Minoxidil wird zur lokalen Behandlung der androgenetischen Alopezie bei Frauen und Männern eingesetzt und gilt dabei als Mittel der Wahl. Minoxidil ist als Lösung und Schaum im Handel.
Ist eine alkoholärmere, weniger irritierende Rezeptur gefragt, kommt die Apotheke ins Spiel. Das NRF hält entsprechende Vorschriften für einen Haarspiritus zu 2 und 5 Prozent bereit. Bei der Herstellung zeigt sich eine Herausforderung - die Löslichkeit von Minoxidil.
Minoxidil-Haarspiritus wird auf die Kopfhaut aufgetragen. Von den erhältlichen Fertigarzneimitteln weiß Gabi, dass die Lösungen recht genau dosiert werden.
Minoxidil ist ein weißes bis fast weißes, kristallines Pulver, das in Wasser schwer löslich ist. Eine bessere Löslichkeit hat die Substanz in Propylenglykol und Ethanol. Das Stabilitätsoptimum der schwachen Base liegt bei pH 5.
Wird Minoxidil topisch angewendet, besitzt die Substanz einen nichtendokrinen Effekt auf die Proliferation und die Differenzierung des Haarfollikels. Der genaue Wirkungsmechanismus ist bisher noch nicht bekannt. Weil die Rezeptursubstanz nur eine begrenzte Wasserlöslichkeit aufweist, sind weitere Lösungsmittel bei der Herstellung nötig.
So auch in der NRF-Rezeptur 11.121., die eine Mischung aus Ethanol, Wasser und Propylenglycol sowie als fettende Substanz Isopropylpalmitat, das durch Macrogol-40-glycerolhydroxystearat solubilisiert vorliegt, enthält.
Minoxidil wird bei androgenetischer Alopezie lokal als Spiritus in Konzentrationen von 2 bis 5 Prozent angewendet. Wegen der begrenzten Wasserlöslichkeit sind weitere Lösungsmittel erforderlich.
Die NRF-Rezeptur 11.121. enthält eine Mischung aus Ethanol, Wasser und Propylenglycol sowie als fettende Substanz Isopropylpalmitat, das durch Macrogol-40-glycerolhydroxystearat solubilisiert vorliegt.
In einem mit Glasstab tarierten Becherglas Minoxidil, Isopropylpalmitat, Macrogol-40-glycerolhydroxystearat und Propylenglycol mit Ethanol 70 Prozent mischen.
Wenn nötig, den Ansatz auf dem Wasserbad unter Rühren erwärmen.
Inprozessprüfung: Die warme Flüssigkeit muss gleichmäßig und fast farblos sein, sie darf aber opaleszieren. Es dürfen keine ungelösten Rückstände zu erkennen sein.
Flüssigkeit abdecken und abkühlen lassen.
Inprozessprüfung: Die Flüssigkeit muss fast farblos aussehen, sie darf opaleszieren. Wird Isopropylpalmitat zu großzügig eingewogen, kann eine Opaleszenz bis zu einer milchigen Trübung auftreten. Aber auch niedrige Temperaturen können zu einer Trübung führen, die beim Erwärmen meist wieder verschwindet. Hierbei handelt es nicht um ausgefallenes Minoxidil.
Wird die Lösung aber über einen längeren Zeitraum unterhalb der Raumtemperatur gelagert, kann Minoxidil ausfallen und in Form von Kristallen sichtbar werden. Diese lassen sich durch Wärme meist wieder in Lösung bringen.
Im NRF gibt es den standardisierten Minoxidil-Haarspiritus (NRF 11.121) zu 2 und 5 Prozent. Neben Minoxidil und Ethanol enthält die Rezeptur noch Propylenglycol, Isopropylpalmitat und Macrogol-40-glycerolhydroxystearat.
Alle Bestandteile müssen in einem Becherglas gemischt werden. Obwohl Alkohol enthalten ist, kann die Rezeptur erwärmt werden. Nicht immer löst sich Minoxidil gut. Durch die Wärme wird die Löslichkeit gesteigert.
Vor allem bei nicht standardisierten Rezepturen zeigt sich das Problem mit der Löslichkeit. Der/die PTA sollte, wenn möglich, die NRF-Variante herstellen.
