Haarausfall im Genitalbereich: Ursachen, Behandlung und Bewältigung

Mit zunehmendem Alter verändert sich nicht nur das Kopfhaar - auch die Schambehaarung bleibt davon nicht unberührt. Während viele über graue Haare oder Haarausfall auf dem Kopf sprechen, werden Veränderungen im Intimbereich oft ignoriert oder als Tabuthema betrachtet. In diesem Artikel erfahren Sie, warum die Schambehaarung im Laufe der Jahre dünner wird, langsamer wächst oder ausfällt.

Der Haarwuchs ist für viele Männer und Frauen ein wichtiges Thema - volles Haupthaar gilt als Schönheitsideal, wohingegen Haarausfall und damit einhergehend lichtes Haar eine Belastung darstellen. Aber nicht nur zu wenig Haar, sondern auch eine übermäßige Behaarung kann für Betroffene sehr belastend sein. Zwar handelt es sich nur um einen kosmetischen Makel, doch kann das eigene Behaarungsmuster zu einer psychischen Dauerbelastung werden. Gerade bei Frauen führt eine verstärkt männlich anmutende Gesichts- und Körperbehaarung oft zu einer Minderung des eigenen Wohlbefindens.

Ursachen für Veränderungen der Schambehaarung

Die Schambehaarung verändert sich mit den Jahren - ein natürlicher Prozess, der oft unbeachtet bleibt. Mit zunehmendem Alter nimmt die Produktion von Testosteron und Östrogen ab. Diese Hormone steuern das Haarwachstum am gesamten Körper, einschließlich der Schambehaarung. Der Haarzyklus verlangsamt sich mit den Jahren. Die Wachstumsphasen werden kürzer, während die Ruhephasen länger dauern.

Nicht jeder Mensch ist gleichermaßen betroffen. Während manche bis ins hohe Alter eine dichte Behaarung behalten, bemerken andere bereits früh Veränderungen. Diese Veränderungen sind meist harmlos und gehören zum natürlichen Alterungsprozess. Mit zunehmendem Alter verändern sich die Hormonspiegel im Körper. Während der Wechseljahre bei Frauen und der Andropause bei Männern nimmt die Produktion von Östrogen bzw. Testosteron ab.

Bestimmte Medikamente können Haarverlust begünstigen. Chronische Hauterkrankungen wie Psoriasis oder Ekzeme können die Haarfollikel im Intimbereich schädigen und das Wachstum der Schambehaarung beeinträchtigen. Ein unausgewogener Lebensstil kann ebenfalls Veränderungen der Schambehaarung begünstigen. Eine unausgewogene Ernährung mit Mangel an wichtigen Nährstoffen wie Eisen, Biotin und Zink trägt ebenfalls dazu bei, dass Haare dünner werden oder ausfallen.

Hirsutismus: Übermäßiges Haarwachstum bei Frauen

Unter Hirsutismus versteht man einen sehr starken Haarwuchs bei Frauen, der eher dem männlichen Behaarungsmuster entspricht. Charakteristisch sind etwa ein „Damenbart“ oder Haare an Brust und Rücken. Frauen mit Hirsutismus haben einen sehr starken Haarwuchs, der eher der typischen männlichen Körperbehaarung entspricht. Zum Beispiel wachsen vermehrt dicke und dunkle Haare am Kinn und auf der Oberlippe, am Oberkörper oder Po. Zudem ist die Behaarung unter den Achseln und im Genitalbereich oft stark ausgeprägt - ähnlich wie bei Männern.

Dieser sehr starke Haarwuchs kann nach der Pubertät bei Frauen auftreten, deren Körper zu viele männliche Geschlechtshormone bildet. Zudem wachsen die Haare im Genitalbereich oft bis auf den Oberbauch oder die Innenseiten der Oberschenkel.

Ursachen für Hirsutismus

Auch Frauen haben männliche Geschlechtshormone (Androgene) im Körper, aber in der Regel deutlich weniger als Männer. Die Menge an Androgenen beeinflusst, wo welcher Haartyp wächst. Bei Jungen in der Pubertät werden dadurch die Haare im Gesicht dicker und dunkler, der Bartwuchs beginnt. Auch am restlichen Körper verändert sich die Behaarung.

