Faszinierende Fakten über Menschen mit roten Haaren

Jede/r Rothaarige kennt die Konfrontation mit typischen Klischees. Aber sind rothaarige Menschen wirklich "anders"? Viele Rothaarige werden dieses Gefühl von "anders sein" kennen. Man hat nicht nur eine andere Haarfarbe als der Durchschnitts-Deutsche, hellere Haut und oftmals Sommersprossen, sondern darf sich im Laufe seines Lebens auch gewisse Bezeichnungen und Sprüche anhören, die nicht immer nett gemeint sind.

Es gibt nicht viele Rothaarige auf der Welt und es werden immer weniger. Ihnen werden gewisse Eigenschaften und Fähigkeiten angehängt, die oftmals nur Gerüchte sind. Ob rothaarige Menschen wirklich anders sind und was sie besonders macht, erfahren Sie in diesen Fakten.


Eine rothaarige Frau mit Sommersprossen

Seltenheit und Verbreitung

Rothaarige Menschen sind tatsächlich selten: Sie machen nur ein bis zwei Prozent der Weltbevölkerung aus. Viele denken, die meisten Rothaarigen würden in Irland leben - falsch gedacht. Der größte Anteil (13%) lebt nämlich in Schottland. Erst danach folgen Irland und anschließend Wales. In Deutschland leben dagegen nur etwas zwei Prozent.

Schottland ist das Land mit der höchsten Rothaarigen-Dichte - hier haben vierzehn von 100 Menschen rote Haare. In Irland, der „Insel der Rotschöpfe“, sind es mit zehn Prozent etwas weniger. Rote Haare sind auffällig - und sehr selten. Nur etwa ein bis zwei Prozent der Weltbevölkerung haben sie, meist in Kombination mit heller Haut und Sommersprossen.

Die Genetik roter Haare

Das so genannte "Ginger-Gen" ist verantwortlich für das Aussehen der Rothaarigen. Dabei handelt es sich um eine Veränderung des Gens MC1R, welches bei den meisten Rothaarigen funktionslos ist. Das führt dazu, dass das Pigment Eumelanin nicht gebildet werden kann und somit das Pigment Phäomelanin überwiegt. Bei "normalen" Menschen sind die beiden Pigmente nämlich im Gleichgewicht, was bedeutet, dass die roten Haare eigentlich bloß ein Gendefekt sind.

Grund für die ungewöhnliche Haarfarbe ist eine Mutation in dem Protein MC1R. Dieses bestimmt, welche Pigmente, also Farbstoffe, gebildet werden. Für die Färbung der Haare ist das Pigment Melanin verantwortlich, das beim Menschen in zwei Varianten vorkommt: Eumelanin und Phäomelanin. Die jeweilige Mischung ergibt dann die Haarfarbe: Viel Eumelanin sorgt für braunes und schwarzes Haar, viel Phäomelanin für blondes und rotes.

In der Regel setzt sich Eumelanin durch. Bei den meisten Rothaarigen ist es funktionslos. Bei ihnen überwiegt das Pigment Phäomelanin, das auch für helle Haut verantwortlich ist. Vererbt werden rote Haare in der Regel nur, wenn Vater und Mutter rothaarig oder zumindest blond sind.

Für die Haarfarbe ist ein bestimmtes Gen auf Chromosom 16 zuständig. Je nachdem welche Variante dieses Gens ein Mensch trägt, hat er unterschiedliche Pigmente in seinen Haaren. Bei Dunkelhaarigen werden von den Haarfollikeln große Mengen des Farbstoffs Eumelanin produziert und in die Hornstruktur eingelagert. Überwiegt Phäomelanin, so wird die Haarpracht rot oder rotblond. Weißblonde Menschen hingegen haben von beiden Melaninarten wenig. Ihre Haare sind deshalb fast farbstofffrei.


Die Genetik der roten Haare

Jeder Mensch hat den Erbgutbaustein MC1R, der die Bauanleitung für den Melanocortin-1-Rezeptor liefert. Vor mehr als 50.000 Jahren ist in diesem MC1R-Gen viele Male unabhängig voneinander eine Mutation, eine kleine Veränderung, aufgetreten.

Mark Stoneking und sein Team vom Max-Planck-Institut für Evolutionäre Anthropologie in Leipzig (MPI-Eva) und viele andere internationale Wissenschaftler konnten dies für Homo sapiens zeigen. Mehr als 70 verschiedene Varianten dieses Genes wurden bislang entdeckt, von fünfen ist klar, dass sie zur roten Haarfarbe führen.