Ethanol und Propylenglycol fördern die Löslichkeit. Dennoch kann es zu Hautirritationen kommen, da Alkohol austrocknend wirkt.
Die Löslichkeit von Minoxidil in Wasser ist weitaus schlechter als in Alkohol: In Wasser lösen sich ungefähr 2 g/l, in Ethanol 29 g/l.
Die Lösung muss vor der Abfüllung frei von Schwebeteilchen sein. Dabei kann die Lösung leichte Opaleszenz aufweisen.
Wichtig: Ob mit oder ohne Erwärmen - Ethanol verdunstet schneller als Wasser. Das verlorene Gewicht wird vor der Abfüllung wieder ergänzt.
Minoxidil ist als Lösung und Schaum im Handel. Ist eine alkoholärmere, weniger irritierende Rezeptur gefragt, kommt die Apotheke ins Spiel.
Die NRF-Rezeptur (11.121) enthält Ethanol, Wasser und Propylenglycol sowie als fettende Substanz Isopropylpalmitat und Macrogol-40-glycerolhydroxystearat. Die Bestandteile werden in einem Becherglas gemischt.
Vor dem Abfüllen muss die Lösung frei von Schwebeteilchen sein. Dabei kann die Lösung eine leichte Opaleszenz bis milchige Trübung aufweisen.
Nicht vergessen: Ob mit oder ohne Erwärmen - Ethanol verdunstet schneller als Wasser.
Wird der Haarspiritus im Kühlschrank gelagert, kann es reversibel zu einer gelartigen Verfestigung der tensidhaltigen Lösungen kommen.
Wird die Lösung aber über einen längeren Zeitraum unterhalb der Raumtemperatur gelagert, kann Minoxidil ausfallen und in Form von Kristallen sichtbar werden.
Nadine Tröbitscher ist PTA. Nach Jahren in der Apotheke und einem Abstecher in den Außendienst hat sie Offizin und Rezeptur gegen die Redaktion getauscht und gehört seit 2016 zum Team von APOTHEKE ADHOC. Von dort wechselte Nadine 2019 zur Redaktion von PTA IN LOVE und ist seit 2020 Chefredakteurin - und seit 2023 gemeinsam mit Patrick Hollstein von APOTHEKE ADHOC. Der Apotheke hat sie nie ganz den Rücken gekehrt und steht noch immer im Handverkauf.
Die Kosten für die Behandlung von Haarausfall muss der/die Kund:in übrigens selbst tragen.
Jugendliche, die sich durch die Anwendung von Minoxidil einen stärkeren Bartwuchs versprechen, handeln außerhalb der Indikation.
Die Gebrauchsanweisung kommt ihr etwas ungenau vor. Sie ruft die Vorschrift des Minoxidil-Haarspiritus auf und schlägt die Dosierung nach. NRF 11.121. listet zwei Konzentrationen: 2 und 5 Prozent.
Es soll, wenn vom Arzt nicht anders angegeben, unabhängig von der Konzentration zweimal täglich 1 ml auf die Kopfhaut aufgetragen werden. Dazu wird eine Kolbenpipette mit Konusspitze als Applikationshilfe mitgegeben.
Der Haarspiritus besteht aus einem Gemisch verschiedener Lösemittel, in denen der Wirkstoff gelöst wird. Da sich Minoxidil in Wasser schwer löst, wird Ethanol 70 % (V/V) als Lösemittel verwendet. Isopropylpalmitat, solubilisiert mit Macrogol-40-glycerolhydroxystearat, kommt als Fettkomponente hinzu, weil der Alkohol die Kopfhaut reizt und austrocknet.
Bei einigen Patientinnen wurde 2 bis 6 Wochen nach Behandlungsbeginn ein vorübergehender Anstieg der Zahl ausgefallener Haare beobachtet. Dieser Effekt beruht darauf, dass Minoxidil die Ruhephase des Haarzyklus verkürzt, so dass vorübergehend vermehrt Haare ausfallen können. Gleichzeitig wird dadurch die Wachstumsphase schneller erreicht und das Wachstum neuer Haare stimuliert.
Derzeit liegen keine Hinweise zu Wechselwirkungen der Lösung mit anderen Mitteln vor.
