigen Bewegungen vor. Anschließend muss den Pudern ein bisschen Zeit gegeben werden, um mit dem Öl in den Haaren zu reagieren. Sollte das Ergebnis zu stumpf oder gar noch leicht weiß erscheinen - unsere Empfehlungen sollten das vermeiden - kann man sich mit einem Glanzspray für das Haar behelfen.

»Trockensham­poo vorbeugend aufsprühen« - diese simple Info hat das Potenzial, den Alltag nachhaltig zu revolutionieren. Statt es als Notlösung für unangenehme Momente anzusehen, setzt man das Trockenshampoo strategisch ein und behält so die Kontrolle über die Haarpflegeroutine. Beim ersten Einsatz in noch frischem Haar (wir empfehlen frühestens den Folgetag der Wäsche) verspürt man eventuell noch ein wenig Unbehagen, erfreut sich aber sicherlich am ersten Vorteil: dem zusätzlichen Volumen und Griff. Vorbeugend shampooniertes Haar fettet nicht nur langsamer, sondern auch das Haargefühl wird im Laufe der Woche angenehmer als bei fettigem Haar, das eingesprüht wurde. Tipp: abends vor dem Schlafengehen sprühen und so Ärger um den weißen Schleier ersparen.

Durch den Einsatz von Trockenshampoo verändert sich das Wascherlebnis, denn Shampoo und Wasser schäumen mit den Rückständen weniger. Eine gründliche Reinigung ist hier natürlich wichtig, stellt einen aber vor keine nennenswerte Herausforderung. Durch den intensiven Einsatz von Parfum in Trockenshampoo ist die Wahl des richtigen Produktes nicht unwesentlich durch den Geruch beeinflusst. Schließlich hält der sich gerade im Haar hartnäckig und begleitet einen den ganzen Tag.

Eine andere Methode der Hersteller, um einem weißen Schleier bei dunklen Haarfarben entgegenzuwirken, ist ein breites Angebot getönter Trockenshampoos. Sie helfen nicht nur dabei, das Haar weniger fettig aussehen zu lassen, sondern können auch Ansätze kaschieren und die Haarpracht dichter wirken lassen. Langfristig haben die Nachteile jedoch überwogen, sodass sie mittlerweile davon abgekommen ist. Denn getönte Trockenshampoos haben einige Nachteile: Die passende Farbe zu finden ist nicht einfach - schlimmstenfalls muss man sich zwischen Farbe und Performance entscheiden. Außerdem färbt die Farbe schnell ab, etwa wenn man sich den Kopf anstößt oder nur mal am Kopf kratzt. In der Praxis stufen wir getönte Trockenshampoos daher als akut einsetzbares Produkt ein, das bei nächster Gelegenheit herausgewaschen werden sollte.

Wie bereits erwähnt ist Trockenshampoo simpel formuliert. Ob Naturkosmetik, Clean Beauty oder konventionelle Marken: die meisten setzen auf pflanzliche Stärken zur Absorption des überschüssigen Öls. Einige Produkte können auch synthetische Bestandteile für ein rückstandsloses, seidiges Finish enthalten. Silikone und Filmbildner sind eher eine Ausnahme und finden sich eher in Finishing-Produkten wie Haarspray (in unserem Trockenshampoo-Test enthält nur der Schaum Silikonöl). Problematischer für Gesundheit und Umwelt ist der großzügige Einsatz von Duftstoffen.

Deutlich besorgniserregender ist der Dosiermechanismus von Dry Shampoo: für eine sinnvolle, angenehme Distribution im Haar sind feine Nebel die bequemste und zuverlässigste Lösung. Dabei entstehen bei Druckflaschen feine Aerosole, die im Zusammenspiel mit den Mehlen und insbesondere Duftstoffen möglichst nicht in die Atemwege gelangen sollten. Die Hersteller weisen daher stets darauf hin, Trockenshampoo nur in gut durchlüfteten Räumen zu verwenden. Mit Produkten ohne Treibgas vermeidet man die feinen Tröpfchen, nicht jedoch eine Staubwolke.

Auf Nummer Sicher geht man, indem man ein Streu-Shampoo zunächst in die Hand kippt und anschließend in die Ansätze massiert. Damit büßt man jedoch deutlich Anwendungskomfort und durchaus auch Performance ein. Die Dosierung wird erschwert, sodass man mit Überschuss auch schnell juckende Kopfhaut erlangt. Bei Erkrankungen der Lunge, insbesondere Asthma, sollte man auf Trockenshampoo verzichten.

Im Oktober 2022 hat Unilever neben anderen Produkten auch eine Charge unseres Testsiegers freiwillig vom US-Markt zurückgerufen, weil eine erhöhte, nicht jeden grenzwertüberschreitende Menge Benzol (Benzen) entdeckt wurde. Der als krebserregend klassifizierte Stoff ist keine Beigabe, sondern entsteht unter anderem über Zeit auch in Druckflaschen (zuletzt ähnliches Problem bei Sonnenschutz zum Sprühen thematisiert worden). Die auffällige Menge ist per se nicht problematisch oder gar gesundheitsbedenklich gewesen, jedoch auffällig, sodass man vorsorglich handelte.

Produktempfehlungen

Hier sind einige Trockenshampoos, die im Test besonders gut abgeschnitten haben:

  • Tigi Bed Head Oh Bee Hive!: Absorbiert zuverlässig Fett aus dem Haaransatz, ohne unschöne Rückstände zu hinterlassen. Das Haar erhält Volumen, bleibt dabei griffig und lässt sich gut kämmen.
  • Garnier Fructis Invisible Trockenshampoo: Bietet unkomplizierte Auffrischung für zwischendurch. Die Flasche ist sehr kompakt, leicht und verursacht weniger Abfall. Im Haar bleiben kaum sichtbare Rückstände zurück.
  • Alterra Trockenshampoo Bio-Zitronengras (Rossmann): Pumpflasche, die nachfüllbar ist.
  • Balea Kopfhaut Sensitive Trockenshampoo: Gute Performance zu einem fairen Preis.
  • Genuine Fresh Up Trockenshampoo: Hinterlässt das Haar seidig - wie frisch geföhnt.

Auch wenn es für einige unappetitlich klingen mag: Es hat viele Vorteile, wenn man sich seltener die Haare wäscht. Nicht nur spart es Zeit und Mühe, sondern man tut auch seinem Haar und der Kopfhaut etwas Gutes. Gerade langes oder brüchiges Haar sollte vor der starken Beanspruchung, die häufige Haarwäsche mit sich bringt, geschont werden.

Hier gibt es eine Tabelle mit den getesteten Trockenshampoos und ihren Eigenschaften:

Produkt Eigenschaften Besonderheiten
Tigi Bed Head Oh Bee Hive! Absorbiert Fett, Volumen Hinterlässt keine Rückstände
Garnier Fructis Invisible Auffrischend Kompakte Flasche
Alterra Bio-Zitronengras Pumpflasche Nachfüllbar
Balea Kopfhaut Sensitive Gute Performance Fairer Preis
Genuine Fresh Up Seidiges Haar Wie frisch geföhnt

Die Besten Trockenshampoo Test - (Top 5)

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