Mittelohrentzündung: Haare waschen – ja oder nein?

Wer schon einmal eine akute Ohrenentzündung hatte, weiß: Sie ist schmerzhaft! Oft hört man von der Mittelohrentzündung. Spürt man einen Druck, der nicht weggehen will, sollte man zum HNO-Arzt. Der Gehörgang oder auch nur ein Teil davon könnte sich entzündet haben.

Die Mittelohrentzündung wird oft durch einen Atemwegsinfekt ausgelöst. Hierbei schwellen die Schleimhäute an und blockieren die Ohrtrompete. Diese Blockade führt zu einem Unterdruck im Mittelohr, in dem sich entzündliche Flüssigkeit ansammeln kann. Solange diese Schwellung besteht und die Ohrtrompete blockiert ist, kann die entzündliche Flüssigkeit auch nicht wieder abfließen. Ein Teufelskreis.

Viele Betroffene fragen sich, ob sie trotz einer Mittelohrentzündung die Haare waschen dürfen. Hier sind einige wichtige Informationen und Tipps:

Erste Hilfe bei Ohrenschmerzen - HNO Ratgeber Dr. Draws

Darf man bei einer Mittelohrentzündung die Haare waschen?

Bei einer Mittelohrentzündung ist es wichtig, den Eintritt von Wasser ins Ohr tunlichst zu vermeiden - eine große Herausforderung beim Haare waschen! Du darfst ganz normal duschen gehen. Pass halt etwas mehr auf und lehn dich weiter zurück beim Haare waschen. Dann rinnt auch kein Wasser rein. Ist nicht schlimm wenn etwas Wasser ins Ohr kommt. Solang das Trommelfell noch intakt ist ist es eh egal, und selbst wenn das Trommelfell beschädigt sein sollte, wäre ein bisschen Wasser nicht schlimm. Nur beim Schwimmen müsste man dann vorsichtig sein und sollte nicht tauchen.

Einige Tipps, um das Ohr beim Haarewaschen zu schützen:

  • Ich würde einfach Watte vorsichtig und nicht zu tief ins Ohr machen.
  • Du kannst auch so duschen, ohne die Haare zu waschen & dann kopfüber die Haare waschen.
  • Wenn das Trommelfell durch die Mittelohrentzündung beschädigt ist, empfiehlt es sich auch beim Duschen bzw. Haare waschen Ohrenstöpsel oder mit Vaseline versetzte Watte als Schutz zu nutzen, damit keine Seife in den Gehörgang gelangt.
  • Ich empfehle daher, beim Duschen und Haare waschen, sich einen Plastikbecher über das betroffene Ohr zu stülpen und sich mit der anderen Hand (Gegenarm überkopf!) oder durch einen Helfer die Haare auf diese Art zu waschen.

Achtung! Wichtig ist, wegen möglicher Splittergefahr: Kein Glas, sondern Plastik verwenden!

Es gibt klassische Anzeichen für eine Ohrenentzündung: Der stechende Schmerz im Ohr. Dazu hören die Betroffenen schlechter, spüren eine Schwellung am Ohr. Das ist beim Hinlangen auch oft feucht bis nass.

Bei individuellen Fragen und Unsicherheiten sollte man immer einen Arzt konsultieren.

Einige Patienten empfinden eine Wärmebehandlung mit Rotlicht, einem Traubenkernkissen oder einem Säckchen mit abgekochten Zwiebeln als angenehm. Das bewirke laut Preyer leider eher das Gegenteil. Die Wärme würde die Entzündung noch weiter ankurbeln und das Trommelfell schneller zum Platzen bringen.

Während einer Mittelohrentzündung ist ein Druckausgleich nicht möglich. Das macht Fliegen nicht nur schmerzhaft, sondern auch gefährlich. Denn vor allem bei Start und Landung kommt es zu großen Druckunterschieden. Dabei kann das Trommelfell reißen. Betroffene berichten von einem Schlag oder Knall.

