Medikamentenbedingter Haarausfall: Ursachen und Behandlung

Fast jede und jeder hat sich schon einmal Sorgen wegen Haarausfalls gemacht - ob berechtigt oder nicht. Einige Anlässe dafür sind besonders verbreitet. Meist gibt es erprobte Behandlungen dagegen.

Es gibt verschiedene Faktoren, die den Haarausfall beeinflussen. Stress, Medikamente oder eine Schilddrüsenerkrankung können beispielsweise die Haarqualität beeinträchtigen und zu (zusätzlichem) Haarausfall führen. Der Haarausfall kann plötzlich auftreten und so stark sein, dass es in kurzer Zeit merklich dünner wird, oder er kann langsamer beginnen und länger andauern.

Medikamentenbedingter Haarausfall betrifft nicht nur Frauen - auch viele Männer sind davon betroffen.

Haarausfall kann das Selbstbewusstsein stark beeinträchtigen - besonders, wenn er unerwartet auftritt. Die gute Nachricht: Oft ist der Haarverlust nur vorübergehend, und es gibt Lösungen.

Medikamentenbedingter Haarverlust ist eine spezielle Form des Haarverlusts, die durch die Einnahme bestimmter Medikamente ausgelöst wird. Medikamente können den Haarzyklus auf verschiedene Weise stören. Einige Medikamente sind bekannt dafür, Haarausfall als Nebenwirkung zu haben.

Haarausfall bei Frauen: Welche Medikamente und Behandlungen helfen? | ARD GESUND

Wie funktioniert das Haarwachstum?

Wie vieles andere Lebendige auch besitzt das Haar einen Lebenszyklus: Es wächst, ruht, ist erschöpft und stirbt. Im Normalfall wird es dann durch ein neues Haar ersetzt. Bis zu 20 dieser Zyklen durchläuft das Haar einer einzigen Haarwurzel während eines Menschenlebens.

Das Haarwachstum verläuft zyklisch und gliedert sich in drei verschiedene Phasen. Wenn ein neues Haar von einem Haarfollikel ausgebildet wird, befindet es sich zunächst in der Wachstumsphase, bevor es nach zwei bis sechs Jahren in die Übergangsphase eingeht und dann während der Ruhephase ausfällt. Anschließend wächst bei gesundem Haarwuchs ein neues Haar nach.

Papillarhaar: 85 bis 90 % aller Haare befinden sich in dieser Wachstumsphase. Sie dauert normalerweise 2 bis 6 Jahre.

Beethaar: Etwa 1 % aller Haare stecken in dieser zwei- bis dreiwöchigen Übergangsphase. Hier findet kein Wachstum mehr statt, das Haar wird nicht mehr mit Nährstoffen versorgt.

Kolbenhaar: Für zwei bis vier Monate befindet sich der Haarfollikel in der Regenerationsphase. Allmählich wird wieder ein neues Haar gebildet, welches das ausfallende ersetzt.

Bis zu 100 Haare fallen einem Menschen täglich aus. Bei den rund 100.000 Kopfhaaren, die wir im Normalfall besitzen, macht sich das optisch nicht bemerkbar. Ist das Wachstum jedoch gestört, werden die Haare dünner, verlieren ihre Widerstandskraft und gehen früher aus. Das Nachwachsen der Haare ist eingeschränkt oder unterbleibt völlig.

Bei der Einnahme von Medikamenten können Wirkstoffe innerhalb der Wachstumsphase über das Blut in die Haarwurzeln gelangen und dort das Haarwachstum bremsen oder sogar stoppen. Etwa 80 % aller Haare befinden sich gleichzeitig in der Wachstumsphase. So sorgt der Körper dafür, dass immer ausreichend Haare vorhanden sind.

Quelle: Apotheken Umschau

Ursachen für medikamentenbedingten Haarausfall

Ein Medikament oder eine Droge kann bewirken, dass das Haar schneller von der Wachstums- in die Ruhephase übergeht, wodurch es früher ausfällt.

Es gibt mehrere Medikamente, die mit Haarausfall in Verbindung gebracht werden:

  • Blutdrucksenker: Bestimmte Blutdrucksenker können Haarausfall verursachen.
  • Antidepressiva: Medikamente wie Venlafaxin können ebenfalls zu Haarausfall führen.
  • Chemotherapie: Chemotherapeutika greifen schnell wachsende Zellen an - darunter auch die Haarfollikel. Nicht jeder, der diese Medikamente einnimmt, erleidet Haarausfall - Faktoren wie Veranlagung, Dosierung und Einnahmedauer spielen eine Rolle.

Einige Medikamente beeinflussen den Hormonhaushalt und damit den Haarzyklus. Auch Schilddrüsenmedikamente, die den Stoffwechsel regulieren, können das Haarwachstum stören. Bestimmte Medikamente wie Chemotherapeutika greifen vor allem Haare in der anagenen Phase an und verursachen einen raschen, diffusen Haarausfall (anagenes Effluvium).

