Erblich bedingter Haarausfall ist ein weit verbreitetes Problem, das viele Männer und auch einige Frauen betrifft. Für Betroffene kann vorzeitiger Haarausfall oft mit einem erheblichen psychischen Leidensdruck verbunden sein.
Eine mögliche Lösung für dieses Problem kann Minoxidil sein. Ursprünglich zur Behandlung von Bluthochdruck entwickelt, kann dieser Wirkstoff in Form eines Shampoos oder einer Lösung Haarausfall stoppen und das erneute Haarwachstum fördern. Minoxidil ist ein Beispiel dafür, dass sich manchmal aus einer Nebenwirkung ein weiteres Medikament ableiten lässt.
Ein anderes prominentes Beispiel ist der Wirkstoff Sildenafil, besser bekannt als Wirkstoff des Medikaments Viagra. Ursprünglich wurde dieser Wirkstoff ebenfalls zur Bekämpfung von Bluthochdruck entwickelt.
Sophie steht nun schon seit 20 Minuten vor dem Spiegel und kämmt ihre Haare mal in die eine, mal in die andere Richtung. Vergeblich - Der ausgedünnte Mittelscheitel ist nicht zu kaschieren. Sie lässt sich durch ihren Arzt beraten. Daraufhin bekommt sie ein Rezept für ein Minoxidil-Shampoo ausgeschrieben, das sie auch regelmäßig anwendet.
Minoxidil ist ein Wirkstoff, der ursprünglich zur Behandlung von Bluthochdruck (sog. Hypertonie) hergestellt wurde. In den 1970er Jahren wurden erste Medikamente in Tablettenform mit Minoxidil auf den Markt gebracht. Als Nebenwirkung der Behandlung stellte man in Studien verstärktes Haarwachstum fest.
Die Firma Upjohn untersuchte das Zustandekommen dieser Nebenwirkung genauer und führte Studien dazu durch. Hieraus ging schließlich ein neues Medikament hervor: Eine 2%ige Minoxidil-Lösung, die unter dem Namen „Regaine“ - in einigen Ländern auch „Rogaine“ - im Handel ist.
Das ursprüngliche Anwendungsgebiet von Minoxidil ist die Senkung des Blutdrucks. Es zählt aufgrund seiner gefäßweitenden Wirkung zu den sogenannten vasodilatierenden Antihypertensiva. Antihypertensivum ist ein Sammelbegriff für alle Medikamente, die eine blutdrucksenkende Wirkung im Körper erzielen.
Von jungen Männern wird Minoxidil auch dazu genutzt, das Bartwachstum zu fördern. Das zweite Anwendungsgebiet des Wirkstoffes ist der erblich bedingte Haarausfall, der auch als androgenetische Alopezie bezeichnet wird.
Mit einer Minoxidil-Tablette wird eine systematische Wirkung erzielt, die sich auf den ganzen Körper auswirkt. Durch den Wirkstoff werden bestimmte zelluläre Kanäle geöffnet, die einen Kaliumeinstrom in die Blutbahn ermöglichen. Außerdem wirkt Minoxidil gefäßweitend, indem die glatten Muskeln der Blutgefäße relaxiert, also entspannt werden.
Lösungen von Minoxidil werden lokal angewendet. Es ist noch nicht vollständig aufgeklärt, warum Minoxidil Haarausfall stoppt und das Haarwachstum stärkt. Wissenschaftler gehen jedoch davon aus, dass durch die blutdrucksenkende Wirkung die kleinsten Blutgefäße (sog. Kapillaren) besser durchblutet werden.
Diese sorgen im ganzen Körper für den Stoffaustausch und die Versorgung der Zellen - so auch bei den Haarzellen.
Minoxidil kann bei Männern zwischen 18-49 Jahren diesen Haarausfall stoppen, wenn die Glatzenbildung mittig auftritt. Eine belegte Wirksamkeit gegen die Ausbildung von „Geheimratsecken“ fehlt bisher.
Bei einem Großteil der Männer wird der Haarausfall nach einigen Wochen gestoppt; teilweise wird auch ein vermehrtes Wachstum der Haare beobachtet. Jedoch kommt nur ein geringer Anteil der Anwender zu einem befriedigenden Ergebnis. Die Wirkung von Minoxidil hält zudem nur so lange an, wie es auch angewendet wird.
