Haarausfall bei langem Haar: Ursachen, Behandlung und Mythen

Wie viele Haarwurzeln ein Mensch hat, steht schon bei der Geburt fest. Neue Haarfollikel zu erzeugen, ist nicht möglich. Viele möchten voluminöses und glänzendes Haar. Über die Haarstruktur entscheiden aber die Gene. Hier erfahren Sie mehr über die Ursachen und Behandlung von Haarausfall, insbesondere im Zusammenhang mit langen Haaren.

Ursachen von Haarausfall

Die Ursachen für Haarausfall sind vielschichtig. Oft kommen mehrere Gründe zusammen - von Hormonschwankungen über Stress bis hin zu Autoimmunerkrankungen - und müssen erstmal eingegrenzt werden. Die häufigste Form des Haarverlusts bei Männern und Frauen ist die genetische, familiäre Veranlagung. Beim genetisch bedingten Haarausfall liegt also das Problem direkt an den überempfindlichen Haarfollikeln in der Kopfhaut. Weil Gene sich nicht verändern lassen, ist das Ziel, zumindest das Voranschreiten des erblich bedingten Haarausfalls aufzuhalten.

Es gibt unterschiedliche Arten von Haarausfall, die verschiedene Ursachen haben können. Unterschieden wird bei Haarausfall in vier grundlegende Formen der Alopezie: erblich bedingter Haarausfall, stressbedingter Haarausfall, diffuser Haarausfall und kreisrunder Haarausfall. An den zugrundeliegenden Haarausfall Ursachen und Symptomen können diese voneinander abgegrenzt werden.

Besonders häufig kommen diese Formen vor:

  • Erblich bedingter Haarausfall (androgenetische Alopezie): Die Haarwurzeln reagieren empfindlich auf das männliche Geschlechtshormon DHT.
  • Kreisrunder Haarausfall (Alopecia areata): Vermutlich eine Autoimmunerkrankung, bei der weiße Blutkörperchen die Haarwurzeln angreifen.
  • Diffuser Haarausfall (Alopecia diffusa): Kann durch Stress, mangelhafte Ernährung, hormonelle Umstellungen oder Schilddrüsenerkrankungen verursacht werden.
  • Vernarbender Haarausfall (Alopecia cicatricalis): Führt zu Entzündungen und Narbenbildung an den betroffenen Hautstellen.

Stress als Ursache

Auch Stress kann auf das Haarfollikel einwirken und an entzündlichen Reaktionen wie etwa beim kreisrunden Haarausfall beteiligt sein. Die Haarwurzel wird zusätzlich befeuert über benachbarte, ebenfalls gestresste Immun- und Gefäßzellen. Aber Haare reagieren nicht immer auf Stress. Experten vermuten, es hängt von der Art, Intensität und Dauer des Stresses ab.

Hormone als Ursache

Auch bei Frauen ist die Überempfindlichkeit gegenüber dem männlichen Sexualhormon Dihydrotestosteron (DHT), das auch vom weiblichen Körper in geringen Mengen produziert wird, der Auslöser des androgenetischen Haarausfalls. Dieser tritt jedoch nicht ein, solang das von Frauen gleichzeitig produzierte weibliche Sexualhormon Östrogen ausreicht, um eine Überempfindlichkeit zu neutralisieren. Erst wenn sich die Produktion von Östrogen deutlich verringert, beispielsweise in der Menopause, bei einer Schwangerschaft oder durch Einnahme bzw.

Medikamente als Ursache

Haarausfall kann auch durch verschiedene Medikamente ausgelöst werden. Häufig werden hier Blutverdünner, Mittel gegen Bluthochdruck oder Cholesterinsenker genannt. Bei der Einnahme von Medikamenten können Wirkstoffe innerhalb der Wachstumsphase über das Blut in die Haarwurzeln gelangen und dort das Haarwachstum bremsen oder sogar stoppen.

Verschreibungspflichtige Beta-Blocker, die gegen Bluthochdruck und Herzrhythmusstörungen verschrieben werden, können in einigen Fällen dazu führen, dass die Haarwurzeln absterben. Ist dies der Fall, können keine neuen Haare mehr ausgebildet werden. Besonders die Wirkstoffe Metoprolol und Propanolol werden mit dieser Nebenwirkung in Zusammenhang gebracht. Viele Menschen haben Ibuprofen als Schmerzmittel in der Hausapotheke. Bei häufiger Einnahme kann das Haar dünner werden und schließlich kann es auch zu Haarausfall kommen.

