Kahle Stellen auf dem Kopf können sehr belastend sein. Kreisrunder Haarausfall, auch Alopecia areata genannt, ist eine weitere, eher seltene Form des Haarverlustes. In Deutschland sind schätzungsweise zwei Prozent aller Menschen - Männer und Frauen gleichermaßen - betroffen.
In diesem Artikel erfahren Sie alles über die Ursachen, Symptome und Behandlungsmöglichkeiten von kreisrundem Haarausfall. Wir geben Ihnen einen umfassenden Überblick über die neuesten Erkenntnisse und Therapieansätze, damit Sie die bestmögliche Entscheidung für Ihre Haargesundheit treffen können.
Kreisrunder Haarausfall (Alopecia areata) ist eine chronische, immunvermittelte Erkrankung, die durch akuten oder chronischen Haarausfall gekennzeichnet ist und Menschen in jedem Lebensalter betreffen kann. Dabei sind die Erscheinungsformen sehr unterschiedlich: Sie reichen von kleinen haarlosen Stellen bis zum vollständigen Verlust der Kopf- und Körperbehaarung.
Beim kreisrunden Haarausfall (Alopecia areata) bilden sich kahle runde Stellen im Kopfhaar, mitunter an den Augenbrauen, dem Bart oder dem Körperhaar. Solch ein Haarausfall kommt bei Frauen und Männern vor: Etwa eine von 50 Personen erlebt ihn im Lauf ihres Lebens.
Die Erkrankung kann in jedem Alter auftreten, beginnt aber oft im Kindes- und jungen Erwachsenenalter.
Die Ursachen für den kreisrunden Haarausfall bei Frauen sind bislang noch nicht eindeutig ermittelt. Die Ursachen sind ungeklärt. Infekte oder starker psychischer Stress könnten als Auslöser infrage kommen.
Man vermutet jedoch, dass es sich um eine Fehlreaktion des Immunsystems handelt. Vieles spricht dafür, dass sich bei den betroffenen Frauen die Immunabwehr der Haut fälschlicherweise gegen die Haarfollikel richtet. Normalerweise zielt unser Immunsystem nur darauf ab, körperfremde Krankheitserreger unschädlich zu machen.
Genauer gesagt, erkennt das Immunsystem die körpereigenen Haare fälschlicherweise als fremd und bildet Abwehrstoffe dagegen. In der Folge entzünden sich die Haarwurzeln: Die Haare wachsen nicht mehr richtig und fallen aus.
Da 10 bis 25% der Fälle familiär gehäuft auftritt, ist eine Erblichkeit der kreisrunden Alopezie nicht auszuschließen.
Allerdings finden die Ärzte bei jedem dritten Patienten auch eine erhöhte Allergiebereitschaft. Zudem scheint kreisrunder Haarausfall teilweise in Verbindung mit anderen Autoimmunerkrankungen wie Hashimoto oder Rheuma aufzutreten.
Fachleute sprechen von einem multifaktoriellen Geschehen, bei dem möglicherweise auch Umweltfaktoren und andere gesundheitliche Aspekte wie bestehende Grunderkrankungen eine Rolle spielen. Mangelernährung oder schädliche Umwelteinflüsse sollen jedoch kein Grund für den kreisrunden Haarausfall sein.
Typisch für diese Form des Haarausfalls ist das Auftreten deutlich abgegrenzter, etwa münzgroßer kahler Stellen. Meist tritt er plötzlich auf. Runde bis ovale kahle Stellen unterschiedlicher Größe bilden sich heraus; die Haut zeichnet sich durch eine Elfenbeinfarbe ab, abgebrochene Haare an den Rändern der kahlen Stellen lassen sich leicht herausziehen.
Die kahlen Stellen entstehen am häufigsten am Kopf, betreffen also das Kopfhaar und bei Männern den Bart. Sie können aber auch an allen anderen Körperbereichen auftreten.
Symptome der Alopecia areata:
Menschen mit kreisrundem Haarausfall können außerdem Probleme mit den Finger- und Zehennägeln haben. Typischerweise bilden sich Grübchen oder Tüpfel im Nagel.
Bei manchen Menschen fallen ausschließlich die farbigen (pigmentierten) Haare aus; schon vorhandene, aber bislang kaum aufgefallene graue Haare bleiben übrig. Das erweckt den Eindruck, als sei die Person innerhalb kürzester Zeit ergraut.
Kreisrunder Haarausfall (Alopecia areata) ist in der Regel an der Art erkennbar, wie sich das Haar lichtet - also an den typischen runden kahlen Stellen am Kopf. Mitunter entstehen die Flecken an den Augenbrauen oder im Bart.
Da Haarausfall im Allgemeinen verschiedene Ursachen haben kann, erfolgt in der Regel zunächst ein ausführliches Patientengespräch, in dem der Arzt die Krankengeschichte erfasst (Anamnese). Anschließend erfolgen eine körperliche Untersuchung und eine genaue Inspektion der betroffenen Stellen. Dabei achtet der Arzt darauf, ob ein bestimmtes Haarlichtungsmuster vorliegt, das für einen kreisrunden Haarausfall spricht. Außerdem untersucht er auf Entzündungen und Schuppungen. Diese könnten beispielsweise auf eine Psoriasis oder Ekzeme anderer Ursachen hindeuten.
