Minoxidil Shampoo Testberichte: Was bringen die Haarwuchsmittel wirklich?

Hersteller von Haarausfall-Shampoos versprechen viele große Wirkungen bei der Anwendung ihrer Produkte. Doch was ist wirklich dran? Nur wenige Shampoos helfen wirklich gegen einige Formen von Haarausfall, sie enthalten antientzündliche oder antimykotische Wirkstoffe auf pflanzlicher Basis.

Dieser Artikel beleuchtet die Thematik umfassend, um Ihnen bei der Wahl des richtigen Produkts zu helfen.

Die Wahrheit über Minoxidil!

Ursachen und Arten von Haarausfall

Die häufigste Ursache von Haarausfall ist der erblich bedingte Haarverlust, auch androgenetische Alopezie genannt. Hierbei handelt es sich um eine hormonell bedingte Form von Haarausfall, bei der die Haarwurzeln überempfindlich auf das männliche Geschlechtshormon Dihydrotestosteron (DHT) reagieren. Es ist die häufigste Form von Haarausfall, die vor allem Männer ab dem 20. Lebensjahr und Frauen ab den Wechseljahren betrifft.

Hingegen gibt es andere Formen des Haarverlusts, die prinzipiell reversibel sind. Meistens handelt es sich bei den reversiblen Formen um einen diffusen Haarausfall, zum Beispiel durch Nährstoffmangel (bspw. Eisenmangel oder Vitaminmangel) oder eine Chemotherapie. Wird die Ursache behoben, kommt das Haarwachstum von alleine wieder.

Es kann manchmal schwierig sein, die zugrunde liegende Ursache zu identifizieren. Es bilden sich runde, komplett kahle Stellen auf der Kopfhaut. Als Therapie werden vor allem Cortison-Präparate eingesetzt. Aber auch verschiedene lokale Mittel, Bestrahlung mit UV-Licht, Immunsuppressiva oder eine bio-regenerative Therapie können helfen.

Zu den selteneren Formen von Haarausfall zählen die psychische Erkrankung Trichotillomanie, Haarverlust durch Verätzungen oder Verbrennungen oder die Traktionsalopezie.

Etwa hundert Haare verlieren wir täglich, das ist ganz normal und kein Grund zur Beunruhigung. Fallen über einen längeren Zeitraum täglich mehr als 100 Haare aus, spricht man von Haarausfall. In diesem Fall ist es ratsam, einen Arzt oder eine Ärztin aufzusuchen, um die mögliche Ursache für den Haarverlust zu finden.

Die Ursachen für Haarausfall sind nämlich vielfältig: Von genetischen Veranlagungen über hormonelle Veränderungen bis hin zu Stress und unausgewogener Ernährung gibt es zahlreiche Auslöser. Frauen* sind oft von hormonell bedingtem Haarausfall betroffen, der durch Schwangerschaft, Wechseljahre oder hormonelle Störungen hervorgerufen werden kann.

Versprechen der Hersteller und ihre Bewertung

Viele freiverkäufliche Mittel versprechen Abhilfe bei Haarausfall. Doch was bringen sie wirklich?

  1. Versprechen Nr. 1: Shampoos reparieren kaputtes Haar.
    • Bewertung: Kaputtes, brüchiges Haar und Spliss entstehen durch negative Einflüsse von außen. Shampoos, die eine "Haarreparatur" versprechen, wirken auf zwei unterschiedliche Arten. Entweder enthält das Shampoo Silikone, die sich als feine Tröpfchen auf dem Haar ablagern und dadurch eine Schutzschicht bilden. Beides besteht aber nur bis zur nächsten Wäsche. Das gesunde Haar muss von der Wurzel aus nachwachsen.
  2. Versprechen Nr. 2: Koffein-Shampoos fördern das Haarwachstum.
    • Bewertung: Koffein hat auf Zellkulturen im Labor einen wachstumsfördernden Effekt und soll deshalb das Haarwachstum positiv beeinflussen. Dennoch ist die medizinische Wirkung von Koffein-Shampoos unklar. Zudem geht das Haarwachstum von der Haarwurzel aus, die unter der Kopfhaut liegt. Und: Einige der Studien über koffeinhaltige Shampoos wurden von den entsprechenden Herstellern gesponsert.
  3. Versprechen Nr. 3: Shampoos können abgestorbene Haarwurzeln reaktivieren.
    • Bewertung: Beim erblich bedingten Haarausfall beispielsweise sind in fortgeschrittenen Stadien die Haarwurzeln zugrunde gegangen, sodass sie keine neuen Haare mehr produzieren können. Wenn eine Haarwurzel abgestorben ist, bildet sie kein Haar mehr aus. Das ist ein Fakt!