Auch für Frauen ist Minoxidil in gering konzentrierter Form anwendbar. Erblich bedingte Haarausdünnung findet bei Frauen vorwiegend im Bereich des Scheitels statt; dem wirkt Minoxidil entgegen. Durch die geringere Konzentration wird ein ungewolltes Haarwachstum an unerwünschten Stellen verhindert.
Nach einer Studie aus dem Jahr 2012 muss Minoxidil als Shampoo oder Lösung ein- bis zweimal täglich regelmäßig angewendet werden, um einen therapeutischen Effekt zu erzielen.
Minoxidil als Tablette gegen Bluthochdruck ist verschreibungspflichtig, wohingegen Minoxidil als Shampoo oder Lösung seit Juli 2005 nicht mehr verschreibungspflichtig und in der Apotheke ohne Rezept erhältlich ist.
Shampoo/Lösung: erblich bedingter Haarausfall, sog.
Tablette: Nach Absprache mit Arzt und am Anfang geringer Dosis (z. B. 2x 2,5mg), mit ausreichend Flüssigkeit einnehmen, die Einnahme der anderen verordneten Medikamente (Diuretikum (z.B. Ramipril) Betablocker (z.B.
Die Tabletten mit Minoxidil gegen Bluthochdruck werden vom Arzt in der Regel zusammen mit einem Entwässerungsmittel und einem Mittel, das die Herzfrequenz herabsenkt, verschrieben.
Weil Minoxidil den Blutdruck senkt, versucht der Körper zunächst, dagegen zu arbeiten und den Blutdruck wieder auf ein für ihn „normales“ Niveau zu erhöhen. Dazu leitet er einerseits eine erhöhte Wasseransammlung im Körper ein. Dies würde zu Ödemen führen, weshalb das entwässernde Medikament eingenommen wird.
Zum anderen erhöht der Körper die Herzfrequenz, auch dies soll den Blutdruck wieder erhöhen, führt aber zu unerwünschtem Herzrasen. Deshalb werden gleichzeitig herzfrequenzsenkende Mittel wie Betablocker (z. B. mit dem Wirkstoff Metoprolol oder Bisoprolol) eingenommen.
Die Einnahme der Tabletten beginnt in der Regel mit einer niedrigen Dosis, um den Patienten behutsam auf einen gesunden Blutdruck einzustellen.
Falls eine Tagesdosis von Minoxidil-Tabletten vergessen werden sollte, wird die Einnahme am nächsten Tag normal fortgesetzt. Bei einer doppelten Dosis als „Nachhol-Dosis“ riskiert man eine Überdosierung.
Bei Minoxidil in Shampoo oder Lösungen sollte man nach der Anwendung gründlich die Hände waschen, um den Wirkstoff nicht auf andere oder auf ungewollte Stellen am eigenen Körper zu übertragen.
Es wird empfohlen, mit dem Therapiebeginn so früh wie möglich anzusetzen. Wie lange es im Einzelfall genau dauert, bis die ersten Erfolge sichtbar werden lässt sich pauschal nicht angeben. Dementsprechend sind nach einem Tag noch keine Veränderungen zu erwarten.
Nach einer Woche, also noch ganz am Anfang der Therapie solltest du in der Lage sein, einen Unterschied zu spüren. Wundere dich nicht, wenn du zu Anfang der Therapie sogar einige Haare mehr verlierst.
Nach einem Monat solltest du die ersten Ergebnisse auch mit dem Auge wahrnehmen können. Im Durchschnitt sind nach acht Wochen deutliche Verbesserungen wahrnehmbar. Nach vier Monaten Therapie mit Hilfe von Minoxidil sollte das Präparat deinem Haarausfall ein Ende bereitet haben.
Achtung: Sollte es nach vier Monaten immer noch zum Shedding-Effekt kommen solltest du überlegen, ob Minoxidil das für dich richtige Präparat ist. Zwar können mit Minoxidil hervorragende Ergebnisse erzeugt werden, allerdings reagiert jeder Körper anders auf das Medikament.