Vererbung

Kinder mit roten Haaren werden seltener geboren, da die für die roten Haare verantwortliche Gen-Mutation (MC1R) rezessiv vererbbar ist. Das bedeutet, dass das Kind nur rote Haare bekommen wird, wenn beide Elternteile dieses Gen in sich tragen. Es gibt zwar viele Leute, die ein "Ginger-Gen" in sich tragen, jedoch hat der jeweilige Partner nur selten auch die Gen-Mutation.

Bislang haben Wissenschaftler fünf Varianten des MC1-R-Gens entdeckt, die Rothaarigkeit begünstigen. Vererbt ein Elternteil eine dieser Varianten, wird der Nachwuchs möglicherweise rote Haare bekommen. Vererben aber beide Eltern eine solche Variante, ist die Wahrscheinlichkeit für einen Rotschopf sehr hoch. Zwei Kopien, eine von der Mutter, eine vom Vater, müssen vorhanden sein, damit das Kind rothaarig wird.

Besonderheiten und Eigenschaften

Rothaarige Menschen sagt man viele besondere Eigenschaften nach. Aber wetten, dass Sie diese fünf überraschenden Fakten noch nicht kannten?

Augenfarbe

Die meisten Rothaarigen haben grüne oder braune Augen. Die seltenste Kombination auf der Welt sind rote Haare und blaue Augen, da blaue Augen, genau wie rote Haare, rezessiv vererbt werden.

Schmerzempfindlichkeit

Rothaarige haben insgesamt eine höhere Schmerzempfindlichkeit als andere. Das liegt ebenfalls an ihrer veränderten Schmerzempfindlichkeit.

Jeffrey Mogil von der McGill University in Montreal konnte zeigen, dass Mäuse und rothaarige Menschen mit diesen Erbanlagen Schmerz anders wahrnehmen als dunkelhaarige Artgenossen. Ist ihr MC1R-Gen so verändert, dass infolgedessen kaum mehr Eumelanin gebildet wird, so sind sie schmerzempfindlicher.

Mythos Rothaarige (2016)

Gleichzeit sprechen sie auf ein bestimmtes Schmerzmittel, ein Morphin, sensibler an. Gegenüber Narkosemitteln aber sind sie unempfindlicher. Ein paradox klingender Befund, den bis heute niemand gänzlich aufgeklärt hat.

Studien haben ergeben, dass Menschen mit roten Haaren ein anderes Schmerzempfinden haben. Sie benötigen in der Regel bis zu 20 Prozent weniger Narkosemittel als andere.

Haut und Sonnenempfindlichkeit

Dadurch, dass die helle Haut Rothaariger mehr Sonnenlicht durchlässt, bekommen sie auch schneller Sonnenbrände und sind anfälliger für Hautkrebs.

Menschen mit roten Haaren haben weniger und andere Pigmente in den Haaren und der Haut. Letztere ist sehr hell und empfindlich gegenüber Sonnenstrahlen. Es ist bekannt, dass wiederholte Sonnenbrände das Risiko für Hautkrebs steigern.

Anzahl der Haare

Auch wenn es bei den meisten Rotschöpfen so aussieht, als hätten sie mehr Haare auf dem Kopf als andere, ist eigentlich genau das Gegenteil wissenschaftlich bewiesen worden. Im Gegensatz zu Blonden und Brünetten, die 100.000 bis 120.000 Haare auf dem Kopf haben, besitzen sie nur etwa 90.000. Dafür sind diese allerdings dicker.

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Rothaarige Frau im Sonnenlicht

Weitere interessante Fakten

  • Rote Haare werden später grau: Da rote Haare ihre Pigmente deutlich länger behalten als andere Haarfarben, werden diese erst später grau, beziehungsweise meistens beige bis weiß.
  • Schlechter Färben: Da rote Haare sehr stark an ihren Pigmenten festhalten, sind sie schwierig zu färben. Nur wenn vorher die Haare gebleicht werden, nehmen sie die neue Farbe an.
  • Leichter zu Identifizieren: Rothaarige sollten keine kriminelle Karriere einschlagen, denn sie sind aufgrund des Gens (MC1R) für die Polizei leicht zu identifizieren.
  • Rothaarigentag: Jedes Jahr werden am ersten Wochenende im September die sogenannte "Redheaddays" in den Niederlanden gefeiert.
  • Erfolgreicher: Viele Studien zeigen, dass rothaarige Menschen erfolgreicher sind.

Es gibt ein Magazin nur für Rothaarige: Der Name? MC1R!

In den Niederlanden findet seit 2007 jeweils Ende August bzw. Anfang September das "Roodharigendag" (Rothaarigentag) statt. Auf diesem Event wird gefeiert und es werden Vorträge sowie Workshops zu spezifischen Themen abgehalten.

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