• 10-11x auf die Pumpe drücken (= 1 ml Lösung), dabei direkt auf die Kopfhaut im Bereich des Haarverlustes sprühen (morgens und abends). Nach jedem Pumpvorgang die Flüssigkeit mit den Fingerspitzen auf der betroffenen Fläche verteilen. Nach dem Auftragen der Lösung sind die Hände sorgfältig zu waschen, um einen versehentlichen Kontakt mit den Schleimhäuten zu vermeiden. Nach dem Auftragen muss zur nächsten Haarwäsche ein Zeitabstand von mindestens 4 Stunden eingehalten werden.
Nicht über 25º C lagern. Nach Öffnen der Flasche ist die Zubereitung 6 Monate verwendbar.
Minoxidil spielt trotz verschiedener Fertigarzneimittel eine Rolle in der Rezeptur - sowohl als Monopräparat als auch in Kombination mit beispielsweise Östrogenen.
Minoxidil ist als Lösung und Schaum im Handel. Ist eine alkoholärmere, weniger irritierende Rezeptur gefragt, kommt die Apotheke ins Spiel.
Minoxidil ist ein weißes bis fast weißes, kristallines Pulver, das in Wasser schwer löslich ist. Eine bessere Löslichkeit hat die Substanz in Propylenglykol und Ethanol.
Wird Minoxidil topisch angewendet, besitzt die Substanz einen nichtendokrinen Effekt auf die Proliferation und die Differenzierung des Haarfollikels. Der genaue Wirkungsmechanismus ist bisher noch nicht bekannt.
Weil die Rezeptursubstanz nur eine begrenzte Wasserlöslichkeit aufweist, sind weitere Lösungsmittel bei der Herstellung nötig.
So auch in der NRF-Rezeptur 11.121., die eine Mischung aus Ethanol, Wasser und Propylenglycol sowie als fettende Substanz Isopropylpalmitat, das durch Macrogol-40-glycerolhydroxystearat solubilisiert vorliegt, enthält.
In einem mit Glasstab tarierten Becherglas Minoxidil, Isopropylpalmitat, Macrogol-40-glycerolhydroxystearat und Propylenglycol mit Ethanol 70 Prozent mischen.
Wenn nötig, den Ansatz auf dem Wasserbad unter Rühren erwärmen.
Inprozessprüfung: Die warme Flüssigkeit muss gleichmäßig und fast farblos sein, sie darf aber opaleszieren. Es dürfen keine ungelösten Rückstände zu erkennen sein.
Flüssigkeit abdecken und abkühlen lassen.
Inprozessprüfung: Die Flüssigkeit muss fast farblos aussehen, sie darf opaleszieren. Wird Isopropylpalmitat zu großzügig eingewogen, kann eine Opaleszenz bis zu einer milchigen Trübung auftreten. Aber auch niedrige Temperaturen können zu einer Trübung führen, die beim Erwärmen meist wieder verschwindet. Hierbei handelt es nicht um ausgefallenes Minoxidil.
Wird die Lösung aber über einen längeren Zeitraum unterhalb der Raumtemperatur gelagert, kann Minoxidil ausfallen und in Form von Kristallen sichtbar werden. Diese lassen sich durch Wärme meist wieder in Lösung bringen.
Der Apotheke hat sie nie ganz den Rücken gekehrt und steht noch immer im Handverkauf.
Die sogenannten Lifestyle-Produkte sind auch als Fertigpräparate erhältlich. Dabei steigen die Preise für Regaine (J&J) & Co. seit Jahren an. Mittlerweile gibt es von Doppelherz ein Produkt zum Kampfpreis; parallel verkauft die Plattform MySpring eine Haarlösung als Defektur.
Die NRF-Rezeptur 11.121 ist eine standardisierte Vorschrift zur Herstellung von Minoxidil-Haarspiritus in zwei Konzentrationen: 2% und 5%. Diese Rezeptur enthält eine Mischung aus Ethanol, Wasser und Propylenglycol sowie Isopropylpalmitat und Macrogol-40-glycerolhydroxystearat, um die Löslichkeit von Minoxidil zu verbessern und Hautirritationen zu reduzieren.