Verschreibungspflichtige Beta-Blocker, die gegen Bluthochdruck und Herzrhythmusstörungen verschrieben werden, können in einigen Fällen dazu führen, dass die Haarwurzeln absterben. Ist dies der Fall, können keine neuen Haare mehr ausgebildet werden. Besonders die Wirkstoffe Metoprolol und Propanolol werden mit dieser Nebenwirkung in Zusammenhang gebracht.

Viele Menschen haben Ibuprofen als Schmerzmittel in der Hausapotheke. Bei häufiger Einnahme kann das Haar dünner werden und schließlich kann es auch zu Haarausfall kommen.

Damit es, besonders nach Operationen, nicht zu Blutgerinnseln kommt, die tödlich enden können, nehmen viele Menschen Blutverdünner. Heparin ist dabei eines der gängigsten Arzneimittel und eine der Haarausfall Ursachen. Denn Heparin beschädigt die Haarfollikel und führt so zu Haarausfall.

Ärzte verschreiben bei Akne und einigen anderen Hautkrankheiten meist Arzneimittel, die Retinoide enthalten. Retinoide sind eng mit Vitamin A verwandt, welches die Haarfollikel im Normalfall schützt. Dringen Retinoide zur Haarwurzel vor, kommt es zu einer Überdosis und das Haar verfällt in eine Art Koma und kann ausfallen. Zudem wirken Retionoide auch auf Zellen, die Keratin produzieren. Keratin ist ein wesentlicher Bestandteil der Haarstruktur. Durch die Einwirkung kann Dichte, Verteilung und Farbe der Körperbehaarung beeinflusst werden.

Antidepressiva wirken sich im Vergleich zu anderen Medikamenten nicht auf die Wachstumsphase aus, sondern auf die Ruhephase der Haare. Diese dauert im Normalfall ungefähr drei Monate, bevor das Haar abstirbt. Verschiedene Mittel, die bei depressiven Symptomen eingesetzt werden, wie zum Beispiel Imipramin, Doxepin oder auch Fluoxetin sorgen dafür, dass die Ruhephase aussetzt und das Haar nach der Übergangsphase direkt abstirbt. Es kommt zu frühzeitigem, verstärktem Haarausfall und das Haar wird insgesamt dünner.

Medikamente können das Haarwachstum kurzfristig oder langfristig beeinflussen. Dies kann vorübergehend zu diffusem Haarverlustführen, der sich meist nach dem Absetzen normalisiert. Langfristige Nebenwirkungen betreffen Medikamente, die schnell wachsende Zellen beeinflussen, wie Chemotherapeutika oder Antihormonpräparate.

Alter und Lebensstil: Mit zunehmendem Alter verlangsamt sich das Haarwachstum, wodurch medikamentenbedingter Haarausfall stärker ins Gewicht fällt.

Medikamentenbedingter Haarverlust kann sich auf unterschiedliche Weise äußern.

Wie erkennt man, ob Haarschwund durch Medikamente verursacht wird?

Der Haarausfall beginnt oft schleichend, meist einige Wochen oder Monate nach Beginn der Medikamenteneinnahme.

Muster und Häufigkeit

Häufig betrifft der Haarverlust den gesamten Kopf, seltener entstehen kreisrunde kahle Stellen.

Wann sollte man ärztlichen Rat einholen?

Wenn der Verlust der Haare plötzlich und stark auftritt oder über Monate anhält, sollte ein Arzt aufgesucht werden.

Einige Medikamente wie Retinoide, Beta-Blocker und Chemotherapeutika beeinflussen den Haarzyklus und können Haarausfall auslösen. Auch die Kombination mehrerer Medikamente kann den Haarverlust verstärken. Da genetische Faktoren eine Rolle spielen, ist nicht jeder betroffen.

In Abbildung 1 finden Sie eine Übersicht über Medikamente, die einen vermehrten Haarausfall verursachen können.


Quelle: MSD Manuals

Die Abklärung, ob ein eingenommenes Medikament als Ursache eines Haarausfalles in Frage kommt, kann im Einzelfall nur der behandelnde Arzt vornehmen.

Auch Operationen in Vollnarkose können einen diffusen Verlust von Haaren zur Folge haben.

Bei starker Schädigung des Haarfollikels durch Medikamente, wie zum Beispiel durch Zytostatika im Rahmen einer Chemotherapie bei Krebserkrankungen, kann es zum Haarverlust mit Auftreten von dystrophischen Haaren in der Haarwurzelstatus-Untersuchung (Trichogramm) kommen.

Was tun bei medikamentenbedingtem Haarausfall?

Haarausfall durch Medikamente tritt auf, wenn ein Medikament den normalen Zyklus des Haarwachstums stört. Es kann zu diffusem Haarausfall kommen, bei dem das Haar über den gesamten Kopf dünner wird. In den meisten Fällen sind die Haarfollikel betroffen.

Die gute Nachricht ist, dass Haarausfall durch Medikamente fast immer reversibel ist. Sobald das Medikament abgesetzt oder angepasst wird, wird das normale Haarwachstum vom Körper wieder aufgenommen.

