Merkur Futur 700 Test: Ein umfassender Überblick über den Rasierhobel-Klassiker

Der Merkur Futur 700 ist ein Rasierhobel, der seit 1983 Maßstäbe in puncto Design und Funktionalität setzt. Mit seiner matten Chromoberfläche zieht er die Blicke auf sich. Die innovative Technologie des verstellbaren Klingenspalts ermöglicht eine individuelle Anpassung an die persönlichen Rasur Bedürfnisse des Rasierhobel-Kenners.

Design und Handhabung

Der Merkur Futur Duoclip, Modell 701, ist glanzverchromt und in sechs Stufen einstellbar. Erhältlich ist er ab ca. 60 € (online). Hier sind einige Maße:

  • Länge über alles: 10,8 cm
  • Breite Kopf: 5,1 cm
  • Höhe Kopf (mittig): 1,3 cm
  • Gewicht: 122 g

Der Rasierer hat am Griff eine Verjüngung, die der typischen Halteposition entspricht und damit angenehm ist. Aufgrund des Gewichts, des klobigen Kopfes und dieser Halteposition wird der Rasierer für meinen Geschmack sehr kopflastig. Dies führte anfangs dazu, dass ich den Rasierer fester halten wollte als nötig und damit zu viel Druck auf die Haut ausübte. Es dauerte ein paar Rasuren bis ich mir dies vollständig abgewöhnt hatte. Anfänger laufen m.E. Gefahr, sich hier eine falsche Rasur-Technik anzugewöhnen.

Die Kopfplatte, die die Rasierklinge hält, wird mit zwei Clip-Bolzen in zwei an der Bodenplatte angebrachte federnde Metallstäbe geklemmt. Die Rasierklinge muss von oben etwas angedrückt werden, um sie vollständig über die Halterung der Bodenplatte zu legen. Diese Halterungen ragen nur geringfügig über die Rasierklinge hinaus. Die Kopfplatte ist seitlich geschlossen und kann an diesen Stellen hoch gedrückt werden, um sie wieder von der Bodenplatte zu lösen und die Klinge zu entnehmen. Beim Hochdrücken der Kopfplatte hat sich in den meisten Fällen auch die Klinge von der Halterung gelöst oder ist sogar heruntergefallen. Ich habe ein gutes Reaktionsvermögen und wollte anfangs schon nach einer runterfallenden Klinge greifen. Des Weiteren muss man den Kopf ordentlich festhalten, wenn man die Einstellung über den Griff ändern will (Empfehlung: Mittel- und Zeigefinger unter der Bodenplatte und Daumen auf der Kopfplatte halten; nicht umgreifen!).

Die Stufeneinstellung startete bei diesem Rasierer zwischen den Stufen 1 und 2 statt mit der Stufe 1 zu beginnen.Der klobige Kopf führt dazu, dass ich beim Konturenschneiden des Schnurbartes neben den Nasenflügeln nicht an die gesamte Bartbreite heranreichte und auch nur schwer einschätzen konnte, wie nahe ich bereits am Barthaar war.

Um den gesamten Rasierer zu zerlegen, schraubt man den Kopf vom Griff ab. Was ich nicht wusste war, dass zwischen Griff und Kopf eine sehr kräftige Feder sitzt, die die Bodenplatte hebt oder senkt, wenn man den Klingenspalt verändern will. Hoppla, da wäre mir der Kopf beinahe quer durch die Küche geschossen, als ich ihn ganz vom Griff gelöst hatte. Also beim Auseinanderbauen gut den Kopf festhalten. Spätestens ab der Stufe 4 fällt auf, dass das Federsystem die Halterung mit der Klinge nicht über die gesamte Breite gleichmäßig anhebt. Die Klinge saß optisch erkennbar schräg im Hobel (ähnlich einem Schrägschnitthobel). Haben das auch andere Merkur Futurs?