Bestandteile der NRF-Rezeptur 11.121:
Zubereitung:
Wichtige Hinweise:
Minoxidil-Haarspiritus 2% / 5% (NRF 11.121.)
| Bestandteil | 2% | 5% |
|---|---|---|
| Minoxidil | 2,0 g | 5,0 g |
| Isopropylpalmitat | 1,0 g | 1,0 g |
| Macrogol-40-glycerolhydroxystearat | 2,5 g | 2,5 g |
| Propylenglycol | 7,5 g | 15,0 g |
| Ethanol 70% (V/V) | zu 100,0 g | zu 100,0 g |
Minoxidil-Haarspiritus (Quelle: Pharmazeutische Zeitung)
Bei der Herstellung von Minoxidil-Lösungen gibt es einige Herausforderungen, insbesondere im Hinblick auf die Löslichkeit von Minoxidil. Minoxidil hat eine begrenzte Wasserlöslichkeit, daher sind zusätzliche Lösungsmittel wie Ethanol und Propylenglycol erforderlich.
Löslichkeit: Minoxidil in reinem Ethanol zu lösen, stellt übrigens keine Lösung für schnellere Partikelfreiheit dar. In reinen Alkoholen löst sich der Stoff schlechter als in Alkohol-Wasser-Gemischen.
Opaleszenz möglich Ethanol und Propylenglycol fördern die Löslichkeit. Dennoch kann es zu Hautirritationen kommen, da Alkohol austrocknend wirkt.
Die Löslichkeit von Minoxidil in Wasser ist weitaus schlechter als in Alkohol: In Wasser lösen sich ungefähr 2 g/l, in Ethanol 29 g/l.
Die Lösung muss vor der Abfüllung frei von Schwebeteilchen sein. Dabei kann die Lösung leichte Opaleszenz aufweisen.
Achtung bei der Dichte: Minoxidil-Haarspiritus 2 Prozent hat eine Dichte von ρ = 0,910 g/ml und Minoxidil-Haarspiritus 5 Prozent hat eine Dichte von ρ = 0,936 g/ml.
Den Kund:innen sollte mitgeteilt werden, dass es bei längerer Lagerung zur verstärkten Opalenszenz kommen kann. Dabei kann die Aufrahmung des Lipides durch Schütteln rückgängig gemacht werden.
Diese ist nicht geschlechterabhängig.
Bei der Herstellung und Lagerung von Minoxidil-Haarspiritus kann es zu Trübungen kommen. Diese Trübungen werden oft durch eine zu großzügige Einwaage von Isopropylpalmitat verursacht. Es handelt sich dabei jedoch nicht um eine Ausfällung des Wirkstoffs.
Wird das Lipid zu großzügig eingewogen, kann eine Opaleszenz bis milchige Trübung auftreten. Auch durch niedrige Temperaturen kann es zu einer Trübung kommen, beim Erwärmen verschwindet sie in der Regel wieder. Es handelt sich dabei nicht um ausgefallenes Minoxidil.
Jedoch bei längerer Lagerung unter Raumtemperatur, z. B. im Kühlschrank, kann beim 5-prozentigen Spiritus Minoxidil ausfallen, dann sind deutlich Kristalle erkennbar. Sie lassen sich nicht wieder durch Erwärmung in Lösung bringen.
Praxistipp für die Apotheke: auch bei den Hilfsstoffen auf genaue Einwaage achten.
Tipp für die Patienten: Minoxidil-Spiritus nicht kühl aufbewahren. Darauf soll vor allem jetzt in der kalten Jahreszeit geachtet werden.
Nicht immer löst sich Minoxidil gut. Durch die Wärme wird die Löslichkeit gesteigert.
Wichtig ist auch die individuelle Gebrauchsanweisung des Arztes, diese könnte folgendermaßen lauten: „2-mal täglich 1 ml jeweils morgens und abends auf die betroffenen Stellen auf der Kopfhaut auftragen.“ Weiterhin sollten die Hinweise „Vor Gebrauch schütteln“ und „Nicht im Kühlschrank aufbewahren“ auf dem Etikett zu finden sein.
Minoxidil gilt als lichtempfindlich, gelegentlich kommt es zu einer Gelb- oder Orangefärbung der Zubereitung, die wahrscheinlich durch Zersetzungsprodukte entsteht. Die Haltbarkeit der Zubereitung ist daher begrenzt: Die Aufbrauchfrist beträgt in der Glasflasche 6 Monate, die Laufzeit vor Anbruch 1 Jahr.
Bei der Abgabe sollte der Kunde darauf hingewiesen werden, dass der Haarspiritus aufgrund seiner kardiovaskulären Wirkung vor Kindern geschützt aufbewahrt werden muss.