Zusätzlich sucht die Ärztin oder der Arzt mit einem Auflichtmikroskop (Dermatoskop) die lichten Stellen nach den typischen abgebrochenen Haaren ab - den „Ausrufezeichen-Haaren“.
Außerdem kann die Ärztin oder der Arzt einen Zupftest machen. Lassen sich die Haare an den Rändern der kahlen Stellen leicht auszupfen, weist das ebenfalls auf kreisrunden Haarausfall hin.
Insbesondere schaut sie oder er nach den Haarbälgen und Poren. Sind diese noch sichtbar, ist das ein Zeichen dafür, dass die Haare grundsätzlich wieder nachwachsen können. Zudem können die Poren gelb oder schwarz verfärbt sein.
Gewebe zu entnehmen, also eine Biopsie zu machen, ist in der Regel nicht notwendig. Das kommt nur dann infrage, wenn trotz einer gründlichen Untersuchung und eines ausführlichen Gesprächs die Diagnose unklar ist.
Der kreisrunde Haarausfall wird in jedem Fall vom Arzt behandelt. Wenn Sie entsprechende Symptome bei sich beobachten, suchen Sie auf jeden Fall einen Arzt oder einen Facharzt für Hauterkrankungen (Dermatologe) auf.
Glücklicherweise ist der kreisrunde Haarausfall in den meisten Fällen reversibel, also rückgängig zu machen. Und noch eine gute Nachricht: Bei einem Großteil der Fälle verschwinden die kahlen Stellen nach etwa 3-6 Monaten von allein. Trotzdem sollte bei dieser Form des Haarausfalls ein Arzt hinzugezogen werden. Regaine® und andere Mittel gegen Haarausfall können in diesem Fall leider keine Abhilfe schaffen.
Die Behandlung richtet sich nach dem Schweregrad der Erkrankung. Sind nur wenige kahle Stellen vorhanden und die psychische Belastung durch den Haarverlust gering, empfehlen Ärzte zumeist, den Verlauf zunächst zu beobachten. Bleibt der Haarausfall bestehen, verschlimmert er sich oder tritt er erneut auf, gibt es verschiedene Behandlungsmethoden.
Nicht selten wachsen die Haare wieder nach, sobald die Haarfollikel nicht mehr angegriffen werden.
Da die genaue Entstehung noch nicht abschließend geklärt ist, lässt sich kreisrunder Haarausfall bisher nicht ursächlich behandeln. Es gibt jedoch Therapien, die darauf ausgerichtet sind, die Symptome zu lindern.
Dafür kann der Arzt bei kreisrundem Haarausfall Medikamente verschreiben:
Generell fällt die Wirksamkeit der Medikamente gegen kreisrunden Haarausfall individuell sehr verschieden aus. Eventuell verordnet der Arzt daher nacheinander unterschiedliche Arzneimittel oder kombiniert sie, um herauszufinden, was beim jeweiligen Patienten am besten funktioniert.
Es gibt verschiedene Optionen, um kreisrunden Haarausfall zu behandeln. Der Arzt entscheidet gemeinsam mit dem Patienten, welche Maßnahme sich individuell am besten eignet.
Die EU-Kommission hat nun einen ersten JAK-Inhibitor (Baricitinib) für die Behandlung einer schweren Alopecia areata zugelassen.
Am 20. Juni 2022 hat die EU-Kommission mit dem Januskinase-Hemmer Baricitinib nun ein erstes Medikament zur Behandlung Erwachsener mit schwerem kreisrunden Haarausfall zugelassen. Der JAK-Hemmer ist bereits seit 2017 auf dem Markt und wurde ursprünglich für die Behandlung der rheumatoiden Arthritis entwickelt. Eine erste Zulassungserweiterung erfolgte 2020 für die atopische Dermatitis (Neurodermitis). Der Einsatz bei kreisrundem Haarausfall (Alopecia areata) eröffnet Dermatologinnen und Dermatologen nun neue Wege.
Der neue Wirkstoff Ritlecitinib hemmt irreversibel und selektiv die Januskinase 3 (JAK3). Zudem inhibiert er Enzyme aus der Familie der TEC-Kinasen. Sowohl JAK3- als auch TEC-vermittelte Signalwege scheinen an der Pathogenese der Alopecia areata beteiligt zu sein. Die empfohlene Dosis beträgt 50 mg einmal täglich.
Im Gegensatz zu Baricitinib, das nur für erwachsene Patienten bestimmt ist, kommt Ritlecitinib aber bereits ab einem Alter von zwölf Jahren zum Einsatz.
