Mittel gegen Haarausfall für Frauen: Was hilft wirklich?

Ob genetische Veranlagung, hormonelles Ungleichgewicht oder Stress: Die Ursachen für Haarausfall sind vielfältig und betreffen zahlreiche Menschen, Männer wie Frauen. Viele freiverkäufliche Mittel versprechen Abhilfe bei Haarausfall. Doch was bringen sie wirklich?

Etwa hundert Haare verlieren wir täglich, das ist ganz normal und kein Grund zur Beunruhigung. Gegen den Kahlschlag auf dem Kopf versprechen viele Mittel Abhilfe. Doch wirklich hilfreich sind nur wenige.

Tritt der Haarausfall vorübergehend oder sogar dauerhaft auf, ist es ratsam, Tipps und Rat bei einem Dermatologen oder einer Dermatologin einzuholen. Diese Haarspezialisten können aus wilden Spekulationen klare Ursachen machen und die bestmöglichen Behandlungsmöglichkeiten vorschlagen. Denn es gibt durchaus Mittel und Wege, um den Haarausfall zu bremsen und das Haarwachstum zu unterstützen.

Neuerdings gibt es sogar in der Drogerie erste Mittelchen, die bei Haarausfall das Haarwachstum zu unterstützen und anzuregen.

Stiftung Warentest: Das ernüchternde Ergebnis

Stiftung Warentest hat für stern.de die freiverkäuflichen Präparate unter die Lupe genommen und bewertet. Für die Bewertung sichteten Arznei­mittel-Expertinnen und -Experten Unter­suchungen zu Wirk­samkeit und Risiken der verwendeten Wirk­stoffe. Das ernüchternde Ergebnis: Ohne Einschränkung ist kein Wirkstoff zu empfehlen.

Wer Haar­ausfall stoppen will, sollte zunächst die Ursache aufspüren. Neben anla­gebedingtem Haar­ausfall können auch Krankheiten, Medikamente, Hormon­schwankungen während der Wechsel­jahre, Mangel­ernährung oder Stress Auslöser sein. Diese Haar­verluste sind oft vorüber­gehend, der Haar­wuchs stellt sich irgend­wann wieder ein. Kreis­runder Haar­ausfall beruht vermutlich auf einer Auto­immunkrankheit - eine Fehlre­aktion der körper­eigenen Abwehr.

Wirkstoffe im Überblick

Minoxidil

Die besten Tipps gegen Haarausfall | Dr. Johannes Wimmer

Am ehesten helfen noch Produkte mit Minoxidil. Frauen sprechen nach diesen Ergebnissen besser auf den Wirkstoff an, bei ihnen genügen schon geringere Mengen an Minoxidil. Minoxidil kann den Haarausfall verlangsamen, sodass sich eine Glatze nur verzögert ausbildet und regt zudem den Haarwuchs wieder an. Ein kosmetisch akzeptables Ergebnis findet sich allerdings nur bei etwa 10 bis 20 von 100 Behandelten. Wird das Mittel weggelassen, setzt der Haarausfall unvermindert wieder ein.

Der Wirkmechanismus von Minoxidil bei Haarausfall ist nicht genau bekannt. Möglicherweise wird die Haarwurzel besser durchblutet. Denkbar ist auch, dass die Neubildung von Blutgefäßen gefördert wird, wodurch diese durchlässiger werden und mehr Wachstums-Faktoren im Gewebe vorhanden sind. Beides kommt auch dem Wachstum der Haarwurzel zugute.

Bei etwa einem von hundert Behandelten kann die Haut an der Stelle, an der das Mittel aufgetragen wurde, jucken, schuppen, sich röten oder entzünden. Minoxidil kann sich eventuell nachteilig auf Herz und Kreislauf auswirken, was insbesondere bei einer Langzeitbehandlung bedeutsam ist. Wenn das Mittel den Blutdruck senkt und Brustschmerzen, Schwindel, Schwächegefühl auftreten oder sich der Herzschlag beschleunigt, sollte die Behandlung abgebrochen werden. Bei bis zu einem von 1000 Behandelten können sich auch an anderen Körperstellen vermehrt Haare bilden (zum Beispiel im Gesicht).

Minoxidil darf bei Männern nur im Alter zwischen 18 und 49 Jahren angewendet werden.

Minoxidil wird auch als blutdrucksenkendes Mittel eingesetzt. Wenn Sie es dafür bereits angewendet und nicht vertragen haben, sollten Sie es auch als Haarwasser nicht einsetzen.

17-alpha-Estradiol

Wie wirkt der Wirkstoff? 17-alpha-Estradiol gehört zu den Östrogenen, wirkt aber nur sehr schwach hormonell. Es hemmt vielmehr das Enzym 5-alpha-Reduktase. Durch dieses entsteht aus dem männlichen Geschlechtshormon Testosteron das wirksamere Dihydrotestosteron. Dieses ist bei Männern und Frauen gleichermaßen vorhanden und kann den Haarwuchs an den Haarwurzeln behindern und so Haarausfall fördern.

Bisher ist die therapeutische Wirksamkeit von 17-alpha-Estradiol bei Haarausfall aber nicht ausreichend nachgewiesen. Die Mittel mit diesem Wirkstoff sind deshalb wenig geeignet. Der Alkoholanteil in dem Haarwasser kann dazu führen, dass die Kopfhaut sich rötet und brennt. Bei Kindern und Jugendlichen bis 18 Jahre sollten Sie die Mittel nicht anwenden.

Koffein

Auch angerende Caffeine (Koffein) sind in der Mixtur enthalten. Sie wirken stimmulativ auf die Haar-Follikel, regen die Blutzirkulation der Kopfhaut an, was die Haarwurzeln besser mit Nährstoffen versorgt. Koffein soll zusätzlich die Wachstumsphase der Haarwurzeln verlängern.