Gut zu wissen: schwere allergische Reaktionen möglich Im Jahr 2016 hat die Europäische Arzneimittelagentur über schwere allergische Reaktionen bei Minoxidil-Zubereitungen zur Anwendung auf der Kopfhaut informiert. Es kam daraufhin zur Aufnahme einer Warnung in der Produktinformation von Fertigarzneimitteln. Bei Rezepturarzneimitteln sind die Kunden bei der Abgabe darüber zu informieren, dass sie bei Schwellungen des Gesichts, der Lippen oder des Rachens den Arzt aufsuchen sollen.
Es dient also nicht zur Therapie einer Erkrankung, sondern es steht eine kosmetische Komponente im Vordergrund. Entsprechende Arzneimittel sind sowohl als Fertigarzneimittel als auch als Rezepturen von der Erstattung durch die gesetzlichen Krankenkassen ausgenommen.
Die Wirkung bei Anwendung bei androgenetischer Alopezie sowohl bei Männern als auch bei Frauen beruht auf einem nichtendokrinen Effekt auf die Proliferation und die Differenzierung des Haarfollikels.
Minoxidil-Zubereitung (Quelle: Zentrallaboratorium Deutscher Apotheker e. V.)
Der vierte Ringversuch des Jahres widmet sich der Herstellung einer alkoholischen Zubereitung mit Minoxidil.
NRF 11.121. Der Zeitraum für den dritten Ringversuch: Flüssige Zubereitung mit Minoxidil ist gestartet. Vom 1. August bis 31. Dezember 2022 können Apotheken ihr Können unter Beweis stellen. Anmeldeschluss ist der 1. November 2022.
Am 1. August hat der Prüfzeitraum für den dritten Ringversuch des Zentrallaboratoriums Deutscher Apotheker e. V. (ZL) begonnen. Bis zum 1. November 2022 können sich Apotheken anmelden und ihr galenisches Können unter Beweis stellen.
Dieses Mal geht es um eine flüssige Darreichungsform mit Minoxidil. Ursprünglich wurde der Wirkstoff Minoxidil als Vasodilator zur Behandlung der Hypertonie verwendet. Mittlerweile kommt er hauptsächlich äußerlich als Haarwuchsmittel zum Einsatz. Bei topischer Anwendung kann Minoxidil bei erblich bedingtem Haarausfall, der sogenannten androgenetischen Alopezie, den Verlauf des Haarausfalls und der Verdünnung der Kopfhaare verlangsamen. Teilweise kommt es auch zu vermehrtem Haarwuchs. Beim Absetzen des Arzneimittels geht der Effekt aber wieder verloren.
Minoxidil hat nur eine begrenzte Wasserlöslichkeit Minoxidil wird in therapeutischen Konzentrationen von 2% und 5% angewendet, die Löslichkeit in Wasser beträgt allerdings bei 20 °C nur 0,2%, also etwa 2 g pro Liter.
Zum Lösen in flüssigen Zubereitungen werden daher noch Alkohole wie Ethanol und Propylenglycol zugesetzt, hier ist die Löslichkeit des Wirkstoffs deutlich besser. In Ethanol beträgt die Löslichkeit etwa 29 g/l, in Propylenglycol etwa 35 g/l.
Interessanterweise löst sich Minoxidil in den einzelnen Flüssigkeiten schlechter als in einer Mischung aus Wasser, Ethanol und Propylenglycol. Bei der Herstellung flüssiger Minoxidil-Zubereitungen ist es daher nicht von Vorteil, die Substanz zunächst in reinem Alkohol aufzulösen.
Im Neuen Rezeptur-Formularium ist unter der Ziffer 11.121. eine geprüfte Rezepturvorschrift zu finden. Diese enthält neben dem Wirkstoff Minoxidil noch die Flüssigkeiten Ethanol, Propylenglycol und Gereinigtes Wasser. Um Irritationen der Kopfhaut durch die austrocknende Wirkung der Alkohole vorzubeugen, wird zusätzlich das fettende Lipid Isopropylpalmitat hinzugefügt. Die lipophile Substanz wird durch den Hilfsstoff Macrogol-40-glycerolhydroxystearat solubilisiert (Erhöhung der Löslichkeit). Bei nicht standardisierten Rezepturen ergeben sich häufig Probleme mit der Löslichkeit, daher wird empfohlen die NRF-Vorschrift herzustellen.
