Merinowolle Pflege: Waschen, Shampoo und mehr

Gut gepflegte Wolle ist einfach großartig, gemütlich und kuschelig. Damit das lange so bleibt, sollten Sie beim Wolle waschen ein paar Tipps beachten. Darum zeigen wir Ihnen, wie Ihre Strick-Lieblinge lange schön und in Form bleiben.

Warum Merinowolle besondere Pflege benötigt

Wolle ist aufgebaut wie das menschliche Haar. Häufiges Waschen kann es stark strapazieren. Wird es im nassen Zustand stark gerieben, kann Wolle aufrauen und verliert ihre Kuscheligkeit. Daher sollten Sie Wolle so wenig wie möglich waschen.

Bei diesem Naturmaterial reicht es ohnehin oft aus, Kleidungsstücke nach einmaligen Tragen gut an der frischen Luft auszulüften. Ist die Wäsche trotzdem unvermeidlich, sollten Sie Wolle immer sehr achtsam und sanft waschen.

Die Wolle der Merinoschafe besitzt einen hohen Anteil an Keratin und Lanolin und hat eine schuppige Oberfläche. Dadurch profitieren wir von der natürlichen, selbstreinigenden Wirkung der Wolle, z. B. gegen Schweiß.

Wolle kann ca. 30% ihres Eigengewichts an Feuchtigkeit aufnehmen, ohne sich feucht anzufühlen. Wolle ermöglicht nämlich durch die starke Kräuselung der Faser einen hohen Lufteinschluss. Das heißt, sie kann Wärme gut speichern.

Merinowolle richtig waschen

Merinowolle richtig waschen & pflegen (Deutsch) | PROTACT LAB

Merinowolle lässt sich problemlos in der Waschmaschine reinigen. Die Wollfasern sind heutzutage so ausgestattet, dass Du Deine Merinobekleidung ganz normal in der Waschmaschine bei 30 bis 40°C waschen kannst. Mit dem richtigen Programm ist die Maschinenwäsche sogar schonender als eine Handwäsche.

Wollwäsche kann durchaus in der Waschmaschine gewaschen werden. Die ideale Waschtemperatur für die Waschmaschine liegt bei etwa 30 Grad. Nutzen Sie dabei den Wollwaschgang und achten Sie auf die richtige Temperatur entsprechend dem Etikett (hier finden Sie eine Übersicht über alle Pflegesymbole).

Merino-Wolle darf nur bei max. 30°C in der Waschmaschine gewaschen werden.

Wichtig: Befüllen Sie die Waschmaschinentrommel höchstens bis zur Hälfte, waschen Sie mit viel Wasser und reduzieren Sie die Schleuderdrehzahl, da der empfindliche Stoff nicht zu sehr geschleudert werden sollte.

Achte darauf, dass die Drehzahl beim Schleudern nicht zu hoch ist (max.

Mit einem Pflegeleicht- oder Wollwaschgang bei 30°C machst Du bei Merinowolle in der Regel nichts falsch - sofern das Teil für die Waschmaschine geeignet ist.

Reißverschlüsse, Klett & Co. schließen und Kleidungsstücke auf links drehen.

Waschbeutel verwenden: Für besonders feine Teile (Qualitäten unter 180g/m²) eignet sich ein Wollwaschbeutel oder ein Wäschesäckchen - vor allem, wenn Knöpfe oder Reißverschlüsse mit in der Trommel landen.

Trommel maximal halb füllen.

Temperatur: Nicht zu warm waschen, um Einlaufen und Verfilzen zu vermeiden.

Merinowolle schleudern: Ideal sind kurze Schleudergänge. Kleine Teile vertragen bis zu 1.000 Umdrehungen.

Nicht im Trockner!!! Merinoprodukte kann man ganz einfach auf der Leine trocknen.

Das richtige Waschmittel für Merinowolle

Normale Waschmittel, also Voll- oder Color-Waschmittel, sind bei Wolle absolut tabu. Benutzen Sie stattdessen ein spezielles Wollwaschmittel ohne Bleiche. Wenn Sie Ihrem Lieblingsstück eine Extraportion Pflege zugutekommen lassen wollen, dann greifen Sie zu speziellen Wollspülungen mit natürlichem Wollwachs, sogenanntem Lanolin. Die Fasern danken es Ihnen mit besonderer Kuscheligkeit.