Wirkstoffe in Haarausfall-Shampoos

Es gibt verschiedene Wirkstoffe, die in Haarausfall-Shampoos enthalten sind. Aber welches Mittel gegen Haarausfall ist wirksam?

  • Minoxidil: Minoxidil ist eines der häufigsten verwendeten medizinischen Präparate zur Behandlung von Haarausfall. Lokal auf der Kopfhaut angewandt, soll er angeblich für ein verstärktes Haarwachstum sorgen. Minoxidil kann den Haarausfall verlangsamen, sodass sich eine Glatze nur verzögert ausbildet und regt zudem den Haarwuchs wieder an.
  • Alfatradiol: Alfatradiol wird lokal bei hormonell bedingtem Haarausfall angewandt.
  • Koffein: Koffein hat auf Zellkulturen im Labor einen wachstumsfördernden Effekt und soll deshalb das Haarwachstum positiv beeinflussen.
  • Arganöl: Arganöl wird aus den Früchten des Arganbaums gewonnen, der im südwestlichen Marokko wächst. Das Öl enthält viele wertvolle Antioxidantien und Fettsäuren. Sie können trockene und schuppige Kopfhaut beruhigen und Juckreiz lindern.
  • Provitamin B5: Provitamin B5 wird im Körper zu Vitamin B5 umgewandelt. Es ist ein wichtiger Baustein für den Auf- und Abbau von Fettsäuren, Aminosäuren und Kohlenhydraten.
  • Taurin: Taurin ist eine Aminosäure, die ein wichtiger Bestandteil von Keratin ist. Zusätzlich senkt Taurin den Cortisol-Spiegel. Cortisol ist ein Stresshormon.
  • Biotin: Ein wichtiger Baustein, der zur Herstellung von Keratin benötigt wird, ist das Vitamin Biotin. Durch zu wenig Keratin kann das Haar glanzlos und brüchig werden.
  • Keratin: Der Hauptbestandteil von Haaren ist das Eiweiß Keratin. Es gehört zu den Faserproteinen und umspinnt den Haarkern. Durch Keratin bekommt das Haar seine Struktur und wird elastisch und geschmeidig.

Bekannte Marken und Produkte

Es gibt eine Vielzahl von Shampoos gegen Haarausfall auf dem Markt. Zu den Bekanntesten gehören:

  • Alpecin: Die Haarausfall-Shampoos von Alpecin enthalten den Wirkstoff Koffein. Der Anwender hat die Auswahl zwischen verschiedenen Düften. Zusätzlich gibt es Shampoos mit weiteren Inhaltsstoffen wie Taurin oder verschiedenen Mikronährstoffen.
  • Ducray: Die Anti-Haarausfall-Produkte enthalten neben Vitamin B5 und Biotin den Inhaltsstoff Monolaurin. Das ist ein Stoff, der auch in Muttermilch und Kokosöl enthalten ist. Er hat antimikrobielle Eigenschaften und kann die Haare vor Infektionen, die mit Haarausfall einhergehen, schützen.
  • Regaine: Ebenfalls häufig angewandt bei erblich bedingtem Haarausfall werden Shampoos von Regaine. Auch Lösungen zum Auftragen auf die Kopfhaut sind erhältlich. Als Wirkstoff enthalten die Produkte von Regaine Minoxidil.
  • Plantur 21: Es gibt verschiedene Plantur-Shampoos, die jeweils den Wirkstoff Koffein enthalten. Plantur 21 ist primär für dünnes Haar und vermehrten Haarausfall durch Stress und Nährstoffmangel gedacht. Es enthält zusätzlich verschiedene Vitamine und Mineralstoffe, die das Haar kräftig und widerstandsfähig machen sollen.