Bei einer ärztlichen Verordnung ohne Angabe der Konzentration ist Minoxidil-Haarspiritus 2% herzustellen.
Dazu werden in einem mit Glasstab tarierten Becherglas der Wirkstoff zusammen mit Isopropylpalmitat, Macrogol-40-glycerolhydroxystearat, Propylenglycol und Ethanol 70% (V/V) gemischt.
Gut zu wissen: Herstellung von Ethanol 70% (V/V) Ethanol 70% (V/V) wird auch als Spiritus dilutus bezeichnet. Zur Herstellung können 66,5 g Ethanol 96% (V/V) mit Gereinigtem Wasser zu 100,0 g verdünnt werden.
Falls erforderlich, kann der Ansatz auf dem Wasserbad unter Rühren leicht erwärmt werden. 2%ige Lösungen lassen sich meist bei Raumtemperatur, 5%ige Lösungen erst bei Erwärmen lösen. Die warme Lösung muss nahezu farblos aussehen, ungelöste Rückstände dürfen nicht zu erkennen sein. Nach dem Erkalten werden Verdunstungsverluste mit Ethanol 70% (V/V) ergänzt und die Flüssigkeit nochmals durchgerührt. Die fertige Zubereitung kann in eine Braunglasflasche mit Kolbenpipette und Steckeinsatz abgepackt werden.
Während der Herstellung und vor allem bei der Lagerung kann beim Minoxidil-Haarspiritus eine leichte Trübung auftreten. Meist ist dieser Effekt durch eine zu großzügige Einwaage der fettenden Substanz Isopropylpalmitat zurückzuführen. Dabei handelt es sich nicht um eine Ausfällung des Wirkstoffs.
Daher sollte auch beim Abwiegen der Hilfsstoffe auf eine genaue Einwaage geachtet werden. Besonders im oberen Teil kann die Zubereitung durch eine Aufrahmung des Lipids trüb erscheinen. Nach dem Umschütteln sollte die Flüssigkeit wieder homogen aussehen.
Falls die fertige Zubereitung zu kalt aufbewahrt wird, kann es ebenfalls zu einer Trübung kommen. Beim Erwärmen auf Raumtemperatur sollte diese wieder verschwinden. Bei einer längeren Lagerung im Kühlschrank kann der Wirkstoff allerdings in großen Kristallen ausfallen, die dann nicht mehr ohne Weiteres in Lösung gebracht werden können.
Die Aufbewahrung des Minoxidil-Haarspiritus darf daher nicht im Kühlschrank, also bei Temperaturen zwischen 2 °C und 8 °C, erfolgen.
Neben der üblichen Kennzeichnung der Zubereitung nach § 14 Apothekenbetriebsordnung ist die Bezeichnung und die Ziffer der hergestellten NRF-Vorschrift auf das Etikett zu schreiben.
Weiterhin sollten die Hinweise „Vor Gebrauch schütteln“ und „Nicht im Kühlschrank aufbewahren“ auf dem Etikett zu finden sein.
Minoxidil gilt als lichtempfindlich, gelegentlich kommt es zu einer Gelb- oder Orangefärbung der Zubereitung, die wahrscheinlich durch Zersetzungsprodukte entsteht. Die Haltbarkeit der Zubereitung ist daher begrenzt: Die Aufbrauchfrist beträgt in der Glasflasche 6 Monate, die Laufzeit vor Anbruch 1 Jahr.
Bei der Abgabe sollte der Kunde darauf hingewiesen werden, dass der Haarspiritus aufgrund seiner kardiovaskulären Wirkung vor Kindern geschützt aufbewahrt werden muss.
Im Jahr 2016 hat die Europäische Arzneimittelagentur über schwere allergische Reaktionen bei Minoxidil-Zubereitungen zur Anwendung auf der Kopfhaut informiert. Es kam daraufhin zur Aufnahme einer Warnung in der Produktinformation von Fertigarzneimitteln. Bei Rezepturarzneimitteln sind die Kunden bei der Abgabe darüber zu informieren, dass sie bei Schwellungen des Gesichts, der Lippen oder des Rachens den Arzt aufsuchen sollen.
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