Um die sensible Struktur der feinen Wollfasern nicht zu zerstören, verwende für Merinowolle keine Waschmittel, die Weichspüler (kationische Tenside), Bleichmittel oder das Enzym Protease enthalten.

👉 Achtung: Auch ausgewiesene Wollwaschmittel können Protease (Enzyme) beinhalten. Lies hier in jedem Fall die Produktbeschreibung. Noch besser sind biologische Waschmittel ohne künstliche Zusätze oder Bio-Waschlösungen ohne Seife und ohne alkalischen pH-Wert.

Auch ein pH-neutrales Feinwaschmittel kannst du verwenden, sofern das Feinwaschmittel nicht das Enzym Protease enthält. Bitte verwende keinen Weichspüler!

Auch Babyshampoo ist geeignet. Diese Lösungen eignen sich gleichzeitig für Wolle und Seide.

💡 Warum keine Enzyme im Merino-Waschmittel? Das Enzym Protease in Waschmittel soll normalerweise Eiweißflecken lösen.

Spezielle biologische Merino-Waschmittel gibt es etwa von Nikwax, Fibertec, Grangers oder Toko.

Wenn will man unterwegs waschen, kann man auch gut ein Shampoo nutzen.

Handwäsche von Merinowolle

Gibt der Hersteller andere Pflegehinweise an, solltest du darauf verzichten, die Merinokleidung in der Waschmaschine zu waschen. Denn dann ist das gute Stück entweder aus einem empfindlicheren Materialmix oder seine Fasern sind nicht speziell vorbehandelt.

Pflegeanleitung des Herstellers beachten.

Helle und dunkle Kleidung getrennt voneinander waschen.

Zipper, Klett & Knöpfe schließen.

Kleidungsstücke auf links drehen.

In handwarmem Wasser im Waschbecken oder einer Schüssel einen kleinen Spritzer geeignetes Wollwaschmittel verrühren. Meist reicht eine Verschlusskappe (zehn Milliliter) auf fünf Liter Wasser. So viel Wasser verwenden, dass sich die Kleidung leicht bewegen lässt.

Die Wäsche einweichen und dabei sanft ins Wasser drücken. Tabu ist wringen, reiben und kneten. Denn Wolle reagiert speziell in feuchtem Zustand sehr empfindlich auf mechanische Einflüsse.

Fünf bis maximal 15 Minuten waschen, dabei immer wieder kurz ruhen lassen, sanft bewegen und drücken.

Wasser ablaufen lassen, Bekleidung leicht falten, ausdrücken, nicht wringen.

Anschließend großzügig mit kaltem bis lauwarmem Wasser ausspülen. Vor allem bei der Handwäsche können Schmutz- und Waschmittelreste zurückbleiben. Sammeln diese sich an, heften sich Bakterien daran - und die geruchsabweisenden Eigenschaften der Wolle sind dahin.

Ein Schuss Essig im letzten Spülgang frischt die Farbe auf, entfernt Kalkrückstände aus den Fasern und verbessert so die Weichheit.

Trocknen von Merinowolle

Nach der Wäsche das Wasser sanft ausdrücken, nicht wringen.

Keinen Trockner verwenden (außer es ist im Etikett explizit vermerkt - beispielsweise verträgt Wollunterwäsche von Devold das Trocknen im Trockner, da sie bereits vorgeschrumpft ist).

Nach der Handwäsche: Wolle nicht tropfnass aufhängen, um Formverlust zu vermeiden. Das Wasser wie in der Anleitung oben beschrieben sanft ausdrücken.

Mit einem trockenen Handtuch als Unterlage die Merinobekleidung liegend auf dem Wäscheständer ausbreiten oder, wenn sie leicht ist, auf einem Bügel oder hängend - am besten an der frischen Luft - trocknen.

Während des Trocknens hin und wieder wenden, schütteln und umhängen.

Merinowolle trocknet von Natur aus schnell.