Anwendung und Dosierung

Die meisten Produkte sollten ein- bis zweimal täglich benutzt werden. Je nach Haarlänge sollte eine etwa walnussgroße Portion Shampoo aufgetragen und im kompletten Haar verteilt werden.

Lauwarmes Wasser reicht aus, es sollte zum Schutz der Haare nicht zu heiß sein. Wer zusätzlich ein stärkendes Haarwasser verwenden möchte, kann dies nach dem Trocknen der Haare auftragen.

Das Shampoo öfter als empfohlen anzuwenden, kann potenzielle Nebenwirkungen wie Hautreizungen, Juckreiz und Trockenheit der Kopfhaut verstärken. Außerdem kann zu häufiges Waschen zum Austrocknen der Haare führen.

Insbesondere bei Shampoos mit dem Wirkstoff Minoxidil kann es im Fall einer Überdosis auch zu Blutdruckstörungen, Schwindel oder Übelkeit mit Erbrechen kommen.

Ergebnisse der Tests und Studien

Die Stiftung Warentest hat zehn rezept­freie und rezept­pflichtige Mittel bewertet, darunter Lösungen und Schäume zum Auftragen sowie Tabletten zum Einnehmen. Für die Bewertung sichteten Arznei­mittel-Expertinnen und -Experten Unter­suchungen zu Wirk­samkeit und Risiken der verwendeten Wirk­stoffe.

Das ernüchternde Ergebnis der Tests: Uneingeschränkt zu empfehlen ist kein einziges Mittel, die meisten wirken überhaupt nicht oder enthalten sogar schädliche Zusätze. Das einzige Medikament, was lokal aufgetragen wirklich eine nachgewiesene Wirkung gegen Haarausfall hat, ist Minoxidil.

Allerdings gibt es nur einen Wirkstoff, Minoxidil, der auch eine wissenschaftlich nachgewiesene Wirkung hat. In Einzelfällen kann Alfatradiol nützlich sein. Deutlich effektiver wirken regenerative Methoden gegen Haarausfall.

Alternativen und zusätzliche Maßnahmen

Schon mit einfachen Hausmitteln kann man dem Haar etwas Gutes tun. Eine Spülung mit einem hochwertigen Öl wie Kokosöl, Arganöl oder Olivenöl kann das Haar geschmeidig machen.

Oft ist bei der Haarpflege weniger mehr: Es gibt eine ganze Reihe Dinge, die dem Haar schaden können und auf die man daher verzichten sollte. Wer alleine nicht weiterkommt, sollte sich frühzeitig an einen Experten für Haarausfall-Behandlungen wenden.

Auch die Möglichkeit einer Laser-Behandlung der Kopfhaut steht zu Verfügung. Wenn alles nicht hilft, besteht für die meisten Betroffenen die Option einer Haartransplantation. Dabei werden Spenderhaare aus Bereichen dichten Haarwachstums entnommen und an die kahlen Stellen transplantiert.

Voraussetzung dafür ist, dass noch genügend eigenes Haar vorhanden ist. Außerdem sollte der Haarausfall nicht mehr weiter voranschreiten. Sonst besteht die Gefahr, dass transplantierte Areale als behaarte Stellen stehen bleiben, während die Haare rundherum ausfallen.

Zusammenfassung der wichtigsten Punkte

Wirkstoff Wirkung Grenzen
Minoxidil Erweitert die Blutgefäße, verbessert die Durchblutung der Haarfollikel, verlängert die Wachstumsphase der Haare Wirkung zeigt sich erst nach mehreren Monaten, muss regelmäßig angewendet werden, mögliche Nebenwirkungen
Koffein Fördert die Durchblutung der Kopfhaut, stimuliert die Haarfollikel Oberflächliche Wirkung, niedrige Konzentration in Shampoos
Biotin Unterstützt die Keratinbildung, stärkt das Haar Wirkt nur bei Mangelerscheinungen, keine Wirkung bei erblich bedingtem Haarausfall
Keratin Repariert geschädigtes Haar, schützt vor äußeren Einflüssen Wirkt hauptsächlich auf der Haaroberfläche
Aminexil Verhindert die Verhärtung des Kollagens um die Haarwurzel herum Wirkt vor allem bei leichtem Haarausfall

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