Nimmt der Anteil an Androgenen im Körper der Frau zu, kann es zu einer solchen eher für Männer typischen Ausprägung der Körperbehaarung kommen. Mit bis zu 80 Prozent ist das polyzystische Ovarialsyndrom (PCOS) die häufigste Ursache für einen ausgeprägten Hirsutismus. Andere Ursachen für Hirsutismus sind seltener.

Diagnose und Behandlung von Hirsutismus

Bei einem mild ausgeprägten Hirsutismus ist eine Behandlung - rein medizinisch betrachtet - meist nicht nötig. Ob der übermäßige Haarwuchs stört oder nicht, ist individuell sehr unterschiedlich. Viele Frauen fühlen sich aber wohler damit, die Haare zu entfernen.

Zur Haarentfernung gibt es Produkte und Methoden, die man selbst anwenden kann, zum Beispiel:

  • Blondierungscremes mit Wasserstoffperoxid („Bleichen“)
  • Enthaarungscremes
  • Rasieren
  • Wachsen
  • Auszupfen, entweder mit einer Pinzette oder einem elektrischen Epiliergerät

Bei diesen kosmetischen Verfahren wachsen die Haare nach einer gewissen Zeit wieder nach, da die Haarwurzeln intakt bleiben. Es ist möglich, dass bei der Anwendung Hautreizungen auftreten. Um die Haare dauerhaft und sachgerecht entfernen zu lassen, kann man eine Fachärztin oder einen Facharzt aufsuchen. Hier kommen zwei Methoden infrage: die Photoepilation und die Elektrolyse.

Bei der Photoepilation werden Haarfollikel mithilfe von Licht geschädigt, bei der Elektrolyse mit Strom. In beiden Fällen wachsen die Haare weniger oder gar nicht mehr nach. Auch bei diesen Verfahren sind Nebenwirkungen möglich. Bei Frauen mit einem sehr ausgeprägten Hirsutismus kommen die Haare trotzdem oft wieder zurück. Dann können zusätzlich Medikamente helfen.

Hormonelle Verhütungsmittel mit Östrogen und Gestagen wie die Antibabypille können die Menge männlicher Geschlechtshormone im Körper senken. Sie eignen sich jedoch nur für Frauen, die aktuell nicht schwanger werden möchten. Andere Arzneimittel hemmen die Aufnahme von Androgenen im Körper. Alle diese Medikamente können Nebenwirkungen haben. Es ist daher wichtig, gemeinsam mit der Ärztin oder dem Arzt den möglichen Nutzen und die Risiken abzuwägen.

Frauen mit Hirsutismus wird empfohlen, die Medikamente mindestens 6 Monate lang zu nehmen. Erst dann zeigt sich, ob die Behandlung anschlägt oder nicht.

Wichtig zu wissen: Der übermäßige Haarwuchs kann sehr unterschiedlich ausgeprägt sein.

Alopecia Areata: Kreisrunder Haarausfall

Beim kreisrunden Haarausfall (Alopecia areata) bilden sich kahle runde Stellen im Kopfhaar, mitunter an den Augenbrauen, dem Bart oder dem Körperhaar. Solch ein Haarausfall kommt bei Frauen und Männern vor: Etwa eine von 50 Personen erlebt ihn im Lauf ihres Lebens. Die Erkrankung kann in jedem Alter auftreten, beginnt aber oft im Kindes- und jungen Erwachsenenalter. Grund für den Haarausfall sind wahrscheinlich Autoimmunreaktionen. Dabei erkennt das Immunsystem die Haarwurzeln fälschlicherweise als fremd, greift sie an und schädigt sie. Je nach Schwere der Erkrankung können die Haare nachwachsen oder dauerhaft ausgehen. Oft wachsen die Haare allmählich von allein nach. Passiert das nicht, können Ärztinnen und Ärzte zum Beispiel Medikamente einsetzen.

Wie kommt es zu kreisrundem Haarausfall?