Heparin ist dabei eines der gängigsten Arzneimittel und eine der Haarausfall Ursachen. Denn Heparin beschädigt die Haarfollikel und führt so zu Haarausfall. Ärzte verschreiben bei Akne und einigen anderen Hautkrankheiten meist Arzneimittel, die Retinoide enthalten. Retinoide sind eng mit Vitamin A verwandt, welches die Haarfollikel im Normalfall schützt. Dringen Retinoide zur Haarwurzel vor, kommt es zu einer Überdosis und das Haar verfällt in eine Art Koma und kann ausfallen. Zudem wirken Retionoide auch auf Zellen, die Keratin produzieren.

Antidepressiva wirken sich im Vergleich zu anderen Medikamenten nicht auf die Wachstumsphase aus, sondern auf die Ruhephase der Haare. Diese dauert im Normalfall ungefähr drei Monate, bevor das Haar abstirbt. Verschiedene Mittel, die bei depressiven Symptomen eingesetzt werden, wie zum Beispiel Imipramin, Doxepin oder auch Fluoxetin sorgen dafür, dass die Ruhephase aussetzt und das Haar nach der Übergangsphase direkt abstirbt.

Oft hilft es bereits, die Problematik mit dem behandelnden Arzt zu besprechen. Dieser kann häufig einfach ein anderes Medikament verschreiben und die Umstellung kann den Haarausfall bereits regulieren. Auch alternative Schmerztherapien sind ein möglicher Weg, um die Wirkstoffe, die als Haarausfall Ursachen identifiziert wurden, zu vermeiden.

Diagnose und Behandlung

“Wenn man über mehrere Wochen täglich deutlich mehr als 100 Haare verliert oder kahle Stellen bemerkt, sollte man das medizinisch abklären lassen,” rät Gesundheitscoach Dr. Zimmermann erklärt: “Entscheidend ist immer die Ursache. Die kann eben sehr unterschiedlich sein. Deshalb ist eine ärztliche Diagnose extrem wichtig.

Wenn ein vermehrter Haarverlust offensichtlich ist, ist es ratsam, eine Arztpraxis aufzusuchen. Der Hausarzt kann Betroffene dann an einen Facharzt überweisen - je nach vermuteter Ursache zum Beispiel an einen Dermatologen oder einen Endokrinologen. Eine ausführliche Anamnese und Blutuntersuchungen, Epilationstests, Haaranalysen oder eine Untersuchung der behaarten Kopfhaut gehören zu den Verfahren, die zur Ursachenermittlung angewendet werden.

Ob und wie Haarausfall therapiert wird, hängt maßgeblich von seiner Ursache ab. Da Haarverlust häufig vorübergehend auftritt oder auch zum natürlichen Alterungsprozess gehört, ist eine Behandlung oft gar nicht notwendig. Liegt eine Krankheit vor, steht deren Behandlung im Vordergrund. Auch erblich bedingter Haarausfall muss aus medizinischer Sicht nicht behandelt werden. Ist er für die Betroffenen allerdings eine Belastung, können verschiedene Medikamente zum Einsatz kommen.

Wer wegen seiner Haarprobleme ärztlichen Rat sucht, kann je nach Ursache des Problems auch mit Medikamenten behandelt werden. Die Expertin erklärt: “Beispielsweise Minoxidil und Finasterid in örtlicher oder innerlicher Anwendung. Das Finasterid bei Männern. Minoxidil verbessert die Durchblutung um die Haarwurzeln herum und hilft so, die Haare besser mit Nährstoffen zu versorgen. Minoxidil wird lokal auf die Kopfhaut aufgetragen und wirkt nur solange, wie es angewendet wird. Ursprünglich wurde es gegen Bluthochdruck entwickelt. Dabei stellte man durch Zufall fest, dass das Medikament das Haarwachstum anregt.

Finasterid ist nur für Männer zugelassen. Es senkt den Spiegel des Hormons Dihydrotestosteron (DHT). Der Experte erklärt: “Nebenwirkungen können zum Beispiel Impotenz, die Einschränkung der Libido oder Erektionsstörungen sein. Selten können Nebenwirkungen nach Absetzen des Medikaments noch anhalten - auch Post-Finasterid-Syndrom genannt.

PRP-Behandlung

Eigenblutbehandlungen werden bei verschiedenen Krankheiten eingesetzt. In der Wissenschaft sind sie in vielen Fällen umstritten. Wie steht es um die PRP-Behandlung, also plättchenreiches Plasma, bei Haarausfall? Dafür wird Patienten Blut abgenommen und Blutplättchen herausgefiltert. Sie werden in konzentrierter Form wieder in die Kopfhaut injiziert.