Die Behandlung mit Ritlecitinib kann mit einer Verringerung der Lymphozyten und Blutplättchen einhergehen. Vor Behandlungsbeginn sollten die absolute Lymphozytenzahl (ALC) und die Thrombozytenzahl bestimmt werden. Bei Patienten mit einer ALC < 0,5 × 103/mm3 oder einer Thrombozytenzahl < 100 × 103/mm3 sollte die Therapie nicht eingeleitet werden. Vier Wochen nach Therapiebeginn sollten beide Parameter erneut bestimmt werden, anschließend entsprechend der Routineversorgung des Patienten.
Vorbeugend lässt sich gegen kreisrunden Haarausfall im Grunde nichts tun. Seine Auslöser sind unbekannt und lassen sich somit nicht vermeiden. Um zu verhindern, dass die Erkrankung weiter fortschreitet, empfehlen Fachleute Betroffenen daher, bei den ersten Anzeichen den Haarverlust dermatologisch untersuchen zu lassen.
Einige Hersteller von Produkten mit Inhaltstoffen wie Zink oder Vitamin D werben damit, dass diese sich positiv auf das Immunsystem und Haarwachstum auswirken würden. Dafür gibt es bislang jedoch keine wissenschaftlichen Belege.
Allerdings gibt es Hinweise darauf, dass die Einnahme von Zink- oder Vitamin D-Präparaten bei kreisrundem Haarausfall hilfreich sein kann, wenn gleichzeitig ein entsprechender Mangel besteht. Wer probieren möchte, die Behandlung über die Einnahme von Zink oder Vitamin D zu unterstützen, sollte vorab einen Bluttest machen lassen. Der Arzt kann dann zur passenden Dosierung beraten.
Auch Lichttherapien sollen einen positiven Effekt bei kreisrundem Haarausfall haben. Jedoch gibt es hierfür bislang keine medizinische Empfehlung, da die Wirksamkeit ebenfalls nicht hinreichend bewiesen ist.
Hausmittel haben bei kreisrundem Haarausfall in der Regel keinen oder nur einen sehr geringen Effekt. Möchten Betroffene dennoch Hausmittel verwenden, können sie zum Beispiel die Kopfhaut mit hochwertigem Argan- oder Kokosöl massieren, um die Durchblutung anzuregen. Das schadet nicht (vorausgesetzt es besteht keine Überempfindlichkeit gegen das Öl) und trägt zur Entspannung bei: Obwohl noch unklar ist, ob Stress kreisrunden Haarausfall begünstigt, kann mehr Entspannung doch das allgemeine Wohlbefinden verbessern und die psychische Belastung durch den Haarverlust reduzieren.
| Produkt | Preis |
|---|---|
| Kapseln (270 St) | € 159,99 |
| Schaum (3x60 g) | € 57,49 |
| Kapseln (180 St) | € 70,99 |
| Lösung (60 ml) | € 44,99 |
| Lösung (3x60 ml) | Ab € 26,96 |
Da die kahlen Stellen des kreisrunden Haarausfalls oft deutlich sichtbar sind, belastet er die Psyche und das Wohlbefinden der Betroffenen, die subjektiv mit jedem Haar an Attraktivität und Selbstvertrauen einbüßen.
Jeder Mensch geht unterschiedlich damit um, Haare zu verlieren. Manche kommen gut damit klar, für andere ist es ein einschneidendes Erlebnis.
Tritt der Haarverlust sehr plötzlich auf oder ist er sehr stark ausgeprägt, kann das emotional enorm belasten. Mitunter passiert es, dass Menschen aufgrund des Haarausfalls gemobbt und sozial ausgegrenzt werden - vor allem bei Kindern und Jugendlichen ist dieses Risiko groß.
In solchen Fällen lässt sich einiges tun, um den Leidensdruck zu mindern.
Manchen hilft es, den Kopf zu rasieren - viele Männer greifen zu dieser Maßnahme.
Andere tragen lieber eine Perücke oder ein Haarteil. Man bekommt den Haarersatz ärztlich verordnet. Die Krankenkassen übernehmen dafür unter bestimmten Voraussetzungen ganz oder teilweise die Kosten. Erkundigen Sie sich bei Ihrer Krankenkasse zu den genauen Konditionen.
Wer kreisrunden Haarausfall an den Wimpern hat, kann erwägen, künstliche Wimpern zu tragen.
Sind die Augenbrauen betroffen, kann man künstliche Augenbrauen aufkleben, die Augenbrauen mit Schminke nachzeichnen oder tätowieren lassen (Permanent-Make-up).
Bevor man sich für die eine oder andere Maßnahme entscheidet, ist eine Beratung zu den Kosten sowie zu den Vor- und Nachteilen der Methode sinnvoll.
Wenn der Haarausfall trotz kosmetischer Maßnahmen sehr stark belastet und psychische Symptome wie Depressivität oder Ängstlichkeit hinzukommen, ist professionelle psychotherapeutische Hilfe sinnvoll.
Vielen Menschen mit kreisrundem Haarausfall hilft es, sich in Selbsthilfegruppen auszutauschen. Das Gespräch mit Menschen, die selbst mit Haarausfall zu tun haben und die Probleme und Herausforderungen kennen, bewirkt oft schon viel.
Zudem bieten sie eine Plattform, um einen besseren Umgang mit der Erkrankung zu finden.
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