Rasur-Ergebnisse

Es folgt ein Überblick über die Rasur-Ergebnisse mit dem Merkur Futur, basierend auf einem Test mit verschiedenen Einstellungen und Bartlängen:

Test-Setup:

  • Rasierseife: Taylor of Old Bond Street Sandelholz
  • Rasierklinge: Astra Superior Platinum (alle Rasuren mit derselben Klinge)

Testergebnisse:

  • Stufe 2: Nur ein sehr dumpfes Feedback, wahrscheinlich aufgrund der starken Einspannung der Klinge sowie der geschlossenen Bauform des Kopfes. Ergebnis ohne Nachputzen noch spürbar stoppelig.
  • Stufe 3: Wieder das gewohnte Knistern beim Rasieren. Das Rasur-Ergebnis ist bei Stufe 3 schon sehr ordentlich, d.h. wenige Stoppel die gegen den Strich noch spürbar sind. Fürs Büro und abends mal Ausgehen reicht es auf jeden Fall.
  • Stufe 4: Ein sehr gutes Ergebnis. Minimale Blutpunkte, die nach dem kaltem Wasser bereits weg waren, fast aalglatt oder von mir aus auch "Baby-Popo" sowie keine Hautreizungen.
  • Stufen 5 und 6: Mit viel Respekt und Muße sehr sorgfältig gearbeitet. Stufe 5 war ebenfalls noch mit leichten Blutpunkten und Hautirritationen akzeptabel, während die Stufe 6 mir zwei stärkere Blutpunkte einhandelte und die Hautirritationen waren noch deutlich ca. 1 Stunde lang zu spüren.
  • Favoriteneinstellung: Rasur auf Stufe 4 mit dem Bartwuchs und dann auf Stufe 3 gegen den Bartwuchs. Mit etwas ,,Nachputzen" an den mir bekannten Stellen war alles aalglatt, es gab nur minimale Blutpunkte (nach dem kalten Wasser weg) und keine Hautirritationen.

Wenn man für sich die richtige Stufe gefunden hat, sind die Ergebnisse des Futurs wirklich sehr gut. Bei mir waren es Stufe 4 mit dem Bartwuchs und 3 gegen den Bartwuchs. Aus meiner Sicht machten es die Stufen 5 und 6 nicht besser, mit dem Risiko sich eher zu schneiden bzw. Hautirritationen hervorzurufen.

Vor- und Nachteile des Rasierhobels im Vergleich zum Systemrasierer

Die Beliebtheit des Rasierhobels liegt in seiner Präzision, Wirtschaftlichkeit und Nachhaltigkeit. Dieser traditionelle Rasierer, oft auch als Sicherheitsrasierer bezeichnet, ist bekannt für seine einfache Handhabung und effektive Rasur.

Hier ist eine Tabelle, die die wichtigsten Vor- und Nachteile von Rasierhobeln im Vergleich zu Systemrasierern zusammenfasst:

Aspekt Rasierhobel Systemrasierer
Hautirritationen Geringer, da nur eine Klinge Höher, durch Mehrfachklingen
Hygiene Leichter zu reinigen, Klingenwechsel Schwerer zu reinigen, Bakterienbildung
Chemikalien Kein Gleitstreifen notwendig Gleitstreifen mit PEG-Derivaten
Kosten Günstige Klingen, lange Lebensdauer Teure Klingen, kürzere Lebensdauer
Umweltfreundlichkeit Weniger Plastikmüll Mehr Plastikmüll

Durch die Verwendung hochwertiger und sauberer Klingen verminderst du das Risiko von Hautirritationen oder Rasurbrand. Auch der Verzicht auf einen in Chemikalien getränkten Gleitstreifens schont die Haut, sodass du eine sanfte und gründliche Rasur genießt. Ob der Kostenvorteil eines klassischen Hobels für dich von Relevanz ist, musst du selbst entscheiden. Der umweltschonende Aspekt spricht jedoch ganz klar für den Hobel.

Die perfekte Rasur mit dem Rasierhobel: Tipps und Tricks

Für eine gründliche Rasur durch den Rasierhobel ist die richtige Vorbereitung von Haut und Barthaar entscheidend. Idealerweise erfolgt die Rasur nach einer warmen Dusche, denn das öffnet die Poren und macht die Barthaare weich. Seifenschaum, Rasieröl oder -gel bereiten die Haut zusätzlich auf die Klinge vor.

Beim Rasieren mit einem Rasierhobel ist es wichtig, keinen starken Druck auszuüben, der Rasierhobel verrichtet durch sein Eigengewicht nämlich bereits Arbeit. Führen Sie die Klinge in einem Winkel von etwa 30° zur Haut, um eine gründliche und zugleich hautschonende Rasur zu erzielen.

Zusätzliche Tipps:

  • Gesicht mit warmem Wasser anfeuchten.
  • Bei Bedarf erneut einschäumen und ein zweites Mal rasieren.
  • Hobel unter warmem Wasser ausspülen.
  • Die zweischneidige Klinge hält länger, wenn sie nach der Rasur mindestens 24 Stunden pausieren kann.

Wartung des Merkur Futur Rasierhobels

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