Dr. Kathrin Hillmann, Dermatologin an der Charité in Berlin erklärt: “Bei der PRP-Behandlung ist es so, dass es einen Großteil von kleineren Untersuchungen gibt, wo es sehr gut wirkt. Aber es gibt auch immer noch einen Teil, wo kein nachwachsendes Haar oder besseres Haarwachstum nachweisbar ist.

Haartransplantation

Wenn die Haare durch die bekannten Behandlungsmethoden nicht mehr zum Wachsen angeregt werden können, hilft nur eine Transplantation. Für die Transplantation werden Haare vom unteren Hinterkopf entnommen, weil diese resistent gegen das für den erblich bedingten Haarausfall verantwortliche Hormon Dihydrotestosteron sind.

Dr. Zimmermann schätzt, dass je nach Umfang die Kosten für eine Haartransplantation in Deutschland zwischen 3.000 und 10.000 Euro liegen. Im Ausland seien die Kosten erheblich niedriger - in der Türkei oft zwischen 2.000 und 5.000 Euro. Der Gesundheits-Coach warnt, dass es gerade in der Türkei einen großen schwarzen Markt gibt. Egal in welchem Land, so Dr. Zimmermann, wer als Patientin oder Patient auf Nummer sicher gehen will, sollte nach Chirurgen suchen, die sich in einem offiziellen Verband organisiert haben.

„Der Operateur sollte eine Approbation haben, Facharzt sein. Nicht zuletzt wird es schwierig und aufwendig für Patienten auf Grund der Entfernung, wenn es nach der Operation dann doch Probleme mit der Transplantation geben sollte.

Ernährung und Haarpflege

Wichtig ist für gesunde Haare, dass man die Haarzellen gesund hält, damit sie weiter Haare produzieren. Dazu gehören Aminosäuren, Vitamine, Spurenelemente, Botenstoffe, Hormone - und wenig Stress. Hier geht es vor allem um Eisen, Vitamin D und B12, Zink, Selen und ausreichend Proteine.

Das Risiko für die Entstehung einiger Formen von Haarausfall kann durch eine bewusste Ernährung mit allen essenziellen Vitaminen und Mineralstoffen gesenkt werden. Auch ausreichend Schlaf und die Vermeidung von Stress kann zu widerstandsfähigem und kräftigem Haar beitragen. Außerdem kann eine schonende Haarpflege die Gefahr von Haarverlust mindern.

Für gesundes und kräftiges Haar braucht der Körper:

  • Zink (Vollkornprodukte, Milchprodukte, Fleisch)
  • Kupfer (Nüsse, Hülsenfrüchte, Getreide)
  • Selen (Fisch, Fleisch, Pilze, Nüsse)
  • Biotin (Innereien, Sojabohnen, Milchprodukte, Haferflocken)
  • Eisen (Fleisch, Obst, Gemüse, Getreide, Hülsenfrüchte)

Außerdem kann das richtige Shampoo gegen Haarausfall eine gute Möglichkeit sein, um die Symptome zu behandeln. Ein Coffein Shampoo pflegt nicht nur Haare und Kopfhaut, sondern fördert auch das Haarwachstum, schützt die Haarwurzeln, wirkt Haarausfall entgegen und fördert die Durchblutung der Kopfhaut.

Haarausfall bei Frauen: Häufigkeit, Arten, Ursachen

Mythos: Verursachen lange Haare Haarausfall?

Tatsächlich denken viele Leute, die Antwort darauf sei "Ja". Besonders Männern machen sich Sorgen um Haarausfall und Kahlheit. Wenn sie zu viele Haare auf dem Kissen oder nach dem Duschen finden gehen direkt die Alarmglocken an. Das führt häufig dazu, dass viele Männer sich nach den Kosten für Haartransplantationen in der Türkei informieren.

Im Internet und unter Menschen kursieren viele Mythen über Haarausfall und Kahlheit. Zweifellos ist diese Aussage ein Mythos. Es ist nicht wissenschaftliche bewiesen, dass langes Haar und Haarausfall oder sogar die Glatze zusammenhängen. Tatsächlich hängen die Ursachen für eine Glatze eher mit tiefgründigen Faktoren zusammen, einschließlich unserer genetischen Vererbung.

Der Haarausfall wird nicht entlang seines Schafts ausgelöst, sondern in seiner Wurzel. Insbesondere in der Haarwurzel, die sich unter der Haut befindet. Haarausfall kann durch tiefgründige Faktoren wie Stress, hormonelle Veränderungen in unserem Körper, Krankheiten, schlechte Ernährung und insbesondere durch genetische Faktoren beeinflusst werden. Aber in keiner Weise wird die Haarwurzel schwächer, nur weil das Haar lang ist!