Wie schnell erholt sich das wieder?

Dies kann je nach Medikament und individueller Reaktion variieren.

Der erste Schritt ist die Rücksprache mit dem Arzt - oft hilft eine Dosisanpassung oder ein Medikamentenwechsel.

Oft hilft es bereits, die Problematik mit dem behandelnden Arzt zu besprechen. Dieser kann häufig einfach ein anderes Medikament verschreiben und die Umstellung kann den Haarausfall bereits regulieren. Auch alternative Schmerztherapien sind ein möglicher Weg, um die Wirkstoffe, die als Haarausfall Ursachen identifiziert wurden, zu vermeiden.

Wenn du Haarausfall durch Medikamente bemerkst, ist der erste Schritt, mit deinem behandelnden Arzt zu sprechen. So können alternative Medikamente oder Dosierungen vorgeschlagen werden. In einigen Fällen kann ein Betablocker ohne Haarausfall als Nebenwirkung oder Blutdrucktabletten ohne Haarausfallrisiko eine Option sein.

Die Dauer des Haarausfalls nach dem Absetzen eines Medikaments kann variieren. In vielen Fällen beginnt das Haar innerhalb von 3 bis 6 Monaten nach dem Absetzen des Medikaments nachzuwachsen.

Für Menschen, die unter Haarausfall durch Medikamente leiden, gibt es Alternativen. Zum anderen kann man dem Körper helfen, den bereits entstandenen Schaden zu reparieren. Hier empfehlen sich Haarpflegeprodukte, die besonders schonend für Haut & Haare sind. Alle Produkte sollten, wie bei Growfine auch, frei von Sulfaten, Parabenen und Silikonen sein.

Gesunde Ernährung: Eine ausgewogene Ernährung kann helfen, die Gesundheit deiner Haare zu fördern. Die Zuführung von Vitaminen, Spurenelementen und Haarausfallblocker kann hier unterstützend wirken.

Dann kann das richtige Shampoo gegen Haarausfall eine gute Möglichkeit sein, um die Symptome zu behandeln. Ein Coffein Shampoo pflegt nicht nur Haare und Kopfhaut, sondern fördert auch das Haarwachstum, schützt die Haarwurzeln, wirkt Haarausfall entgegen und fördert die Durchblutung der Kopfhaut.

Auch die richtige Pflege spielt eine Rolle: Milde und pflegende Haarprodukte schonen die Kopfhaut und stärken die Haarstruktur.

Proaktive Haarpflege: Milde, nährstoffreiche Shampoos und Kopfhautpflegeprodukte können das Haar kräftigen. Eine gesunde Ernährung mit Biotin, Zink und Eisen unterstützt das Haarwachstum zusätzlich.

Weitere Behandlungsmöglichkeiten

Minoxidil: Dieses frei erhältliche Mittel wird direkt auf die Kopfhaut aufgetragen und kann das Haarwachstum anregen, indem es die Durchblutung der Haarfollikel verbessert.

PRP-Therapie (Platelet-Rich Plasma): Eine innovative Behandlung, bei der plättchenreiches Plasma aus dem eigenen Blut in die Kopfhaut injiziert wird.

Mithilfe der schonenden FUE-Methode werden Haarfollikel präzise entnommen und mit der modernen DHI-Technik in lichte Stellen eingesetzt - für natürliches, dichtes Haar, das dauerhaft erhalten bleibt.

Wenn Medikamente als Auslöser für Haarausfall infrage kommen, ist eine sanfte, aber wirkungsvolle Pflege besonders wichtig.

Offene Kommunikation mit dem Arzt: Bevor Sie ein neues Medikament einnehmen, sprechen Sie mit Ihrem Arzt über mögliche Nebenwirkungen.

Regelmäßige Kontrolle der Blutwerte: Einige Medikamente können Nährstoffmängel oder Hormonungleichgewichte verursachen, die den Vorgang begünstigen.

Wenn du unter Haarausfall leidest, egal ob durch Medikamente oder andere Ursachen, gibt es Lösungen, die dir helfen können, dein Haar und neues Selbstbewusstsein zurückzugewinnen.

Das Ziel von Growfine ist es, Menschen dabei zu helfen, ihren erblich bedingten Haarausfall umzukehren, ohne dabei auf nebenwirkungsreiche und oft frustrierende Medikation zurückgreifen zu müssen. Durch unsere eigenen Erfahrungen mit schwangerschaftsbedingtem und erblich bedingtem Haarausfall haben wir uns mit einem Labor zusammengetan, um eine nachhaltige Lösung für dieses belastende Problem zu entwickeln.

Medikamentenbedingter Haarverlust kann belastend sein, doch es gibt Lösungen. Eine ärztliche Rücksprache, gezielte Behandlungen wie Minoxidil oder PRP, eine nährstoffreiche Ernährung und eine schonende Haarpflege können das Haarwachstum unterstützen.

Eine frühzeitige Beratung hilft, die Ursache zu klären und gezielte Maßnahmen zu ergreifen.

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