Schuppen bei Pferden: Ursachen und wirksame Mittel

Die Haut des Pferdes ist ein großes und wichtiges Organ, welches eine Vielzahl an Aufgaben übernimmt: Die Haut ist Aufprallschutz, Klimaanlage und Wärmedämmung. Sowohl im Winter als auch im Sommer wird die Haut so gut wie täglich beansprucht. Bei all diesen Aufgaben ist es kein Wunder, dass kaum eine Pferdehaut auf Dauer unversehrt bleibt.

Schuppen entstehen, wenn größere Verbände abgestorbener Hautzellen abgestoßen werden. Wie bei uns Menschen gibt es auch bei Pferden eine genetische Prädisposition zur Schuppenbildung.

Dieser Artikel beleuchtet die verschiedenen Aspekte von Schuppenbildung bei Pferden, von den möglichen Ursachen bis hin zu den Behandlungsansätzen und vorbeugenden Maßnahmen.

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Ursachen von Schuppenbildung bei Pferden

Auslöser für Schuppenbildung können aber unter anderem auch Stress, Hormonschwankungen, falsche oder übertriebene Pflege oder auch Nährstofffehlversorgungen sein. Letztere würde ich mir genauer anschauen, wenn das Problem insbesondere im Fellwechsel auftritt.

Es gibt verschiedene Ursachen, die die Entstehung von Mauke begünstigen:

  • Nässe, Matsch, Sand, hautirritierende Pflanzen oder Einstreu
  • Langer Fesselbehang
  • Unpigmentierte Haut
  • Schlechte Stall - oder Weidehygiene
  • Bakterien: z.B. Staphylococcus aureus, Dermatophilus congolensis
  • Pilze: Trichophyton equinum
  • Milben: Chorioptes spp., Herbstgrasmilben
  • Vaskulitis (Entzündung der Gefäße)
  • Photosensibilität (Allergische Reaktion)
  • chronisch progressives Lymphödem (bei Kaltblütern)

Meistens sind die primären Ursachen matschige Weiden oder Paddocks, die die Haut aufweichen und reizen, sodass kleine Risse entstehen. Sekundär können dann Bakterien, Pilze und Parasiten die Hautläsionen besiedeln und es kommt zu Entzündungen der Haut.

Weitere Faktoren, die die Haut zusätzlich mürbe machen, sind:

  • Pferde, die immer eingedeckt werden und ihre Haut nie richtig „atmen“ kann
  • Ställe, die zu stark beheizt sind

Zudem begünstigen einige Faktoren, dass die Haut zusätzlich mürbe wird, z.B. wenn Pferde immer eingedeckt werden und ihre Haut nie richtig „atmen“ kann oder die Ställe zu stark beheizt sind.

Wenn dein Pferd auf einem trockenen und sauberen Boden steht und trotzdem Mauke entsteht, kann ein geschwächtes Immunsystem die Ursache für die Infektion sein. Stresssituationen wie z.B. ein Stallwechsel oder eine falsche Fütterung belasten ebenfalls das Immunsystem.

Eine mangelhafte Pflege und Hygiene, feuchte Umgebung und eine Stallhaltung auf engem Raum mit viel Kontakt zu anderen Pferden begünstigen einen Parasitenbefall. Wenn dein Pferd bereits ein geschwächtes Immunsystem vorweist, haben die Parasiten leichtes Spiel, sich im Fell einzunisten.

In medizinischen Fachbüchern findet man kaum etwas über Raspe, meist taucht es lediglich als Sonderform von Mauke auf. Aber im "Handbuch Pferdepraxis" (Enke Verlag) habe ich unter "Metatarsale Keratose" die Beschreibung einer Erkrankung gefunden, die zu Raspe passen würde. Es steht dort, dass die Ursache unbekannt und dass es nicht heilbar sei - lediglich Symptome könnten verbessert werden.

Die Informationen in der Literatur sind also sehr mager. Die Veranlagung scheint genetisch zu sein. Meist tritt das Problem erst auf, wenn das Pferd ausgewachsen ist. Sehr, sehr häufig leiden diese Pferde unter Milbenbefall. Ob Milbenbefall jedoch immer der alleinige Auslöser ist, ist fraglich.