Welche Ursachen genau hinter kreisrundem Haarausfall stecken, ist bisher nicht bekannt. Expertinnen und Experten gehen davon aus, dass es sich um eine Autoimmunreaktion handelt. Darunter versteht man eine fehlgeleitete Reaktion des Immunsystems. Genauer gesagt, erkennt das Immunsystem die körpereigenen Haare fälschlicherweise als fremd und bildet Abwehrstoffe dagegen. In der Folge entzünden sich die Haarwurzeln: Die Haare wachsen nicht mehr richtig und fallen aus.

In manchen Familien kommt kreisrunder Haarausfall gehäuft vor. Fachleute vermuten deshalb, dass diese Form des Haarausfalls erblich bedingt sein kann. Manche Menschen mit kreisrundem Haarausfall berichten, zum Zeitpunkt des Haarausfalls starkem emotionalem Stress ausgesetzt gewesen zu sein. Bei einem Großteil der Betroffenen ist das hingegen nicht der Fall. Stress könnte daher in einem gewissen Maß ein Mitauslöser sein. Einzelne Studien weisen zudem darauf hin, dass geringe Mengen von Vitamin D im Blut kreisrunden Haarausfall begünstigen könnten.

Ob Stress und Vitamin D tatsächlich eine Rolle spielen, ist aber bisher wissenschaftlich nicht sicher belegt.

Behandlung von Alopecia Areata

Bei vielen Menschen mit kreisrundem Haarausfall (Alopecia areata) wachsen die Haare innerhalb eines Jahres von allein nach. In solch einem Fall ist keine Behandlung notwendig. Das Problem: Es lässt sich nicht sicher vorhersagen, bei wem die Haare nachwachsen und bei wem nicht.

Für die Behandlung von Alopecia areata stehen verschiedene Therapiemöglichkeiten zur Verfügung. Diese reichen von Medikamenten zur äußerlichen (topischen) Anwendung auf der Kopfhaut, über eine topische Immuntherapie bis hin zum Einsatz sogenannter JAK-Inhibitoren in Tablettenform.

Ziel dieser Therapien ist, die Entzündung an den Haarwurzeln zu stoppen und die Haarwurzeln dazu anzuregen, neue Haare zu bilden und nachwachsen zu lassen. Im besten Fall wachsen die Haare nach, ohne erneut auszufallen. Ein gewisses Risiko für künftige Haarausfall-Schübe bleibt jedoch bestehen.

Welche Therapie zum Einsatz kommt, richtet sich immer auch nach den persönlichen Bedürfnissen. Wichtig: Nicht immer stellt sich nach einer Behandlung der gewünschte Erfolg ein. Vor allem bei schwerem kreisrundem Haarausfall und einem frühen Erkrankungsbeginn kommt es häufig zu Rückfällen. Außerdem haben alle Therapien Nebenwirkungen.

Zu den häufigsten Behandlungen gehören:

  • Behandlung mit Kortison
  • Kombi-Therapie: Kortison und Minoxidil
  • Therapien mit Licht
  • Immuntherapie mit DCP
  • Reiztherapie mit Dithranol
  • Einsatz von JAK-Inhibitoren

Umgang mit Haarausfall: Psychologische Aspekte und Bewältigungsstrategien

Veränderungen der Schambehaarung sind ein ganz natürlicher Teil des Alterungsprozesses - doch sie werfen oft Fragen auf. Mit der richtigen Pflege, einer nährstoffreichen Ernährung und einem bewussten Umgang mit Stress können Sie Ihre Haargesundheit unterstützen. Falls der Haarausfall plötzlich auftritt oder mit anderen Symptomen einhergeht, ist ein Arztbesuch sinnvoll.

Veränderungen der Behaarung im Schambereich gehören zum natürlichen Alterungsprozess und sind kein Grund zur Sorge. Der Schlüssel liegt in der Selbstakzeptanz und dem Bewusstsein, dass solche Veränderungen keine Auswirkungen auf die eigene Attraktivität oder Sexualität haben. Die Wahrnehmung von Schambehaarung variiert stark je nach Kultur und Epoche. Veränderungen im Intimbereich können auch in Beziehungen eine Rolle spielen.