Nicht auf die Heizung oder in die pralle Sonne legen. Das macht Wolle hart und kratzig.

Bügeln: Wollkleidung muss in der Regel nicht gebügelt werden!

Merinowolle trocknet am liebsten liegend auf einem Wäscheständer.

Weitere Pflegetipps für Merinowolle

(Merino-)Wolle muss nicht nach jedem Tragen gewaschen werden. Probiere es zunächst mit Auslüften. Da Wolle selbstreinigend ist, verflüchtigen sich Gerüche in der Regel über Nacht.

Ortovox empfiehlt, Bekleidung aus Merinowolle nach drei oder vier Tagen aktiver sportlicher Benutzung zu waschen.

Auch vor dem ersten Tragen kannst Du Deine neue Merinokleidung nach dieser Anleitung schonend waschen.

Kleine Flecken kannst Du vorsichtig abreiben oder unter fließendem, lauwarmem Wasser abspülen, ohne dass die Kleidung gleich in die Waschmaschine wandern muss. So schonst Du Dein Merino-Kleidungsstück.

Stärkere Flecken mit etwas Wollwaschmittel oder flüssiger Gallseife betupfen (vorher an unauffälliger Stelle testen!), sanft mit einem Schwamm einarbeiten und 15 Minuten wirken lassen. Danach auswaschen und gut spülen oder direkt in die Waschmaschine geben.

Verwende nie heißes Wasser.

Deo-, Parfüm-, (Sonnen-)Cremereste oder Schweißränder solltest Du nie mehrere Wochen lang bis zum nächsten Waschgang im Kleidungsstück lassen. Aggressiver Schmutz schädigt nicht nur die sensiblen Merinofasern, sondern hilft auch Bakterien bei der Vermehrung.

Wenn Du die Waschanleitung des Herstellers Deiner Merinobekleidung befolgst, geht diese auch beim ersten Waschen in der Regel nicht ein. Generell kann sich die Passform bei Textilien nach dem Waschen leicht verändern. Wollprodukte können anschließend in Form gezogen werden.

Wird Merinowolle zu warm gewaschen (zum Beispiel bei 60°C), besteht wie bei allen Wollarten die Gefahr, dass sie sich verzieht und einläuft. Das kann auch passieren, wenn die Maschine (oder der Handwäscher) vom warmen Waschgang zum kalten Spülgang wechselt und die Wolle einen „Kälteschock“ bekommt.

Tipp: Waschzettel bzw. Pflegeetikett nicht entfernen!

Was tun bei Pilling?

Beim Herstellen von Wolle schleichen sich immer mal kürzere Wollfäden zwischen die langen. Diese kurzen Stücke können mit der Zeit an die Oberfläche gelangen wo sie zu kleinen Knötchen verfilzen.

Pilling kann man verhindern, indem man hin und wieder seine Merino Produkte gemeinsam mit einem raueren Produkt (z.B. einer Jeans) in die Waschmaschine steckt. So werden die kleinen Fädchen abgerubbelt, bevor sie überhaupt verfilzen können.

Um kleine Fusselknötchen zu verhindern, kannst du dein Merino-Produkt ab und zu mit einer rauen Jeans oder etwas ähnlichem waschen.

Sollte das Pilling bereits aufgetreten sein, kannst du die kleinen Knötchen einfach mit einem Fusselrasierer sehr vorsichtig entfernen.

Merinowolle und Mottenschutz

Kleidermotten lieben Wolle, da sie sich vom Keratin ernähren. Sie knabbern auch an pflanzlichem und synthetischem Gewebe, verdauen es allerdings nicht.

Du kannst einen Mottenbefall verhindern, indem du die Wollsachen gründlich wäschst, bevor du sie im Schrank verstaust. Denn Hautschuppen oder andere organische Rückstände ziehen Motten noch zusätzlich an.

Zusammenfassung der wichtigsten Punkte

Punkt Empfehlung
Waschtemperatur 30-40°C
Waschmittel Spezial-Wollwaschmittel ohne Enzyme und Bleiche
Schleuderdrehzahl Niedrig (max. 600 U/min)
Trockner Vermeiden
Bügeln Nicht notwendig

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