Hyperkeratose und Seborrhö

Unter einer Hyperkeratose versteht man eine übermäßige Verhornung der Haut. Dafür kann es viele verschiedene Gründe geben. Zu einer zu schnellen Zellneubildung kann es z.B. durch chronische Belastungen kommen. Die Haut versucht, sich durch stärkere Verhornung vor der Belastung zu schützen.

Unter Seborrhö versteht man eine Schuppenbildung durch übermäßig schnelle Neubildung der Keratinozyten (also Zellen in der Basalschicht).

Fütterung und Schuppenbildung

In den Diskussionen um dieses Krankheitsbild geht es immer wieder um die Fütterung. Und da geht es vor allem darum, was diese Pferde NICHT fressen sollten. Tatsächlich scheint es oft so, als würden betroffene Pferde auf bestimmte Futtermittel mit Verschlechterung der Symptome reagieren. Und ich möchte es auch nicht ausschließen, dass das so ist.

Nur ist es wirklich sehr, sehr schwierig, da eine schlüssige Linie zu finden, was das Problem wohl schlechter machen könnte. Mir wurde schon erzählt, dass Pferde auf Heucobs, Möhren, Luzerne, bestimmte Sorten getreidefreies Müsli, jegliches Mineralfutter und einigen anderen Dingen reagieren würden.

Vielfach wird auch gesagt, betroffene Pferde dürften nichts "synthetisches" bekommen und die Gabe von "Industriefutter" wäre die Ursache des Problems.

Allem voran wird momentan gesagt, man dürfe kein Futter mit Biotinzusatz geben, weil Biotin zu vermehrter Keratinproduktion führen würde und das würde also die Hyperkeratose verschlimmern.

Aber ich denke, wenn man über das oben Geschriebene etwas nachdenkt, dann sieht man, dass eine Hyperkeratose sicherlich andere Ursachen hat als die Zufuhr von Biotin. Es gibt auch in der Literatur keinerlei Hinweise darauf, dass Biotin bei Mensch oder Tier zu Hyperkeratose führen könnte.

Und ich möchte zu Bedenken geben: Individuelle Beobachtungen können sehr täuschen! Denn meist wird ein Futtermittel dann gewechselt, wenn man das Gefühlt hat, dass das bisherige nicht passt. Heißt also: Da lief schon vor dem Futterwechsel etwas nicht so rund. Darum gibt man dann ein neues Futter. Und wenn die Sache dann noch schlechter wird, dann meint man, nun wäre das neue Futter schuld.

Hat man also ein Futter gefunden, das eigentlich passen sollte, so tut man gut daran, dies erst einmal auch längerfristig zu geben, denn Verschlechterungen können viele Gründe haben. Natürlich kann und sollte man bei der Auswahl umsichtig vorgehen. Denn wie gesagt: Wir alle haben das Gefühl, die Pferde könnten auf bestimmte Dinge reagieren, wissen aber nicht genau, worauf.

Recht positiv wirken sich häufig Produkte mit Seealgen aus. Hier gilt jedoch zu beachten: Seealgen enthalten sehr viel Jod und müssen darum sehr vorsichtig dosiert werden. Auch verschiedene Kräuter können sich positiv auf die Hautgesundheit auswirken. Als Kombi-Produkt aus Seealgen, Spirulina, Lecithin, Kieselerde, Kräutern und Samen bieten sich die Herbasalin Wellnesshappen als Futterergänzung an.

Das Mineralfutter sollte gut zum Heu passen und der Eiweißbedarf sollte gedeckt sein. Aber auch nach recht vielen Jahren in denen ich viele Pferde mit Raspe betreue, muss ich leider schreiben: Es gibt kein Mineralfutter, dass "gegen" Raspe gefüttert werden kann. Auch hier gilt: Man bekommt Raspe nicht weggefüttert.

Symptome und Diagnose

Eine Mauke erkennst du bereits im Frühstadium an Hautrötungen im Fesselbereich. Oft tritt dieses erste Symptom mit kahlen, krustigen Stellen auf und der betroffene Fesselbereich wirkt geschwollen. Bei einer fehlenden Behandlung kann die Mauke chronisch werden.