Nun, es gibt schon Gründe, die bei Menschen mit langen Haaren Haarausfall auslösen können, aber das hat dann andere Ursachen. Zum Beispiel wiegt langes Haar mehr und neigt dazu, sich leichter zu verheddern, so dass es beim Kämmen relativ leicht herauszuziehen ist… Aber das bedeutet nicht, dass wir ein Alopezieproblem haben.

Ein weiterer Faktor, der bei der Erklärung des Haarausfalls bei Männern oder Frauen mit langem Haar sehr wichtig sein kann, ist die Frisur. Menschen mit langen Haaren verwenden manchmal „aggressive“ Frisuren, um ihre Haare zu bändigen, wie z.B. Zöpfe, Dutts oder Dreadlocks. Dies führt zu starken Verspannungen im Haar, die bei längerer Verwendung zu Schäden an den Haarwurzeln führen können. Langfristig verursachen diese Frisuren Schäden in den Follikeln und sogar die sogenannte Traktionsalopezie und nicht das lange Haar selbst.

Wie kann man das Haar schützen?

Obwohl wir oft nicht darauf achten, erfordert unser Haar mehr Pflege als wir ahnen. Dies ist besonders wichtig, wenn wir langes Haar haben. Hier helfen vor allem gesunde Lebensangewohnheiten wie z.B. regelmäßige Bewegung, Vermeidung von Tabak, Alkohol und Stress sowie ausreichend Schlaf und vieles mehr. Eine ausgewogene Ernährung, kein Missbrauch von Farbstoffen oder Haarsprays und insbesondere eine angemessene Haarhygiene (alle 2 oder 3 Tage waschen und eine Haarspülung) sind die besten Schlüssel, um unser Haar gesund zu erhalten.

Am einfachsten ist die Bekämpfung der Traktionsalopezie durch Vermeidung des Auslösers. Konkret bedeutet das, nicht ständig die gleiche Frisur zu tragen - gönne deinem Haar immer wieder Erholungspausen, indem du es offen trägst oder nur locker hochsteckst. Falls du unbedingt einen Zopf tragen möchtest, wickle dein Haargummi nicht so oft um deine Haare, bis kein Spielraum mehr vorhanden ist, und ziehe es nicht zu fest an deinen Kopf. Ein Zopf kann auch dann gut aussehen, wenn das Haar nur locker zusammengehalten wird.

Langfristig kannst du deine Haarwurzeln stärken, indem du sie mit wichtigen Mikronährstoffen versorgst, die sie für ein gesundes Wachstum benötigen:

  • Biotin vermindert die Talgproduktion und aktiviert fleißig das Haarwachstum.
  • Magnesium und Kalzium sind elementare Bestandteile gesunden Haars.
  • Zink reguliert den Wachstumszyklus und beugt Entzündungen der Haarwurzeln vor, die durch ständige Belastung entstehen können.
  • Coffein versorgt deine Haarwurzeln mit neuer Energie. Die Durchblutung der Kopfhaut wird angeregt und es trägt zur verbesserten Aufnahme wichtiger Nährstoffe bei.

Im Alltag kannst du noch mehr tun, damit deine Haarwurzeln wieder aufatmen können:

  • Rubbele die Haare nicht nach der Wäsche mit einem Handtuch ab, sondern tupfe oder wringe sie sanft aus.
  • Vermeide es, beim Bürsten oder Kämmen zu ziehen.

Zusammenfassend: Fällt mein Haar mehr aus wenn es lang ist? Die Antwort lautet nein, aber vergessen Sie nicht, immer auf Ihre Haare zu achten. und wenn Sie einen übermäßigen Haarausfall bemerken, sollten Sie sich von einem Experten beraten lassen.

Vitamin/Mineral Wirkung Lebensmittel
Zink Wichtig für Haarwachstum Vollkornprodukte, Milchprodukte, Fleisch
Kupfer Unterstützt die Haarstruktur Nüsse, Hülsenfrüchte, Getreide
Selen Schützt vor Entzündungen Fisch, Fleisch, Pilze, Nüsse
Biotin Fördert das Haarwachstum Innereien, Sojabohnen, Milchprodukte, Haferflocken
Eisen Versorgt die Haarwurzeln mit Sauerstoff Fleisch, Obst, Gemüse, Getreide, Hülsenfrüchte

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