Aminexil

Es wird angenommen, dass der Wirkstoff Aminexil eine vasodilatierende Wirkung auf die Blutgefäße in der Kopfhaut hat, was bedeutet, dass es die Durchblutung in diesem Bereich fördert und so die Arbeit der Haarfollikel anregt. Dies soll dazu beitragen, den Haarausfall zu reduzieren oder das Haarwachstum zu fördern.

Arginin

Arginin ist eine Aminosäure, die in vielen biologischen Prozessen im Körper eine wichtige Rolle spielt. Es gibt einige Hinweise darauf, dass Arginin auch positive Auswirkungen auf die Kopfhaut und das Haarwachstum haben kann. So sollen auch Arginine die Durchblutung fördern und die Produkton von Keratin im Haar anregen, sodass die Haare gestärkter nachwachsen.

Produktempfehlungen und Tipps

Das Haarwachstum anzuregen, ist kein Hexenwerk. Wenn man denn die richtigen Mittelchen kennt!

Anti-Haarverlust-Serum von L'Oréal

Im Anti-Haarverlust-Serum von L'Oréal sind anregende Wirkstoffe enthalten: Aminexil, Caffeine und Arginin.

In einer Kur von sechs Wochen sollten drei Flaschen des Haar-Serums angewendet werden. Im besten Fall wird die flüssige Mixtur abends auf die Kopfhaut aufgetragen und einmassiert, sodass die Haarpflege über Nacht einwirken kann.

Aufgrund von Menthol, Parfum und Alkohol in der Formulierung wird das Serum spürbar auf der Kopfhaut. Ein frischer, süßlicher Duft und ein leichtes Kribbeln breiten sich nach dem Auftragen auf die Kopfhaut aus.

Nach mehreren Wochen wirkt das Haar in unserem Test dichter, gesünder und glänzender. Unser Fazit: In Kombination mit Kopfhautmassagen kann daraus eine wirksame Methode gegen ersten Haarausfall werden.

Coffein-Shampoo Grüner Kaffee von Alverde

Das Coffein-Shampoo Grüner Kaffee hat die Aufgabe, feines und dünner werdendes Haar zu kräftigen und mit mehr Volumen auszustatten. Unter den Inhaltsstoffen sind Coffein und Menthol dafür zuständig, die Haarwurzeln zu aktivieren. Auf diese Weise soll das Shampoo von Alverde sogar gegen altersbedingten Haarausfall ins Feld ziehen.

Punkten kann das Shampoo schon mal damit, dass es sich um eine NATRUE-zertifizierte Naturkosmetik handelt. Über die Inhaltsstoffe braucht man sich in dem Fall keine Gedanken zu machen.

Nutzer konnten feststellen, dass das Shampoo ihre Haare gründlich reinigt und auch Reste von Hairstyling-Produkten herausgewaschen werden. Gleichzeitig wirkt es sehr sanft und beruhigend auf die Kopfhaut ein, wie immer wieder betont wird. Vermutlich liegt es an dem Menthol, dass sich die Kopfhaut nach der Wäsche besonders frisch anfühlt.

Auch mit dem Einfluss des Shampoos auf die Haarbeschaffenheit ist man allseits zufrieden. So wird immer wieder berichtet, dass sich die Haare kräftiger anfühlen, locker fallen und gesund glänzen. Das Shampoo scheint für alle Haartypen geeignet zu sein, und nicht nur für dünnes oder feines Haar. Sogar dicke Haare lassen sich nach dem Waschen leicht durchkämmen.

Während das Shampoo wegen der genannten Eigenschaften sehr gut bei den Anwendern ankommt, äußert sich kaum jemand zu dessen Wirkung gegen Haarausfall. Vereinzelt meldeten sich aber doch Nutzer zu Wort, bei denen der Haarausfall nachließ. Für die meisten ist es einfach ein mildes und trotzdem gründlich reinigendes Shampoo, das den Haaren und der Kopfhaut Gutes tut.

Haarwachstums-Shampoo von Plantur 21

Um das Haarwachstum anzuregen, müssen Sie einfach nur in die nächste Drogerie spazieren und sich dieses beliebte Bestseller-Shampoo kaufen.

Das Haarshampoo ist mit Koffein sowie Mikronährstoffen wie Biotin, Zink und Magnesium angereichert und liefert unserer Mähne dadurch einen richtigen Energie-Kick. Es kommt aber noch besser. Das Shampoo dämmt nicht nur Haarausfall ein oder beschleunigt das Haarwachstum. Auch Haarschäden werden repariert. Und dafür kommt das Bestseller-Shampoo aus der Drogerie sogar ganz ohne schädliche Silikone und Parabene aus.

Weitere Tipps

  • Kopfmassagen: Eine Kopfmassage ist nicht nur unheimlich entspannend und beruhigend, regelmäßig angewendet kann sie sich auch positiv auf das Haarwachstum auswirken. Schließlich wird bei der kleinen Massage-Einheit so ganz nebenbei auch noch die Durchblutung gefördert, was wiederum dazu führt, dass die Kopfhaut Wirkstoffe besser aufnehmen kann und die Haarwurzeln zum Wachstum angeregt werden.
  • Rosmarinwasser: Rosmarinwasser kann tatsächlich dabei helfen, die Haare schneller wachsen zu lassen und Haarausfall zu stoppen. Sie können es ganz einfach selber machen.

Wenn Sie ein Shampoo gegen Haarausfall oder für verbessertes Haarwachstum verwenden, massieren Sie es unbedingt ein paar Minuten in die Kopfhaut ein, bevor Sie es wieder ausspülen. Gleiches gilt für Haarwasser oder wachstumsförderndes Rosmarinöl.

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