Einen Parasitenbefall erkennst du an weißen Nissen und bräunlichen Haarlingen im Fell. Die Parasiten zeigen sich meist bei Bewegung und Erwärmung deines Pferdes. Klopfe eine benutzte Bürste über einem weißen Tuch aus, wenn du die Vermutung hegst, dass dein Pferd von Parasiten befallen ist.

Kleine, kreisrunde und haarlose Stellen überall auf der Pferdehaut deuten auf eine Hautpilzerkrankung hin. Die Pilzinfektion wird im Anfangsstadium nicht immer gleich erkannt, da die ersten Symptome sehr unauffällig sind. Viele Pferdebesitzer erkennen die Hautpilzerkrankung erst dann, wenn sich das Fell an den betroffenen Stellen gleich büschelweise herausziehen lässt.

Es werden 3 Formen der Mauke unterschieden:

  • Milde Form 🡪 häufigste Form mit haarlosen Stellen, Rötungen, Juckreiz, ggf. Schmerzhaft
  • Exsudative Form 🡪 feuchte entzündlich-krustige Hautdefekte, Fellverlust, Juckreiz und Schmerzhaftigkeit
  • Chronisch Proliferative Form 🡪 auch bekannt als (chronische) Warzenmauke oder Raspe, häufig beim Kaltblut, Hautwucherungen, Elefantenhaut

Erkennen kann man Mauke an den folgenden Symptomen:

  • Rötung der Haut
  • Schuppen
  • Wunde / rissige Haut
  • Krusten und Schuppen
  • Fellverlust
  • Juckreiz
  • Schmerzhaft / Berührungsempfindlich
  • Schwellung der Gliedmaße
  • Schmutz und Hautschuppen bilden Krusten
  • Krusten in der Fesslbeuge
  • Hautveränderungen am Hinterbein
  • Geschorene Beine die mit „Pferdeerde“ behandlet werden

Behandlungsmöglichkeiten

Bei der tierärztlichen Untersuchung sind die Anamnese, also der bisherige Krankheitsverlauf, die klinische Untersuchung sowie weitere diagnostische Maßnahmen wie z.B. Abklatschpräparate, Abstriche, Fellproben oder Biopsien entscheidend für die Therapie. Je nach Schweregrad der Erkrankung wird eine lokale Therapie aus Waschung und Salbe gewählt. In besonders schweren Fällen ist auch mal eine systemische Behandlung nötig.

Beginne so früh wie möglich mit der Behandlung der Scheuerstellen und der Bekämpfung der Parasiten, damit dein Pferd nicht unnötig gestresst wird. Widerhole die Behandlung regelmäßig. Durch spezielle Waschmittel werden häufig nur die lebenden Parasiten entfernt. Deren Nissen bleiben jedoch im Fell zurück. Gib außerdem auch deine Kleidung nach dem Kontakt mit einem parasitenbefallenen Pferd sofort in die Waschmaschine. Andernfalls besteht das Risiko, dass sich die Parasiten in der Kleidung festsetzen und ggfs. auf andere Pferde übertragen werden können.

Die Behandlung von Hautpilz kann sehr langwierig sein und viel Geduld von dir fordern. Verwendung von Fungiziden, die den Pilzsporen den Nährboden entziehen, so dass sich diese nicht weiter auf der Haut ausbreiten und vermehren. Nutze bevorzugt natürliche Mittel wie Obstessig oder Teebaumöl. Wasche dein Pferd gründlich etwa 3 Wochen täglich mit der Mischung.

Was hilft am besten gegen Mauke? Die Behandlung der Mauke besteht darin, die Ursachen weitestgehend abzustellen, d.h. das Management verbessern und die betroffenen Hautstellen je nach Befund zu behandeln.