Aufgrund der Tatsache, dass Minoxidil nur zu einem sehr geringen Teil über die Haut aufgenommen wird, gilt der Wirkstoff bei lokaler Anwendung als Lösung oder Shampoo als gut verträglich. Nach einigen Wochen der Anwendung kann es zu einem vermehrten Haarausfall kommen. Dies geschieht, weil die alten Haare abgestoßen werden und durch neu wachsende Haare ersetzt werden.
Um das Haarwachstum an ungewollten Körperstellen zu vermeiden, empfiehlt sich ein gründliches Händewaschen nach der Anwendung am Kopf.
Bei einer systemischen Anwendung von Minoxidil wurden schwerwiegende Nebenwirkungen wie Natrium- und Flüssigkeitsretention (Ansammlungen von Flüssigkeit im Körper) sowie kardiovaskuläre Wirkungen (z. B. Herzrasen (sog.
Wassereinlagerung des Gewebes (sog. erhöhter Harnsäurespiegel im Blut (Hyperurikämie, kann u. a.
Dabei sind in manchen Fällen neben dem erwähnten Juckreiz durch trockene Haut auch allergische Reaktionen aufgetreten. Diese entstanden durch den Inhaltsstoff Propylenglykol, der in einigen Shampoos zu finden ist.
Wenn der Körper empfindlich auf bestimmte Inhaltsstoffe eines Shampoos reagiert, kann das zu vermehrtem Haarausfall führen. Ist dies der Fall, wechseln Sie das Shampoo - womöglich stellt sich eine Besserung ein. Daneben kann Eisen- oder Vitaminmangel schuld am Haarausfall sein, eine ausgewogene Ernährung sollte also gegeben sein.
Es ist wichtig zu beachten, dass Minoxidil Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten haben kann. Alphablocker heben die Wirkung von Adrenalin und Noradrenalin auf und werden bei Bluthochdruck, gutartiger Prostatavergrößerung und sexueller Dysfunktion eingesetzt.
Durch die Wechselwirkung kommt es zu Störungen der Blutdruckregulierung, wenn man von der liegenden oder sitzenden Haltung in eine aufrechte, also stehende Körperhaltung (sog. Orthostase) wechselt.
Häufige Nebenwirkungen von Minoxidil:
Gegen Haarausfall gibt es Medikamente mit Finasterid und welche mit Minoxidil. Die Wirksamkeit des verschreibungspflichtigen Finasterid ist bei Männern gut belegt. Frauen, vor allem Schwangere, dürfen das Medikament nicht nehmen. Minoxidil darf grundsätzlich jedoch auch von Frauen angewendet werden.
Die beiden Medikamente unterscheiden sich außerdem durch ihre Nebenwirkungen. Bei Männern kann es beispielsweise durch Finasterid zu lang anhaltender Impotenz kommen, während bei Minoxidil die Hautrötung bzw. ein Juckreiz stärker ausgeprägt sein kann.
Jedoch zeigen neuere Studien seit 2015, dass die Einnahme von Finasterid (Propezia®) ernsthafte Nebenwirkungen (Depression, Impotenz, Hodenverkleinereung) haben kann, welche unter Umständen auch nach Absetzen des Medikaments nicht mehr reversibel (rückgängig zu machen) sind.
Dem Kürbiskernöl werden zurecht viele gute Eigenschaften zugeschrieben. Ausgangslage war die Festellung, dass Kürbiskernöl die Sterioid 5a Reduktase blockiert welche auch ursächlich gesehen wird für Haarausfall.
Wie schon unter dem Wirkstoff Finasterid geschrieben wird die Umwandlung vom "männlichen Hormon" zu DHT, als ursächlich für Haarverlust gesehen. Es muss hier aber eingeschränkt gesagt sein, dass die Studie nur an asiatischen Männern bzw. Haartyp gemacht wurden und die Grundgesamtheit mit 76 Partizipanten nicht sehr groß ist.
Disclaimer: Die hier beschriebenen Punkte (Krankheit, Beschwerden, Diagnostik, Therapie, Komplikationen etc.) erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Es wird genannt, was der Autor als wichtig und erwähnenswert erachtet.
tags: #minoxidil #nebenwirkungen #impotenz
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