In einigen Fällen kann eine Hormontherapie das Haarwachstum unterstützen. Besonders nach den Wechseljahren oder in der Andropause kann ein Mangel an Östrogen oder Testosteron den Haarverlust begünstigen. Eine Haartransplantation im Intimbereich ist selten, aber grundsätzlich möglich. Dabei wird die FUE-Technik (Follicular Unit Extraction) angewendet, bei der Haarfollikel aus einem Spenderbereich entnommen und anschließend mit der DHI Methode in den Intimbereich verpflanzt werden.

Für Personen, die sich mit Veränderungen der Schambehaarung unwohl fühlen, gibt es verschiedene kosmetische Lösungen. Alternativ gibt es kaschierende Methoden wie die Mikrohaarpigmentierung, die den Eindruck von dichterem Haar erzeugt.

Jeder Mensch geht unterschiedlich damit um, Haare zu verlieren. Manche kommen gut damit klar, für andere ist es ein einschneidendes Erlebnis. Kreisrunder Haarausfall fällt leicht auf und kann dazu führen, dass sich Betroffene unwohl fühlen. Tritt der Haarverlust sehr plötzlich auf oder ist er sehr stark ausgeprägt, kann das emotional enorm belasten. Mitunter passiert es, dass Menschen aufgrund des Haarausfalls gemobbt und sozial ausgegrenzt werden - vor allem bei Kindern und Jugendlichen ist dieses Risiko groß. In solchen Fällen lässt sich einiges tun, um den Leidensdruck zu mindern.

Kosmetische Maßnahmen

Manchen hilft es, den Kopf zu rasieren - viele Männer greifen zu dieser Maßnahme. Andere tragen lieber eine Perücke oder ein Haarteil. Man bekommt den Haarersatz ärztlich verordnet. Die Krankenkassen übernehmen dafür unter bestimmten Voraussetzungen ganz oder teilweise die Kosten. Erkundigen Sie sich bei Ihrer Krankenkasse zu den genauen Konditionen.

Wer kreisrunden Haarausfall an den Wimpern hat, kann erwägen, künstliche Wimpern zu tragen. Sind die Augenbrauen betroffen, kann man künstliche Augenbrauen aufkleben, die Augenbrauen mit Schminke nachzeichnen oder tätowieren lassen (Permanent-Make-up). Bevor man sich für die eine oder andere Maßnahme entscheidet, ist eine Beratung zu den Kosten sowie zu den Vor- und Nachteilen der Methode sinnvoll.

Psychotherapeutische Betreuung

Wenn der Haarausfall trotz kosmetischer Maßnahmen sehr stark belastet und psychische Symptome wie Depressivität oder Ängstlichkeit hinzukommen, ist professionelle psychotherapeutische Hilfe sinnvoll.

Wo finde ich außerdem Unterstützung?

Vielen Menschen mit kreisrundem Haarausfall hilft es, sich in Selbsthilfegruppen auszutauschen. Das Gespräch mit Menschen, die selbst mit Haarausfall zu tun haben und die Probleme und Herausforderungen kennen, bewirkt oft schon viel. Zudem bieten sie eine Plattform, um einen besseren Umgang mit der Erkrankung zu finden.

Die besten Tipps gegen Haarausfall | Dr. Johannes Wimmer

Hier sind einige zusätzliche Tipps, die Ihnen helfen können, mit Haarausfall im Genitalbereich umzugehen:

  • Sprechen Sie mit Ihrem Arzt. Er oder sie kann Ihnen helfen, die Ursache Ihres Haarausfalls zu ermitteln und die beste Behandlungsoption zu finden.
  • Seien Sie geduldig. Es kann einige Zeit dauern, bis die Haare nachwachsen.
  • Konzentrieren Sie sich auf die Dinge, die Sie kontrollieren können. Essen Sie eine gesunde Ernährung, treiben Sie regelmäßig Sport und bauen Sie Stress ab.
  • Seien Sie freundlich zu sich selbst. Haarausfall kann eine schwierige Erfahrung sein, aber es ist wichtig, sich daran zu erinnern, dass Sie nicht allein sind.

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