Generell gilt: Die betroffenen Hautstellen sollten sauber und trocken gehalten werden. Betroffene Tiere möglichst nicht auf matschigen, sandigen Boden stellen. Erst auf die Weide stellen, wenn der Morgentau getrocknet ist. Stallhygiene optimieren (trockene Einstreu, regelmäßig misten). Behang kürzen. Krusten entfernen. Waschung mit z.B. Chlorhexidin oder Benzylperoxid (1. Woche 1x tgl. 10 min einwirken, danach 2-3x/Woche), anschließend die Beine gut abtrocknen! Behandlung mit Tierarzneimittel nach tierärztlicher Diagnose. Pflegende Produkte wie z.B. Niemöl-Shampoo oder „Pferdeerde“ können unterstützend verwendet werden.

Fütterung zur Unterstützung der Hautgesundheit

Grundsätzlich sollte darauf geachtet werden, dass eine ausreichende Nährstoffversorgung mit Zink, Biotin und Vitamin A sowie den Aminosäuren Methionin, Tryptophan und Lysin gegeben ist. Hierbei ist darauf zu achten, dass Zn-Oxid schlechter verstoffwechselt wird als Zn-Chlorid, Zn-Sulfat oder Zn-Chelat. Ein Blutbild kann helfen, die Versorgung mit Spurenelementen zu überprüfen.

Wenn hier alles stimmt, kann die Ration des Pferdes mit den oben genannten Futtermitteln schrittweise ergänzt werden.

Kaum ein Kraut eignet sich so hervorragend um Schuppen zu bekämpfen wie Brennnessel. Der Grund ist auf die adstringierende (= zusammenziehende) und gleichzeitig feuchtigkeitsspendende Wirkung der Brennnessel zurückzuführen. Kein Wunder also, dass der hochkonzentrierte Brennnesselextrakt im CXEVALO Fellpflegespray schon vielen Pferden zu schuppenfreiem Haar verholfen hat.

Pflegetipps und Vorbeugung

Nutze die Zeit beim Putzen, um die Haut auf Verletzungen, Schuppen, Rötungen oder Pusteln zu untersuchen. Um die Durchblutung der Haut zu fördern, kann man Elemente der Pferdemassage in die tägliche Putzroutine einbauen. Generell gilt: Putze nicht zu viel, aber auch nicht zu wenig. Ein übermäßiges Bürsten des Fells kann den natürlichen Fettfilm auf der Haut ebenso zerstören wie zu häufige Pferdewäschen.

Jedes Pferd sollte eigenes Putzzeug und Reitzubehör besitzen. Wähle die Fell- und Hautpflegemittel entsprechend des Hauttyps deines Pferdes aus.

Verzichte weitestgehend auf Pflegesprays (z.B. Fellglanzsprays), da diese auf Dauer den natürlichen pH-Wert der Haut aus dem Gleichgewicht bringen und langfristig den Säureschutzmantel zerstören. Die tägliche Fell- und Mähnenpflege mithilfe von Bürsten reicht in der Regel aus.

Um die Schuppen bei deinem Pferd in den Griff zu bekommen brauchst du gar nicht viel. Eine Mähnenbürste, den CXEVALO Fellpflegespray und ein klein bisschen Geduld: das sind die richtigen Zutaten.

Teile nun das Mähnenhaar in der Mitte ab und klappe einen Teil des Langhaars nach links, den anderen Teil nach rechts. Nun sollte die Haut am Mähnenkamm sichtbar werden. Sprühe eine Sprühstoß Fellpflegespray direkt auf die Haut und massiere den Spray kurz ein. Nun am Mähnenkamm ca. 3-5cm nach unten wandern, und die Anwendung wiederholen, bis du den gesamten Mähnenkamm fertig behandelt und am Ende der Mähne angekommen bist.

Lass den Spray nun ein paar Minuten einwirken. Die gelösten Schuppen musst du nun nur noch herausbürsten. Dazu das Mähnenhaar mehrmals ganz intensiv vom Ansatz her durchbürsten. Beachte: nur wenn du die Schuppen nach der Anwendung wirklich ausbürstest, wirst du am nächsten Tag schon ein beeindruckendes Ergebnis sehen. Wenn du die Schuppen nicht ausbürstest wird es ein paar Tage dauern, ehe sie von selbst abfallen und verschwinden.

Genau gleich kannst du selbstverständlich auch bei Schuppen an der Schweifrübe oder am restlichen Pferdekörper vorgehen.

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