Der kann bei Bedarf die Belege im Gehörgang abtragen, abschwellende Nasensprays und Schmerzmittel verschreiben. Bei Kontrollterminen wird getestet, wie das Ohr während oder nach der Behandlung wieder Druck ausgleichen kann. Außerdem testen Ärzte, inwieweit sich das Gehör wieder erholt. Das Hörvermögen kann auch beeinträchtigt bleiben.

Weitere Tipps zur Ohrenpflege

Neben dem Schutz der Ohren beim Haarewaschen gibt es noch weitere wichtige Aspekte der Ohrenpflege:

  • Ohrenschmalz: Ohren reinigen sich im Grunde selbst. Wer zu viel und vor allem zu tief eingreift, riskiert Entzündungen im Ohr.
  • Reinigung der Ohrmuschel: Dieses können Sie dann am besten mit einem mit lauwarmem Wasser angefeuchteten weichen Lappen oder Kosmetiktuch entfernen. Unter der Dusche beim Haarewaschen lässt sich die Haut in und hinter der Ohrmuschel auch mit Wasser und dem Finger reinigen.
  • Trockene Ohrmuscheln: Trockene Ohrmuscheln, die vielleicht sogar jucken, werden durch ein paar Tropfen Mandel-, Oliven- oder Babyöl wieder geschmeidig. Massieren Sie das Öl einfach sanft in die Haut ein.

Wichtig: Die Reinigung der Ohren sollte sich nur auf den Bereich der Ohrmuschel beziehen. Der Eingang zum Gehörgang ist tabu. Das gilt insbesondere für die Verwendung von Wattestäbchen: Sie dürfen nicht in den Gehörgang geschoben werden, weil sie das Trommelfell verletzen können.

Bei hartnäckigem Ohrenschmalz, das das Ohr verstopft, kommen bestimmte Ohrentropfen oder Ohrensprays zum Einsatz. Diese sogenannten Cerumenolytika weichen das Ohrenschmalz auf, sodass es leichter aus dem Ohr fließen kann. In der Praxis haben sich diese Cerumenolytika bewährt. Sie sorgen dafür, dass sich das Ohrenschmalz leichter entfernen lässt.

Menschen, die zu einer Überproduktion von Ohrenschmalz neigen oder das Gefühl haben, dass sich bei ihnen ein Pfropf im Gehörgang bildet, der das Hören erschwert, sollten sich bei einem Hals-Nasen-Ohren-Arzt vorstellen. Er kann festsitzendes Ohrenschmalz professionell entfernen.

Badeotitis: Auch unabhängig von einem Schwimmbadbesuch ist es hilfreich die Ohren nach dem Haarwaschen zu föhnen. Die wichtigste Maßnahme ist, dass kein Wasser mehr in den Gehörgang kommt, so dass das betroffene Ohr quasi abtrocknen kann. Das Wichtigste ist es nach dem Baden nach Möglichkeit sämtliche Feuchtigkeit aus den Ohren zu entfernen. Dabei hilft das berühmte Springen auf einem Bein mit dem Ohr nach unten genauso wie das Föhnen der Gehörgänge mit lauwarmer Luft.

Behandlung der Mittelohrentzündung

Die Grundbehandlung einer akuten Mittelohrentzündung besteht aus Bettruhe sowie der Gabe von entzündungshemmenden Schmerzmitteln (Antiphlogistika). Gegebenenfalls werden auch fiebersenkende Medikamente verabreicht. Abschwellende Nasentropfen und -sprays dienen der besseren Belüftung, wenn die Mittelohrentzündung in Folge eines Schnupfens aufgetreten ist.

Die Verschreibung von Antibiotika bei bakteriell bedingter Mittelohrentzündung ist nach wie vor weit verbreitet. Mittel der Wahl ist ein Breitbandantibiotikum, das gegen viele verschiedene Erreger wirkt.

Bei anhaltendem Fieber, starken Schmerzen und Wölbung des Trommelfells ohne Rissbildung kann der HNO-Arzt zur Wiederherstellung der Mittelohrbelüftung eine Parazentese erwägen.

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